Radioaktives Erbe im Permafrost


Im Kalten Krieg haben die Amerikaner etliche Militärbasen in der Arktis errichtet. Das schmelzende Eis bringt ihre oft gefährlichen Hinterlassenschaften wieder zum Vorschein.

Von Jens Tartler | DER TAGESSPIEGEL

„Projekt Eiswurm“ nannten die Amerikaner ihren Plan gegen die Russen – er ist eine besondere Hinterlassenschaft des Kalten Krieges: Die US-Armee bohrte in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein ausgedehntes Tunnelsystem ins grönländische Eis, um dort die Militärbasis Camp Century zu verstecken. 600 Atomraketen wollten sie acht Meter unter der Schneeoberfläche in Stellung bringen, um die Sowjetunion in Schach zu halten. So nah wie in der Arktis waren sich die Supermächte nie.

Doch dann stellten die US-Ingenieure fest, dass sich die Eismassen schneller bewegten als gedacht. Die Tunnel drohten einzustürzen. Außerdem machte die Raketentechnik Fortschritte: Die Waffen konnten immer weiter fliegen. Camp Century wurde überflüssig. Als die Amerikaner die Basis 1967 aufgaben, dachten sie noch, das ewige Eis würde die ganze Anlage für immer gnädig bedecken. Da lagen sie falsch.

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