Mosul: Schiitische Milizen und Türkei auf Konfrontationskurs


Bild: heise.de/TP
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Irakische Einheiten sind bereits in Mosul eingedrungen, aber die unterschiedlichen Interessen in der Anti-IS-Koalition vertiefen mit den Erfolgen die Unvereinbarkeiten

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Es war von vorneherein klar, dass die Befreiung von Mosul von den Kämpfern des „Islamischen Staats“ bis zu den Grenzen der Großstadt schnell vorankommen würde. Erwartet wurde, dass es dann wochen- oder monatelange Kämpfe geben könnte und die Stadt weitgehend durch die Bombardierung und die Sprengungen des IS in Schutt und Asche liegen könnte. Angeblich soll der IS bereits Mosul nicht mehr als Hauptstadt des Kalifats bezeichnen, verletzte IS-Kämpfer würden aus den Krankenhäusern in Mosul weggeschafft. Möglicherweise bereitet sich der IS auf einen Rückzug vor.

Jetzt scheinen die Truppen überraschend schnell voranzukommen. So sollen irakische Truppen im Südwesten der Stadt in das Viertel Judaidat al-Mufti eingedrungen sein. Gemeldet wird, irakische Sonderheiten des Counter-Terrorism Service (CTS) hätten bereits im Osten die Stadtgrenze von Mosul überschritten und seien in den Stadtteil Gogjali vorgedrungen, wo sich auch ein Fernsehsender befindet. Berichtet wurde von schweren Kämpfen. Im Norden und Osten rücken die Peschmerga Richtung Mosul vor. Sie sollen allerdings ebenso wie die schiitischen Milizen nicht in die Stadt eindringen. Der Sprecher des irakischen Innenministeriums, der Brigadegeneral Brigadier General Saad Moen, sagte gestern, es würden in den befreiten Dörfern um Mosul und in den Stadtteilen Polizeistationen und Zivilverteidigungszentren eingerichtet. Das Innenministerium sei für die befreiten Gebiete zuständig.

Betont wurde auch in US-Medien, dass die irakischen Sonderheiten Counter-Terrorism Service (CTS) von US-Truppen des ausgebildet wurden und auch während der Offensive begleitet werden. Schon am Montag das Pentagon berichtet, dass der Vormarsch erfolgreich sei und dass die von der US-geführten Koalition mit Luftangriffen unterstützten irakischen Soldaten und Peschmerga-Kämpfer das Momentum im Augenblick hätten, also im Vorteil und Vorrücken seien. Bei Luftangriffen am Dienstag seien vier Einheiten von IS-Kämpfern bombardiert, neun Fahrzeuge, eine Fahrzeugbombe und eine Fahrzeugfabrik zerstört, 20 Fahrzeuge beschädigt und ein Tunnel getroffen worden. Ob dabei auch Zivilisten oder zivile Ziele getroffen wurden, wird wie üblich nicht berichtet.

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