Differenzierter, bitte – Auch bei Religionskritik keinen Kulturalismus dulden

Linke Religionskritik ist notwendig. Es ist jedoch teilweise schwierig, die Grenzen zwischen Kritik und Ressentiment in der »Islamkritik« zu erkennen. Auch Linke sind nicht davor gefeit, sich kulturalistische Argumentationsweisen zu eigen zu machen, und sollten entsprechend kritisiert werden.

Von Jonas Fedders | Jungle World

»Der Islam ist keine schützenswerte Kultur, sondern eine furchtbare, autoritäre, gnadenlose Ideologie, die durch die Verkommenheit der westlichen Intellektuellen und Politiker, durch das Versagen und die Borniertheit der Zivilisation voranschreitet.« Dieser Satz stammt nicht etwa von der »Alternative für Deutschland« oder Pegida, sondern aus dem Aufruf zur Demonstration »Es gibt kein Menschenrecht auf ­Israelkritik«, die im Sommer 2014 in Köln stattfand. Die Veranstaltung wurde von manchen Linken unterstützt und beworben – unter anderem als »Tipp der Woche« in dieser Zeitung.

Es ist nun keine besonders neue ­Erkenntnis, dass vieles, was unter dem Begriff der »Islamkritik« firmiert, schlicht Ressentiment ist. Der Islam avancierte in den vergangenen Jahren zum zentralen Feindbild für rechts­populistische und rechtsextreme Hetze. Doch auch in linken Kreisen sind seit einer Weile vermehrt Argumentationsweisen anzutreffen, die sich zwar selbst als emanzipatorische oder kommunistische Religionskritik am ­Islam präsentieren, inhaltlich aber oft an das erinnern, was die Rassismusforschung als »kulturellen Rassismus« bezeichnet. Antirassistische Linke, die darauf hinweisen, werden nicht selten als »Apologeten des Islam« verspottet.

Eine Kritik am antimuslimischen Rassismus, die den Islamismus nicht bagatellisiert, scheint notwendig zu sein. Die reflexhafte, relativierende Losung »Islam ist Frieden« erweist sich als offenkundiger Unsinn: Die allermeisten Muslime und Muslimas sind friedliebende Menschen, aber man muss schon sehr große Scheuklappen aufhaben, um zu leugnen, dass im ­Namen von Allah tagtäglich zahlreiche Gräueltaten begangen werden.

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„Gott ist tot!“ – und Nietzsche unsterblich

Friedrich Nietzsche, 1882 (Photographie von Gustav Adolf Schultze) PD
Friedrich Nietzsche, 1882 (Photographie von Gustav Adolf Schultze) PD

Als die Menschen Gott zum höchsten Wert herabwürdigten, schlug Friedrich Nietzsche Alarm. Im Christentum seiner Zeit sah er eine sinnentleerte, lebensfeindliche Religion. Sein Ausspruch vom toten Gott ist längst Kult geworden und hat ein Eigenleben entwickelt.

Von Klaus Englert | Deutschlandfunk

„Der tolle Mensch sprang mitten unter sie und durchbohrte sie mit seinen Blicken: Wohin ist Gott? Rief er, ich will es euch sagen! Wir haben ihn getötet, – ihr und ich! Wir alle sind seine Mörder!“

Mit diesen Worten beginnt Friedrich Nietzsches berühmtes Textstück aus der „Fröhlichen Wissenschaft“. Protagonist ist der „tolle Mensch“, der Wahn­sinnige und Seher, der vom Volk nicht verstanden wird. Denn er verkündet Unerhörtes:

„Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder? Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unseren Messern verblutet.“

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Soziologie als „Kampfsport“

Bild: heise.de/TP
Bild: heise.de/TP
Der Soziologe Stephan Lessenich über Charles Wright Mills und die „Soziologische Phantasie“

Von Marcus Klöckner | TELEPOLIS

Eine Wissenschaft, die nur zum ihren Selbstwillen praktiziert wird und nicht bereit ist, sich mit den konkreten Problemen der Menschen ernsthaft auseinanderzusetzen, war dem US-amerikanischen Machtstrukturforscher Charles Wright Mills ein Dorn im Auge (Journalismus: Scheuklappenrealismus über Ländergrenzen hinweg). Er war einer jener Wissenschaftler, die ähnlich dem französischen Soziologen Pierre Bourdieu (Staatskritik, symbolische Macht und Herrschaftsverhältnisse), die Soziologie als eine Art Kampfsport betrachtet und betrieben hat. Beide haben mit den „Waffen“ der Soziologie interveniert und gesellschaftliche Missstände freigelegt und kritisiert. Im Telepolis-Interview geht Stephan Lessenich vom Institut für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München auf eines der Hauptwerke von Mills ein, das nun wieder auf dem deutschen Markt in neuer Übersetzung erhältlich ist.

Das Buch mit dem Titel „Soziologische Phantasie“, das der US-amerikanische Soziologe Charles Wright Mills 1959 veröffentlichte, kann man als einen Rundumschlag betrachten. Ohne Zurückhaltung setzt sich Mills, der durch seine Theorie der Machtelite bekannt wurde, mit seiner Disziplin kritisch auseinander. Mills wagt mit seinen „soziologischen Phantasien“ einen Angriff nach „innen“, auf sein eigenes Fach. Er nimmt sich sowohl die Theoretiker wie auch die Empiriker seiner Zeit vor und entlarvt Zug um Zug eine Gesellschaftswissenschaft, die, obwohl sie die gesellschaftlichen Verwerfungen so nah vor Augen hat, doch immer wieder auch an ihnen – aus oft fragwürdigen Gründen – vorbei schaut.

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Laserpope: Ein Cyborg-Papst rettet die Welt vor Religion

Laserpope hält, was der Name verspricht: Für das Indie-Projekt Mainzer Filmstudenten diente die trashige 80er-Hommage Kung Fury als Vorbild.

Von Valentin Aschenbrenner | IGN.com

Alejandro I. (Raúl Richter aus GZSZ) hat als der wahrscheinlich jüngste Papst große Pläne für die Kirche: Eine Reform ist nötig, um die Leute endlich richtig ansprechen zu können. Die Kardinäle lassen Alejandro daraufhin in einem Anschlag in die Luft gehen, um weiterhin ihrem exzessiven Lebensstil frönen zu können.

Einer Mechanisierung à la Robocop sei’s gedankt, dass Alejandro unter seiner neuen Identität als Laserpope weiterhin das Wort Gottes verbreiten kann.

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„Spaghettimonster-Religion“ in Lettland nicht anerkannt

Spaghettimonster_and_adam

Der „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ ist die Aufnahme in die Liste der religiösen Organisationen in Lettland verwehrt worden. Nach einem Bericht der Zeitung „Latvijas Avize“ (Mittwoch) sei ein entsprechender Antrag der 2005 in den USA als Kirchenparodie gegründeten Bewegung abgelehnt worden.

news.at

Nach Ansicht des Justizministeriums fehle dem sogenannten Pastafarianismus der Bezug zu einer religiösen Lehre. Auch die Sicherheitspolizei äußerte Bedenken, dass die parodierenden Glaubenspraktiken die religiösen Gefühle Dritter beleidigen könnte, schrieb das Blatt. Gegen die Entscheidung der Behörden habe die Spaghettimonster-Kirche Einspruch eingelegt.

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Deutsche Bischofskonferenz weist AFD-Vorwurf zurück

Logo Deutsche Bischofskonferenz
Logo Deutsche Bischofskonferenz

AfD kritisierte zuvor: Kirchen schweigen zu Übergriffen auf christliche Flüchtlinge – EKD antwortete bisher nicht auf idea-Presseanfrage

kath.net

Die AfD hat den beiden großen Kirchen in Deutschland vorgeworfen, trotz sich häufender Übergriffe von Muslimen auf Christen in Flüchtlingsheimen untätig zu bleiben. Die Vorsitzenden des Rates der EKD und der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx (beide München), rührten „keinen Finger“, erklärte AfD-Vorstandsmitglied Paul Hampel am 18. Oktober in Berlin. Er bezieht sich auf eine Studie des Hilfswerks Open Doors, die 743 religiös motivierte Übergriffe auf christliche Flüchtlinge in Deutschland dokumentiert. Die Dunkelziffer sei „sicherlich um ein Vielfaches höher“, so Hampel. Statt „für die eigenen gepeinigten Schäfchen aus dem Nahen Osten“ einzutreten, fordere Bedford-Strohm Islamunterricht in Deutschland. Es sei absurd, dass der EKD-Ratsvorsitzende sich in der öffentlichen Debatte augenscheinlich mehr für Muslime einsetze, aber zur Gewalt gegen Christen schweige. Mit Blick auf „die Glaubensbrüder aus fernen Ländern“ müsste laut Hampel der Aufschrei der Bischöfe lauten „Um Gottes und der Nächstenliebe willen, tut etwas!“.

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Can Dündar: „Wir verlieren ein Land“

Dündar gestern an einem verschwiegenen Ort in Frankfurt. Foto: P. Jülich
Dündar gestern an einem verschwiegenen Ort in Frankfurt. Foto: P. Jülich
Der verfolgte türkische Autor Can Dündar kritisiert die Bundesregierung. Ein konspiratives Treffen mit dem Journalisten auf der Buchmesse.

Von Claus-Jürgen Göpfert | Frankfurter Rundschau

Die Umstände des Treffens sind konspirativ – und bedrückend zugleich. Bewaffnete Personenschützer umgeben Can Dündar, als er am Mittwochmorgen am vereinbarten Treffpunkt auf der Frankfurter Buchmesse auftaucht. Der türkische Journalist und Dokumentarfilmer gilt als in höchstem Maße bedroht.

In der Türkei war er wegen des Verrats von Staatsgeheimnissen zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte als Chefredakteur der Tageszeitung „Cumhuriyet“ über geheime Waffenlieferungen der Türkei an islamistische Milizen in Syrien berichtet. Nach drei Monaten in Einzelhaft war er im Februar 2016 auf Beschluss des türkischen Verfassungsgerichts entlassen worden. Am 6. Mai überlebte er ein Schusswaffen-Attentat auf offener Straße unverletzt. Im Juli verließ er die Türkei Richtung Deutschland.

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Essen: Vielen katholischen Kirchen droht das Aus

Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Immer weniger Gläubige, Kirchenbesuch unter zehn Prozent der Mitglieder: in Essen sollen weitere katholische Kirchen zugesperrt werden.

kath.net

In Essen droht erneut vielen katholischen Kirchen das Aus. Laut einem Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ gibt es offensichtlich eine neue Streichliste von katholischen Kirchen. Der Grund ist ganz einfach zu erklären: Die Gläubigen werden aber immer weniger. Auf dem Papier gibt es zwar 200.333 Gläubige in Essen, doch weniger als zehn Prozent besuchen überhaupt eine Kirche. Im Gründungsjahr 1858 hatte das Ruhrbistum übrigens 1,5 Millionen Katholiken, jetzt sind es nur mehr halb so viel. Bereits 2006 hatte Bischof Felix Genn mit einem drastischen Umbau reagiert und das Bistum in 43 Großpfarreien reagiert, jede vierte Kirche wurde auf eine Streichliste gesetzt. Es folgten etliche Abrisse. Jetzt wird das Geld noch weniger. Bis zum Jahr 2020 müssen zehn Essener Stadtpfarren mit etwa einem Drittel weniger Geld auszukommen, bis 2030 steht sogar nur mehr die Hälfte zur Verfügung.

Verräterische soziale Medien

Facebook Welt 2010
Facebook Welt 2010
Die Kooperation von Facebook, Twitter und Instagram mit einem Überwachungsdienstleister hat für Aufregung gesorgt. Letztlich liegt das Problem der zunehmenden Transparenz jedoch bei den Nutzern selbst.

Von Jamie Condliffe | Technology Review

Laut einer Analyse der American Civil Liberties Union haben Facebook, Twitter und Instagram Daten geliefert, mit denen Angehörige von Minderheiten in den Städten Ferguson und Baltimore überwacht wurden. Doch wenn wir unsere Nutzung von sozialen Medien nicht überdenken, wird derartige Schnüffelei allgemein unvermeidlich.

Wie die Untersuchung zeigt, haben die Social-Media-Anbieter Daten aus öffentlichen Beiträgen gesammelt und einem Unternehmen namens Geofeedia zur Verfügung gestellt. Bei Instagram konnte Geofeedia mit Hilfe einer API alle öffentlichen Beiträge samt Ortsdaten sehen. Facebook gab dem Unternehmen Zugriff auf seine so genannte Topic Feed API, die sortierte Streams von öffentlichen Beiträgen zu bestimmten Themen liefert. Und Twitter machte seine durchsuchbare Datenbank öffentlicher Nachrichten zugänglich.

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Sind Faustkeile doch kein reines Menschenwerk?

Kapuzineraffen in Brasilien produzieren beim Steineklopfen Steinabschläge, die prähistorischen Faustkeilen erstaunlich ähnlich sind. © M.Haslam
Kapuzineraffen in Brasilien produzieren beim Steineklopfen Steinabschläge, die prähistorischen Faustkeilen erstaunlich ähnlich sind. © M.Haslam
Von wegen typisch menschlich: Vermeintlich frühmenschliche Faustkeile sind vielleicht doch keine Zeugnisse unserer Vorfahren. Denn auch Kapuzineraffen in Brasilien produzieren täuschend echte Steinwerkzeuge, wie Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten. Die Affen schlagen Quarzitbrocken aufeinander und erzeugen so Steinabschläge, die archäologischen Artefakten verblüffend ähneln. Muss die Frühgeschichte nun umgeschrieben werden?

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Die Fähigkeit, Faustkeile und andere Steinwerkzeuge herzustellen, gilt als eine entscheidende Errungenschaft früher Menschenvorfahren. Lange galt der Homo habilis dabei als erster Werkzeugmacher der Menschheitsgeschichte. Doch 2015 entdeckten Forscher am Turkanasee in Kenia noch deutlich ältere Steinwerkzeuge – wenn sie denn von Vormenschen stammen.

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Wenn deutsche Teenager zu Attentätern werden

Nach einem Messerangriff auf einen Bundespolizisten muss sich die 16-jährige Safia S. ab heute wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor dem Oberlandesgericht Celle verantworten.

evangelisch.de

Die Bundesanwaltschaft wirft der damals 15-jährigen Schülerin mit deutscher und marokkanischer Staatsangehörigkeit vor, am 26. Februar einen Beamten im Hauptbahnhof von Hannover niedergestochen und dabei lebensgefährlich verletzt zu haben (AZ: 4 StE 1/16).

Erstmals ist damit in Deutschland ein minderjähriges Mädchen angeklagt, das versucht haben soll, im Namen und im Auftrag der Terrormiliz „Islamischer Staat“ einen Menschen zu ermorden. Nach dem Jugendstrafrecht drohen ihr bis zu zehn Jahre Gefängnis. Neben Safia S. steht auch der 20-jährige Mohamad Hasan K. vor Gericht. Der Mann mit deutschem und syrischem Pass soll von der geplanten Tat gewusst, sie aber nicht bei der Polizei angezeigt haben.

Syrien: Türkei bombardiert Kurden-Gebiet

Erdo_Kurden

Bei einem Angriff der türkischen Armee auf ein von Kurden kontrolliertes Gebiet in Syrien kommen bis zu 200 Menschen ums Leben. Die Kurden kämpfen an der Seite des Westens gegen den IS.
 

Frankfurter Rundschau

Die türkische Luftwaffe hat im Norden des Nachbarlandes Syrien ein Gebiet unter kurdischer Kontrolle bombardiert. Damit sollten die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) getroffen werden, meldete die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag unter Berufung auf die Armee.

Die kurdischen Volksschutzeinheiten sind in Syrien wichtigster Verbündeter des Westens im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Sie beherrschen große Teile der Grenze zur Türkei.

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Gender-Irrlehre: Gottvater John Money & seine Jünger

In diesem Videofilm diskutiert Jörg Elbe (RDF) mit dem Evolutionsbiologen Prof. Dr. Ulrich Kutschera (Vorsitzender des Arbeitskreises [AK] Evolutionsbiologie) über das Thema „Gender-Kreationismus und die evolvierten Unterschiede zwischen Mann & Frau“. Die folgenden Themen werden angesprochen:

Richard-Dawkins-Foundation

  1. Die Gender-Lehre basiert auf den Thesen des US-Psychologen John Money (1921–2006). Der Harvard-Biologe David Haig hat über Zitier-Stammbäume nachgewiesen, dass der Gender-Begriff nach Money (1955) als das „psychosoziale Geschlecht“ definiert werden kann.
  2. Der Moneyismus ist eine Variante des biblischen Schöpfungsglaubens (Kreationismus, Intelligent Design-Version), da Charles Darwin & Co. ignoriert werden.
  3. Der doppelte Gender-Begriff: In der biologischen Forschung stehen „Sex & Gender“ für „Befruchtung“ bzw. „Geschlechtstiere“; die Gender-Biomedizin widerspricht John Moneys Geschlechter-Dogmatik.
  4. Wer war John Money? Lebenslauf und Charakter. Gibt es beim Menschen Hermaphroditen, wie es von Money behauptet worden ist? Das Gender-Paradoxon nach Money (1952).
  5. Intersex-Menschen können als Personen mit Entwicklungs-Störungen (Design-Fehler) interpretiert werden; 99 % der menschlichen Babys sind männlich bzw. weiblich, ca. 1 % intersex.
  6. Die Hauptthesen von John Money werden vorgestellt: Geschlechtsneutrale Geburt mit erzieherischer Prägung in m/w-Richtung; Pädophilie und Früh-Sexualisierung der Kinder; Biophobie und Rassismus-Vorwurf gegenüber Kritikern.

Schlussfolgerungen:

  1. Universitäre „Gender-Studies“ sowie die sozialwissenschaftliche „Geschlechter-Forschung“ basieren auf den widerlegten Vorstellungen des US-Psychologen John Money (1921–2006).
  2. Obwohl John Money ein fleißiger und kreativer Psychologe bzw. Erzieher war, dem man kaum unlautere Absichten unterstellen kann, muss seine „Gender-Theorie“ als absurde Irrlehre gekennzeichnet und zurückgewiesen werden (Pseudowissenschaft).

 

Islamischer Gospel

Bild: heise.de/TP
Bild: heise.de/TP
Der Islamwissenschaftler Muhammad Sameer Murtaza meint, dass der Islam keine Reformation braucht, aber gerade eine Entwicklung durchmacht, die das Christentum aus seiner eigenen Geschichte kennt

Von Ulrike Heitmüller | TELEPOLIS

Der pakistanisch-deutsche Islamwissenschaftler Muhammad Sameer Murtaza ist promovierter Islam- und Politikwissenschaftler bei der Stiftung Weltethos, wo er zu Gegenwartsströmungen im Islam, islamischer Philosophie sowie Gewaltlosigkeit im Islam forscht. Er hat ein neues Buch geschrieben: Die gescheiterte Reformation – Salafistisches Denken und die Erneuerung des Islam.

Wer an Islam denkt, denkt an Terror, aber, so Murtaza, die Gemeinschaft der Muslime macht gerade eine Entwicklung durch, die das Christentum aus der eigenen Reformation kennt. Und bis diese Entwicklung abgeschlossen ist und der Terror aufhört, vergehen seiner Schätzung nach sicher noch 100 Jahre. Dennoch stellt sich Murtaza gegen die weit verbreitete Überzeugung, dass der Islam eine Reformation brauche.

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Franzosen sind die größten Impfskeptiker

 © Jaho92 | photocase.de
© Jaho92 | photocase.de
Masern, Mumps, Röteln, Tuberkulose, Pocken – das sind alles potenziell tödliche Krankheiten, gegen die man sich ziemlich einfach schützen kann. Trotzdem haben viele Menschen Angst vor Impfungen und halten sie für gefährlich. In einer internationalen Umfrage hat ein Forscherteam jetzt mehr als 65.000 Menschen in 67 Ländern nach ihrer Meinung zu Impfungen gefragt.

DRadio Wissen

Heraus kam: In Europa zum Beispiel sind die meisten Menschen der Meinung, dass Impfungen wichtig sind – aber auch riskant. Das ist besonders krass in Frankreich, wo über 40 Prozent der Bevölkerung Impfungen für nicht sicher halten. In Deutschland liegt der Anteil der Impfskeptiker bei etwas über 10 Prozent.

Generell sagen die Autoren, kann man mit Bildung und Aufklärung viel dafür tun, damit Menschen die Bedeutung von Impfungen verstehen. Allerdings sei es auch so, dass sich die Angst vor Impfrisiken durch Bildung nicht bekämpfen lasse.

Experten mehrheitlich für klinische Studien mit Demenzkranken

Im Juli musste der Bundestag eine Abstimmung über eine Gesetzesnovelle zu klinischen Studien mit Demenzkranken verschieben. In allen Fraktionen gibt es Gegner, die einen ethischen Dammbruch befürchten. Einige Sachverständige sehen das anders.

evangelisch.de

Eine Mehrheit von Sachverständigen hat sich bei einer Anhörung im Bundestag dafür ausgesprochen, die Regelungen zur Teilnahme demenzkranker Patienten an klinischen Studien zu liberalisieren. Dagegen sprachen sich am Mittwoch in Berlin jedoch der katholische Theologe Andreas Lob-Hüdepohl und der Transplantations-Mediziner und frühere Präsident des Evangelischen Kirchentags, Eckhard Nagel aus.

Nagel sagte, mit Studien an nicht einwilligungsfähigen Patienten allein zu Forschungszwecken werde eine Grenze überschritten, die nicht überschritten werden sollte. Der Erlanger Theologe und evangelische Ethiker Peter Dabrock befürwortete hingegen die streng regulierte Teilnahme auch schwer demenzkranker Patienten an klinischen Studien, von denen möglicherweise spätere Patientengenerationen profitieren.

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In Genf jagt man den Staub der Sterne

Die ISS am 7. März 2011, aufgenommen aus dem Space Shuttle Discovery. Bild: NASA
Die ISS am 7. März 2011, aufgenommen aus dem Space Shuttle Discovery. Bild: NASA
Sie kommen von der Sonne oder aus den Tiefen des Weltalls. Die Astroteilchen, kleinste, energiegeladene Körner, geben den Wissenschaftlern Aufschluss über die Herkunft und die Entwicklung des Universums. Zwei Detektoren – ein internationaler und ein chinesischer – verfolgen solche direkt auf der Erdumlaufbahn. Genf hat an der Konzeption dieser Maschinen teilgenommen und analysiert einen Teil der Daten, welche diese liefern.

Von Marc-André Miserez | swissinfo.ch

Der erste heisst AMS-02. Er dreht seit fünfeinhalb Jahren auf der internationalen Raumstation (ISS). Für das Gemeinschaftswerk sind Amerikaner, Russen, Europäer, Japaner und Kanadier tätig. Der zweite namens Polar ist letzten Monat mit der chinesischen Raumstation Tiangong 2 gestartet.

Ziel: Teilchen aufspüren und analysieren, die vor allem von Sternen abgegeben werden und dauernd in unvorstellbarer Geschwindigkeit im Weltraum kreisen. Nach diesem Prinzip funktionieren auch die Detektoren des CERN (Europäisches Laboratorium für Teilchenphysik), ausser dass hier Teilchen nicht durch Beschleunigung und/oder Kollision erzeugt werden, sondern jene eingefangen werden, die natürlicherweise entstehen. AMS und Polar verdanken dem CERN, aber auch der Abteilung für Kern- und Teilchenphysik der Universität Genf, einiges.

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Was sind Reichsbürger und wie begründen sie ihre Thesen?

 Eine Flagge auf dem Grundstück des Mannes aus Mittelfranken, der auf die Polizei schoss © Nicolas Armer/DPA
Eine Flagge auf dem Grundstück des Mannes aus Mittelfranken, der auf die Polizei schoss © Nicolas Armer/DPA
Ein Reichsbürger in Mittelfranken eröffnet das Feuer auf Polizisten. Die Gruppierung fällt immer wieder auf – egal ob durch Gewalt oder Ignoranz. Was sind das für Menschen, die Deutschland als Staat nicht anerkennen und womit stützen sie ihre Behauptungen?

Von Finn Rütten | stern.de

Bei einer Razzia gegen einen „Reichsbürger“ in Mittelfranken sind vier Polizisten zum Teil schwer verletzt worden. Es ging darum, die legal erworbenen Waffen des 49-Jährigen zu konfiszieren, weil dieser nicht mehr als „zuverlässig“ galt. Offenbar zu recht – der Mann eröffnete das Feuer auf die Beamten. Es ist nicht das erste Mal, dass die Reichsbürger-Bewegung für Schlagzeilen sorgt. Doch was sind Reichsbürger überhaupt und wofür stehen sie?

Reichsbürger – eine heterogene Gruppierung

Jeder Erklärungsversuch über Reichsbürger sollte mit dem Hinweis beginnen, dass es nicht DIE Reichsbürger gibt. Es ist ein Sammelbegriff für viele einzelne Gruppen mit verschiedenen Strukturen. Sie alle eint aber: Sie erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als Staat an.

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Apostel Marx und Protestant Bedford-Strohm bei israelischem Präsidenten Rivlin

Offizielles Porträt von Reuven Rivlin. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/ Avi Ohayon
Offizielles Porträt von Reuven Rivlin. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/ Avi Ohayon

Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin hat am Mittwoch in Jerusalem die Spitzen von evangelischer und katholischer Kirche in Deutschland empfangen. Im Mittelpunkt des Gesprächs hätten Fragen der Versöhnung gestanden, sagte ein Sprecher der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) dem epd.

evangelisch.de

An dem Treffen nahmen auf evangelischer Seite der Vorsitzende des EKD-Rates, Heinrich Bedford-Strohm, und seine Stellvertreterin Annette Kurschus, teil. Die katholische Kirche war mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Reinhard Marx, und Ökumene-Bischof Gerhard Feige vertreten. Das Treffen mit Rivlin kam am Rande einer ökumenischen Pilgerreise durch das Heilige Land vor dem 500. Reformationsjubiläum 2017 zustande.

Gespräche mit Vertretern der palästinensischen Autonomiebehörde

Zeitgleich zum Spitzentreffen in Jerusalem wanderte ein anderer Teil der 18-köpfigen ökumenischen Delegation nach Bethlehem zur Geburtskirche Jesu. Dort las EKD-Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber die Weihnachtsgeschichte aus der Lutherbibel.

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Cops Monitoring Social Media Is Much More Than Just Collecting Tweets

Das Internet By Matt Britt CC-BY-2.5. en.wikimedia.org
Das Internet By Matt Britt CC-BY-2.5. en.wikimedia.org
It’s not just your friends following you on Facebook or Twitter. The cops are, too.

By Joseph Cox | MOTHERBOARD

Law enforcement agencies around the world have used social media monitoring software to keep tabs on populations en masse, sweeping up their posts and tweets, giving police a bird’s-eye view of what, say, Twitter users are broadcasting in a specific area, or about a particular topic. Tweeting from an Olympic stadium? Sharing a post with a hashtag supporting Black Lives Matter? Police may be watching that, in real time.

On the face of it, you might not have a problem with cops reading public social media posts or tweets: individuals presumably took the decision to put the information out there themselves. But law enforcement’s monitoring of social media is not that simple.

“Social media monitoring is so much more than it first appears. Programs to monitor social media are rarely about manual review of public information,” Amie Stepanovich, US policy manager at activist group Access Now, told Motherboard in a Twitter message.

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