Parteitag in München: CSU verabschiedet AfD-Programm

Das neue Grundsatzprogramm der Christlich-Sozialen Union wurde am Samstag in München einstimmig verabschiedet (Bild: CSU)
Das neue Grundsatzprogramm der Christlich-Sozialen Union wurde am Samstag in München einstimmig verabschiedet (Bild: CSU)
Das neue Grundsatzprogramm der Christsozialen wendet sich gegen „Frühsexualisierung“, „Gender-Ideologie“ und „jegliche Relativierungsversuche“ der Ehe zwischen Mann und Frau.

Von Micha Schulze | QUEER.DE

Auf ihrem Parteitag in München hat die CSU am Samstag einstimmig ein neues Grundsatzprogramm verabschiedet. Das 42-seitige Papier unter dem Titel „Die Ordnung“ stellt eine deutsche „Leitkultur“ und den „starken Staat“ in den Mittelpunkt und erinnert, vor allem in queerpolitischen Fragen, stark an die AfD.

„Der Staat muss die Erziehungshoheit der Eltern respektieren“, heißt es etwa im neuen Programm der Christsozialen. „Eine Gesellschafts- und Bildungspolitik, die Gender-Ideologie und Frühsexualisierung folgt, lehnen wir ab.“ Mit denselben Schlagworten machen die Rechtspopulisten und die sogenannte Demo für alle derzeit Front gegen die neuen Sexualkunde-Richtlinien im schwarz-grün regierten Hessen.

Bekenntnis zur „Ehe von Mann und Frau“

Der Staat soll zudem für die heterosexuelle Kleinfamilie werben, was zumindest nach Auffassung der CSU keine anderen Lebensweisen diskriminiert: „Wir stehen zum Leitbild von Ehe und Familie, ohne die Vielfalt der Lebenswirklichkeit auszugrenzen. Das von der Mehrzahl der Menschen gelebte Modell der klassischen Familie mit Mutter, Vater und Kindern muss auch in Zukunft als solches vermittelt werden, ohne andere Formen der Familie zurückzusetzen.“

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Türkei: Union will Mandat für Incirlik verlängern

Das Incirlik-Mandat soll verlängert werden. Foto: dpa
Das Incirlik-Mandat soll verlängert werden. Foto: dpa
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Franz Josef Jung lehnt einen Abzug trotz der jüngsten Verhaftungen in der Türkei ab. Es könnte aber sein, dass die Entscheidung vertagt wird.

Von Markus Decker | Frankfurter Rundschau

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und ehemalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat es trotz der jüngsten Entwicklung der Türkei hin zu einer Diktatur abgelehnt, den Luftwaffenstützpunkt der Bundeswehr im türkischen Incirlik zu räumen, von wo aus sich Tornado-Flugzeuge am Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) in Syrien beteiligen. „Jetzt, wo es im Kampf gegen den IS in die Endphase geht, dürfen wir die internationale Allianz nicht im Stich lassen“, sagte er dieser Zeitung. „Wir müssen diplomatischen Druck auf die Türkei ausüben, aber dürfen jetzt nicht Incirlik räumen.“ Jung fügte hinzu: „Ich gehe davon aus, dass es dafür eine Mehrheit in der Koalition geben wird.“

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„Erdbeben ist Strafe Gottes“: Italienischer Priester sorgt für Eklat

Der Vatikan reagiert hart auf Aussagen eines Priesters, der im Rahmen einer Sendung des erzkatholischen Radiosenders „Radio Maria“ das Erdbeben in Mittelitalien als „Strafe Gottes“ bezeichnet hatte. Gott habe die Italiener mit dem Erdbeben für die jüngst beschlossene Legalisierung von homosexuellen Lebenspartnerschaften strafen wollen, so ein Mitarbeiter des Radiosenders, Pater Giovanni Cavalcoli.

derStandard.at

Der vatikanische Innenminister Erzbischof Angelo Becciu bezeichnete die Worte des Priesters als „beleidigend für Gläubige und skandalös für Nicht-Gläubige“. Becciu entschuldigte sich bei den durch die schweren Erdbeben der vergangenen Woche obdachlos gewordenen Menschen. Der Papst sei ihnen nahe, versicherte der Erzbischof. „Wer von ‚Radio Maria‘ aus von einer göttlichen Strafe spricht, beleidigt den Namen der Muttergottes, die Gläubige als barmherzige Mutter betrachten“, sagte Becciu.

Chefredakteur auf Distanz

Zu Cavalcolis Aussagen, die empörte Reaktionen auslösten, ging auch der Chefredakteur von „Radio Maria“, Livio Fanzaga, auf Distanz. Cavalcoli habe eine persönliche Meinung ausgedrückt, die keineswegs jener des Radiosenders entspreche.

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Gender-Deutsch an Unis: Professx trifft Student*innen

© Reuters Eine Sprachform für jedes Geschlecht - ist das Quatsch?
© Reuters Eine Sprachform für jedes Geschlecht – ist das Quatsch?
Politisch korrekt oder unsäglich? Sogenanntes Gender-Deutsch treibt Befürworter und Gegner auf die Barrikaden. Der Ton an den Unis wird rauher.

Von Josefine Janert | Frankfurter Allgemeine

Nicht nur in der Wirtschaft, auch an deutschen Hochschulen gibt es mittlerweile regelmäßige Mitarbeitergespräche. Wenn es nach der Gleichstellungsbeauftragten der Universität zu Köln geht, sollten diese aber anders genannt werden. In einem Grundsatzpapier mit dem Titel „ÜberzeuGENDERe Sprache“, das auf ihrer Homepage steht, schlägt die Sozialpädagogin Annelene Gäckle folgende Alternativen vor: „Mitarbeitendengespräche, MitarbeiterInnengespräche, Mitarbeiter/innengespräche, Mitarbeiter_innengespräche, Mitarbeiterinnengespräche“. Der Unterstrich, der sogenannte Gender-Gap, soll signalisieren, dass das Wort alle Menschen meint, also auch Personen, die sich nicht eindeutig dem männlichen oder dem weiblichen Geschlecht zuordnen. Das Sternchen in „Mitarbeiterinnengespräche“ steht ebenfalls für alle Geschlechter, es sei „eine weitere sprachliche Repräsentationsform jenseits des binären Systems“, wie es akademisch-kompliziert in dem Papier heißt.

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Bundesamt: Weniger als 300.000 neue Flüchtlinge 2016

Knapp 300.000 Flüchtlinge werden Deutschland in diesem Jahr erreichen, schätzt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Dazu müssten aber die Türkei, Griechenland und Italien die entsprechenden Absprachen einhalten.

evangelisch.de

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) rechnet mit deutlich weniger als 300.000 neuen Flüchtlingen in diesem Jahr. Voraussetzungen dafür seien jedoch, dass das Abkommen mit der Türkei halte und die Absprachen mit Griechenland und Italien verlässlich funktionierten, sagte Bundesamtschef Frank-Jürgen Weise dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) in Halle.

Weise sprach sich gegen ein Bundesmigrationsministerium aus. Nach seiner heutigen Erfahrung würde er dazu „eher nein“ sagen. Viele Themen rund um die Flüchtlingsfrage müssten zwischen Bund, Ländern und Kommunen bearbeitet werden. „Ein Amt, das in einer modernen Form arbeitet, nämlich sich abstimmt mit allen Beteiligten und dann in seinem Bereich gute Arbeit macht, ist der bessere Weg.“

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Immer weniger Katholiken in Bayern

Bild: BR.de
Bild: BR.de
Noch sind sie in der Mehrheit, doch es wird eng für Bayerns Katholiken: Seit 1970 sinkt ihre Zahl stetig. Besonders katholisch sind noch die Niederbayern – den Negativrekord hält Geslau im mittelfränkischen Landkreis Ansbach.

Von Martin Jarde | BR.de

In der kleinen Gemeinde mit 1322 Einwohnern gibt es gerade einmal 68 Katholiken, das sind fünf Prozent der Gesamtbevölkerung. Nach der Definition des Bonifatiuswerks, das katholische Christen überall dort unterstützt, wo sie in einer extremen Minderheitensituation ihren Glauben leben, könnte man Geslau daher als Diaspora (Katholiken-Anteil unter zwölf Prozent) bezeichnen.

Besonders wenig Katholiken in großen Städten

Auf diese Idee wird das Bonifatiuswerk in Bayern zwar noch nicht kommen: Insgesamt lebten 2015 im Freistaat noch 51,2 Prozent Katholiken. Beim Zensus 2011 waren es noch 53,9 Prozent, bei der Volkszählung 1970 betrug ihr Anteil 70,4 Prozent. Besonders schlecht schneiden die großen Städte ab. Weniger Katholiken gibt es auch in den traditionell evangelisch geprägten Regierungsbezirken Ober- und Mittelfranken.

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Salzburg: Männer ließen Drachen mit NS-Symbolen steigen

Aufmerksame Passanten haben am Freitagnachmittag in der Stadt Salzburg die Polizei gerufen, weil zwei Männer am Müllnersteg einen Flugdrachen mit nationalsozialistischen Symbolen steigen ließen.

derStandard.at

Die beiden 21-jährigen Salzburger hatten dazu den handelsüblichen Drachen im Adler-Design zusätzlich in roter Schrift mit der Zahl „88“, einem „Eisernen Kreuz“, einem Hakenkreuz und „SS-Runen“ bemalt.

In der Wohnung der beiden fanden sich später weitere Gegenstände, die laut Polizei „auf eine nationalsozialistische Gesinnung“ der beiden hindeute, etwa Hitlerbilder. Einer der zwei Verdächtigen ist in der rechten Szene Salzburgs kein Unbekannter. Er war erst Anfang Februar 2016 wegen Wiederbetätigung vom Landesgericht verurteilt worden.

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Militärischer Abschirmdienst: 20 Islamisten in der Bundeswehr enttarnt

Jeder Bewerber für den Soldatendienst soll einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden. Foto: dpa
Jeder Bewerber für den Soldatendienst soll einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden. Foto: dpa
Islamisten bewerben sich einem Medienbericht zufolge gezielt bei der Bundeswehr, um dort eine militärische Ausbildung zu erhalten.

Frankfurter Rundschau

Der Militärische Abschirmdienst (MAD) hat 20 Islamisten in der Bundeswehr enttarnt. Darüber hinaus würden 60 Verdachtsfälle verfolgt, teilte der Militärnachrichtendienst den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag) mit. In „islamistischen Kreisen“ werde der Dienst in der Bundeswehr befürwortet, um den Umgang mit Waffen zu lernen. Es bestehe die Besorgnis, „dass gewaltbereite Extremisten der Propaganda Folge leisten“.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will deshalb nach Informationen der Funke Mediengruppe ab Juli 2017 jeden Bewerber für den Soldatendienst einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen. Darüber werde der Bundestag schon in der kommenden Woche beraten. Die Bundeswehr rechne mit 20.000 Sicherheitsüberprüfungen zusätzlich im Jahr.

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‘Mortal sin’ to vote Democratic, says San Diego Catholic church flier, linking Hillary Clinton to Satan

Hillary Clinton is carrying out the work of Satan and Catholics who vote Democrat are going to hell. That’s the message of a recent bulletin at a San Diego Catholic church.
Hillary Clinton is carrying out the work of Satan and Catholics who vote Democrat are going to hell. That’s the message of a recent bulletin at a San Diego Catholic church.
The Sunday bulletin of San Diego’s Immaculate Conception Catholic Church on Oct. 16 wasn’t very different from all the others.
Seven pages. A welcome to newcomers. A Mass schedule.

By Roxana Popescu | The Washinton Post/Church and State

But there, between the prayers of healing for the ill and the deployed and a reminder about a parent-child chastity luncheon for ages 11 and up, was an extra flier.

On it was printed a memo, written in Spanish and English, and titled, in part, “How to vote like a Catholic.”

“It is a mortal sin to vote Democrat . . . immediately after death the souls of those who die in a state of mortal sin descend into hell,” the flier said, as reported by the San Diego Union-Tribune.

The flier listed five political topics that will guarantee damnation for anyone who endorses them, the newspaper reported.

What are those mortal issues? Abortion, same-sex marriage, euthanasia, human cloning and embryonic stem-cell research.

Warnings from the church, which is in Old Town, the city’s historic district, escalated Oct. 30.

The message that day specifically mentioned Hillary Clinton, linking her to the famed late community organizer Saul David Alinsky, whom it described as a tool of “Satan” and “the devil.”

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Donald Trump and Hillary Clinton appeared at the Alfred E. Smith Memorial Foundation dinner, which benefits Roman Catholic charities, at the Waldorf Astoria hotel in New York City.
Donald Trump and Hillary Clinton appeared at the Alfred E. Smith Memorial Foundation dinner, which benefits Roman Catholic charities, at the Waldorf Astoria hotel in New York City.

Verfassungsschutz: Jeder 15. Moscheeverein salafistisch beeinflusst

Bild: WDR.de
Bild: WDR.de
Jeder 15. Moscheeverein in NRW ist nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes salafistisch beeinflusst. Von den 850 Moscheevereinen seien dies 55, sagte NRW-Verfassungsschutz-Chef Burkhard Freier am Freitag (04.11.2016) dem WDR-5-Morgenecho. Das entspricht 6,5 Prozent der Vereine.

WDR.de

Diese Vereine würden vom Verfassungsschutz beobachtet. „In den Moscheen finden häufig nur die Anbahnungen und die ersten Gespräche statt, die eigentliche Radikalisierung nicht mehr“, sagte der Chef des NRW-Verfassungsschutzes.

Kinderehen

Bild: DIE KOLUMNISTEN
Bild: DIE KOLUMNISTEN
Seit voriger Woche wird intensiv über den Umgang mit Kinderehen gestritten. Leider weniger mit Argumenten, stattdessen mit wohlfeilem Gepöbel gegen Justizminister Maas. Dabei wäre gerade bei diesem Thema eine ruhige Debatte wünschenswert.

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Die Diskussion wird mit harten Bandagen geführt. Joachim Steinhöfel, ein Medien- und Wettbewerbsrechtsanwalt aus Hamburg, hat Justizminister Maas eine Breitseite verpasst. Am 28.10.2016 titelte er auf „Tichys Einblick“

Maas will mit Kinderehen Kindesmissbrauch legalisieren

Das ist zwar nicht richtig, aber wen kümmern schon Fakten, wenn man den Bundesjustizminister bashen kann? Joachim Steinhöfel bezieht sich auf einen Bericht des SPIEGEL, in dem dieser über einen Gesetzentwurf berichtet.  Dass er selbst den Entwurf gesehen hätte, behauptet er nicht einmal. Und natürlich fand diese reichlich extreme Missinterpretation des bisher unveröffentlichten Entwurfs große Zustimmung unter denjenigen, die wahlweise den Bundesjustizminister oder aber auch Flüchtlinge verabscheuen.

Ein Grund sich das Problem der Kinderehen einmal in aller Ruhe zu widmen.

„Das Ausländerzentralregister verzeichnete im Juli 1475 verheiratete Jugendliche in Deutschland; 361 davon sind jünger als 14 Jahre, 120 sind 14 oder 15 Jahre alt.“

schreibt der SPIEGEL.

Ehefähigkeitsalter

Das hängt damit zusammen, dass in verschiedenen vorwiegend islamischen Ländern eine Eheschließung von Kindern möglich ist. In Deutschland darf man bisher frühestens mit 16 Jahren heiraten, sofern der andere Partner volljährig ist und das Familiengericht eine Befreiung vom normalen Ehefähigkeitsalter, das 18 Jahre beträgt, erteilt. So steht das im Gesetz.

Und so ist das mehr oder weniger in den meisten westlichen Staaten geregelt. Eine erstaunliche Ausnahme macht der Vatikanstaat, der in can. 1083 CIC das Mindestalter für Frauen auf 14 und für Männer auf 16 Jahre festlegt. Ob es da allerdings tatsächlich solche Kinderehen gibt, weiß ich nicht, glaube ich auch nicht. In Gretna Green kann man auch heute noch mit 16 Jahren heiraten und einige tun das. Darunter läuft in Europa gar nichts.

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Das letzte Symbol der Republik

HP von Cumhuriyet.tr. Screenshot: bb
HP von Cumhuriyet.tr. Screenshot: bb
Die türkische Regierung hat Abgeordnete der prokurdischen Oppositionspartei HDP verhaften lassen. Zuvor waren Journalisten der regierungskritischen Zeitung Cumhuriyet festgenommen worden. Für Cem Sey, der selbst früher für die Zeitung gearbeitet hat, ist das Ende der türkischen Republik gekommen

Von Cem Sey | Cicero

Die Handflächen werden feucht. Beine und Füße machen fahrige, nervöse Bewegungen, als das Gehirn verstanden hat. Den alten, kompakten Mann, den drei sonnenbebrillte Zivilbeamte an beiden Armen zum Polizeiauto zerren, kenne ich doch? Das ist doch unser Haus!? Der Mann, der gerade abgeführt wird, und den die türkischen Fernsehbilder zeigen, ist mein Onkel Aydin Engin. Mein Magen verkrampft sich und ich weiß in dieser Sekunde: Dies ist das Ende der Türkischen Republik. Nach 93 Jahren und 6 Tagen ist Schluss mit der anatolischen Moderne.

Engin, 78, gehörte in den vergangenen Monaten zu den Mitarbeitern und Autoren der Tageszeitung Cumhuriyet. Er hatte sie nach Can Dündars Verhaftung einige Wochen lang als Chefredakteur durch die Wirren dieses bizarren Militärputsches und seinen immer groteskeren Nachwehen geführt. Sein Nachfolger, Murat Sabuncu, war erst Anfang September Chefredakteur geworden. Auch er und der klarsichtige Kolumnist Kadri Gürsel wurden am vergangenen Freitag verhaftet.

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Rechter Terror: Extremistisch, bewaffnet und gewaltbereit

Ein Neonazi hebt in Freital die Hand zum Hitlergruß in Richtung von Gegendemonstranten - es bleibt folgenlos. Foto: imago
Ein Neonazi hebt in Freital die Hand zum Hitlergruß in Richtung von Gegendemonstranten – es bleibt folgenlos. Foto: imago
Experten warnen, dass sich im Pegida-Umfeld neue Strukturen für rechten Terror entwickeln könnten. Erste Anzeichen gibt es bereits.

Von Andreas Förster | Frankfurter Rundschau

Es war früh um vier Uhr, als am 19. April 200 Einsatzkräfte eine rechtsterroristische Gruppe im sächsischen Freital aushoben. Bei dem Einsatz wurden fünf Angehörige einer selbsternannten Bürgerwehr mit dem Namen „Gruppe Freital“ verhaftet. Die Gruppe hatte Anschläge auf Flüchtlingsheime begangen, Asylhelfer angegriffen und weitere Attentate vorbereitet. Die Bundesanwaltschaft wirft den mutmaßlichen Tätern daher neben der Bildung einer terroristischen Vereinigung auch versuchten Mord in mehreren Fällen vor.

Einen Glücksfall nennt die Dresdner Rechtsanwältin Katie Lang den Umstand, dass die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen in diesem Fall an sich gezogen hat. Zwar hatte die sächsische Justiz auch schon ermittelt, nachdem die „Gruppe Freital“ zwischen September und Oktober 2015 drei Sprengstoffanschläge auf bewohnte Flüchtlingsheime und ein alternatives Wohnprojekt durchgeführt hatte. Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden aber behandelte den Fall nicht als Terrorismus, wie Anwältin Lang kürzlich auf einer von der Linken-Bundestagsfraktion in Berlin organisierten Rechtsterrorismus-Tagung sagte.

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„In der Türkei ist jeder zweite ein potenzieller ‚Terrorist‘, so lächerlich ist die Situation“

 Verhaftungswelle gegen kurdische Oppositionelle: Die HDP-Politikerin Sebahat Tuncel wird in der Kurdenmetropole Diyarbakir von der Polizei abgeführt. © Ilyas Akengin/AFP
Verhaftungswelle gegen kurdische Oppositionelle: Die HDP-Politikerin Sebahat Tuncel wird in der Kurdenmetropole Diyarbakir von der Polizei abgeführt. © Ilyas Akengin/AFP
In der Türkei steigt der Druck auf Regierungskritiker und Kurden. Esra Mungan, Dozentin in Istanbul und selbst im Visier der türkischen Justiz, spricht im stern-Interview über die Lage in ihrem Land und den zerstörten Ruf Europas.

Interview Marc Drewello | stern.de

Frau Mungan, Anfang des Jahres haben Sie gemeinsam mit mehr als 1000 Wissenschaftlern eine Petition mitorganisiert und unterzeichnet, in der die türkische Regierung aufgefordert wurde, ihre „Vernichtungs- und Vertreibungspolitik“ im kurdisch geprägten Südosten des Landes zu beenden und die Friedensverhandlungen mit den Kurden wieder aufzunehmen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat ihnen deshalb „Verrat“ vorgeworfen, es läuft ein Prozess wegen angeblicher „Propaganda für eine Terrororganisation“ gegen Sie – und Ankaras Feldzug gegen die Kurden geht weiter. Nun hat die türkische Polizei sogar mehrere Abgeordnete der pro-kurdischen HDP festgenommen, darunter die beiden Vorsitzenden der Oppositionspartei. Warum geht die türkische Justiz so hart gegen die HDP vor?

Der „Feldzug gegen die Kurden“, wenn ich Ihren Ausdruck benutzen darf, hatte eigentlich nie aufgehört. Zum Beispiel im Jahr 2009 wurden tausende von kurdischen Politikern verhaftet. Dies war die Zeit der Fethullah Gülenists. Und heute, nachdem nun die gleiche Bewegung von der Regierung als Erzfeind ernannt ist, sind wir Augenzeugen der Verhaftung von Abgeordneten, die sechs Millionen Stimmen in der gesamten Türkei vertreten!

Damals aber kümmerten sich die Meisten im Westen der Türkei nicht sehr um diese Ereignisse. Sehr viele sogar, die sich als Demokraten ansahen, hatten jene Unterdrückungen sich selbst gegenüber immer irgendwie verteidigen oder zumindest trivialisieren können. Schon damals hatte man gewarnt, dass jegliche Unterdrückung in den kurdischen Gebieten mit Sicherheit eines Tages auch weitverbreitet im Westen der Türkei erlebt werden wird, weil das Problem nicht nur die Kurden sind, sondern die Forderungen nach Demokratie, Freiheit und Gleichheit. Dass jene Prophezeiung richtig war, konnten wir leider sofort 2013 während der Gezi-Proteste sehen. Selbstverständlich hatten jegliche links-orientierte Gruppen und/oder die alevitische Bevölkerung gewaltsame Unterdrückungen schon längst erlebt, auch im Westen, aber auch diese Gruppen wurden ständig als marginal bezeichnet.

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Dänische Polizei nimmt Flüchtlingen knapp 16.000 Euro ab

Das Gesetz war hoch umstritten, doch die Auswirkungen sind bisher überschaubar: Die dänische Polizei hat Flüchtlingen nach der Verschärfung der Asylregeln im Februar bisher Bargeld im Gesamtwert von 117.600 Kronen (15.805 Euro) abgenommen.

derStandard.at

Das Gesetz zur Beschlagnahmung von Wertgegenständen oberhalb eines Wertes von 10.000 Kronen (1340 Euro) sei erstmals Ende Juni angewandt worden, erklärte die dänische Polizei am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP.

Damals mussten fünf iranische Flüchtlinge der Polizei insgesamt knapp 80.000 Kronen aushändigen. Am 14. Juli musste demnach eine iranische Familie 10.300 Kronen bezahlen, gefolgt von einem algerischen Flüchtling, dem Anfang August 19.700 Kronen abgenommen wurden.

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Hessen: Sexualkunde-Lehrplan spaltet die CDU

Hans-Jürgen Irmer (CDU) schürt Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des Sexualkunde-Lehrplans. Foto: dpa
Hans-Jürgen Irmer (CDU) schürt Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des Sexualkunde-Lehrplans. Foto: dpa
In der hessischen CDU-Fraktion grummelt es anscheinend wegen des neuen Sexualkunde-Lehrplans. Das berichtet der Abgeordnete und frühere bildungspolitische Sprecher Hans-Jürgen Irmer in einem Artikel für seine Gratiszeitung „Wetzlar-Kurier“.

Von Pitt von Bebenburg | Frankfurter Rundschau

Darin heißt es wörtlich, wenn auch nicht grammatikalisch korrekt: „Die Inhalte des Lehrplans hat auch zu einigen Irritationen bei einer Reihe von Abgeordneten geführt, die Probleme mit der Akzentverschiebung – weg von der Familie – haben.“ In dem Lehrplan wird die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Lebensweisen als Ziel formuliert. Im Vorgängerlehrplan war von „Toleranz“ die Rede gewesen.

Irmer bedauert, dass „das Primat von Ehe und Familie nicht mehr in dem Maße“ gelte. Zudem wendet sich der CDU-Politiker gegen die Möglichkeit, „Lobbyistengruppen“ in den Unterricht einzubeziehen. Damit bezieht er sich auf das „Schlau-Projekt“, bei dem junge Schwule, Lesben oder Transsexuelle in Klassen über ihr Coming-out berichten.

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USA: Nachfrage nach Exorzisten steigt

Scrshot brightsblog
Scrshot brightsblog
Er erhalte etwa 20 Anfragen pro Woche, sagt Vincent Lampert. Die Abwendung von Gott ist in seiner Einschätzung ein wichtiger Faktor für das zunehmende Interesse an und Befreiungsgebeten.

kath.net

Der Bedarf an Exorzisten ist in den USA im Steigen begriffen. Das sagt Vincent Lampert, ein Priester der katholischen Pfarre St. Malachias in Brownsburg (US-Bundesstaat Indiana). Lampert ist ein vom Bischof beauftragter Exorzist.

Er selbst erhalte etwa zwanzig Anfragen pro Woche, sagt Lampert. Allerdings würden nur zehn Prozent der Personen die sich an ihn wenden tatsächlich einen Exorzismus benötigen. Nicht alle Fälle seien gleich schwer. Meistens genügten weniger intensive Befreiungsgebete, um den Menschen zu helfen. Er habe erst in drei Fällen mit dämonischer Besessenheit zu tun gehabt, sagt Lampert.

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Sensationeller Fund im Outback – Geschichte Australiens muss umgeschrieben werden

 Ein Fund beweist: Bereits vor 49.000 Jahren bewohnten Menschen die australische Gebirgskette Flinders Ranges. © Picture Alliance/DPA
Ein Fund beweist: Bereits vor 49.000 Jahren bewohnten Menschen die australische Gebirgskette Flinders Ranges. © Picture Alliance/DPA
Auf der Suche nach einem stillen Örtchen machte ein Australier eine sensationelle Entdeckung. In einer Höhle stieß er auf die Überreste der ältesten menschlichen Siedlung der Region. Ein Fund, der die prähistorische Geschichte des Kontinents neu schreibt.

stern.de

Ein erstaunlicher Zufall hat zu einer sensationellen historischen Entdeckung im australischen Outback geführt. Clifford Coulthard arbeitete zusammen mit dem Archäologen Giles Hamm eigentlich an der Vermessung der nördlichen Region der Gebirgskette Flinders Ranges. Auf der Suche nach einem ruhigen Plätzchen, um sich zu erleichtern, machte er einen kleinen Abstecher und stieß dabei auf die Reste der ältesten Menschensiedlung, die in Südaustralien jemals entdeckt wurde.

Wie der australische Sender ABC News berichtet, befindet sich der Fund in einer Felsenschlucht rund 550 Kilometer nördlich von Adelaide und gilt jetzt schon als einer der bedeutendsten prähistorischen Zeugnisse des Landes. Denn die Höhlenbehausung zeigt, dass die Aborigines bereits vor 49.000 Jahren die Gegend bewohnten – also rund 10.000 Jahre länger als bislang angenommen.

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For Those with HIV, Cigarettes Have Become More Dangerous Than the Actual Virus

Aids-Virus, Bild: scrape TV
Aids-Virus, Bild: scrape TV
In 1982, when the CDC first began using the term AIDS, Philip Morris was in its 29th year of record-breaking profits. Despite decades of ever-increasing doomsaying, smoking was still pretty normal—a fact of life on airplanes and buses and in restaurants. Much of the world still bore a grody yellow tinge.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

An HIV infection then was a death sentence. HIV would certainly lead to AIDS, which would in turn open the body to catastrophic encounters with opportunistic infections. This picture began to change dramatically in mid-1990s with the advent of antiretroviral therapy (ART). HIV is now a manageable condition, requiring maintenance on par with, say, diabetes (as oft remarked), but otherwise allowing a pretty normal life. Cigarettes, meanwhile, are still cigarettes. They are about as deadly now as they were then.

According to a study out this week in the the Journal of Infectious Diseases, those with HIV infections who are also smokers are now more likely to die from smoking than anything related to HIV itself. In fact, among European populations smoking was found to reduce life expectancies among those with HIV by about twice as much HIV itself. In the US, where rates of HIV treatment adherence are generally worse, HIV and smoking are about equal in terms of (indirect) causes of death.

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