Frauen in Saudi-Arabien: „Ich lebe in einer Lüge, damit ich nicht getötet werde“

 Langsam ändert sich das Königreich: Im Dezember 2015 durften Frauen erstmals an einer Wahl teilnehmen. © Ahmed Yosri/EPA
Langsam ändert sich das Königreich: Im Dezember 2015 durften Frauen erstmals an einer Wahl teilnehmen. © Ahmed Yosri/EPA
Die „New York Times“ fragte nach dem Leben der Frauen in Saudi Arabien. Die Antworten erstaunen. Die meisten leiden mehr unter ihren Verwandten als unter der Regierung. Aber einige Frauen ziehen die patriarchalen Strukturen auch dem westlichen Lebensstil vor.

stern.de

Die „New York Times“ fragte die Frauen in Saudi Arabien, wie ihr Leben aussieht, und über 6000 Frauen antworteten. Die Idee zu der Aktion hatte die Redakteurin Mona El-Naggar. Sie drehte zuvor eine Dokumentation über die erste Wahl im Königreich, an der Frauen teilnehmen durften. Bei den Dreharbeiten bemerkte sie einen Schatten, der auf allen Saudi-Frauen lastete, nämlich den ihres männlichen Vormunds. Immer wieder sprach sie mit Frauen, die Angst hatten, sich zu äußern. Nicht, weil sie die repressive Regierung fürchteten, sondern weil die mögliche Reaktion ihrer männlichen Verwandten sie in Schrecken versetzte. Männer, die jede ihrer Lebensregungen kontrollierten.

weiterlesen

Deutschland blamiert sich vor Weltklimakonferenz

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hält eine Einigung beim deutschen Klimaschutzplan noch in diesem Jahr für möglich Quelle: dpa
Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hält eine Einigung beim deutschen Klimaschutzplan noch in diesem Jahr für möglich Quelle: dpa
Die CSU-Minister in der Bundesregierung blockieren den „Klimaschutzplan 2050“. Bei der anstehenden Klimakonferenz in Marokko steht Berlin daher mit leeren Händen da – für Kritiker ein „Armutszeugnis“.

Von Daniel Wetzel | DIE WELT

Umweltministerin Barbara Hendricks rechnet nicht mehr mit einem deutschen Klimaschutzplan zur Weltklima-Konferenz, die kommenden Montag in Marrakesch beginnt. „Ich sehe keine Chance mehr“, sagte die SPD-Politikerin in Berlin.

Sie hätte es zwar gerne gesehen, wenn der Plan vorher beschlossen worden wäre. Die Blockadehaltung der Union sei aber zu groß. „Ich habe immer gesagt, dass die Inhalte wichtiger sind als der Zeitplan.“ Immerhin machten die Gespräche mit den CSU-geführten Ressorts Landwirtschaft und Verkehr Fortschritte, sodass eine Einigung noch dieses Jahr möglich sei.

weiterlesen

Sperre wegen Spottvideo gegen Islam

Louis Smith (rechts im Bild) hat sich inzwischen für den Vorfall entschuldigt.Foto: dpa
Louis Smith (rechts im Bild) hat sich inzwischen für den Vorfall entschuldigt.Foto: dpa
Eklat in Großbritannien: Zwei Turner machen sich in einem privaten Video über den Islam lustig – und müssen nun die Konsequenzen tragen.
 

DER TAGESSPIEGEL

Der britische Turnverband hat den Olympia-Zweiten Louis Smith für zwei Monate gesperrt, weil er auf einem Video den Islam verspottet hatte. Wie der Verband am Dienstag mitteilte, stellte eine unabhängige Disziplinarkommission fest, dass Smiths Handeln „eine Verletzung der Verhaltensnormen“ sei.

Smith und sein britischer Teamkollege Luke Carson filmten sich auf dem Video lachend beim Gebet, während sie „Allahu Akbar“ schreien, zu deutsch „Gott ist groß“. Smith, der 2012 und 2016 jeweils Olympia-Silber am Pauschenpferd erkämpft hatte, entschuldigte sich inzwischen für den Vorfall.

weiterlesen

Pressefreiheit in Türkei: „Merkels Schweigen ist unerträglich“

Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel (CDU) / Bild: APA/AFP/JOHN THYS
Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel (CDU) / Bild: APA/AFP/JOHN THYS
Die Kanzlerin müsse sich für die Pressefreiheit in der Türkei einsetzen, fordert der Deutsche Journalistenverband. Auch die Opposition übt scharfe Kritik.

Die Presse.com

Die türkischen Behörden verschärfen ihr Vorgehen gegen regierungskritische Medien: Erst am Montag wurde, neben weiteren Journalisten, der Chefredakteur der oppositionellen Zeitung „Cumhuriyet“, Murat Sabuncu, festgenommen. Hintergrund ist ein gescheiterter Putschversuch im Juli, der den türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nutzte, um in seinem Land den Ausnahmezustand zu verhängen. Seither wurden mehr als 35.000 Menschen inhaftiert.

Auf das türkische Vorgehen gegen „Cumhuriyet“ reagierte am Dienstag nun der Deutsche Journalistenverband (DJV). Letzterer forderte von Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einen entschiedeneren Einsatz für die Pressefreiheit in der Türkei. Der Verband zeigte sich „enttäuscht“ von der bisherigen Reaktion Merkels.

weiterlesen

Menschenrechtsexperte Bielefeldt warnt vor religiöser Abschottung

Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Der gerade aus dem Amt geschiedene UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit, Heiner Bielefeldt, sieht beim Umgang mit religiösen Konflikten einen Rückfall in jahrhundertealte Denkweisen.

evangelisch.de

Territorium und Religion würden wieder häufiger verklammert, sagte Heiner Bielefeldt am Dienstag in Berlin. Territorien würden religiös oder religiös-kulturell markiert. „Das halte ich für fatal“, sagte er.

Der katholische Theologe und Professor für Menschenrechtspolitik nannte als Beispiel die Abspaltung des christlich geprägten Südsudan vom muslimisch geprägten Norden. Ein neuer Staat sei entlang einer Grenze von Religion gezogen worden. „Das Ergebnis ist nicht ermutigend“, sagte er mit Blick auf die gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Ebenso warnte Bielefeldt vor einer Abschottung westlicher Staaten vor muslimischen Zuwanderern, indem man sich auf eine jüdisch-christliche Kultur berufe, „als wäre dieses Verhältnis über 2.000 Jahre von Harmonie geprägt gewesen“. Diese Art der Abgrenzung gegenüber dem Islam, der auch über den Begriff „Leitkultur“ vermittelt werde, sei eine symbolische Abstandnahme gegenüber mutmaßlich fremden religiösen Einflüssen.

weiterlesen

Der Spion, der mich liebt

© dpa
© dpa
Wer sich ins Internet begibt oder ein Handy benutzt, gibt viel von sich preis. Viele Unternehmen überwachen sogar die Netz-Nutzer. Dazu kommt eine geräteübergreifende Spionagetechnik zum Einsatz.

Von Peter Welchering | Frankfurter Allgemeine

Welche und wie viele Daten ziehen Webserver vom Browser eines Internet-Surfers ab? Das haben Journalisten des Rechercheverbundes Technik und IT-Experten für den Deutschlandfunk nachverfolgt. Standardmäßig ermittelt solche Tracking-Software ein Nutzerprofil aus Daten wie dem installierten Betriebssystem, der Bildschirmauflösung, dem verwendeten Browser mit seinen Zusatzprogrammen sowie den installierten Schriften und Sprachen. Über eindeutige Identitätsnummern, Signaturen und Schlüssel werden nicht nur Rechner und Smartphones wiedererkannt, sondern auch deren Besitzer. Teilweise laufen diese Identifizierungen noch immer über die Facebook-ID. Sie wird aber unwichtiger.

Stattdessen arbeiten die Datenhändler mit eigener Tracking-Software. Die setzt zum Beispiel einen Cookie auf den Rechner eines Internet-Surfers. Ein Cookie ist zunächst nur eine kleine Textdatei mit Informationen. Der Cookie wird sodann an den Datenhändler geschickt, der einen dazugehörenden eindeutigen Schlüssel berechnet. Dieser Schlüssel wandert nun abermals zum Surfer und wird auf seinem Rechner abgelegt. Im nächsten Schritt erhält der Browser des Surfers die Anweisung, diesen Schlüssel an weitere Webserver anderer Datenhändler weiterzureichen. Das geschieht geräteübergreifend.

weiterlesen

Österreichs Apostel betonen Einzigartigkeit der Ehe Mann/Frau – wann heiraten sie

Österreichische Bischofskonferenz äußert Kritik an geplanten Änderungen bei Eingetragenen Partnerschaften mit denen u.a. das Namensrecht homosexueller Paare an das von Ehen angeglichen werden soll – Mahnt Verhinderung von Mehrfach- und Zwangsehen ein.

kath.net

Die Österreichische Bischofskonferenz betont angesichts geplanter Änderungen im Personenstandsgesetz die einzigartige Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau für die Gesellschaft. Konkret lehnen die Bischöfe Teile einer noch bis Mittwoch in Begutachtung befindlichen Gesetzesnovelle ab, nach der etwa homosexuelle Paare Eingetragene Partnerschaften künftig wie Ehen am Standesamt schließen können und nicht nur einen gemeinsamen „Nachnamen“, sondern einen „Familiennamen“ tragen dürfen. In ihrer Stellungnahme zu dem mehrere verschiedene Themen umfassenden Ministerialentwurf mahnen die Bischöfe außerdem eine Regelung ein, die ausdrücklich verhindert, dass nach geltendem Recht in Österreich illegale „Mehrfach“- oder „Zwangsehen“ hierzulande auf Umwegen von Behörden offiziell anerkannt werden.

weiterlesen

Udo Lindenberg: Schlagerstars sollen politische Haltung zeigen

Der Rockmusiker Udo Lindenberg wünscht sich aus der deutschen Schlagerecke mehr politische Botschaften.

evangelisch.de

„Wenn von Helene Fischer auch mal ein Statement käme gegen Rechtspopulismus“, sagte Udo Lindenberg der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe). „Aber es gibt viele, die äußern sich prinzipiell gar nicht, die sagen, wir sind reine Entertainer, wir machen nur Unterhaltung nach dem Motto: Mach dir ein paar schöne Stunden, geh ins Kino, vergiss die Welt da draußen“, bedauerte der Sänger.

Dagegen lobte der Altrocker andere deutsche Musiker und Bands, „die Haltung zeigten“. „Grönemeyer zum Beispiel, BAP, Niedecken, die Toten Hosen, Jan Delay, Clueso“, zählte Lindenberg auf. Der gebürtige Gronauer wird am 5. Dezember auch wegen seines Engagements gegen Rassismus und für Toleranz zum „Düsseldorfer des Jahres“ gekürt.

Doppelt exotische Atome

Bild: LHC Genf
Bild: LHC Genf
CERN-Forscher haben Atome erzeugt, in denen weder Protonen noch Elektronen umeinanderkreisen. Das soll die Eigenschaften von Atomkernen verstehen helfen.

Von Dirk Eidemüller | Spektrum.de

Bei normalen Atomen umkreist ein Elektron einen Atomkern, der seinerseits aus Protonen und Neutronen besteht. Bei exotischen Atomen hingegen ist das Elektron durch ein anderes Teilchen ausgetauscht. Ersetzt man etwa bei Wasserstoff das Elektron durch sein schweres Schwesterteilchen, das Myon, so entsteht „myonischer Wasserstoff“. Mit solchen exotischen Atomen, die aber allesamt sehr kurzlebig sind, lassen sich etwa die Durchmesser von Wasserstoffkernen besser bestimmen als mit gewöhnlichen Atomen.Eine Besonderheit stellen doppelt exotische Atome dar: Bei ihnen ist nicht nur das Elektron, sondern auch der Atomkern durch ein anderes Teilchen ersetzt. Solche doppelt exotischen Atome sind zwar schwer herzustellen und nachzuweisen und noch dazu äußerst kurzlebig. Trotzdem stehen sie schon lange auf der Wunschliste einiger Forscher. Denn sie erlauben die Messung physikalischer Eigenschaften, die man aus der Theorie nicht mathematisch ableiten kann. Die Theorie, die die Kräfte von Kernmaterie beschreibt, besitzt nämlich eine entscheidende Schwierigkeit, die andere physikalische Theorien nicht aufweisen: Bei niedrigen Energien führt sie zu unendlich vielen Termen, die keinen klar bestimmbaren Wert ergeben. Nur Messungen können den Wissenschaftlern Aufschluss darüber geben, wie sich Kernmaterie unter solchen Bedingungen verhält.

weiterlesen

Warum sich Muslime trotz Trump mit den USA identifizieren

Der Koran in englischer Übersetzung (imago stock&people / ZUMA Press )
Der Koran in englischer Übersetzung (imago stock&people / ZUMA Press )
Muslime in den USA stecken zwischen Baum und Borke. Sie identifizieren sich mit ihrem Land, genießen die Religionsfreiheit. Sie werden aber auch immer wieder schief angesehen, wenn sie als Muslime erkennbar sind. Die meisten lassen sich nicht davon erschüttern – auch nicht davon, dass Donald Trump Präsident werden könnte. Zumindest in liberalen Gemeinden in Kalifornien nicht.

Von Abdul Ahmad Rashid | Deutschlandfunk

Freitagmittag in Mission Viejo, einem kleinen Ort 70 km südlich von Los Angeles. Am Ende einer Durchgangstraße, umgeben von Firmengebäuden, liegt das Gebäude der „Orange County Islamic Foundation“. Von außen ein mehrstöckiger schmuckloser Bau mit weißen Mauern und großen Fenstern, von innen geschmackvoll und üppig eingerichtet: Im Eingangsbereich Marmorboden und ein Springbrunnen, im Gebetsraum weicher Teppichboden, Klimaanlage und Monitore. Hier hat der Besucher das Gefühl, in einem großen Wohnzimmer zu sein und nicht in einer Moschee. Von allen Seiten strömen Menschen in die Moschee. Im Gegensatz zu Deutschland tragen die Männer hier durchgehend westliche Alltagskleidung. Kaftane oder andere traditionelle Bekleidungsarten sucht man hier vergeblich. Die Predigt wird hier nicht nur auf Englisch gehalten, sondern fällt auch, anders als oftmals in Deutschland, sehr intellektuell aus.

„Diejenigen, die predigen, gehen immer mehr weg von den trockenen, vorgestanzten Predigten, die man in den Lehrbüchern findet. Wir haben aus der Tradition gelernt und machen sie wieder relevant für die Erfahrung der amerikanischen Muslime heute.“

weiterlesen

Zentralratsvorsitzender Mazyek glaubt an deutsche Leitkultur

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Dass ein Muslim just am Reformationstag in einer evangelischen Kirche auftritt, hat im fränkischen Altdorf für viel Wirbel gesorgt. 400 Altdorfer demonstrierten daraufhin gegen Islamfeindlichkeit und stärkten Zentralratschef Mazyek den Rücken. Mayzek sagte am Reformationstag in der evangelischen Laurentiuskirche, muslimische Werte hätten eine große Schnittmenge mit der deutschen Wertegemeinschaft.

evangelisch.de

Für den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, gibt es natürlich „so etwas wie eine deutsche Leitkultur“. Bei einer Rede am Montag in der evangelischen Laurentiuskirche im bayerischen Altdorf sagte Mazyek laut Manuskript: „Ich denke dabei an die Werte des Grundgesetzes, an unser Land der Dichter und Denker.“ Er denke auch an die jüdischen Dichter Heinrich Heine und Kurt Tucholsky und den muslimischen Friedenspreisträger Navid Kermani, an „Made in Germany“ und das deutsche Wirtschaftswunder. „Dies alles gehört für mich zur Leitkultur. Und von mir aus auch Halal-Würstchen und Oktoberfest“, betonte Mazyek.

Mayzeks Auftritt beim „Geistlichen Abend“ in einer evangelischen Kirche am Reformationstag hatte für viel Wirbel gesorgt: Rechtspopulisten hatten für Montagabend eine Versammlung unter dem Titel „Keine Islamschweinerei in Altdorf“ angemeldet, zu der rund zehn Teilnehmer kamen. Zu einer Gegendemonstration des Altdorfer Bündnisses für Toleranz und Respekt zur Unterstützung Mazyeks kamen rund 400 Teilnehmer. Das evangelische Dekanat, das die Einladung an Mazyek ausgesprochen hatte, hatte zuvor mehrere islamfeindliche Hetzbriefe bekommen.

weiterlesen

Kraft zur Polit-Beichte in den Vatikan?

Bild: wdr.de
Bild: wdr.de
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) wird am Samstag von Papst Franziskus in einer Privataudienz in Rom empfangen. Das teilte die Staatskanzlei am Montag (31.10.2016) mit.

WDR.de

Begleitet werde Kraft von ihrer Stellvertreterin Sylvia Löhrmann (Grüne), die dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken angehört.

Laut Staatskanzlei ist es Krafts erste Privataudienz im Vatikan. Nach dem Treffen im Apostolischen Palast werde sie auch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zusammenkommen, teilte die Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl mit.

Gesundheitswissenschaftlerin: „Tot ist tot, fertig“

foto: kathrin doepner Was sich Sterbende wünschen: Keine Schmerzen zu haben, nicht alleine zu sein und über die letzten Dinge sprechen zu können, sagt Annelie Keil.
foto: kathrin doepner Was sich Sterbende wünschen: Keine Schmerzen zu haben, nicht alleine zu sein und über die letzten Dinge sprechen zu können, sagt Annelie Keil.

Für Annelie Keil gibt es kein gelingendes Sterben. Möglich ist: den Abschied leben zu lernen und sich mit dem Sterben vertraut zu machen

Von Günther Brandstetter | derStandard.at

STANDARD: Die Ratgeberliteratur hat neben dem gelingenden Leben nun auch das gelingende Sterben entdeckt. Was halten Sie davon?

Annelie Keil: Ich glaube nicht, dass es so etwas wie gelingendes Sterben gibt. Diese Ratgeberliteratur ist zum Teil furchtbar. Das wirkt so, als ob die Autorinnen und Autoren schon einmal gestorben wären, dann zurückkommen und ein paar gute Tipps parat hätten. Sicher ist aber: wenn das Leben nicht mit Sinn erfüllt ist, wird es auch schwieriger den Lebenswillen aufrecht zu erhalten.

STANDARD: Der Theologe Hannes Küng hat im Jahr 2014 allerdings die Möglichkeit des glücklichen Sterbens betont.

Keil: Das ist sicher möglich. Aber nicht im Sinne von „erfolgreich“ oder eines Patentrezeptes. Je mehr ich in mir zu Hause bin, mit all meinen Schwächen, Fehlern und Ängsten, desto leichter wird es wohl, auch den letzten Abschied zu meistern.

weiterlesen

 

De Maizière: Silvester-Übergriffe waren nicht vorhersehbar

Bundesinnenminister Thomas de Maiziére (CDU) hat im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags betont, dass sich die gewalttätigen Vorfälle in der Silvesternacht 2015/16 in Köln nicht wiederholen dürften. Eine solche Situation dürfe in unserem Rechtsstaat „nicht noch einmal eintreten“, sagte er.

evangelisch.de

In der Silvesternacht des Jahreswechsels 2015/2016 hatten am Kölner Hauptbahnhof Gruppen junger Männer vor allem aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum zahlreiche Frauen sexuell bedrängt und bestohlen. Bei der Staatsanwaltschaft Köln liegen rund 1.200 Anzeigen zur Silvesternacht vor, rund 500 davon wegen sexueller Übergriffe.

Zur Frage, ob die Zahl der Bundespolizeieinsatzkräfte in der Nacht vor Ort ausreichend gewesen sei, sagte der Bundesinnenminister: „Das Geschehen war nicht vorhersehbar.“ Andernfalls wäre ein höherer Polizeieinsatz angesagt gewesen.

weiterlesen

Schimpansen und Bonobos hatten Sex

Die Vorfahren dieser in Uganda lebenden Schimpansendamen paarten sich immer wieder mit Bonobos. © Kevin Langergraber
Die Vorfahren dieser in Uganda lebenden Schimpansendamen paarten sich immer wieder mit Bonobos. © Kevin Langergraber
Heimliche Beziehung: Schimpansen und Bonobos haben sich im Laufe ihrer Geschichte offenbar immer wieder miteinander gepaart. Was viele Forscher bislang für unmöglich hielten, belegen nun umfangreiche Genomanalysen. Sie zeigen: Einige Schimpansen-Unterarten tragen rund ein Prozent Bonobo-Gene in sich. Die Arten vermischten sich demnach ähnlich wie etwa unsere Vorfahren und die Neandertaler.

scinexx

Schimpansen und Bonobos sind unsere engsten noch lebenden Verwandten. Während sich die beiden Primatenarten in Gefangenschaft durchaus miteinander paaren, interagieren sie in freier Wildbahn nie miteinander. Denn die Menschenaffen trennt im tropischen Afrika eine gewaltige Barriere: der Fluss Kongo. Die Bonobos leben südlich davon, die Schimpansen nördlich.

weiterlesen

Papst: „Dürfen uns nicht mit Spaltung abfinden“

Papst Franziskus bei einem ökumenischen Gottesdienst in Lund anlässlich des Reformationstages. / Bild: APA/AFP/TT News Agency/JONAS EKS
Papst Franziskus bei einem ökumenischen Gottesdienst in Lund anlässlich des Reformationstages. / Bild: APA/AFP/TT News Agency/JONAS EKS
Am Reformationstag besuchte Papst Franziskus Schweden und appelliert an Katholiken und Lutheraner, „auf dem Weg der Versöhnung voranzugehen“.

Die Presse.com

Papst Franziskus hat das Gedenken an die Reformation als neue Chance für die Annäherung von Katholiken und Lutheranern bezeichnet. „Wir dürfen uns nicht mit der Spaltung und der Entfremdung abfinden, die durch die Teilung unter uns hervorgerufen wurden“, sagt der Pontifex am Montag im südschwedischen Lund, wo er mit lutherischen Geistlichen einen gemeinsamen Gottesdienst feierte.

„Wir haben die Gelegenheit, einen entscheidenden Moment unserer Geschichte wieder gutzumachen“, sagte Franziskus. In seiner Predigt betonte er: „Wir Katholiken und Lutheraner haben begonnen, auf dem Weg der Versöhnung voranzugehen.“ Kontroversen und Missverständnisse hätten verhindert, dass man einander verstehe. Diese müssten nun überwunden werden. An diesem Montag beginnen offiziell die Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag der Reformation 2017. Aus diesem Anlass ist der Papst für zwei Tage nach Schweden gereist. Sein Besuch gilt als starkes Zeichen für die Ökumene: Denn der 31. Oktober 1517 gilt als Beginn der Reformation, in deren Verlauf sich die evangelische von der katholischen Kirche abspaltete.

weiterlesen

AfD soll nicht bei Saar-Wahl antreten

Die Bundesvorsitzenden der AfD, Frauke Petry und Jörg Meuthen.Foto: Michael Kappeler/dpa
Die Bundesvorsitzenden der AfD, Frauke Petry und Jörg Meuthen.Foto: Michael Kappeler/dpa
Vergeblich versuchte die AfD-Spitze, den Landesverband Saar aufzulösen – wegen rechtsextremer Verstrickungen. Nun fordert sie den Rückzug von der Landtagswahl.

Von Fabian Leber | DER TAGESSPIEGEL

Das Saarland ist ein kleines Land und eigentlich, so könnte man meinen, spielen die dortigen Wahlen für die Bundespolitik keine große Rolle. 2017 aber ist Bundestagswahljahr und die Landtagswahl an der Saar leitet es am 26. März ein, bevor im Mai noch in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen abgestimmt wird. Ausgerechnet das Saarland, wird man sich im AfD-Bundesvorstand jetzt denken. Denn monatelang hatte die Bundesspitze versucht, den dortigen AfD-Landesverband wegen angeblicher rechtsextremer Verstrickungen auflösen zu lassen. Damit ist sie nun endgültig gescheitert, wie das Bundesschiedsgericht der Partei am Sonntag urteilte.

weiterlesen

Urteil: Syrische Asylbewerber haben Anspruch auf Flüchtlingsstatus

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Syrische Asylbewerber haben nach einem Urteil des Verwaltungsgerichtes Münster grundsätzlich Anspruch auf die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft. Sie müssten bei einer Rückkehr nach Syrien mit politischer Verfolgung durch das Assad-Regime rechnen, befand das Gericht in seiner am Montag veröffentlichten Entscheidung. (AZ: 8 K 2127/16.A)

evangelisch.de

Ein in Ibbenbüren lebender Syrer hatte dagegen geklagt, dass ihm vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nur ein „subsidiärer Schutzstatus“ zuerkannt wurde. Das Urteil ist den Angaben zufolge noch nicht rechtskräftig, eine Berufung beim Oberwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen ist möglich.

Die Richter seien davon überzeugt, dass den aus Deutschland nach Syrien zurückkehrenden Asylbewerbern „mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ein Verhör unter Anwendung von Foltermethoden drohe“, hieß es. Damit wolle das Regime die Flüchtlinge zwingen, ihre Ausreisegründe und mögliche Kenntnisse von Aktivitäten der oppositionellen Exilszene zu offenbaren.

weiterlesen

Wahl Dodo des Monats Oktober 2016

Dodo des Monats Oktober 2016 ©HFR
Dodo des Monats Oktober 2016 ©HFR

Das Jahr neigt sich seinem Ende entgegegen, die Anzahl religiöser Feierlichkeiten steigt, eben so der Blödsinn, welcher von Politik und Pfaffen geäußert wird. Die Kanzlerin empfiehlt ihrem Volke bestehende Ängste, Zweifel am, mit dem Islam durch die Benutzung von Blockflöten und das Abspielen religiöser Gesänge auszumerzen. Solcher Art Vorschläge lassen einen tiefen Einblick in die Gemütslage der CDU-Vorsitzenden zu. Ein Einblick der normal ausgerüstete Zeitgenossen erschrecken lässt.
Die Diskussion um einen möglichen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten geben uns einen guten Ausblick auf die begrenzten Horizonte deutscher Spitzenpolitik, von Navid Kermani, Margot Käßmann und Wolfgang Huber hörte man, Erzapostel Schick würde sogar einen islamischen Kandidaten, ganz demokratisch natürlich, unterstützen wollen.
Die einen wollen unter Muslimen missionieren die anderen Homos heilen. Nichts richtet das institutionalisierte Christentum so auf wie die Formen von Sexualität. Homosexuelle sind eine „perverse Form, ohne jedwede Dynamik“. Solche Aussagen kommen von zölibateren Pfaffen, in deren ehemaligen Bistum über 400 Missbrauchsfälle dokumentiert wurden, alles Einzelfälle und herbeigeredet von den Medien, natürlich. Da spürt man den Neid, offiziell nicht vögeln zu dürfen und laienhafte Schilderungen ans Glaubensvolk bringen zu müssen.

Hier sind die Kandidaten. Die Wahl ist bis zum 07.11.2016, 18:00 Uhr befristet. Die Widmung des Siegers erfolgt hier auf dem Blog. Viel Spaß!

  1.  Bund katholischer Ärzte, „Homo-Heiler mit Theologie.“
  2.  Ludwig Schick, „alles, nur kein Ungläubiger als Bundespräsident.“
  3.  Susanne Kummer, „mit katholischer Pseudowissenschaft zum Thema Bioethik.“
  4.  Reiner Haseloff, „hält den christlichen Glauben im Osten für wichtig.“
  5.  Heinrich Bedford-Strohm, „billige Ausreden zum Brustkreuz in Jerusalem.“
  6.   Heinz Josef Algermissen, „Vater, Mutter, Kind. Wann stellt er die seinen vor?
  7.  Gregor Maria Hanke, „möchte in der Zivilehe mitreden dürfen.“
  8.  Günther Beckstein, „möchte Muslime missionieren, auf nach Raqqa.“
  9.  Heiner Koch, „ihm gelingt die Verbindung von Strafzettel und Buße.“
  10.  Angela Merkel, „mit Blockflöte und christlichen Schlachtgesängen gegen den Islam.“
  11.  Thea Dorn, „möchte den Literaturnobelpreis für den Judenhasser Luther.“
  12.  Gerhard Ludwig Müller, „Atheisten, Schwule, Lesben, und die Domspatzen, alles übelste Einzelfälle.“
  13.  Bodo Ramelow, „im Papstwahn.“

Weiterlesen „Wahl Dodo des Monats Oktober 2016“

Vampire Stars and Franken-Galaxies: The Spookiest Things in Outer Space

Image: NASA/STScI Digitized Sky Survey/Noel Carboni
Image: NASA/STScI Digitized Sky Survey/Noel Carboni
Halloween is all about irreverently confronting our greatest fears, from the inevitability of death to the slow march of candy-induced tooth decay. But though witches, ghosts, zombies, chainsaw-massacres, and Trump masks make for adequately scary symbols of the season, they pale in comparison to the frightfest offered by the wider universe.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

Out there beyond our skies, galaxies eat each other alive and the light of long-dead stars shines on like a spectral cemetery. There are eerie pareidolic apparitions written with the guts of exploded stars, and worlds more hellish than anything dreamed up on our tranquil little planet.

In that spirit, here’s our guide to some of the most Halloweeny of astronomical phenomena, running the gamut from flesh-vaporizing lava planets to Orwellian nightmare nebulas. Enjoy the good old-fashioned existential cosmic dread.

Zombie Stars

We have zombie movies, zombie television shows, zombie comic books, zombie games, zombie reboots of classic literary works, and “Zombie” by the Cranberries. Should we draw the line at zombie stars?

No, said the universe. The term “zombie” has been applied to a few different types of star systems, but the most well-known scenario involves a low-mass white dwarf star exploding in a Type Iax supernova, which means that the star survives what is normally a fatal blast. After that, it is deemed an undead zombie star.

read more

%d Bloggern gefällt das: