AfD bei Kirchen-Veranstaltungen: „Wenn gehetzt wird, gibt es kein Podium“


Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm (imago / Christian Ditsch )
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm (imago / Christian Ditsch )
Bei Kirchenveranstaltungen könne man einen Ausschluss von Populisten nicht an Parteilinien festmachen, sagte Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche, im DLF. Das gelte auch für die AfD. Aber wenn Menschengruppen herabgesetzt würden, dann gebe es dafür kein Podium bei kirchlichen Veranstaltungen. Auch Pegida passe nicht zu Martin Luther.

Heinrich Bedford-Strohm im Gespräch mit Martin Zagatta | Deutschlandfunk

Martin Zagatta: Übermorgen wird das Luther-Jahr eröffnet. Die evangelische Kirche feiert 500 Jahre Reformation, denn am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther – so zumindest die Legende – seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg genagelt haben. 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche, die als Ausgangspunkt der Reformation gelten und damit auch der Spaltung in evangelische und katholische Kirche.

  • Heinrich Bedford-Strohm ist der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, guten Morgen, Herr Bedford-Strohm!

Heinrich Bedford-Strohm: Guten Morgen, Herr Zagatta!

Zagatta: Herr Bedford-Strohm, Sie freuen sich, dass dieses Luther-Jahr jetzt endlich losgeht, so haben Sie gestern gesagt. Aber ist das nicht auch ein ziemlich schwieriges Jubiläum, denn Martin Luther, der steht ja für die Spaltung der Kirche bis heute?

Bedford-Strohm: Ja, es ist in der Tat so, dass ich mich freue. Ich kann aber auch sagen, dass sich auch katholische Schwestern und Brüder mitfreuen. Und gleichzeitig sage ich, das Freuen ist auch mit dem Gedenken an den Schmerz verbunden, der mit der Trennung in der Tat auch verbunden war. Ich freue mich riesig darüber, dass wir zum ersten Mal in der Geschichte der runden Reformationsjubiläen dieses Reformationsjubiläum in ökumenischer Gemeinsamkeit feiern können. Der Papst wird in Lund mit den Spitzen des Lutherischen Weltbundes am Montag ein ökumenisches Gebet abhalten, auch das gab es so noch nie. Wir werden in unserer Eröffnung am Montag Kardinal Lehmann, zum ersten Mal einem Katholiken, die Luther-Medaille überreichen. Wir werden dieses Jubiläum international feiern, ökumenisch international. Wir waren mit den katholischen Bischöfen auf Pilgerreise ins Heilige Land und haben uns von Christus selbst her Kraft geben lassen, um gemeinsam und auf Einheit hin orientiert in dieses Jahr zu gehen. Insofern ist, glaube ich, der Grundton sehr gut gesetzt.

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