Menschenrechtsexperte Bielefeldt warnt vor religiöser Abschottung


Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Der gerade aus dem Amt geschiedene UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit, Heiner Bielefeldt, sieht beim Umgang mit religiösen Konflikten einen Rückfall in jahrhundertealte Denkweisen.

evangelisch.de

Territorium und Religion würden wieder häufiger verklammert, sagte Heiner Bielefeldt am Dienstag in Berlin. Territorien würden religiös oder religiös-kulturell markiert. „Das halte ich für fatal“, sagte er.

Der katholische Theologe und Professor für Menschenrechtspolitik nannte als Beispiel die Abspaltung des christlich geprägten Südsudan vom muslimisch geprägten Norden. Ein neuer Staat sei entlang einer Grenze von Religion gezogen worden. „Das Ergebnis ist nicht ermutigend“, sagte er mit Blick auf die gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Ebenso warnte Bielefeldt vor einer Abschottung westlicher Staaten vor muslimischen Zuwanderern, indem man sich auf eine jüdisch-christliche Kultur berufe, „als wäre dieses Verhältnis über 2.000 Jahre von Harmonie geprägt gewesen“. Diese Art der Abgrenzung gegenüber dem Islam, der auch über den Begriff „Leitkultur“ vermittelt werde, sei eine symbolische Abstandnahme gegenüber mutmaßlich fremden religiösen Einflüssen.

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