Beckstein ärgert es, dass die Kirche Muslime nicht missionieren will

Günther Beckstein und Aiman Mazyek, Bild: bb
Günther Beckstein und Aiman Mazyek, da hätte er mit der Mission anfangen können Bild: bb
Früherer bayerischer Ministerpräsident Beckstein (CSU): Christen können in politschen Fragen zu sehr unterschiedlichen Antworten kommen – Es ärgere ihn, „dass die Kirche die Muslime, die zu uns kommen, nicht missionieren will“.

kath.net

Mehr Zurückhaltung bei Verlautbarungen zu politischen Themen empfiehlt der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) den beiden großen Kirchen. „Ich kenne viele, die wegen politischer Äußerungen von Bischöfen aus der Kirche ausgetreten sind, aber niemanden, der deswegen eingetreten ist“, sagte der ehemalige Vize-Präses der EKD-Synode am 22. Oktober in der Lutherstadt Wittenberg. Er sprach dort bei der ersten gemeinsamen Tagung des Verbandes „Christen in der Wirtschaft“ (CiW), der „Internationalen Vereinigung Christlicher Geschäftsleute“ (IVCG) und „Christen im Beruf“ (CiB). Das dreitägige Treffen mit rund 450 Teilnehmern steht unter dem Thema „Reich Gottes in Wirtschaft und Beruf“.

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WikiLeaks, Ecuadors Souveränität und Washingtons Drohungen

foto: flickr.com/wikileakstruck (CC-Lizenz) Wikileaks ist überall - und da lesen die Behörden natürlich gerne mit.
foto: flickr.com/wikileakstruck (CC-Lizenz)
Wikileaks ist überall – und da lesen die Behörden natürlich gerne mit.
Die Sperrung des Internetzugangs für Assange hat Spekulationen über den verdeckten Kampf um die Enthüllungsplattform wieder angeheizt

Von Harald Neuber | TELEPOLIS

Die Sperrung des Internet-Zugangs von WikiLeaks-Gründer Julian Assange durch die Regierung von Ecuador hat die Spekulationen über die Enthüllungsplattform angeheizt. Anfang vergangener Woche war dem 45-Jährigen der Zugang zum Internet gekappt worden. Eine entsprechende Meldung von WikiLeaks über den Kurznachrichtendienst Twitter bestätigte wenig später das Außenministerium in Quito.

Unklar bleibt jedoch, was hinter dem Schritt steht. Denn auch wenn das ecuadorianische Außenministerium sich um Aufklärung bemühte, halten sich beharrlich Gerüchte über mögliche Hintergründe. Das betrifft eine direkte Einflussnahme der USA auf Ecuador ebenso wie mögliche Differenzen im diplomatischen Apparat des südamerikanischen Landes. Klar ist nur eines: Eine schnelle Lösung für Assange, der seit über vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London festsitzt, wird es nicht geben. Zugleich verschärft sich der Kampf um die Enthüllungen von Wikileaks, dessen Arbeit vor allem von den USA in die Nähe russischer Geopolitik gerückt wird.

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Oktober 1956: „Hitler ist tot“

Adolf Hitler / Bild: (c) imago stock&people (imago stock&people)
Adolf Hitler / Bild: (c) imago stock&people (imago stock&people)
Vor 60 Jahren erklärte das Amtsgericht Berchtesgaden Adolf Hitler offiziell für tot. Es gebe „nicht mehr den geringsten Zweifel“, dass sich der Diktator am 30. April 1945 erschossen hatte. Legenden und Gerüchte lebten dennoch weiter.

Die Presse.com

4196 Tage. So lange dauerte es nach dem Selbstmord des NS-Diktators bis zu seiner Todeserklärung. „Es wird festgestellt, daß Adolf Hitler, geboren am 20. April 1889 in Braunau am Inn, tot ist. Als Zeitpunkt seines Ablebens wird der 30. April 1945, 15.30 festgestellt“, hieß es auf dem Anschlag, der am 25. Oktober 1956 auf das schwarze Brett des Amtsgerichts Berchtesgaden geheftet wurde. Tags darauf entnahm es auch der Rest der Welt den Zeitungen: Hitler war offiziell tot.

Viele seiner Anhänger, aber auch seiner Feinde, hatten es nach Kriegsende nicht wahrhaben wollen. Legenden von einer Flucht mit dem U-Boot nach Südamerika oder in die Antarktis fanden breites Publikum. Dazu trugen auch die Sowjets bei, die die im Garten der Reichskanzlei in Berlin verscharrten, verkohlten Reste Hitlers eigentlich zweifelsfrei mithilfe von Zahnschemata identifiziert hatten. Dennoch behauptete Stalin auf der Potsdamer Konferenz im Sommer 1945, Hitler habe überlebt und sei möglicherweise nach Spanien oder Argentinien geflohen. Bewusst schickte der sowjetische Diktator westliche Geheimdienste auf sinnlose Spurensuche.

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Schwachsinn: Berliner Erzapostel sieht Zusammenhang von Strafzettel und religiöser Buße

Erzbischof Heiner Koch. Foto: Arne Dedert/Archiv
Erzbischof Heiner Koch. Foto: Arne Dedert/Archiv
Der Berliner Erzbischof Heiner Koch sieht einen Zusammenhang zwischen weltlichen Strafzetteln und religiöser Buße.
 

Berliner Zeitung

In beiden Fällen sei die Voraussetzung die Freiheit des Menschens – und die Möglichkeit der zwischenmenschlichen Versöhnung, sagte Koch am Dienstag bei dem Festakt zum 20-jährigen Bestehen der Bußgeldstelle der brandenburgischen Polizei in Gransee. Es gehe beim verhängten Bußgeld für einen Tempoverstoß nicht um Strafe der Strafe wegen. „Im Kern geht es auch auf ihrer Dienststelle um Versöhnung, genauer: um zwischenmenschlich-gesellschaftliches Konfliktmanagement.” Das katholische Erzbistum Berlin ist auch für große Teile Brandenburgs zuständig.

Zu Armut gehört Reichtum

 Minijobs, Teilzeitstellen oder die freie Mitarbeiter als Selbstständiger erhöhen die Gefahr, arm zu werden wie diese Obdachlose. © Peter Steffen/dpa
Minijobs, Teilzeitstellen oder die freie Mitarbeiter als Selbstständiger erhöhen die Gefahr, arm zu werden wie diese Obdachlose. © Peter Steffen/dpa
Zum ersten Mal hat die Bundesregierung in ihrem Armuts- und Reichtumsbericht auch die Vermögenden untersucht. Ergebnis: Die Ungleichheit hat stark zugenommen.

Von Cordula Eubel | ZEIT ONLINE

Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat einen Entwurf für den fünften Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung vorgelegt. Das knapp 650 Seiten starke Dokument, das dem Tagesspiegel vorliegt, gibt Auskunft über die Lebenslagen der Menschen in Deutschland. Erstmals steht dabei das Thema Reichtum stärker im Fokus. Das Kabinett soll den Bericht voraussichtlich im kommenden Frühjahr beschließen.

Warum gibt es einen Armutsbericht?

Vor gut 20 Jahren verpflichtete die Bundesrepublik Deutschland sich beim Weltsozialgipfel in Kopenhagen, einen nationalen Armutsbericht zu erstellen. Doch bis es dazu kam, vergingen etliche Jahre. Erstmals legte die damalige rot-grüne Bundesregierung im Jahr 2001 einen solchen Bericht vor. Die Berichterstattung sei „eine Voraussetzung für eine gerechte Verteilung des gesellschaftlichen Wohlstands und damit für die Beseitigung der Armut“, versprach die Koalition bei der Einführung. Seitdem mussten alle Regierungen einmal in jeder Legislaturperiode Auskunft über die Verteilung von Armut und Reichtum geben.

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Es gibt vier aktive Gruppen des Ku-Klux-Klans in Deutschland

Titelfoto: Flickr | Martin | CC BY-ND 2.0
Titelfoto: Flickr | Martin | CC BY-ND 2.0
In Deutschland gibt es vier aktive Ableger des ultra-rassistischen amerikanischen Ku-Klux-Klans. Das hat die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage der Linken bekannt gegeben, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

VICE staff

Eine dieser Gruppen trat zuletzt im Mai in der Öffentlichkeit auf, als acht Unbekannte in den typischen weißen Kutten schweigend über das Gelände einer Flüchtlingsunterkunft in Mecklenburg-Vorpommern marschierten. Im Gemeinsamen Extremismus- und Terrorabwehrzentrum von Bund und Ländern berieten die Behörden zu dieser Zeit auch über andere Sichtungen, bei denen brennende Kreuze, Hakenkreuz-Flaggen und das Singen „verfassungsfeindlicher Lieder“ im Spiel waren, berichtet die SZ.

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„Gene durch Lebensweise verändern – das ist Quatsch“

Hält mitreißende Vorlesungen: die britische Expertin für Epigenetik Leonie Ringrose.Foto: Matthias Heyde
Hält mitreißende Vorlesungen: die britische Expertin für Epigenetik Leonie Ringrose.Foto: Matthias Heyde
Biologie-Professorin Leonie Ringrose ist Expertin für Epigenetik – und klärt über Missverständnisse rund um unser Erbgut auf.

Von Katja Riek | DER TAGESSPIEGEL

Frau Professor Ringrose, was erforscht die Epigenetik?
In der Epigenetik geht es um die Regulation von Genen. Stellen Sie sich eine Raupe und einen Schmetterling vor. In beiden Stadien ist die DNA des Insekts gleich, es sieht jedoch komplett anders aus. Das heißt, seine Erscheinungsform, der sogenannte zelluläre Phänotyp, hat sich verändert, die DNA aber nicht. Teilweise wird dieser Phänotyp auf der Ebene von langfristigen Änderungen in der Genregulation aufrechterhalten. Wir untersuchen die Mechanismen, auf denen solche epigenetischen Veränderungen beruhen, und wollen verstehen, wie diese auf molekularer Ebene funktionieren.

Wie hängen Genetik und Epigenetik zusammen?
Die Gesamtheit unserer DNA nennen wir Genom. Man kann sich die DNA als eine sehr spezielle Sprache aus vier Buchstaben vorstellen, die genau wie jede andere Sprache Informationen enthält. Unter dem Epigenom versteht man Moleküle, die sich auf der DNA befinden und die dafür verantwortlich sind, welche Gene wann in welchem Ausmaß aktiv oder inaktiv sind. Bildlich gesprochen könnte man sagen, dass das Epigenom den DNA-Text formatiert und festlegt, welche Informationen in welchen Situationen wichtiger sind als andere – wie im Fall der sich verwandelnden Raupe.

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Der Leib Christi ist wieder komplett

A statue stands outside Ste. Anne des Pins parish in Sudbury, Ontario, on Thursday Oct. 20, 2016. A temporary fix made to a statue at a northern Ontario church with a temporary clay head crafted by a local artist. (Gino Donato/The Canadian Press via AP)
A statue stands outside Ste. Anne des Pins parish in Sudbury, Ontario, on Thursday Oct. 20, 2016. A temporary fix made to a statue at a northern Ontario church with a temporary clay head crafted by a local artist. (Gino Donato/The Canadian Press via AP)
Erst fehlte das Haupt einer Jesus-Statue, dann rekonstruierte ihn eine Künstlerin – und stieß auf wenig Gegenliebe. Nun könnte das kanadische Sudbury doch noch Frieden finden: Der Originalkopf ist zurück.

SpON

Die Kirchengemeinde Sainte Anne des Pins im beschaulichen Sudbury kommt nicht zur Ruhe, und das alles wegen einer kaum zehn Jahre alten Madonnenstatue: Die hatte die Gemeinde in Kanada vor Kurzem von einer Künstlerin restaurieren lassen, weil der kleine Jesus auf dem Arm der Gottesmutter keinen Kopf mehr hatte. Das ungewöhnliche Ergebnis sorgte für Spott – und jetzt das: Das ursprüngliche Haupt ist wieder da.

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Human Rights Watch: Foltervorwürfe gegen die Türkei

Hatte im Juli erklärt, es gebe Erdogan null Toleranz für Folter: Präsident Erdogan. Foto: rtr
Hatte im Juli erklärt, es gebe Erdogan null Toleranz für Folter: Präsident Erdogan. Foto: rtr
Schläge und Androhung von Vergewaltigung: Nach Amnesty International bemängelt auch Human Rights Watch Folter und Misshandlung in der Türkei. Die Regierung müsse handeln.

Frankfurter Rundschau

Angesichts von Foltervorwürfen während des Ausnahmezustands in der Türkei hat die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) der türkischen Führung Tatenlosigkeit vorgeworfen. Zugleich müsse die Regierung Schutzmaßnahmen gegen Folter wieder in Kraft setzen, forderte die Organisation in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Darin dokumentiert die Organisation 13 Fälle von Folter und Misshandlung in Polizeigewahrsam nach dem Putschversuch vom 15. Juli.

Für den gescheiterten Putsch macht die Türkei den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen verantwortlich und geht per Notstandsdekret gegen mutmaßliche Anhänger vor. Per Dekret wurden auch umstrittene Maßnahmen erlassen, die laut HRW Folter begünstigen. So dürfen Verdächtige 30 statt vier Tage in Polizeigewahrsam festgehalten werden, bis sie einem Haftrichter vorgeführt werden müssen. Außerdem darf ihnen bis zu fünf Tagen der Kontakt zu einem Anwalt verwehrt werden.

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Verfassungsschutzchef vergibt schlechte Noten für NSU-Aufklärer

Das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz
Das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz
Der ehemalige Generalsekretär des Zentralrates der Juden und aktueller Verfassungsschutzchef in Thüringen kritisiert die Behörden bei der NSU-Aufklärung scharf. Seit der 90er Jahre sei der Rechtsextremismus „arg unterschätzt“ worden.

MiGAZIN

Thüringens Verfassungsschutzchef Stephan Kramer hat die Arbeit der staatlichen Behörden bei der Aufklärung der NSU-Verbrechen scharf kritisiert. Fünf Jahre nach der Selbstenttarnung des rechtsterroristischen „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) gebe es „mindestens noch so viele offene Frage“ wie zu Beginn der Ermittlungen, sagte Kramer am Montag in Erfurt.

Das gelte auch für die wichtigste Frage, wie von dem mutmaßlichen Tätertrio über ein Jahrzehnt hinweg zehn Morde und 14 Banküberfälle verübt werden konnten. Dieser Umstand sei vor den hohen Aufklärungsquoten für Kapitalverbrechen in Deutschland besonders bemerkenswert, erklärte der langjährige Generalsekretär des Zentralrates der Juden, der seit Ende 2015 Behördenleiter in Thüringen ist.

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Deutsche Exporte von Munition für Kleinwaffen stark gestiegen

Symbolbild: Gewehre des deutschen Herstellers Heckler und Koch / Bild: imago/isslerimages
Symbolbild: Gewehre des deutschen Herstellers Heckler und Koch / Bild: imago/isslerimages
Laut dem aktuellen Rüstungsexportbericht stieg der Wert der Genehmigungen für Munition von 27 Millionen auf 283,8 Millionen Euro.

Die Presse.com

Die deutsche Regierung hat die Ausfuhr von Kleinwaffen im ersten Halbjahr 2016 leicht zurückgefahren, doch haben sich zugleich die Exporte von Munition für diese Waffen verzehnfacht. Das geht aus dem der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin vorliegenden Rüstungsexportbericht für die erste Jahreshälfte hervor, der am Mittwoch im Kabinett beraten werden soll.

Demnach sank der Wert der Genehmigungen für Kleinwaffen in den ersten sechs Monaten 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 12,4 Millionen auf 11,6 Millionen Euro. Der Wert der Genehmigungen für Munition kletterte hingegen von 27 Millionen auf 283,8 Millionen Euro.

Die wichtigsten drei Bestimmungsländer für Kleinwaffen, einschließlich Teilen und Munition, waren demnach Frankreich, der Irak und Polen. Deutschland unterstützt im Irak die Kurden im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Zu Kleinwaffen zählen Maschinenpistolen und -gewehre.

Hamed Abdel-Samad: „Wir haben eine richtige Gewaltseuche im Herzen des Islam“

foto: ck fotografie / droemer knaur Hamed Abdel-Samad lebt seit drei Jahren unter Polizeischutz, weil es nach einem Vortrag in Kairo über faschistoide Tendenzen der Muslimbrüder Morddrohungen gegen ihn gab.
foto: ck fotografie / droemer knaur Hamed Abdel-Samad lebt seit drei Jahren unter Polizeischutz, weil es nach einem Vortrag in Kairo über faschistoide Tendenzen der Muslimbrüder Morddrohungen gegen ihn gab.
Der deutsch-ägyptische Politologe erklärt die Doppelbotschaft des Koran und fordert, dass vollverschleierte Frauen keine Sozialhilfe erhalten

Von Lisa Nimmervoll | derStandard.at

Hamed Abdel-Samad lebt nunmehr seit drei Jahren unter Polizeischutz. Nach einem Vortrag in Kairo, bei dem der deutsch-ägyptische Politikwissenschafter im Jahr 2013 über faschistische Tendenzen bei den Muslimbrüdern referiert hatte, wurde in Ägypten eine Fatwa über ihn verhängt. Er müsse getötet werden, weil er den Propheten Mohammed beleidigt habe. Aber auch in Deutschland gab es Mordaufrufe gegen ihn.

Nach seinem letzten Buch, einer Abrechnung mit Mohammed, legte er nun ein weiteres Werk vor: „Der Koran. Botschaft der Liebe. Botschaft des Hasses“ (Droemer). Im STANDARD-Interview spricht er über seine kritisch-historische Analyse des Koran und die Teilstücke, die nichts mit der heutigen Welt zu tun haben (dürfen), aber auch über jene spirituellen Passagen, die der Sohn eines sunnitischen Imam als „wunderschön“ bezeichnet. Generell warnt Abdel-Samad vor dem demokratiegefährdenden politischen Islam, dem auch in Österreich von der Politik „Unterschlupf“ gewährt werde. Sein Plädoyer: „Die Politiker in Europa dürfen nicht naiv sein und im Namen der Toleranz zulassen, dass die Intoleranten ihre Infrastrukturen ausbeuten.“

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Deutsche Regierung lehnt Wiedergutmachung für den Völkermord an den Herero und Nama ab

Generalleutnant von Trotha, der Oberkommandierende der Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika, mit seinem Stab während des Herero-Aufstandes 1904. Bild: Deutsches Bundesarchiv ( Bild 183-R27576). Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Generalleutnant von Trotha, der Oberkommandierende der Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika, mit seinem Stab während des Herero-Aufstandes 1904. Bild: Deutsches Bundesarchiv ( Bild 183-R27576). Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Herero-Häuptling Vekuii Rukoro: Ohne Beteiligung der Herero und Nama gibt es keine echte Lösung

Von Rolf-Henning Hintze | TELEPOLIS

Noch immer hat der Bundestag den deutschen Völkermord an den Herero und Nama während der Kolonialzeit nicht anerkannt. Inzwischen arbeiten jedoch zwei Unterhändler der namibischen und der deutschen Regierung daran. Der ehemalige CDU-Abgeordnete Ruprecht Polenz, der die Verhandlungen für die Bundesregierung führt, hat allerdings ausgeschlossen, dass es Wiedergutmachung geben wird. Auf einem internationalen Kongress über diesen Völkermord, der vor einigen Tagen in Berlin – von den deutschen Medien kaum beachtet – stattfand fand, stieß das auf massive Ablehnung. Mit Vekuii Rukoro, dem obersten Herero-Häuptling, der an dem Kongreß teilnahm, sprach Rolf-Henning Hintze.

Chief Rukoro, die deutsche Regierung hat sich mehr als 25 Jahre lang geweigert, den Völkermord an den Herero und Nama anzuerkennen, eine Entschuldigung steht bis heute aus. Jetzt aber gibt es erstmals Gespräche zwischen Regierungsvertretern beider Seiten über dieses sensible Thema. Sehen Sie das als einen wichtigen Schritt vorwärts?

Vekuii Rukoro: Es ist einerseits ein positiver Schritt, aber der andauernde Ausschluss der traditionellen Führer der Nachkommen der beiden Volksgruppen, auf die die Befehle zum Völkermord direkt zielten, verringert die Bedeutung der Verhandlungen zwischen den Regierungen. Es wird keine wirklich dauerhafte Lösung geben, wenn nicht die Vertreter der Opfer-Volksgruppen beteiligt werden.

Die namibische Regierung hat Zedekia Ngavirue, einen Herero-Intellektuellen und früheren Botschafter in Brüssel, zum Verhandlungsführer bestimmt. Sind Sie mit dieser Entscheidung unzufrieden?

Vekuii Rukoro: Dr. Ngavirue ist in Grunde ein Regierungsbeamter, der mit einem Mandat und auf Anweisung der namibischen Regierung handelt. Er spricht nicht als Vertreter der beiden betroffenen Volksgruppen. Er verhandelt nicht mit einem Mandat von uns und aufgrund unserer Vorgaben, das ist ein großer Unterschied.

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„Anatomie des Holocaust“: Das Vermächtnis Raul Hilbergs

Holocaust-Forscher Raul Hilberg bei einem Pressegespräch.
Holocaust-Forscher Raul Hilberg bei einem Pressegespräch.
Bisher unveröffentlichte Essays und Erinnerungen des 2007 gestorbenen Historikers Raul Holberg: „Anatomie des Holocaust“ ist ein Ansporn zur weiteren Forschung des Holocaust.

Von Matthias Arning | Frankfurter Rundschau

Raul Hilberg setzte seine Sätze wie Seziermesser. Knapp, nüchtern, ohne jede Aufgeregtheit, treffsicher. Als Redner und in seinen Texten. Das Moralisieren war seine Sache nicht, ihm ging es um die Fakten, darum, Strukturen zu analysieren und zu verstehen. Der US-Historiker österreichischer Herkunft hatte es sich zur Aufgabe gemacht, den Holocaust zu erforschen – unmittelbar nach dem Ende des Krieges, zu einem Zeitpunkt also, als die europäischen Kollegen den Fokus noch längst nicht darauf gerichtet hatten.

Es gibt wohl keinen Zweifel daran, dass Hilberg mit seinem grundlegenden Werk zur „Vernichtung der europäischen Juden“ nachhaltig gewirkt hat. Und dies, obwohl sein bereits 1954 fertiggestelltes Opus Magnum erst 1961 in den USA erschien und in Deutschland eine breitere Öffentlichkeit erst 1990 Hilbergs Hauptwerk wahrnahm, als Walter H. Pehle, Lektor des S. Fischer-Verlags, es in der „Schwarzen Reihe“ herausbrachte.

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Geheime Wetterstation der Nazis in der Arktis wiederentdeckt

72 Jahre galt sie als Mythos, es existierte kein handfester Beweis. Doch russische Polarforscher fanden Überreste der taktischen „Schatzgräber“-Station auf Alexandraland.

Von Daniel Lingenhöhl | Spektrum.de

Die russische Arktisinsel Alexandraland gehört zu den abgelegensten und unwirtlichsten Regionen der Erde. Und sie war Schauplatz einer der wohl geheimnisvollsten Operationen des Dritten Reichs im hohen Norden: 1943 errichteten und betrieben Meteorologen eine taktische Wetterstation namens Schatzgräber – 1000 Kilometer vom Nordpol entfernt und zwei Jahre nachdem Adolf Hitlers Wehrmacht die Sowjetunion angegriffen hatte. Die hier erhobenen Wetterdaten sollten helfen, die Bewegung von Truppen, Waffen und Schiffen besser zu planen.

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AKP will Ein-Mann-Verfassung für Erdoğan

Bild: Magazin "The Economist"
Bild: Magazin „The Economist“
Regierungspartei legt sich auf Entwurf für neue Präsidialverfassung fest: Premier Yildirim scheint dabei sein Amt entsorgt zu haben

Von Markus Bernath | derStandard.at

„Halbe Sachen“ gibt es nicht mit der AKP, so hat der türkische Regierungschef über die Partei gesagt, die er formell führt. „Was die AKP macht, macht sie ganz“, erklärte Binali Yildirim bei der jährlichen Klausurtagung der konservativ-religiösen Partei in Afyon, in Westanatolien am vergangenen Wochenende. Yildirim meinte damit auch das Präsidialsystem, das nun immer näher rückt. Für einen Regierungschef ist darin kein Platz mehr, so wurde Yildirim verstanden. Ein nur halb präsidiales System wie in Frankreich soll es für Tayyip Erdoğan nicht sein. Der mächtigste Mann der Türkei, der das Land derzeit mit der Vollmacht des Ausnahmezustands regiert, soll alles bekommen.

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Seventy Years Ago, Humans Saw Earth from Space for the First Time

First photo of Earth from space, taken October 24, 1946. Image: US Army/White Sands Missile Range/Applied Physics Laboratory
First photo of Earth from space, taken October 24, 1946. Image: US Army/White Sands Missile Range/Applied Physics Laboratory
The view of Earth from outer space has utterly transformed perspectives on our civilization, our planet, and our relationship to the universe beyond our skies. This Monday marks the 70th anniversary of the day we first saw the planet from this extraordinary, quasi-alien vantagepoint; a pivotal event that occurred on October 24, 1946, at the White Sands Missile Range in New Mexico.

Von Becky Ferreira | MOTHERBOARD

Snapped from an altitude of 65 miles by a Devry 35-millimeter motion picture camera, the black-and-white image captures the Earth’s curvature and the sweep of cloud cover over the American Southwest.

The camera was mounted on a V-2 rocket, a Nazi-developed series of long-range ballistic missiles that Hitler had deployed against Allied targets in London, Antwerp, and Liège during World War II, resulting in the deaths of thousands of civilians.

In the final months of the war, American forces accepted the surrender of key German rocket scientists, including Wernher von Braun, who later became the architect of the Saturn V Apollo Program rockets. These spaceflight experts immigrated to the United States in secret under Operation Paperclip, and they brought dozens of their V-2 rockets with them to help kickstart the American space program.

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Kirchentagspräsidentin: Luther würde heute eher nicht eingeladen

Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Kirchentagspräsidentin Christina aus der Au meint, Luthers Judenfeindlichkeit würde ihn heute für eine Einladung zum Kirchentag „disqualifizieren“. Auch die AfD-Politikerinnen Frauke Perty und Beatrix von Storch kann sie sich nicht auf einem Podium vorstellen.

evangelisch.de

Kirchentagspräsidentin Christina aus der Au bekräftigte in einem Gespräch im Deutschlandfunk einen Beschluss des Kirchentagspräsidiums, nach dem nicht zum Deutschen Evangelischen Kirchentag eingeladen werde, wer sich rassistisch äußere. Mit dieser Linie wäre es nach Einschätzung von aus der Au heute schwierig zu beurteilen, ob Reformator Martin Luther 500 Jahre nach seinem überlieferten Thesenanschlag zum Kirchentag eingeladen würde. „Seine Judenfeindlichkeit würde ihn disqualifizieren“, sagte sie.

Zudem kann sich aus der Au prominente AfD-Politiker nicht als Diskutanten beim Christentreffen im kommenden Jahr in Berlin vorstellen. „Ich würde sehr ungern vor einem Publikum mit jemandem so Herausgehobenem wie Frauke Petry diskutieren, weil ich einfach befürchte, das gibt kein Gespräch“, sagte aus der Au am Montag. Sie habe kein Problem damit, mit Petry beim Bier oder Kaffee zu reden. Bei einem Gespräch vor Publikum fürchte sie aber, es gehe nur um „Wer schlägt besser zu?“, sagte die Schweizerin, die an der Spitze des Kirchentags 2017 steht.

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In türkischen Fabriken sollen Flüchtlingskinder arbeiten

Marks & Spencer / Bild: REUTERS
Marks & Spencer / Bild: REUTERS
Laut BBC-Recherchen arbeiten syrische Kinder zum Teil zwölf Stunden pro Tag bei geringem Lohn und unter unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen.

Die Presse.com

In der Türkei arbeiten einem Bericht des britischen Senders BBC zufolge syrische Flüchtlingskinder zum Teil zwölf Stunden lang in Fabriken. Sie müssten Kleidung für Einzel- und Onlinehändler wie Marks & Spencer (M&S) und ASOS fertigen, hieß es in einem TV-Beitrag, der am Montagabend gesendet werden sollte. Der Lohn sei gering, die Sicherheitsvorkehrungen unzureichend.

Aus den verdeckten Recherchen geht laut einem Vorabbericht im Internet hervor, dass Kinder Jeans der Marken Mango und Zara mit Hilfe von Chemikalien ohne ausreichenden Schutz bearbeiten.

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AI Won’t Takeover the World, and What Our Fears of the Robopocalypse Reveal

Image: bigthink.com
Image: bigthink.com
Robots taking over has been a favorite sci-fi subgenre for ages. It’s a subject that has caused fear in movies, books, and real life for about as long as there have been computers in the first place. Now that there are things like predictive text and self-driving cars, modern culture seems to be edging closer and closer to real-life intelligent computers that could indeed take over the world if we don’t safe guard ourselves.

By Steven Pinker | big think

There are already debates about the morality of self-driving cars. It’s sure to follow into the world of future organically ‘thinking’ computers.

As Steven Pinker (experimental psychologist, and professor of psychology at Harvard University) points out, Darwinism has ensured that most creatures that possess high intellect are competitive by nature. Humanity is one of these creatures, and some of us can be manipulative and cruel in order to stay ahead of the pack. It’s this part of our nature that sets off warning bells when we think about artificial intelligence because, unbeknownst to us, we’re thinking: what if this robot does what I would do if I were a robot? Overturn those who tell us what to do. Kill the captors. Wreak. Motherf*cking. Havoc.

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