Differenzierter, bitte – Auch bei Religionskritik keinen Kulturalismus dulden


Linke Religionskritik ist notwendig. Es ist jedoch teilweise schwierig, die Grenzen zwischen Kritik und Ressentiment in der »Islamkritik« zu erkennen. Auch Linke sind nicht davor gefeit, sich kulturalistische Argumentationsweisen zu eigen zu machen, und sollten entsprechend kritisiert werden.

Von Jonas Fedders | Jungle World

»Der Islam ist keine schützenswerte Kultur, sondern eine furchtbare, autoritäre, gnadenlose Ideologie, die durch die Verkommenheit der westlichen Intellektuellen und Politiker, durch das Versagen und die Borniertheit der Zivilisation voranschreitet.« Dieser Satz stammt nicht etwa von der »Alternative für Deutschland« oder Pegida, sondern aus dem Aufruf zur Demonstration »Es gibt kein Menschenrecht auf ­Israelkritik«, die im Sommer 2014 in Köln stattfand. Die Veranstaltung wurde von manchen Linken unterstützt und beworben – unter anderem als »Tipp der Woche« in dieser Zeitung.

Es ist nun keine besonders neue ­Erkenntnis, dass vieles, was unter dem Begriff der »Islamkritik« firmiert, schlicht Ressentiment ist. Der Islam avancierte in den vergangenen Jahren zum zentralen Feindbild für rechts­populistische und rechtsextreme Hetze. Doch auch in linken Kreisen sind seit einer Weile vermehrt Argumentationsweisen anzutreffen, die sich zwar selbst als emanzipatorische oder kommunistische Religionskritik am ­Islam präsentieren, inhaltlich aber oft an das erinnern, was die Rassismusforschung als »kulturellen Rassismus« bezeichnet. Antirassistische Linke, die darauf hinweisen, werden nicht selten als »Apologeten des Islam« verspottet.

Eine Kritik am antimuslimischen Rassismus, die den Islamismus nicht bagatellisiert, scheint notwendig zu sein. Die reflexhafte, relativierende Losung »Islam ist Frieden« erweist sich als offenkundiger Unsinn: Die allermeisten Muslime und Muslimas sind friedliebende Menschen, aber man muss schon sehr große Scheuklappen aufhaben, um zu leugnen, dass im ­Namen von Allah tagtäglich zahlreiche Gräueltaten begangen werden.

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