Erdoğan legt Beschwerde gegen Einstellung von Böhmermann-Verfahren ein

 Erdoğan hat Beschwerde gegen die Einstellung des strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens gegen Böhmermann eingelegt. (Foto: dpa)
Erdoğan hat Beschwerde gegen die Einstellung des strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens gegen Böhmermann eingelegt. (Foto: dpa)
  • Der juristische Streit um Jan Böhmermanns Schmähkritik am türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan geht in die nächste Runde.
  • Über seine Anwälte hat Erdoğan Beschwerde gegen die Einstellung eines Ermittlungsverfahrens gegen Böhmermann eingelegt. Es geht um die Straftatbestände der Beleidigung und Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes.
  • Außerdem läuft ein zivilrechtliches Verfahren gegen den ZDF-Moderator. Hier ist der erste Termin für Anfang November angesetzt.

Süddeutsche.de

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan akzeptiert die Einstellung der Ermittlungen gegen ZDF-Moderator Jan Böhmermann nicht. Erdoğans Anwalt habe Beschwerde eingelegt, erklärte die Staatsanwaltschaft in Mainz am Montag. Die entsprechenden Akten werden nun der Generalstaatsanwaltschaft in Koblenz zugeleitet, die über die Beschwerde zu entscheiden hat.

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Lesbische Nonnen: „Die Kirche sollte die Heuchelei lassen“

Der Fall wurde vor einigen Tagen bekannt: Zwei Nonnen (hier ein Symbolbild vom Petersplatz) haben ihren Orden verlassen und sich in Italien das Ja-Wort gegeben. Nun haben die beiden erstmals mit Journalisten über ihre Entscheidung gesprochen Quelle: Getty Images/Perspectives
Der Fall wurde vor einigen Tagen bekannt: Zwei Nonnen (hier ein Symbolbild vom Petersplatz) haben ihren Orden verlassen und sich in Italien das Ja-Wort gegeben. Nun haben die beiden erstmals mit Journalisten über ihre Entscheidung gesprochen Quelle: Getty Images/Perspectives
Ihr Fall war eine Sensation: Die Nonnen Frederica und Isabel haben geheiratet. Hier erklären sie, wie schwer ihre Entscheidung war, wie ihr Leben weitergehen soll und warum sie dem Papst dankbar sind.

Von Gabriele Guccione | DIE WELT

Der aufsehenerregende Fall von zwei ehemaligen Nonnen, die sich in Italien das Jawort gegeben haben, hat den Vatikan erreicht. Ein enger Mitarbeiter von Papst Franziskus berichtete, der Papst bedauere den Vorgang sehr. „Wie viel Traurigkeit stand dem Papst im Gesicht geschrieben, als er die Nachricht von den verheirateten Ordensschwestern gelesen hat“, schrieb der vatikanische Innenminister Erzbischof Angelo Becciu in einer Twitter- Botschaft.

Die beiden früheren Ordensfrauen, das sind Schwester Federica und Schwester Isabel. Sie suchen sich gegenseitig mit den Augen, während sie ihren Gästen dabei helfen, den Tisch für das Mittagessen zu decken. „Unsere Liebe“, erzählen sie, „ist ein Geschenk Gottes: niemand kann sie verbieten.“ Es war nicht leicht: „Wir haben uns so allein gefühlt und verlassen. Aber einige Schwestern haben uns ermutigt: „Wenn ich in eurem Alter wäre, dann würde ich es auch tun.“

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„Laïcité“: Frankreichs Umgang mit den Religionen

laiciteDie Geschichte der Laïcité ist eine Konfliktgeschichte. Seit der Revolution ist man sich in Frankreich uneins über die Bedeutung von Religion und die Realität der Religionen in der Gesellschaft.

Von Andreas Meier | Deutschlandradio Kultur

„So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“

Mit dieser Feststellung traf Jesus eine wichtige Unterscheidung: Menschen sehen sich zwei Mächten gegenüber, der kaiserlichen – weltlichen – Macht und Gott. Nach dem Bericht der drei ersten Evangelien antwortete Jesus auf die Frage frommer Juden. Die wollten von ihm wissen: „Ist es recht, daß man dem Kaiser Steuern zahlt oder nicht?“ Sie selber, Pharisäer, werden unwillig Steuern an die römische Besatzungsmacht gezahlt haben.

Warum auch immer die Pharisäer Jesus fragten, Jesus‘ Antwort schlug ihnen das entweder- oder, Steuern zahlen oder nicht, aus der Hand. Jesus erwähnte – Gott. Die Pharisäer hatten nur den weltlichen Herrscher erwähnt. Dessen Machtbereich schränkt Jesus ein und warnt: Die Obrigkeit – heute: der Staat – hat nicht in den religiösen Bereich göttlicher Zuständigkeit einzugreifen. Gleichzeitig ein klares Nein gegen Bemühungen, einen religiösen Staat welcher Religion auch immer einzurichten.

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Spam: Öffentlich-Rechtliche mit Schwerpunkt zu 500 Jahren Reformation

Religiöser Spam
Religiöser Spam
Zum Reformationsjubiläum erwarten die Zuschauer der öffentlich-rechtlichen Sender nicht nur Dokumentationen. Der MDR verspricht multimediale Inhalte auf einer Internetplattform.
 

Von Lynn Osselmann | evangelisch.de

Die evangelische Kirche feiert im kommenden Jahr 500 Jahre Reformation. Die öffentlich-rechtlichen Sender begleiten dieses historische Ereignis mit Schwerpunkten in ihrem Programm. Dazu gehören Dokumentationen wie auch Spielfilme, Infotainment-Beiträge und multimediale Inhalte.

Dokumentationen und Pop-Oratorium

Ein Highlight im ZDF wird der dokumentarische Dreiteiler „Der große Anfang – 500 Jahre Reformation“, der das Ereignis historisch einordnet. Die Reihe wird nach ZDF-Angaben voraussichtlich Ostern 2017 zu sehen sein. Der Sender zeigt auch den fiktionalen Zweiteiler „Himmel und Hölle“, der von den Anfängen der Reformation erzählt und davon, wie aus den Freunden Martin Luther und Thomas Müntzer erbitterte Feinde wurden.

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Dodo Müller: „Keine authentische Dynamik“ in der „perversen“ homosexuellen Liebe

Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild
Der oberste katholische Glaubenshüter wettert in einem neuen Buch auf unterstem Niveau gegen die „sündigen Verhältnisse“ von Lesben und Schwulen.

QUEER.DE

Selbst die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ fühlte sich „bisweilen an die antiwestliche Rhetorik islamistischer Prediger erinnert“, wie es in einer am Wochenende veröffentlichten Buchbesprechung heißt: In dem neuen Interviewband „Die Botschaft der Hoffnung“ hat Gerhard Kardinal Müller, Präfekt der Glaubenskongregration im Vatikan und damit oberster katholischer Glaubenshüter, unter anderem der Homosexualität den Kampf angesagt.

Laut der Rezension der „FAZ“ bezeichnete Müller in dem im September im Herder Verlag erschienenden Buch sowohl die „Genderideologie“ als auch die „sündigen Verhältnisse“ von Lesben und Schwulen als „pervers“, da es sich nicht um „wahre“ Liebe handele. „Auch wenn es anders scheinen mag, wohnt diesen Verhältnissen keine authentische Dynamik der Liebe inne. Sie sind vielmehr ein schweres Hindernis auf dem Weg, als Mensch zu wachsen“, sagte der 68-jährige Kardinal seinem Stichwortgeber Carlos Granados. Zudem verhinderten homosexuelle Partnerschaften „eine harmonische, umfassende Entfaltung des Individuums“.

Die katholische Kirche müsse gegen die „Mainstreamideologie, die Wünsche mit subjektiven Rechten verwechselt“, in den „Widerstand“ gehen, forderte Kardinal Müller in dem Interviewband. Dabei will er „Kompromisse mit der Welt vermeiden“.

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Türkei sperrt Cloud-Dienste wegen brisanter E-Mails

Bild: APA/AFP/ADEM ALTAN
Bild: APA/AFP/ADEM ALTAN
17 Gigabyte an E-Mails von Erdogans Schwiegersohn Berat Albayrak sollen Einflussnahme auf Medien und Kontakte zum IS belegen. Die türkische Regierung versucht indes die Verbreitung zu verhindern.

Die Presse.com

Cloud-Speicherlösungen wie Google Drive, Dropbox und Microsofts OneDrive sind in der Türkei derzeit nicht erreichbar. Wie das US-Magazin The Next Web berichtet, soll es sich um eine Anweisung der türkischen Regierung handeln. So versuche man, die Verbreitung der 17 Gigabyte an durchgesickerten, brisanten E-Mails von Berat Albayrak, Minister und Schwiegersohn von Recep Tayyip Erdogan, zu verhindern.

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Paragraf 175: Verurteilte Homosexuelle rehabilitieren

Verurteile warten noch immer auf Rehabilitierung. Foto: dpa
Verurteile warten noch immer auf Rehabilitierung. Foto: dpa
Heiko Maas sagt nach Paragraf 175 verurteilten Homosexuellen insgesamt 30 Millionen Euro zu. Der Justizminister rechnet damit, dass etwa 5000 Menschen einen persönlichen Anspruch anmelden können.

Von Tobias Peter | Frankfurter Rundschau

Es gibt Gesetze, die können Leben zerstören. Der Paragraf 175 des Strafgesetzbuches war so eines. Er stellte Sex zwischen Männern unter Strafe. Auch nach der NS-Zeit galt der Paragraf viele Jahre unverändert fort, endgültig gestrichen wurde er erst im Jahr 1994. Zwischen 1949 und 1969 kam es in der Bundesrepublik zu etwa 50 000 Verurteilungen. Die Folge waren nicht nur Haftstrafen, sondern auch der soziale Tod der Betroffenen.

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Frauengehirn verändert sich im Takt des Zyklus

Das Gehirn von Frauen verändert sich im Takt ihres hormonellen Zyklus © satellitesixty/thinkstock
Das Gehirn von Frauen verändert sich im Takt ihres hormonellen Zyklus © satellitesixty/thinkstock
Hormon-Effekte im Gehirn: Der weibliche Zyklus lässt nicht nur ihre Hormonspiegel monatlich schwanken. Sogar das Gehirn verändert im Takt dieses Zyklus seine Struktur, wie nun eine Studie belegt. Der Hippocampus, das Gedächtniszentrum des Gehirns, nimmt immer dann an Volumen zu, wenn auch die Östrogenspiegel der Frau hoch sind. Ob und wie sich das auf Stimmung und geistige Leistungen auswirkt, muss nun erforscht werden.

scinexx

Auf und Ab der Hormone: Durch den Menstruationszyklus der Frau schwanken im Laufe eines Monats die Spiegel wichtiger Hormone wie des Östrogens. Das beeinflusst nicht nur die Fruchtbarkeit und den Eisprung, sondern sogar das Verhalten und die Stimmung. So verändert sich die Kooperationsbereitschaft von Frauen im Rhythmus ihrer Hormone und auch bestimmte geistige Leistungen schwanken im Verlauf des Zyklus, wie Studien zeigen.

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Elif Shafak: Das letzte Abendmahl des türkischen Großbürgertums

© INTERTOPICS/eyevine Stellt alles in Frage: die Schriftstellerin Elif Shafak
© INTERTOPICS/eyevine Stellt alles in Frage: die Schriftstellerin Elif Shafak
Identität, Sexualität und Feminismus, Türkei, Islam und Glaube: Elif Shafak befreit in ihrem Roman „Der Geruch des Paradieses“ nicht nur die Beschäftigung mit Gott aus dem engen Griff der Religionen.

Von Fridtjof Küchemann | Frankfurter Allgemeine

Als türkischer Autor, sagt Elif Shafak, oder als nigerianischer, pakistanischer, ägyptischer Autor könne man sich den Luxus, unpolitisch zu sein, nicht leisten. Elif Shafak ist eine türkische Schriftstellerin. Der Nobelpreisträger Orhan Pamuk nennt sie, 1971 als Tochter einer Diplomatin und eines Soziologieprofessors in Straßburg geboren und heute in London und Istanbul zu Hause, die beste Autorin, die das Land in den Neunzigern hervorgebracht hat. Nationalisten indes erkennen sie nicht mehr als türkische Autorin an, seit sie vor dreizehn Jahren begann, ihre Romane zunächst in Englisch zu schreiben. Es ist nicht die einzige Anfeindung: Sie wurde wegen Verunglimpfung des Türkentums angeklagt, Erdogan-treue Medien werfen ihr vor, sie werde von westlichen Mächten als Kritikerin der türkischen Regierung gesteuert.

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Verfassungsschutz hat im NSU-Komplex vorsätzlich Akten vernichtet

Aktenvernichtung (Symbolfoto) © stux @ pixabay (CC0)
Aktenvernichtung (Symbolfoto) © stux @ pixabay (CC0)
Ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes gab im NSU-Untersuchungsausschuss offen zu, Akten zum NSU-Komplex vorsätzlich vernichtet zu haben, um das Amt zu schützen. Dieser Skandal hat er keinen öffentlichen Aufschrei ausgelöst und ist bisher folgenlos.

Von Maximilian Pichl | MiGAZIN

Erinnern wir uns zurück: Am 11.11.2011, nur wenige Tage nach Bekanntwerden der zehnfachen Mordserie des sog. Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), erfolgte im Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) eine umfangreiche Vernichtung von Akten. Geschreddert wurden Akten zu sieben V-Leuten des Verfassungsschutzes, die ihm Rahmen der „Operation Rennsteig“ angeworben worden waren. Diese Geheimdienstoperation unter Beteiligung des BfV, verschiedenen Landesverfassungsschutzämtern sowie dem Militärischen Abschirmdienst hatte zwischen 1997 und 2003 zum Ziel, die rechtsextremistische Szene in Thüringen zu untersuchen. Angeworben wurden dabei auch V-Leute, die im Thüringischen Heimatschutz aktiv gewesen sind, gerade jener rechtsextremistischen Gruppierung, in der das NSU-Trio politisch sozialisiert wurde. Auch nach diesem Tag ging die Aktenvernichtung im BfV weiter. Die unter dem Namen „Operation Konfetti“ bekanntgewordene Vernichtungsaktion schlug hohe Wellen und führte zumindest kurzzeitig zu einer schweren Legitimationskrise des Verfassungsschutzes. Infolge der Krise trat der damalige BfV-Präsident Heinz Fromm zurück.

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There’s a Giant Cloud on a Collision Course With the Milky Way

Mark your epochal calendars, because 30 million years from now, a massive billow of gas called Smith’s Cloud is due to crash into the Milky Way, according to a video released on Friday by NASA.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

First discovered in 1963 by radio astronomer Gail Smith, the cloud measures an astonishing 11,000 light years in length by 2,500 light years in width, and it is traveling towards our galaxy at the breakneck pace of 700,000 miles per hour.

Scientists think that this spectral formation, made mostly from hydrogen gas, was kicked out of the Milky Way about 70 million years ago, when dinosaurs still roamed Earth. This conclusion is based on precision observations by instruments like the Hubble Space Telescope, which revealed that the cloud appears to be enriched with traces of heavier elements like sulfur gas at around the same concentrations as the outer galactic disk.

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Frankfurter Unfallklinik eröffnet interreligiöse Kapelle

In der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Frankfurt am Main wird am 10. Oktober ein Sakralraum für Angehörige aller Religionen und Weltanschauungen eröffnet.

evangelisch.de

Die offene Gestaltung für Angehörige aller Religionen und Religionslose sei von den evangelischen und katholischen Klinikseelsorgern zusammen mit der Klinikleitung beschlossen worden, sagte der evangelische Klinikseelsorger Lothar Jung-Hankel dem Evangelischen Pressedienst (epd). Im Zuge des Umbaus der Klinik sei der Andachtsraum unübersehbar an das Eingangsfoyer verlegt worden.

Die Innenwände sind nach den Worten von Jung-Hankel von der Künstlerin Barbara Bux mit filigranen, meditativ wirkenden Bleistiftzeichnungen gestaltet. Sie stellen die Elemente Luft, Feuer, Wasser und Erde dar und werden auf Leuchtkästen hinterleuchtet.

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Der erfundene Skandal

Bild: Jüdische Rundschau
Bild: Jüdische Rundschau
„Burkini“, sagte die Dame im Eissalon am Nebentisch, „ich kann das Wort nicht mehr hören“. Tatsächlich gab es im Sommer 2016 zu einer Zeit, in der Journalisten sich in der Regel über das Sommerloch beklagen, kein häufiger verwendetes Wort als dieses. Alle guten und natürlich tolerant gesinnten Menschen Europas und Nordamerikas regten sich über die „bösen Franzosen“ auf.

Von Karl Pfeifer | Jüdische Rundschau

In Frankreich selbst zog der ehemalige „Le Monde“-Journalist und Gründer des „linken“ Medienkonzerns „Mediapart“, Edwy Plenel, in den Kampf, um ein von der Australierin Aheda Zanetti vor ungefähr zwölf Jahren erfundenes Kleidungsstück – die Burka für den Strand – zu verteidigen. Er erinnerte an die Badekleider der Französinnen am Beginn des 20. Jahrhunderts, nachdem er schon vor zwei Jahren „seine beiden bretonischen Großmütter“ erwähnte, „die ein Kopftuch trugen“. „Charlie Hebdo“ widmete diesem Islamismusversteher eine ganze Seite mit Karikaturen, der als „ewiger Demagoge“ predigend auf einer Kanzel dargestellt wird.

Es artikulierten sich auch all jene für „Religionsfreiheit“, die behaupteten, den Islam könne man nur dann „voll“ ausleben, wenn man sich an die strengsten Vorschriften hält und akzeptiert, dass diejenigen Frauen, die weder Burka noch Nikab tragen, schlechte Musliminnen sind.

In ihrer Beschwerde gegen das Rathaus von Cannes, hat das „Kollektiv gegen die Islamophobie in Frankreich“ (CCIF) aber nicht die Freiheit sich so zu kleiden wie es einem beliebt erwähnt, sondern die Religionsfreiheit. Als ob die Verschleierung am Strand Teil einer Religionsausübung wäre.

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Erdogan will Böhmermann unbedingt vor Gericht sehen

Screenshot: youtube
Screenshot: youtube
Der türkische Präsident will Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens gegen Böhmermann einlegen. Die hat aber kaum Chancen, denn auch die Regierung ihre Meinung geändert.

Von Jost Müller-Neuhof | DER TAGESSPIEGEL

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gibt nicht auf. Er will doch noch erreichen, dass der TV-Unterhalter Jan Böhmermann wegen seines umstrittenen „Schmähgedichts“ vor Gericht gestellt wird. Sein Anwalt kündigte eine Beschwerde gegen die vergangene Woche erfolgte Einstellung des Beleidigungsverfahrens durch die Mainzer Staatsanwaltschaft an. Doch die Chancen dafür sind gering, wie jetzt deutlich wird. Bis hinauf in die Bundesregierung billigten die zuständigen Stellen das Ende der Ermittlungen. Nach Tagesspiegel-Informationen gaben weder das Kanzleramt noch das Justizministerium von Heiko Maas (SPD) eine Stellungnahme zum geplanten Ende der Ermittlungen ab.

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Familie nach tödlicher Teufelsaustreibung wegen Mordes vor Gericht

 Das Hotel Intercontinental in Frankfurt am Main: In einem der Zimmer starb eine 41 Jahre alte Frau im Dezember vergangenen Jahres bei einer Teufelsaustreibung. © Frank Rumpenhorst/DPA
Das Hotel Intercontinental in Frankfurt am Main: In einem der Zimmer starb eine 41 Jahre alte Frau im Dezember vergangenen Jahres bei einer Teufelsaustreibung. © Frank Rumpenhorst/DPA
In einem quälenden Gewaltexzess sollen fünf Koreaner eine Verwandte umgebracht haben. Sie wollten ihr Dämonen austreiben. Am Montag beginnt der Mordprozess – unter den Angeklagten ist der Sohn der Getöteten.

stern.de

Der Tod der Südkoreanerin in einem Frankfurter Hotel muss lang und qualvoll gewesen sein. Fünf Verwandte – darunter ihr eigener Sohn – sollen mindestens zwei Stunden lang gewaltsam versucht haben, der Frau Dämonen auszutreiben. Bei dem Gewaltexzess vor rund zehn Monaten erstickte die 41-Jährige. Wegen Mordes müssen sich die Angehörigen – darunter zwei Jugendliche und ein Heranwachsender – von kommendem Montag an vor dem Landgericht verantworten. Die Jugendstrafkammer hat zunächst 15 Verhandlungstage bis Mitte Januar anberaumt.

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Theologe: Massentierhaltung ist Perversion

Der Theologe Ulrich Seidel hat Massentierhaltung als „Perversion und eine Sünde“ bezeichnet. Mensch und Tier seien „Verwandte, also müssen wir anderes Leben auch wie Verwandtschaft behandeln“, sagte er am Sonntag bei einem „Kirchentag Mensch – Tier – Schöpfung“ in Dortmund.

evangelisch.de

Das Christentum stehe für Mitgefühl mit Schwächeren und mit jenen, die sich nicht wehren könnten. Das gelte auch für Tiere. Daher gebe es „eine starke christliche Legitimation für eine fleisch- und tierfreie Ernährung“.

Seidel bezeichnete es als Hochmut, sich über Tiere zu stellen und sie wie Sachen auszubeuten. Viele Christen hätten zum Thema Schöpfung offenbar nur die ersten Seiten der Bibel gelesen, in denen der Mensch als Krone der Schöpfung erscheine, kritisierte der Pfarrer aus dem sächsischen Markkleeberg, der Vorsitzender des Vereins „Aktion Kirche und Tiere“ ist. Andere Texte relativierten diese Sicht jedoch.

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Israel: Drei Tote nach Amokfahrt in Jerusalem

 Ein isrealischer Polizist inspiziert das Auto des Palästinensers. Foto: dpa
Ein isrealischer Polizist inspiziert das Auto des Palästinensers. Foto: dpa
Ein Attentäter greift in Ost-Jerusalem wahllos Passanten und Polizisten an, erschießt dabei zwei Menschen und kommt selbst ums Leben. Der Amokläufer stand vor eine mehrmonatigen Haftstrafe.
 

Von Inge Günther | Frankfurter Rundschau

Eigentlich hätte der Mann, ein 39-jähriger Palästinenser, am Sonntag eine viermonatige Haftstrafe antreten sollen. Stattdessen begab er sich auf eine Amokfahrt durch Ost-Jerusalem, feuerte aus dem Auto gezielt auf Passanten und lieferte sich bei der Verfolgungsjagd heftige Schusswechsel mit der Polizei.

Die schreckliche Bilanz dieses Terroranschlags: sieben teils schwerst Verletzte, von denen zwei Opfer – eine sechzigjährige Israelin sowie ein dreißig Jahre alter Polizist – Stunden später ihren Schussverletzungen im Krankenhaus erlagen. Dazu ein toter Attentäter plus mehrere Menschen, die einen Schock erlitten.

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EU plant einfachere Zuwanderung

Bild: (c) Michaela Bruckberger
Bild: (c) Michaela Bruckberger
Eine neue Richtlinie soll die Integration von Fachkräften aus Drittstaaten erleichtern. Damit würde aber die von Österreich 2011 eingeführte Rot-weiß-rot-Karte hinfällig.

Von Karl Ettinger | Die Presse.com

Der Vorstoß fand in Österreich noch kaum Beachtung. Daran war auch schuld, dass die Europäische Union wie auch Österreich mit der Bewältigung des Flüchtlingszustroms alle Hände voll zu tun hatten. Im Rahmen eines EU-Aktionsplans liegt schon seit Juni der Vorschlag für eine Neufassung der Richtlinie für die „Blaue Karte“ der EU für hochqualifizierte Zuwanderer vor. Mit weitreichenden Auswirkungen: denn damit sollen EU-weite Regeln für den Zuzug von Fachkräften geschaffen werden. Die Konsequenz wäre, dass zugleich die geltenden Bestimmungen in einzelnen EU-Staaten ersetzt würden. Für Österreich würde dies das Ende der seit 2011 geltenden sogenannten „Rot-weiß-rot-Karte“ für Zuwanderung bedeuten, wie der „Presse“ bestätigt wurde. Dagegen regt sich allerdings Widerstand.

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Das IS-Kalifat schrumpft

 Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat demonstrieren im irakischen Mossul. (Foto: AP)
Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat demonstrieren im irakischen Mossul. (Foto: AP)
Die Terrormiliz hat seit 2015 fast 30 Prozent ihres Territoriums verloren. Deshalb ändert der IS jetzt seine Strategie.
 

Von Paul-Anton Krüger | Süddeutsche.de

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verliert vor allem im Irak weiter an Territorium – hält aber dort und im benachbarten Syrien noch immer eine Fläche, die zusammengenommen fast so groß wie Bayern ist. Das geht aus neuen Zahlen der Analyse- und Beratungsfirma IHS hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen.

Das vom IS ausgerufene Kalifat schrumpfte demnach von 90 800 Quadratkilometern Anfang 2015 auf 78 000 zum Jahreswechsel. 2016 verloren die Dschihadisten bis Ende September nochmals 16 Prozent ihres Gebietes und kontrollieren jetzt nur noch etwas mehr als 65 000 Quadratkilometer. „Seit Juli waren die Gebietsverluste zwar relativ bescheiden in ihrer Größe“, sagt IHS-Analyst Columb Strack, „aber sie sind von überragender strategischer Bedeutung.“

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The $20 Billion Arctic Pipeline That Will Haunt Canada Forever

Pipeline construction. Photo: Sergey R
Pipeline construction. Photo: Sergey R
The vision came to Jonas Antoine during a drum session with the other men of the tribe. Jonas is not a medicine man, but it was a medicine dream, of the kind that visited his Dene ancestors. He was in the village of Wrigley in a remote section of Canada’s Northwest Territories, standing at the cliff on the edge of town, looking out over the massive river valley, and as he beat the hand-held drum and chanted with the men he saw something out on the horizon

By Brian Castner | MOTHERBOARD

“I saw skyscrapers rise out of the ground,” Antoine told me. “We’re drumming, drumming, and I saw them. In the distance, rising out of our beautiful mountains. And I thought, ‘This can’t happen here.’ I knew I had to stop it.”

Antoine is seventy-five years old, has traveled the world, seen skyscrapers in the cities of North America. But he had returned to his home to be close to the land, and in the medicine dream, his people’s traditional way of life suddenly felt threatened in an existential way.

“Our culture is the land. Take that away, we go away,” he said.

Sitting with Antoine at his home in the bush of the interior Arctic, this skyscraper portent would probably seem outrageous. Wrigley is a tiny hamlet of a hundred souls; stand on the bluff as Antoine did and look out on the Mackenzie River valley and you can see the curvature of the earth but not another sign of human habitation. Calgary, the closest city of at least a million people, is over 900 miles away.

And yet, Antoine’s fear is not completely misplaced, because the Mackenzie watershed does contain more than black spruce and caribou.

It also hides gas and oil, about 166 billion barrels of it, the third largest energy reserve in the world.

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