Can Dündar: „Türkei ist Journalistengefängnis“


Für ihre engagierte Arbeit bekommen die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül den Leipziger Medienpreis. Dündar beschreibt, unter welch schweren Umständen die Presse in der Türkei arbeitet – nicht ohne Seitenhieb auf europäische Regierungen.

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Die Türkei ist nach Auffassung des Journalisten Can Dündar «das größte Journalistengefängnis der Welt». Wer sich für Demokratie einsetze und die Regierung kritisiere, werde verhaftet und häufig zu Gefängnisstrafen verurteilt, sagte er am Freitag in Leipzig.

Dort wurden Dündar und sein Kollege Erdem Gül mit dem Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien der Medienstiftung der Leipziger Sparkasse ausgezeichnet. Er ist mit 30 000 Euro dotiert und wird Personen oder Institutionen verliehen, die sich «in herausragender Art und Weise für eine objektive Medienberichterstattung einsetzen».

Die Medien in der Türkei seien schweren Repressalien ausgesetzt, viele Journalisten seien in Haft, berichtete Dündar. Er und Gül wurden dort zu Haftstrafen verurteilt. Sie hatten in ihrer Zeitung «Cumhuriyet» über mutmaßliche Waffenlieferungen der Türkei an syrische Extremisten berichtet.

Dass Gül die Türkei nicht habe verlassen dürfen, um den Preis persönlich entgegenzunehmen, sei Beleg dafür, wie die Regierung mit Kritikern umgehe, sagte Dündar. Er selbst könne nur deshalb in Leipzig sein, weil er derzeit in Deutschland lebe. Dass Gül und er mit dem Leipziger Medienspreis ausgezeichnet wurden, sei «eine Botschaft an die Anhänger der Demokratie und eine Bestrafung für die Regierenden in der Türkei.»

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