Dodo Müller, die Gottesfrage und Atheismus


Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild
Wenn der oberste Glaubenshüter der röm.-kath. Kirche in die Schweiz kommt, ist dies ein Ereignis. Kardinal Gerhard Ludwig Müller hielt in der Luzerner Hofkirche die Otto-Karrer-Vorlesung 2016. Mit dem zeitlosen Thema «Die Gottesfrage – heute» unternahm er einen umfassenden Versuch, die philosophisch-theologische Debatte der vergangenen 300 Jahre aus dogmatischer Sicht aufzurollen. Das Publikum war sichtlich beeindruckt und etwas sprachlos.

Von Charles Martig | kath.ch

«Man muss halt den Leuten zeigen, dass man Kant gelesen hat», meint der Kardinal nach der Vorlesung beim Händeschütteln vor der Kirche. Er mischt sich unter die Gäste beim Apéro und zeigt sich volksnah. Teutonisch wirkt er, mit aufrechtem Gang und in die Aura des Kardinalspurpurs eingehüllt. Auf den ersten Blick gibt es etwas Unnahbares, das Müller jedoch mit seinem Charme überspielen kann. Er war Dogmatik-Professor in München, von 2002–2012 Bischof von Regensburg, bis er im 2012 zum Präfekten der Glaubenskongregation ernannt wurde, zum obersten Glaubenshüter im Vatikan. 2014 hat ihn Papst Franziskus «zum Kardinal kreiert», wie man kirchenintern die Übertragung der Kardinalswürde formuliert. Das Gewicht des Amtes liegt in jedem Schritt von Gerhard Müller. Aber auch die akademische Herkunft hat ihn nachhaltig geprägt.

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