DDR: „Christen waren keine gleichberechtigten Bürger“


Es sei eine „skandalöse Behauptung“, dass in der DDR nur wenige Christen in ihrer Lebensgestaltung behindert wurden, sagt Hans Joachim Meyer. Der Politiker und Katholik erklärt, was er von den Aufarbeitungsplänen Thüringens hält.

Von Gabriele Höfling | katholisch.de

Hans Joachim Meyer (79) war Staatsminister in Sachsen und zwölf Jahre lang Leiter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Aber er ist auch jemand, der als praktizierender Christ jahrzehntelang in der DDR gelebt hat. Der gebürtige Rostocker berichtet im Interview mit katholisch.de von typischen Erfahrungen christlicher Familien in der DDR und den Auswirkungen bis heute.

Eine Nutzerin auf Facebook hat uns erzählt, dass sie in der DDR die Schule verlassen musste, weil sie ein Kreuz an der Halskette trug. Was war Ihr schlimmstes Erlebnis als Christ in der DDR?

Ich mache das nicht gern an einer einzelnen Begebenheit fest. Aber es war die Strategie der SED-Führung, alles Christliche aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen und zugleich den Eindruck zu erwecken, dass Christen willkommene Verbündete im Kampf für Frieden und Sozialismus wären. Insbesondere jüngere Menschen, aber auch viele Berufstätige hatten dadurch Nachteile, dass sie sich offen zum Christentum bekannten. Gleichzeitig stellte es die Propaganda so dar, dass sie gleichberechtigte Bürger seien. Mit diesem Widerspruch war ich ständig konfrontiert.

weiterlesen

Advertisements

Ein Gedanke zu “DDR: „Christen waren keine gleichberechtigten Bürger“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s