Die Stunde der Sexistinnen

Trump Unterstützerin, Bild: heise.de/TP
Trump Unterstützerin, Bild: heise.de/TP
Nein, das im Titel ist kein Binnen-I. Ihr seid nicht mitgemeint, Männer. Dieser Text richtet sich ausschließlich gegen Sexistinnen. Und ist trotzdem feministisch

Von Selma Mahlknecht | TELEPOLIS

Feminismus ist nämlich nicht der Kampf von Frauen gegen Männer. Sondern häufig genug der Kampf gegen andere Frauen. Heute mehr denn je. Deswegen: Antifeministische Frauen aller Länder, nehmt das.

Neulich im Zug: Ich habe meinem Hund einen Maulkorb angelegt. Der typische launige Mitreisende mittleren Alters, der glaubt, den Waggon unterhalten zu müssen, flachst feixend: „Das wäre mal das Richtige für Frauen!“ Ich kontere mit einem eisigen: „Ja, das war ein sehr lustiger Witz.“ Er verstummt. Keiner lacht. Der Rest der Fahrt verläuft ruhig.

Es könnte manchmal so einfach sein. Der alltägliche Sexismus könnte einfach ins Leere laufen. Die meisten Sexisten kommen nämlich erst in Fahrt, wenn sie merken, dass man ihnen eine Bühne bietet. Dass man ihre Unverschämtheit sekundiert, statt sie abblitzen zu lassen.

Wie so etwas geht, zeigt uns der US-amerikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump seit Monaten eindrücklich. Eine Wahlkampagne, die wie ein einziger endloser Schwanzvergleich funktioniert, müsste eigentlich zum Rohrkrepierer werden. Stattdessen erntet das testosteronsprühende Frisurenwunder aus Queens neben empörter Kritik eine ganze Menge Zuspruch und Bewunderung. Unter anderem auch von euch, liebe Antifeministinnen. Denn so seid ihr eben. Für jeden Spaß zu haben, und sei er noch so vulgär.

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Erinnerungskultur – Geschichte kann man nicht ausradieren

Porträt von Johann Gottlieb Fichte: Menschen sind selten eindeutig / Gemälde von Heinrich Plühr, picture alliance
Porträt von Johann Gottlieb Fichte: Menschen sind selten eindeutig / Gemälde von Heinrich Plühr, picture alliance
In Freiburg berät eine Kommission darüber, welche Straßennamen akzeptabel sind oder nicht. Heraus kommen bizarre Verrenkungen
 

Von Alexander Grau | Cicero

Vergangenheit vergeht nicht. Das macht sie mitunter zu einer Zumutung. Insbesondere die deutsche Vergangenheit will sich partout nicht auflösen im Nebel der Geschichte. Also wurden in den letzten Jahrzehnten hierzulande Psychotechniken entwickelt, an denen Sigmund Freud seine Freude gehabt hätte: die „Vergangenheitsbewältigung“ und die „Erinnerungskultur“.

Doch Vergangenheit lässt sich nicht bewältigen. Allenfalls lässt sie sich zurechtstutzen, etwa zum pädagogischen Gebrauch. Denn um aus der Geschichte zu lernen, muss man sie moralisch beurteilen. Moralische Urteile aber sind nicht zeitlos, sondern Produkte ihrer jeweiligen Gegenwart. Ergebnis: Geschichtsbetrachtung in pädagogischer Absicht verkommt zu Enthistorisierung – also zum genauen Gegenteil dessen, was eigentlich beabsichtigt war. Hier liegt die Krux.

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Als Philosophie ein Lebensgefühl war

Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre, Bild: theredlist.com
Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre, Bild: theredlist.com
Leichtfüssig und kenntnisreich lässt die englische Autorin Sarah Bakewell den Existenzialismus wiederauferstehen: als philosophische Bewegung, die auch heute noch zu bewegen vermag.

Von Oliver Pfohlmann | Neue Zürcher Zeitung

Dass er eine Berühmtheit geworden war, erkannte Jean-Paul Sartre spätestens am 28. Oktober 1945, als der damals Vierzigjährige einen Vortrag im Pariser Klub Maintenant hielt. Der Ticketschalter war im Nu gestürmt, der Saal hoffnungslos überfüllt, Stühle gingen zu Bruch. Sogar im «Time Magazine» erschien zu dem Ereignis eine Fotografie, untertitelt mit: «Der Philosoph Sartre. Frauen sanken in Ohnmacht.»

Schwarzer Rolli und Prügeleien

Würde heute noch jemand wegen eines Philosophen ohnmächtig werden? Wohl kaum – selbst wenn er keine «wulstigen Zackenbarsch-Lippen», abstehenden Ohren und in verschiedene Richtungen schauenden Augen hätte wie der nur 1,53 Meter grosse Franzose, sondern so gut aussähe wie, sagen wir, ein Richard David Precht. Im Nachkriegseuropa – von kollektivistischen Ideologien verwüstet und orientierungslos zurückgelassen – wurde der Existenzialismus in einem Masse populär und zum Lebensgefühl einer Generation, wie es heute nur noch schwer vorstellbar ist.

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„Godspot“: Im Wlan der evangelischen Kirche könnte man sogar Pornos schauen

Die Kirche hat ja generell den Ruf, ein bisschen konservativer zu sein. Zumindest das WLAN der evangelischen Kirche ist dagegen sehr offen – vergleichsweise sogar offener als das WLAN von Flixbus und Starbucks.

Von Laura Bisch | SWR3

Die Kirche ist ja bekanntlich „Gottes Haus“ – naja, zumindest hätte Gott bei sich zu Hause dann freies WLAN ohne jegliche Sperrungen. Der „Godspot“ der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg hat nämlich weder Webseiten-Sperrungen, noch einen Online-Jugndschutz.

„Godspot“ freier als das WLAN bei Flixbus und Starbucks

Anbieter verlangen normalerweise auch immer, dass man den allgemeinen Geschäftsbedingungen zustimmt, wenn man sich in ihrem Netz einloggt. Bei Godspot wird, laut „Motherboard“ lediglich verlangt, dass man sich an geltende Gesetze hält.

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Thea Dorn: Luther hätte Literaturnobelpreis verdient gehabt

Thea Dorn, Kölner Treff 2012, Bild. wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 superbass
Thea Dorn, Kölner Treff 2012, Bild. wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 superbass
„Luthertexte sind ein steter Quell der Sprachschöpfungslust, das schiere Gegenteil zu dem geistlähmenden, blutleeren Jargon, zu dem die deutsche Sprache heute weitestgehend verkommen ist“, sagte Thea Dorn dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Von Renate Kortheuer-Schüring | evangelisch.de

Hätte es im 16. Jahrhundert schon Nobelpreise gegeben, hätte Luther (1483-1546) den Preis für Literatur verdient gehabt. Den Bibelübersetzer Luther bezeichnete Dorn als einen der „sprachmächtigsten Deutschen“. „Unsere Muttersprache ist in Wahrheit immer auch eine Luthersprache“, sagte die Autorin und verwies etwa auf die Erfindung „so herrlich plastischer Wörter“ wie „Blutgeld“, „Feuereifer“, „Menschenfischer“, „Morgenland“, „Schädelstätte“ und „plappern“.

Auf Erbe Luthers besinnen

In ihrem Buch „Die deutsche Seele“ (2011) und noch stärker in ihrem jüngsten Roman „Die Unglückseligen“ (2016) habe sie versucht, Leser erfahren zu lassen, welch geradezu musikalischen Möglichkeiten die deutsche Sprache hergebe – „wenn man nur weniger lieb- und einfallslos mit ihr umgeht, als dies heute der Fall ist“.

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Erdoğan reaktiviert seinen Plan für ein Präsidialsystem

 Will nicht wieder zurück in den Ursprungsmodus: Staatschef Recep Tayyip Erdoğan bei einem Auftritt im zentralanatolischen Konya am Freitag. (Foto: Yasin Bulbul/AP)
Will nicht wieder zurück in den Ursprungsmodus: Staatschef Recep Tayyip Erdoğan bei einem Auftritt im zentralanatolischen Konya am Freitag. (Foto: Yasin Bulbul/AP)
Der Präsident nutzt seine steigenden Beliebtheitswerte, um seine Macht weiter auszubauen. Er hat große Pläne für sich und sein Land.

Von Mike Szymanski | Süddeutsche.de

Die Türkei befindet sich in einer Zwischenphase, sie heißt: Ausnahmezustand. Dass das Land nach dem Putschversuch am 15. Juli irgendwann einmal wieder in seinen ursprünglichen Betriebsmodus zurückkehrt, scheint ungewisser denn je zu sein. Denn Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan macht regelrecht Wahlkampf.

Sechs Auftritte an zwei Tagen – er hat große Pläne für sich und sein Land. Bei einem Auftritt im zentralanatolischen Konya beschrieb er, wie er sein Land sieht: Er verglich die Türkei mit einem Auto mit durchdrehenden Rädern, das nicht vom Fleck komme. Der Grund dafür? Das Regierungssystem, nicht der Fahrer.

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Vorbild Reformation? – Wissenschaftler diskutieren über eine Modernisierung des Islam

Passt der Islam zu einem freiheitlichen, pluralen Rechtsstaat? Viele halten eine Modernisierung für notwendig. Als Vorbild taugt womöglich die Reformation, die vor 500 Jahren mit den Thesen Martin Luthers gegen Missstände in der Kirche begann.

Von Frank Bretschneider | Qantara.de

In der Geschichte des Terrorismus markieren die Anschläge von New York und Washington vom 11. September 2001 eine Zäsur: Der Westen wurde seither mehr und mehr zur Zielscheibe islamistischen Terrors. Auch in Europa wächst die Angst – nicht nur vor Terroristen, sondern auch vor dem Islam als Religion. «Der Islam ist in weiten Teilen der öffentlichen Wahrnehmung im Westen das, was früher der Kommunismus war: ein gefährlicher, unberechenbarer, auf die Weltherrschaft zielender Gegner,» sagt der Islamwissenschaftler und Buchautor Michael Lüders.

Vor diesem Hintergrund wird der Ruf nach Reformen im Sinne eines aufgeklärten Islam immer lauter. Eine Blaupause für die theologische Erneuerung der muslimischen Religion könnte die Reformation vor 500 Jahren sein, die mit ihrem Freiheitsbegriff das Christentum entscheidend verändert habe, erklärten Wissenschaftler vor einigen Tagen auf einer Fachtagung in Düsseldorf.

Die meisten Teilnehmer zeigten sich überzeugt, dass der Protestantismus, begriffen als die von Martin Luther ausgehende «Befreiung des gläubigen Subjekts vom Dogmatismus», durchaus ein Vorbild für eine Islamreform sein kann. «Religion muss ein Prinzip, sich zu individualisieren, in sich haben», sagt etwa der Historiker und Kulturwissenschaftler Jörn Rüsen. «Religion ohne Humanismus ist dagegen gefährlich.»

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Pfarrer kritisiert Bundesamt für Migration: Kein Asyl für Konvertiten

Evangelisch-lutherischer Pfarrer Martens übt scharfe Kritik: Hat das Bundesamt keine Kenntnis vom christlichen Glauben?

kath.net

Scharfe Kritik am Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat der Berliner Pfarrer Gottfried Martens geübt. Er kümmert sich in der Dreieinigkeits-Gemeinde in Berlin-Steglitz – sie gehört zur Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) – intensiv um Flüchtlinge, die vom Islam zum Christentum übergetreten sind. In letzter Zeit sind die Asylanträge vieler engagierter Gemeindeglieder laut Martens vom Bundesamt abgelehnt worden. Sie hatten als Grund für den Antrag ihren neuen Glauben angegeben. In ihren muslimisch geprägten Heimatländern müssen sie deswegen mit Nachteilen oder Verfolgung rechnen. Das Bundesamt hatte den Angaben des Pfarrers zufolge das Anliegen von zwei zum Christentum konvertierten Muslimen unter anderem mit der Begründung abgelehnt, dass der Glaube an die Sündenvergebung kein Grund sei, Christ zu werden. Damit offenbare das Bundesamt seine völlige Unkenntnis des christlichen Glaubens, schreibt Martens auf seiner Facebook-Seite. Das Vorgehen sei ein „massiver Angriff des Staates auf die Grundlagen des christlichen Glaubens“.

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Belgien will Ceta noch nicht zustimmen

Der EU-Ministerrat soll heute in Luxemburg über Ceta entscheiden. Belgien will dem umstrittenen Handelsvertrag noch nicht zustimmen.

evangelisch.de

Die Gespräche mit den Regionen in Belgien, insbesondere mit der Wallonie, gingen weiter, sagte Außenminister Didier Reynders am Dienstag vor Beginn der Beratungen in Luxemburg. Er hoffe auf eine Einigung bis zum EU-Gipfel Ende der Woche in Brüssel. Das Parlament der Region Wallonie hatte sich vergangene Woche gegen Ceta ausgesprochen. Die Regionen haben in Belgien Mitsprache bei Handelsverträgen.

Die für Handel zuständigen Ressortchefs, darunter Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), haben in Luxemburg drei Beschlüsse zu treffen. Es geht um die Unterzeichnung, die vorläufige Inkraftsetzung und den Abschluss des umstrittenen Abkommens mit Kanada.

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Moscheegemeinden fühlen sich überlastet

Moscheekuppel © Islamwoche Berlin
Moscheekuppel © Islamwoche Berlin
Die Einwanderung von Flüchtlingen stellt arabische Moscheegemeinden vor große Herausforderungen. In Frankfurt am Main schätzt man die ehrenamtliche Arbeit der Muslime, mit Unterstützung hält sich die Stadt aber zurück.

MiGAZIN

Arabischsprachige Moscheegemeinden in Frankfurt am Main fühlen sich den Bitten von Flüchtlingen nicht gewachsen. „Wir fühlen uns überlastet“, sagte das Vorstandsmitglied der Islamischen Gemeinde Frankfurt, Mohamed Mohcen Seddadi, dem Evangelischen Pressedienst. Die Zahl der Besucher des Freitagsgebets der Abu Bakr Moschee im Stadtteil Hausen sei durch Flüchtlinge um mehr als 300 gestiegen.

„Wir haben Mehrkosten für das Essen, für Wasser und Strom“, zählte Seddadi auf. Dazu komme die zeitliche Inanspruchnahme von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Flüchtlinge kämen mit der Bitte um Arbeit, Wohnung, Behandlung von seelischen Problemen, Begleitung zu Ärzten und zu Behörden. Die Gemeinde habe nun ihre Sprechzeiten begrenzt: Täglich außer freitags würden nur noch maximal fünf Bittsteller beraten.

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Amnesty: Flüchtenden im Irak drohen Folter und Tod

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft paramilitärischen Milizen und Regierungstruppen im Irak schwere Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen vor.

evangelisch.de

Tausende Zivilisten, die aus vom „Islamischen Staat“ (IS) kontrollierten Gebieten geflohen sind, seien im Mai und Juni bei Einsätzen um die irakische Stadt Falludscha Opfer schiitischer Milizen und möglicherweise auch von Regierungstruppen geworden, heißt es in einem in London und Berlin veröffentlichten Bericht.

Amnesty spricht unter anderem von Folter, willkürlichen Inhaftierungen und außergerichtlichen Hinrichtungen. Beim Militäreinsatz zur Rückeroberung der vom IS kontrollierten Stadt Mossul bestehe die Gefahr weiterer schwerer Menschenrechtsverletzungen.

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Bayrische Justiz als Erfüllungsgehilfe Erdogans?

TKP/ML-Teilnehmer bei einer 1.Mai-Demonstration in Berlin, 2005. Foto: Reise Reise/CC BY-SA 3.0
TKP/ML-Teilnehmer bei einer 1.Mai-Demonstration in Berlin, 2005. Foto: Reise Reise/CC BY-SA 3.0
Im Prozess gegen zehn türkische Kommunisten besteht der Verdacht, dass die bayerische Justiz dem türkischen Staat den Zugriff auf vertrauliche Post zwischen Angeklagten und Verteidigern ermöglicht hat

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Seit Juni 2016 läuft vor dem Oberlandesgericht (OLG) ein Prozess gegen 10 angebliche Mitglieder der türkischen kommunistischen Partei TKP/ML. Die Anklage lautet „Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung“, obwohl diese kleine linke Organisation in Deutschland nicht verboten ist und nicht durch militante oder terroristische Aktivitäten in Deutschland auffällig wurde – wohl aber nach Informationen der türkischen Regierung in der Türkei.

Die TKP/ML (Türkisch Kommunistische Partei/Marxisten-Leninisten) wurde 1972 in der Türkei gegründet, seit 1974 ist sie in Deutschland mit ca. 1300 Mitgliedern vertreten. Der Fall ist hochgehängt, berichtet der BR. Das Bundesjustizministerium hat die Bundesanwaltschaft ermächtigt, gegen Anhänger dieser Gruppe in Deutschland zu ermitteln.

Laut Bundesanwaltschaft soll die Organisation in der Türkei zahlreiche Sprengstoffanschläge verübt haben, bei denen mehrere Menschen getötet und verletzt worden seien. Dabei stützt sich das OLG auf Ermittlungsakten, die größtenteils von den türkischen Behörden bereitgestellt wurden.

„Wir zweifeln stark an, dass diese Ermittlungsergebnisse rechtsstaatlichen Grundsätzen genügen würden“, sagt Anwalt Yunus Ziyal. Die Bundesanwaltschaft mache sich hier die Einschätzung der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan zu eigen, so der Vorwurf des Anwalts.

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Menschenrechtskommissar beklagt wachsenden Judenhass

Bild: bb
Bild: bb
Der Menschenrechtskommissar des Europarats fordert die europäischen Staaten auf, Holocaust-Leugnung juristisch zu ahnden. Die Europäer würden die Gefahr „zunehmender antisemitischer Hetze und Gewalt“ übersehen.

SpON

In Europa breitet sich nach Ansicht des Menschenrechtskommissars des Europarats Judenfeindlichkeit aus. Nils Muiznieks beklagte in einem Blogbeitrag „zunehmende antisemitische Hetze, Gewalt und Leugnung des Holocausts“. Bei seinen Reisen in den vergangenen Jahren habe er den Eindruck bekommen, dass die Europäer diese Gefahr übersehen. Gerade in Osteuropa fiele es einigen Ländern schwer, Verantwortung zu übernehmen für ihre Rolle bei der Judenvernichtung der Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs, so der Lette Muiznieks.

Muiznieks forderte die Staaten deshalb auf, die Leugnung, Verharmlosung und Verherrlichung des Holocausts zu ahnden. In Deutschland wird dies bereits als Volksverhetzung bestraft.

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Erstmals fortpflanzungsfähige Eizellen im Labor gezüchtet

 Die Forscher haben Eizellen aus Hautzellen gezüchtet, die dann künstlich befruchtet werden konnten. Es entstanden gesunde Nachkommen. (Foto: dpa)
Die Forscher haben Eizellen aus Hautzellen gezüchtet, die dann künstlich befruchtet werden konnten. Es entstanden gesunde Nachkommen. (Foto: dpa)
Japanische Wissenschaftler haben mit Hautzellen von Mäusen experimentiert – am Ende hatten sie elf Mäusebabys erschaffen. Erste Experten sprechen von „einer Welt ohne Sex“.
 

Von Kathrin Zinkant | Süddeutsche.de

Japanischen Wissenschaftlern ist es erstmals in der Geschichte gelungen, aus gewöhnlichen Körperzellen der Maus mithilfe der Stammzelltechnik reife Eizellen herzustellen – und durch künstliche Befruchtung gesunde Nachkommen zu erzeugen. Obwohl es sich bei dem aufsehenerregenden Nachwuchs noch nicht um Menschen, sondern lediglich um Mäuse handelt, sprechen Biomediziner und Ethiker bereits von einem neuen Zeitalter der menschlichen Fortpflanzung.

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Breiviks Brief – wie das Dekret eines irren Despoten

Bild: 2083 - A European Declaration of Indepence
Bild: 2083 – A European Declaration of Indepence
In einem Brief aus dem Gefängnis, der auch an die „Welt“ ging, schlägt Massenmörder Breivik dem Staat einen Deal vor. Breivik bietet an, sich bei den Opfern des Massakers zu entschuldigen, wenn Norwegen sechs Forderungen erfüllt. Der Nationalsozialist fordert etwa, dass sich die Rechtsextremisten organisieren und an Wahlen teilnehmen dürfen.

Von Per Hinrichs | DIE WELT

Seine Tat: monströs. Seine Strafe: 18 Jahre Sicherungsverwahrung wegen 77-fachen Mordes. Ab und zu treibt es den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik an, aus seinem Hochsicherheitsgefängnis dem Rest der Welt einen Brief zu schreiben. Jetzt hat er es wieder getan. Sein Brief ist an norwegische Journalisten adressiert und an die „Welt“, und er dokumentiert, dass das Wahnsystem, aus dem heraus er mordete, in der Haft nicht geschrumpft ist – im Gegenteil.

Breivik fordert. Breivik unterbreitet Vorschläge. Breivik bietet an. Er fordert mehr politische Rechte für „Nationalsozialisten“. Er „lädt“ die Medien ein, ihre „extreme Kompromisslosigkeit“ abzulegen, mit der „norwegische Nationalsozialisten“ verfolgt würden.

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For Jews in post-Brexit Britain, German citizenship is no longer verboten

n this Wednesday, Oct. 5, 2016 photo, author Thomas Harding shows passports of his grandparents in London. Harding is doing what other descendants of Holocaust victims would find unimaginable: applying for a German passport. (AP Photo/Frank Augstein)
On this Wednesday, Oct. 5, 2016 photo, author Thomas Harding shows passports of his grandparents in London. Harding is doing what other descendants of Holocaust victims would find unimaginable: applying for a German passport. (AP Photo/Frank Augstein)
Thomas Harding is doing what other descendants of Holocaust victims would find unimaginable: applying for a German passport.

By Danica Kirka | The Times of Israel

When Britain voted to leave the European Union in June, the 48-year-old author had to make a decision that was never necessary in a borderless Europe — should he request the restoration of German citizenship stripped from his family by the Third Reich? He needed only a few hours to make up his mind.

“This is more than the practical. This is also about something for us, or for me. It’s about something spiritual, it’s about reconciliation,” he said. “It’s about acknowledging the truth of the horrors of the past but also about trying to build a better future together, and as a European, that’s what I hope to do.”

One of the complicated realities of the UK’s pending divorce from the 28-nation EU is that many Britons whose ancestors came from other parts of Europe are claiming citizenship in other member states so they can retain ties to the continent. Inquiries about passports are up at the German, Austrian and Polish embassies in London.

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74-Jähriger wegen Hetze gegen Zornedinger Pfarrer vor Gericht

 Olivier Ndjimbi-Tshiende verließ die Pfarrei Zorneding im März 2016, nachdem er mehrere Morddrohungen erhalten hatte. (Foto: dpa)
Olivier Ndjimbi-Tshiende verließ die Pfarrei Zorneding im März 2016, nachdem er mehrere Morddrohungen erhalten hatte. (Foto: dpa)
Gottfried T. soll zwei Morddrohungen an Olivier Ndjimbi-Tshiende geschrieben und ihn nach Ausschwitz gewünscht haben. Der Pfarrer hat die Gemeinde bei München deshalb verlassen.
 

Von Carolin Fries | Süddeutsche.de

Es geht um Volksverhetzung: An diesem Dienstag steht ein 74 Jahre alter Münchner vor Gericht, der den ehemaligen Zornedinger Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende rassistisch bedroht haben soll. Der aus dem Kongo stammende Geistliche erhielt von November 2015 bis März 2016 mehrere Morddrohungen und verließ daraufhin kurz vor Ostern die Pfarrei im Landkreis Ebersberg.

Zwei der Schreiben soll Gottfried T. verfasst haben. Auf der ersten Karte soll er den 67 Jahre alten Priester nach Auschwitz gewünscht haben. Die zweite Karte kam nie an: Mitarbeitern im Briefzentrum Freising war sie im März aufgefallen, als die rechte Hetze gegen den Pfarrer bundesweit Schlagzeilen machte. Sie führte die Ermittler schließlich zu dem Münchner, und in dessen Wohnung wurde weiteres Beweismaterial sichergestellt. T. hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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Kulturelle Ressentiments: Feindbild Ostler

ossi_hartDer Ostdeutsche hasst alles Fremde. Ständig fühlt er sich benachteiligt und hintergangen. Wahrscheinlich schlägt er auch öfter seine Kinder. Warum ist das Ostler-Bashing im Westen so beliebt?

Von Jan Fleischhauer | SpON

Ein Glück, dass es den Ostler gibt. Was hätten wir sonst zu lachen? Über Ausländer darf man sich ja nicht mehr lustig machen, das gilt als ungehörig. Harald Schmidt war der letzte, der sich getraut hat, Polen-Witze zu reißen und damit durchkam. Auch der Herrenwitz ist tot. Wer einen erzählt, bekommt es mit Manuela Schwesig zu tun. „Familienministerin fordert Engagement gegen Altherrenwitze“, war neulich zu lesen.

Die einzige Volksgruppe, über die man ungestraft herziehen darf, sind die Ostdeutschen. Der Ostler ist die Minusvariante des Bundesdeutschen, ein Herrenwitz auf zwei Beinen sozusagen. Wenn es ihn nicht gäbe, müsste man ihn erfinden.

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Schafe geschächtet: Junger Grazer verurteilt

Ein 18-Jähriger bekam für die illegale Schächtung dreier Schafe ein Monat bedingte Haft, seine Mutter muss 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Die Presse.com

Ein junger Grazer ist am Montag im Grazer Straflandesgericht wegen einer illegalen Schächtung von drei Schafen zu einem Monat bedingter Haft verurteilt worden. Der 18-Jährige hatte im April gemeinsam mit seiner Mutter die drei Tiere auf einem Hof im oststeirischen St. Margarethen an der Raab (Bezirk Weiz) mit einem Kehlschnitt getötet und ausbluten lassen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Lehrling, Österreicher mit türkischen Wurzeln, war im April 17 Jahre alt und hatte bei dem Schafbauern angerufen und sich nach den im Internet angebotenen Schafen erkundigt. Die Familie des Beschuldigten wollte die Genesung des Vaters feiern und deswegen drei Tiere opfern, schlachten und essen. Das Landwirtspaar stimmte dem Verkauf zu, doch als die Schafe am 9. April abgeholt wurden, wollte der Bursche und seine Mutter sie gleich am Hof schlachten. Der Bauer stimmte zu und zeigte ihnen einen Platz zwischen zwei Gebäuden, den die Nachbarn nicht einsehen konnten.

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Obama Has a Plan to Save Us From Space Storms

Crab nebula. Image: ESA/NASA.
Crab nebula. Image: ESA/NASA.
Bad weather doesn’t only only happen on Earth. With talk of sending humans to Mars by the 2030s, Obama just announced a plan for handling bad weather in space that is meant to protect us on earth, and in the great beyond.

By Madison Margolin | MOTHERBAORD

Obama put forth a few goals in an executive order in case disaster strikes. He said space weather could threaten entire continents.To minimize the harms, especially in regard to economic and human impact, the government should be able to predict space weather events, alert the public, and execute the necessary response protocols.

For instance, he said in the statement, the Secretary of Energy should test devices to protect and restore power grids if they go down, while NASA administrators must continue to research the relationship between Earth, the sun, and space. Meanwhile, if disaster does occur, the Secretary of Commerce should provide forecasts and warnings, and the Secretary of Defense should offer provisions.

„Extreme space weather events—those that could significantly degrade critical infrastructure—could disable large portions of the electrical power grid, resulting in cascading failures that would affect key services such as water supply, health care, and transportation,” he said.

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