Sollte man Frauen mit Kopftuch diskriminieren?


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Die junge Muslimin Selma Laiouar schrieb einen Artikel namens „Ich sehe, Sie tragen Kopftuch“: Was mich meine Vorstellungsgespräche über Deutschland gelehrt haben, der in der Huffington Post veröffentlicht wurde. Sie beschreibt darin ihre Gründe für den Verdacht, dass ihr Kopftuch für viele Unternehmen ein Anlass sein könnte, sie nicht einzustellen. Eigentlich ist sie sehr qualifiziert, wovon man sich anhand ihres Xing-Profils überzeugen kann.

Von Andreas Müller | Richard-Dawkins-Foundation

Ich halte ihre Befürchtung für plausibel. Wer sich von Frau Laiouars Darstellung nicht überzeugen lässt, findet eine umfassende Studie des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit vielleicht aussagekräftiger.

Unter dem HuffPo-Artikel finden sich fast ausschließlich Kommentare, die eine Diskriminierung von Kopftuchträgerinnen auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht etwa bestreiten, sondern die ihre Diskriminierung ausdrücklich rechtfertigen, darunter sogar von selbst beschriebenen Unternehmensleitern (was angesichts der Gesetzeslage eine unglaublich dämliche Idee ist). Das war für mich der Anlass, mich im Kommentarbereich auf die Seite von Frau Laiouar zu schlagen. An dieser Stelle möchte ich darauf eingehen, was ich als atheistischer, libertärer Islamkritiker von den Argumenten der Gegenseite halte.

Politik: Sollte man weltanschaulich diskriminieren dürfen?

Zunächst einmal teile ich die libertäre Auffassung zum Thema, dass jedes Unternehmen die gesetzliche Freiheit besitzen sollte, jeden einzustellen oder nicht einzustellen, den es haben möchte. Schließlich ist es nicht das Unternehmen anderer und nicht das Unternehmen des Gesetzgebers, also warum sollten sie sich in die Entscheidungsfreiheit eines Unternehmers einmischen dürfen? Aufgrund des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes ist das in Deutschland anders geregelt, was viele Kommentatoren erstaunlicherweise nicht wissen. Vielmehr dürfen Unternehmen niemanden aufgrund seiner Religion oder Weltanschauung als Bewerber ablehnen.

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