„Laïcité“: Frankreichs Umgang mit den Religionen


laiciteDie Geschichte der Laïcité ist eine Konfliktgeschichte. Seit der Revolution ist man sich in Frankreich uneins über die Bedeutung von Religion und die Realität der Religionen in der Gesellschaft.

Von Andreas Meier | Deutschlandradio Kultur

„So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“

Mit dieser Feststellung traf Jesus eine wichtige Unterscheidung: Menschen sehen sich zwei Mächten gegenüber, der kaiserlichen – weltlichen – Macht und Gott. Nach dem Bericht der drei ersten Evangelien antwortete Jesus auf die Frage frommer Juden. Die wollten von ihm wissen: „Ist es recht, daß man dem Kaiser Steuern zahlt oder nicht?“ Sie selber, Pharisäer, werden unwillig Steuern an die römische Besatzungsmacht gezahlt haben.

Warum auch immer die Pharisäer Jesus fragten, Jesus‘ Antwort schlug ihnen das entweder- oder, Steuern zahlen oder nicht, aus der Hand. Jesus erwähnte – Gott. Die Pharisäer hatten nur den weltlichen Herrscher erwähnt. Dessen Machtbereich schränkt Jesus ein und warnt: Die Obrigkeit – heute: der Staat – hat nicht in den religiösen Bereich göttlicher Zuständigkeit einzugreifen. Gleichzeitig ein klares Nein gegen Bemühungen, einen religiösen Staat welcher Religion auch immer einzurichten.

weiterlesen

Advertisements