Gott mag Müll – Regeln zur Feuerbestattung

Die Urne auf dem Kaminsims oder Bestattung im Friedwald? Was für Katholiken nach einer Feuerbestattung erlaubt ist und was nicht, regelt jetzt ein neues Vatikandokument.

katholisch.de

Mit einer neuen Instruktion schafft der Vatikan Klarheit für den Umgang mit der Asche Verstorbener: Aufbewahrung in Wohnräumen, Ausstreuen der Asche in der Natur oder ihre Verarbeitung in Schmuckstücken sowie anderen Erinnerungsgegenständen sind nach katholischer Lehre nicht gestattet. Stattdessen müsse die Asche an „einem heiligen Ort“ aufbewahrt werden, etwa auf Friedhöfen oder in Kirchen, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Instruktion „Ad resurgendum cum Christo“ (Zur Auferstehung mit Christus) der vatikanischen Glaubenskongregation. Thema sind die „Beerdigung der Verstorbenen und die Aufbewahrung der Asche im Fall der Feuerbestattung“.

Das Dokument, das Glaubenspräfekt Kardinal Gerhard Ludwig Müller vorstellte, trage der Tatsache Rechnung, dass eine Feuerbestattung mittlerweile stark verbreitet sei und sich auch neue Ideen verbreiteten, „die dem Glauben der Kirche widersprechen“. Die neue Instruktion solle die „lehrmäßigen und pastoralen Gründe“ für eine vorrangige Erdbestattung darlegen, an der die Glaubenskongregation in Erinnerung an den Tod und das Begräbnis Jesu weiter festhält. Gleichzeitig würden auch Normen für die Aufbewahrung der Asche im Fall einer Feuerbestattung festgelegt.

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Ministerpräsidenten gegen Senkung des Rundfunkbeitrags

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Der Rundfunkbeitrag für ARD, ZDF und Deutschlandradio bleibt auch in den kommenden Jahren bei 17,50 Euro im Monat. Die Entscheidung der Ministerpräsidenten stößt auf Zustimmung.

evangelisch.de

Der stabil bleibende Beitrag von 17,50 Euro „gibt uns finanzielle Klarheit für die nächsten vier Jahre“, sagte die ARD-Vorsitzende Karola Wille am Freitag in Leipzig. Die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer hatten sich sich bei ihrer Konferenz in Rostock darauf geeinigt, die von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) vorgeschlagene Senkung um 30 Cent nicht umzusetzen.

Trotzdem stehen die Sendeanstalten Wille zufolge unter dem Druck, zu sparen. „Wir haben deshalb die Weichen für einen tiefgreifenden Veränderungsprozess gestellt und werden die Reformen unserer Strukturen und Prozesse im ARD-Verbund konsequent vorantreiben“, sagte Wille. „Das tun wir, um auch in der digitalen Welt unseren Auftrag für die Gesellschaft in höchster Qualität zu erfüllen.“

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Bedford-Strohm: Kirchen müssen sich politisch einmischen

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Sich politisch nicht für die Schwachen einzusetzen, käme einem Verrat der Religion gleich, sagt Heinrich Bedford-Strohm im ZDF-Morgenmagazin. Er warnt vor den Folgen öffentlicher Hetze und Fremdenfeindlichkeit. Die Kirchen müssen im Reformationsjubiläum auch lernen, Herausforderungen gemeinsam zu meistern.

evangelisch.de

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hält eine politische Einmischung der Kirchen zugunsten der Schwachen für unausweichlich. „Da können wir gar nicht anders“, sagte Bedford-Strohm am Freitag im „Morgenmagazin“ des ZDF: „Sonst würden wir unsere Religion verraten.“ Ohne sich für andere einzusetzen, könne man Gott nicht lieben.

Der oberste Repräsentant der deutschen Protestanten warnte vor den Folgen von öffentlicher Hetze und Fremdenfeindlichkeit. „Über Ängste muss man immer reden“, sagte Bedford-Strohm. Doch wenn gegen Menschen gehetzt werde und Gruppen herabgesetzt würden, gelte es Nein zu sagen, fügte er angesprochen auf fremdenfeindliche Demonstrationen von Rechtspopulisten hinzu.

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Luther über die Türkei: „Gottes Rute und Teufels Diener“

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Martin Luther war nicht gut auf die Muslime zu sprechen. 500 Jahre nach der Reformation jedoch gehört der Dialog zwischen Protestanten und Muslimen selbstverständlich zum Glaubensalltag. Trotzdem meinen immer noch viele Protestanten, Muslime sollten mal auf Luther schauen – auch der Islam benötige eine Art Reformation. Und selbst Muslime, wie etwa der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi, fordern eine Reform, eine Aufklärung im Islam.

Von Michael Hollenbach | NDR.de

1529 war die Angst vor einem türkischen Überfall auf Mitteleuropa groß. Martin Luther sah die Bedrohung vor allem als Chance der Christenheit zur Buße, zur Abkehr von den Papisten. In seiner Schrift „Wider die Türken“ heißt es:

„Der Türke ist Gottes Rute und des Teufels Diener, da gibt es keinen Zweifel.“ Martin Luther

Luther setzt sich mit den „Muselmanen“, wie er die Muslime nennt, auseinander, ohne je mit einem Muslim Kontakt gehabt zu haben. Erst später – gegen Ende seines Lebens – regt er an, den Koran ins Deutsche zu übersetzen. Detlef Görrig ist bei der Evangelischen Kirche in Deutschland zuständig für den interreligiösen Dialog: „Es war ihm schon wichtig, sich mit der Schrift auseinanderzusetzen. Allerdings aus dem Interesse, ihn durch seine eigenen Mittel zu widerlegen.“

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Experten öffnen erstmals seit Jahrhunderten das Grab Jesu

Orthodoxe Christen feiern mit einer Prozession in der Grabeskirche das Osterfest Quelle: AFP/Getty Images
Orthodoxe Christen feiern mit einer Prozession in der Grabeskirche das Osterfest Quelle: AFP/Getty Images
Seit mehr als 460 Jahren wurden die Marmorplatten über dem Grab von Jesus Christus nicht mehr bewegt. Nun erforschen Wissenschaftler die Gruft erstmals mit modernen Methoden – und sind überrascht.

DIE WELT

Bei Restaurierungsarbeiten in der Grabeskirche von Jerusalem haben Archäologen erstmals seit Jahrhunderten die Überreste des Grabes freigelegt, in dem laut Überlieferung der Leichnam von Jesus Christus bestattet wurde. Sie erhofften sich davon neue Erkenntnisse über die Beschaffenheit des Felsengrabes, berichtet das US-Fachmagazin „National Geographic“.

Das Grab befindet sich im Boden des Hügels Golgotha unterhalb der Grabeskapelle in der Rotunde der Kirche. Es ist durch Marmorplatten verschlossen, die seit dem Jahr 1555 nicht mehr bewegt wurden.

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Personenkult: Deutsche Bahn tauft ICE „Martin Luther“

Zum Reformationsjubiläum taufen Bahnchef Rüdiger Grube und Reformationsbotschafterin Margot Käßmann einen ICE auf den Namen „Martin Luther“.

Zum 500. Reformationsjubiläum tauft die Deutsche Bahn einen ICE-Zug auf den Namen „Martin Luther“. Wie die Bahn am Freitag mitteilte, sollen Name und Konterfei des Reformators am 7. November enthüllt werden.

An der Zeremonie auf dem Berliner Hauptbahnhof nehmen Bahnchef Rüdiger Grube und die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, teil. Der Hochgeschwindigkeitszug „Martin Luther“ ist ein Zug der neuen 4. ICE-Generation.

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NPD scheitert mit Klage wegen Diskriminierung der Partei

Das Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg © James Russell @ flickr.com (CC 2.0)
Das Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg © James Russell @ flickr.com (CC 2.0)
Die NPD als Opfer von Diskriminierung? Beim Europäischen Menschenrechtsgerichtshof hatten die Rechtsradikalen Hilfe gesucht, weil sie in Deutschland diskriminiert würden. Die Richter wiesen die Beschwerde jedoch ab.

MiGAZIN

Die rechtsradikale NPD ist mit einer Klage gegen Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) gescheitert. Die Beschwerde sei „offensichtlich unbegründet“, erklärte das Gericht am Donnerstag in Straßburg. Die NPD hatte eine vermeintliche Diskriminierung durch Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung und in dem Zusammenhang das Fehlen eines wirksamen Rechtsschutzes beklagt. Darin sah die Partei eine Verletzung der Europäischen Menschenrechtskonvention. (AZ: 55977/13)

Die 1964 gegründete Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) ist eine Partei am rechten Rand, sie wird auch als rechtsradikal oder rechtsextrem beschrieben. Die NPD selbst charakterisiert sich als nationalistisch. Auf der Internetseite der Partei heißt es außerdem: „Wir wollen das liberale Parteienregime – ganz demokratisch! – durch ein neues Gemeinwesen mit einem volksgewählten Präsidenten und Volksabstimmungen in allen Lebensfragen der Nation ablösen.“

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Was Impfverweigerung kostet

Bild: Forum Impfen.de
Bild: Forum Impfen.de
In den USA wurde am Beispiel der Grippe ausgerechnet, was der fehlende Impfschutz von Bürgern im Jahr 2015 für die Gemeinschaft gekostet hat.
 

Von Michael Reilly | Technology Review

Die Grippesaison beginnt – und eine fehlende Impfung könnte teuer werden. Beispiel USA: Im letzten Jahr gingen durch die Influenza insgesamt 5,5 Milliarden US-Dollar an Produktivität verloren, Krankenhausaufenthalte und weitere Kosten inklusive. Der größte Betrag stammt von Personen, die sich nicht hatten impfen lassen, wie eine neue Studie zeigt, die in „Health Affairs“ veröffentlicht wurde.

Insgesamt sollen durch Impfungen verhinderbare Krankheiten in den USA im Jahr 2015 unter Erwachsenen fast 9 Milliarden Dollar gekostet haben. 80 Prozent der Kosten entstanden durch Menschen, die sich nicht geimpft hatten. Am teuersten waren dabei die bis zu 17 Millionen Grippefälle, gefolgt von Lungenentzündung, Meningitis, Hepatitis B und HPV-Infektionen.

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Evangelische Kirche für Arzneistudien mit Demenzkranken

In der Debatte um Arzneimitteltests an Demenzkranken plädieren führende Vertreter der Evangelischen Kirche (EKD) jetzt doch für eine Zulassung, allerdings unter Auflagen. Der Bevollmächtigte des Rates der EKD in Berlin, Martin Dutzmann, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), es gehe um eine Güterabwägung zwischen dem Schutz des Lebens, dem Forschungsinteresse und dem Respekt vor Menschen, die sich bereiterklären, an Studien mitzuwirken. Zunächst hatten sich die beiden großen Kirchen gemeinsam gegen die Gesetzespläne gestellt.

evangelisch.de

„Für uns ist wichtig, dass die demenzielle Erkrankung besser erforscht und vielleicht sogar irgendwann geheilt werden kann“, sagte Dutzmann. Der Theologe sieht in dem Antrag einer Gruppe von Abgeordneten um den SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach einen gangbaren Weg. Der Vorschlag, der auch von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) unterstützt wird, sieht vor, dass Menschen ihre Einwilligung zur Teilnahme an solchen klinischen Studien noch in gesundem Zustand geben und eine Vorab-Verfügung hinterlegen. Dazu müssen sie sich von einem Arzt beraten lassen.

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Tod und Tabu

Das Virginitätsideal ist das Ideal jener, die entjungfern wollen. Karl Kraus Bild: DIE KOLUMNISTEN
Das Virginitätsideal ist das Ideal jener, die entjungfern wollen. Karl Kraus Bild: DIE KOLUMNISTEN
In ihrer bedeutenden Rede zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels fragte sich Carolin Emcke weshalb Rassisten, Sexisten, Neu- und Altrechte und religiöse Fundamentalisten die Würde so vieler Menschen mit solch perfider Verbissenheit verletzten und deutete an, dass es vielleicht gar nicht um die Angegriffenen geht, sondern um die phantasierte Würde der Angreifer. Zu glauben gleiche Rechte für Alle, für Asylanten, Flüchtlinge, LGBTI-Menschen, Frauen, Kinder und andere, nähmen niemandem etwas weg, sondern erweiterten doch den Kreis der frei und demokratisch lebenden Menschen, ist allerdings naiv. Diejenigen, die Liberalisierungen im sozialen und politischen Miteinander bekämpfen, verlieren tatsächlich etwas: ihre Deutungshoheit und damit die Macht über das Leben anderer. Wolfgang Brosche untersucht, wie das im speziellen Fall der „Demo für Alle“ aussieht.

Von Wolfgang Brosche | DIE KOLUMNISTEN

Die „Demo“ und ihr Verlangen nach Tabus

Hedwig Beverfoerde (zu deren Adels-„von“ später noch manches zu sagen sein wird), die Führerin der aufklärungs- und homosexuellenfeindlichen „Demo für Alle“, hat sich für Deutschland an die Spitze einer europaweiten Initiative gesetzt, deren Ziel es ist, die EU zu veranlassen, die Ehe für alle Zeiten einzig als eine Gemeinschaft zwischen Mann und Frau gesetzlich festzuschreiben.

Vor Kurzem mokierte Beverfoerde sich auf ihrer Facebookseite über die Warnung einer Elternzeitschrift vor der Infiltration von Schulen und Kindergärten mit rechtem Gedankenschlecht durch die zur (und mit) Indoktrination missbrauchten Kinder von Neonazis. Die rechten Leser empörten sich in ihren Kommentaren dazu in dem Tenor: nun würden schon Eltern, die ihre Kinder zu Gehorsam und Wohlverhalten erzögen und sie anständig kleideten und kämmten bereits als rechte Gesellen diffamiert. Unsere Gesellschaft mutiere zur linken Diktatur, in der die Elternrechte einkassiert würden.

Nach ihrem vergeblichen Kampf gegen neue Bildungspläne in Baden-Württemberg und Niedersachsen, versuchen Beverfoerde und ihre Kohorten es nun in Hessen und drohen mit neuem Protest in Wiesbaden.

Der jüngste Coup der „Demo für Alle“ ist ein Besuch ihrer Führerin Beverfoerde und deren journalistischer Kooperationspartnerin Birgit Kelle beim Bayrischen Kultusminister Ludwig Spaenle. Selbst im reaktionären Freistaat gibt es Pläne für eine sachte Unterrichtsreform in Sachen LGBTI-Rechte und Lebensrealität. Dagegen läuft Beverfoerdes Organisation seit Längerem auch in anderen Bundesländern Sturm. Man überreichte dem Minister einen Forderungskatalog, der nichts weniger als am Rande der Volksverhetzung zusammengeschmiert war. Ziel: keine Akzeptanz von Homosexualität und Homosexuellen; kein Gespräch darüber in der Schule, also Schweigen von den Realitäten der Gefühle, der Lust und des Begehrens; Sexualität solle als Verantwortungsaufgabe für die heterosexuelle Fortpflanzung vermittelt werden.

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Schulausflug zur Kirche wird nach Protesten nicht mehr angeboten

Schulleiter der oberbayrischen Grundschule: „Berechtigte Einwendungen von Eltern“, es sei „nicht statthaft“, nichtkatholische Schüler und Eltern durch dieses Angebot „in persönliche Gewissensnöte und Bedrängnis zu bringen“.

kath.net

Einen gemeinsamen Schulausflug zur Kirche für alle Drittklässler der Grundschule Ebersberg wird es nicht mehr geben, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete. Anlässlich der Erstkommunion hatte die Schule der oberbayrischen Kreisstadt seit mehr als zehn Jahren mit allen Kindern, auch den nichtkatholischen, einen Besuch der katholischen Kirche im Rahmen einer Schulveranstaltung angeboten. Nun kam es zu Elternprotesten. Schulleiter Alexander Bär schrieb in einem erläuternden Brief an Betroffene, dass es „berechtigte Einwendungen von Eltern“ gegeben habe, es sei „nicht statthaft“, Schüler und Eltern, die nicht der katholischen Konfession angehören, durch dieses Angebot „in persönliche Gewissensnöte und Bedrängnis zu bringen“. Noch vor kurzem hatte er allerdings zur Ankündigung der Veranstaltung geschrieben: „Ziel der Schule und der Pfarrei war und ist es, dass alle Schüler überkonfessionell an dem Ausflug teilnehmen sollen, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. So soll, so kann es auch in diesem Jahr sein“, man habe aber Verständnis, wenn sich eine Familie gegen die Teilnahme entscheide und biete während dieser Zeit Ersatzbetreuung in der Schule an. In den vergangenen Jahren hatten allerdings nur wenige Kinder von der Ersatzbetreuung Gebrauch gemacht, stets nahmen über 90 Prozent der Drittklässler am Ausflug teil.

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Fall Peggy-Böhnhardt: Eher Vertuschungsversuch als Panne

Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Zum Thema siehe auch: Die pädophile Rechte. Bild: BKA
Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Zum Thema siehe auch: Die pädophile Rechte. Bild: BKA
Als am 13. Oktober bekannt wurde, dass bei dem toten neunjährigen Mädchen Peggy K. DNA-Material des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gesichert worden sei, konnte man davon ausgehen, dass die Ermittler diese Nachricht nicht leichtfertig in die Welt setzten. Schon gar nicht, um von irgendetwas abzulenken (DNA-Spuren von Uwe Böhnhardt in der Nähe von Peggys Leiche gefunden).

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

Der Mörder von Peggy ist bis heute nicht gefasst. Einen Tatverdächtigen gibt es nicht. Stattdessen war ein zu Unrecht beschuldigter Deutschtürke jahrelang unschuldig im Gefängnis gesessen. Die Nachricht, es könnte eine Verbindung zwischen dem NSU und dem Peggy-Mord bestehen, führte zu anhaltenden Erschütterungen und immer neuen Schockwellen. Die einsetzende Debatte war nicht im Interesse des Sicherheitsapparates. Ein ganz neues Feld öffnete sich im NSU-Komplex: das der organisierten Kriminalität (OK), möglicherweise geschäftsmäßiger Kindermissbrauch.

Auffällig war: Sofort setzten Abwehrreflexe ein. Vielleicht sei die Spur nur eine Tatortverunreinigung, wurde spekuliert, weil Peggy auf dem selben Tisch seziert worden war wie Böhnhardt. Das erwies sich schnell als falsch. Dann sorgte man sich um den Prozess. Der Fall Peggy werde wohl nicht das Verfahren in München tangieren, schrieben etliche Medien, eher ängstlich hoffend als tatsächlich beschreibend.

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»Mehrheit gegen Judenmission«

Margot-KässmannMargot Käßmann über Martin Luthers Judenhass und evangelikale Bekehrungsversuche

Von Ayala Goldmann | Jüdische Allgemeine

Frau Käßmann, am kommenden Montag beginnt das Festjahr zum 500. Jubiläum der Reformation – ein Jahrhundertereignis für die Evangelische Kirche. Welche Ausrichtung wünschen Sie sich?
Es wird kein deutsch-nationalistisches-konfessionalistisches Lutherfest geben. Es wird international sein, es hat einen ökumenischen Horizont, und es macht ganz klar, dass der Dialog der Religionen ein zentrales Thema für uns ist.

Wie populär ist denn Ihre Auseinandersetzung mit Luthers Judenfeindschaft?
Es gibt auch kritische Stimmen, und manche Leute schreiben mir in E-Mails und Briefen, ich solle aufhören, Martin Luther schlechtzumachen. Meine Antwort darauf ist, dass Luther selbst ein klares Menschenbild hatte: Der Mensch ist immer Gerechter und Sünder zugleich.

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Christliche Mission in den USA: Wie die „Indianer“ zu Amerikanern gemacht wurden

So sah der legendäre Indianerhäuptling Sitting Bull seinerzeit aus. Links vorne seht Ihr die Silhouette seines Urenkels. (picture alliance/ dpa / Ingo Wagner)
So sah der legendäre Indianerhäuptling Sitting Bull seinerzeit aus. Links vorne seht Ihr die Silhouette seines Urenkels. (picture alliance/ dpa / Ingo Wagner)
Der Historiker Manuel Menrath hat die Geschichte missionarischer Umerziehungsanstalten in den USA aufgearbeitet. Ihr Ziel war es, alles „Indianische“ an den Native Americans auszulöschen und sie zum christlichen Glauben zu missionieren.

Von Frank Kaspar | Deutschlandradio Kultur

Die Haare gestutzt und gescheitelt, von Kopf bis Fuß neu eingekleidet, so traten die Schüler der „Carlisle Indian Industrial School“ vor die Kamera. Die Fotos aus den 1880er-Jahren zeigen sie vor und nach ihrer Verwandlung. Sie tauschten Mokassins gegen Schnürschuhe, Leggins und Lederhemd gegen eine Schuluniform mit weißem Kragen. Als Navajo, Apachen, Cheyenne oder Lakota waren sie gekommen. Jetzt sollten sie alle Amerikaner werden.

„Es ging ja darum: Wir retten zwar den Menschen, aber wir löschen alles Indianische an ihm aus – also: Save the Man but kill the Indian. Die staatlichen Boarding Schools, die verboten ja radikal die Sprache der Lakota. Da wurden die Kinder geschlagen, wenn sie ihre Sprache sprechen wollten, die mussten alles auf Englisch machen.“

„Die Bibel wurde auf Lakota übersetzt“

Der Historiker Manuel Menrath von der Universität Luzern hat die Geschichte solcher Umerziehungsanstalten in den USA aufgearbeitet. Dabei ging es ihm in erster Linie nicht um die staatlichen Boarding Schools, von denen die größte 1879 in Carlisle, Pennsylvania eröffnet wurde. Menrath konzentrierte sich auf die Tätigkeit katholischer Missionare bei den Lakota, die zu den Sioux gehören. Die Geistlichen gründeten Ende des 19. Jahrhunderts eigene Schulen.

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Bis zu 1000 Konversionen zum Judentum pro Jahr

Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb
Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb
In Deutschland konvertieren bis zu 1000 Menschen im Jahr zum Judentum. Das sagte die Judaistin Barbara Steiner am Dienstagabend.

RP ONLINE

Die Orthodoxe und die Allgemeine Rabbinerkonferenz Deutschlands gehen demnach zusammen von etwa 500 Konversionen pro Jahr aus. Daneben gebe es aber noch zahlreiche andere Strömungen im Judentum, etwa die Bewegung Chabad Lubawitsch, bei denen Konversionen möglich seien.

Expertin promovierte über Konversion

Steiner hatte im Juli 2014 am Moses-Mendelssohn-Zentrum der Universität Potsdam zum Thema „Konversion nichtjüdischer Deutscher zum Judentum in Deutschland nach 1945 – Motive, biographische Konstruktionen und Konfliktfelder“ promoviert. Für diese Arbeit erhielt sie den Nachwuchswissenschaftler-Preis der Stadt Potsdam.

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Fall Peggy: Spur zu NSU anscheinend nur Probenverunreinigung

Im Fall Peggy gibt es offenbar doch keine Verbindung zum rechtsextremen NSU. Nach der Entdeckung einer DNA-Spur Böhnhardts am Fundort der getöteten Schülerin haben die Ermittler nun mögliche Hinweise auf eine Verunreinigung bei der Spurensicherung.

derStandard.at

Das bestätigten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Bayreuth. Zuvor hatten unter anderem der Bayerische Rundfunk und der SWR darüber berichtet.

Es hätten sich „mögliche Anhaltspunkte dafür ergeben, dass durch die mit der Spurensicherung in beiden Fällen befasste Tatortgruppe der Polizei in Thüringen teilweise identisches Spurensicherungsgerät verwendet wurde“, hieß es. Eine Aussage zur Qualität der Spurensicherung und einer möglichen Kontamination könne aber erst nach weiteren umfassenden und zeitaufwendigen Ermittlungen getroffen werden.

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Maas will „Ehe für alle“: Vielfalt macht Deutschland stark

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will die Ehe für homosexuelle Paare öffnen. Das geht aus einem Glückwunschschreiben des SPD-Politikers an den Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld zu ihrem fünfjährigen Bestehen hervor. Darin sagt Maas der Stiftung seine Unterstützung zu, „auch beim Einsatz für die Öffnung der Ehe für alle“.

evangelisch.de

Maas schreibt zur Begründung, die Stärke Deutschlands beruhe auf der Freiheit und der Vielfalt: „Deutschland ist ein starkes Land, weil hier alle Menschen ihre eigenen Lebensentwürfe leben können.“ Die Stiftung arbeite mit großem Erfolg dafür, die Vielfalt zu fördern und Menschen vor Diskriminierungen zu schützen. Die Hirschfeld-Stiftung setzt sich für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben ein.

Maas geht mit seinem Votum erneut auf Distanz zur Union. Eine Mehrheit in der CDU und CSU lehnt die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare ab.

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Apostel Koch: Luther wurde von drei Päpsten rehabilitiert

Bild: mdr.de
Bild: mdr.de

Ökumene-Experten sehen Anzeichen, dass die im Zuge des Schweden-Papstbesuchs veröffentlichte Gemeinsame Erklärung von Vatikan und Lutherischem Weltbund auch Öffnung zur gegenseitigen Teilhabe am Eucharistischen Tisch beinhalten könnte

kath.net

Von der katholischen Lehre her ist die Exkommunikation Martin Luthers (1483-1546) bereits aufgehoben. Dies sei mit dem Tod des Reformators geschehen, sagte der vatikanische Ökumene-Beauftragte Kurienkardinal Kurt Koch am Mittwoch vor Journalisten im Vatikan. Der Schweizer Kardinal erinnerte daran, dass drei nachkonziliare Päpste bereits „viele positive Sachen über Luther gesagt haben“. Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen äußerte sich vor der Reise von Papst Franziskus zum gemeinsamen Reformationsgedenken in Schweden am kommenden Montag (31. Oktober).

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Erdogan will Armee in IS-Hochburg Raqqa schicken

Erdo_Kurden

Der türkische Präsident verbittet sich zugleich die Beteiligung von Kurden an der Befreiung der syrischen Stadt.

Die Presse.com

Die türkische Armee soll nach Angaben von Staatschef Recep Tayyip Erdogan im Kampf gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bis zu deren Hochburg Raqqa (Rakka) vorstoßen. „Jetzt rücken wir auf Al-Bab vor“, sagte Erdogan am Donnerstag im türkischen Fernsehen. Die vom IS besetzte Stadt Al-Bab liegt nahe der türkischen Grenze.

„Danach werden wir Richtung Manbij vorstoßen und Richtung Raqqa“, sagte Erdogan. Während Al-Bab und Raqqa im Norden Syriens zu den letzten und wichtigsten Städten in den Händen des IS zählen, steht Manbij unter Kontrolle syrischer Kurden. Ankara betrachtet die syrische Kurdenpartei Demokratische Union (PYD) und deren bewaffneten Arm, die Volksverteidigungseinheiten (YPG), als Terroristen. Die Türkei will die YPG deshalb unbedingt aus der geplanten multinationalen Offensive gegen die IS-Hochburg Raqqa heraus halten.

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Conspiracy theorist admired by Trump says Rahm Emanuel part of ‘Jewish Mafia’

InfoWars host Alex Jones, who on October 26, 2016 used his show to lambast ‘the Jewish Mafia‘, was hailed by Donald Trump in December 2015 for his ‘amazing reputation‘. (YouTube screenshot)
InfoWars host Alex Jones, who on October 26, 2016 used his show to lambast ‘the Jewish Mafia‘, was hailed by Donald Trump in December 2015 for his ‘amazing reputation‘. (YouTube screenshot)
Radio host Alex Jones, who was told by GOP nominee that he had an amazing reputation, rails against ‘global corporate combine’

By JTA and Times of Israel staff | The Times of Israel

A US radio host and conspiracy theorist — and Donald Trump supporter — Alex Jones ranted about “the Jewish mafia” that controls the US, and accused the prominent Jewish Emanuel family of being at the center of it.

Jones, who has interviewed Trump on his show, went on a long harangue on the show Tuesday in which he denied being anti-Semitic, but seemed to blame Jews for all the problems in American society.

“Cause let me tell you, the Emanuels are mafia,” Jones said of Chicago Mayor Rahm Emanuel, a former chief of staff for President Barack Obama, and his also prominent Jewish brothers, Ari and Ezekiel. “And you know I was thinking, they’re always trying to claim that if I talk about world government and corruption I’m anti-Semitic, there’s mafias of all different stripes and groups, but since you want to talk about it, the Emanuels are Jewish mafia.”

“But I mean it’s not that Jews are bad, it’s just they are the head of the Jewish mafia in the United States. They run Uber, they run the health care, they’re going to scam you, they’re going to hurt you,” he said.

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