Irak: Parlament legt das Land trocken


Tischdestille
Tischdestille „Arabia“. Bild: CopperGarden®
Das irakische Parlament hat gestern ein Alkoholverbot beschlossen, das sowohl die Produktion als auch den Import und den Verkauf von alkoholischen Getränken umfasst. Als Begründung für das Gesetz nannte der Abgeordnete Ammar Toma eine Formulierung in der irakischen Verfassung, die besagt, dass es kein Gesetz geben dürfe, das dem Islam widerspricht.  

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Verschieden verstandene Koranverse

In diesem Zusammenhang berufen sich er und die Mehrheit der Abgeordneten auf drei Koranverse: 4:43 („Ihr Gläubigen! Kommt nicht betrunken zum Gebet, ohne vorher zu wissen, was ihr sagt!“), 5:90 („Ihr Gläubigen! Wein, das Losspiel, Opfersteine und Lospfeile sind Greuel und Teufelswerk. Meidet es! Vielleicht wird es euch wohl ergehen.“) und 2:219 („Man fragt dich nach dem Wein und dem Losspiel. Sag: In ihnen liegt eine schwere Sünde. Und dabei sind sie für die Menschen von Nutzen. Die Sünde, die in ihnen liegt, ist aber größer als ihr Nutzen.“).

Diese drei Verse werden jedoch nicht von allen Moslems als strenges Alkoholverbot verstanden: Gegner einer Verbotsauslegung verweisen unter anderem auf die Sure 16:67 (die den Wein als gute Gabe Gottes lobt), auf die Nichterwähnung von Getränken wie Raki und Bier sowie auf die Tatsache, dass der Weinkonsum lediglich im Zusammenhang mit Übermaß, Gebet und Glücksspiel verdammt wird.

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