Politik und Protestantismus: Eine gefährliche Liebschaft

Lutherjahr

Weil die Berliner Republik den Menschen keine Hoffnung mehr geben kann, leiht sie sich die von der evangelischen Kirche. Warum sich Politik und Protestantismus zu nah sind in Deutschland. Eine Warnung

Von Andreas Öhler | ZEIT ONLINE

Landauf und landab luthert es in diesen Tagen. Für die evangelische Kirche, sonst gebeutelt von steigenden Austrittszahlen, scheint das Reformationsjubiläum mit einem gelungenen medialen Reckaufschwung zu beginnen. Das Zugeständnis des Staates an die evangelische Kirche, den Reformationstag 2017 zu einem bundesweiten Feiertag zu erklären, wurde von beiden Seiten mit einer erstaunlichen Selbstverständlichkeit goutiert. Und das, obwohl die Verfassung eine strikte Trennung von Kirche und Staat festschreibt. Als wären sie „ein Herz und ein Sparkassenbuch“, weckte dieser Schulterschluss beim EKD-Vorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm neue Begehrlichkeiten.

Er wünscht sich zunächst eine Revitalisierung des Buß- und Bettages, der 1995 der Pflegeversicherung geopfert worden war – jeder nicht arbeitsfreie Feiertag schenkt dem Staat nämlich Steuermillionen. Darüber hinaus würde er den Reformationstag als freien Tag bundesweit gern auf Dauer etablieren.

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Naturphänomen: Der (bislang) größte „Supermond“ des Jahrtausends

Am 14. November fallen zwei Phänomene zusammen: Ein Vollmond fällt in den Zeitraum, in dem der Mond der Erde außergewöhnlich nahe kommt Quelle: Flickr Vision
Am 14. November fallen zwei Phänomene zusammen: Ein Vollmond fällt in den Zeitraum, in dem der Mond der Erde außergewöhnlich nahe kommt Quelle: Flickr Vision
Am 14. November kommt der Vollmond der Erde so nah wie seit 1948 nicht mehr. Um dieses Naturschauspiel bewundern zu können, braucht man vor allem Glück mit dem Wetter.

Von Philipp Hummel | DIE WELT

Ein echtes Naturphänomen kündigt sich an. Bereits in wenigen Tagen ist es so weit. Am 14. November erlebt die Erde den größten „Supermond“ dieses Jahrtausends. Der Mond wird dabei so groß und vor allem hell erscheinen wie seit fast 70 Jahren nicht mehr. Nach dem in Dunkelheit gehüllten „Schwarzen Mond“ in der Halloween-Nacht gibt es dieses Mal tatsächlich etwas zu sehen.

Als „Supermond“ bezeichnet man eine Kombination zweier Ereignisse am Himmel. Erstens bewegt sich der Mond nicht auf einer runden Kreisbahn um die Erde, sondern auf einer Ellipse, einem gequetschten Kreis. Daher gibt es auf seiner Bahn Punkte, die näher, und solche, die ferner zur Erde liegen.

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How to Solve the Hardest Logic Puzzle Ever

Image: NAUTILUS
Image: NAUTILUS
While a doctoral student at Princeton University in 1957, studying under a founder of theoretical computer science, Raymond Smullyan would occasionally visit New York City. On one of these visits, he met a “very charming lady musician” and, on their first date, Smullyan, an incorrigible flirt, proceeded very logically—and sneakily.

By Brian Gallagher | NAUTILUS

“Would you please do me a favor?” he asked her. “I am to make a statement. If the statement is true, would you give me your autograph?”

Content to play along, she replied, “I don’t see why not.”

“If the statement is false,” he went on, “you don’t give me your autograph.”

“Alright …”

His statement was: “You’ll give me neither your autograph nor a kiss.”

It takes a moment, but the cleverness of Smullyan’s ploy eventually becomes clear.

A truthful statement gets him her autograph, as they agreed. But Smullyan’s statement, supposing it’s true, leads to contradiction: It rules out giving an autograph. That makes Smullyan’s statement false. And if Smullyan’s statement is false, then the charming lady musician will give him either an autograph or a kiss. Now you see the trap: She has already agreed not to reward a false statement with an autograph.

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Afghanistan: Heimkehr in eine Katastrophe

Sharbat Gula am Freitag vor dem Gericht in Peschawar. Foto: AFP
Sharbat Gula am Freitag vor dem Gericht in Peschawar. Foto: AFP
Am Montag wird Sharbat Gula nach einem vier Jahrzehnte umspannenden Leben als Flüchtling in ihre Heimat Pakistan zurückkehren. Sie stellt ein Beispiel für das ungewisse und unsichere Leben der Millionen von Vertriebenen in aller Welt dar.

Von Willi Germund | Frankfurter Rundschau

Die Welt lernte Sharbat Gula Mitte der 80er Jahre dank eines Titelfotos des Magazins „National Geographic“ schlicht als „afghanisches Mädchen“ kennen. Am Montag wird der damals etwa 14-jährige Teenager nach einem vier Jahrzehnte umspannenden ziellosen Leben als Flüchtling ein weiteres Mal in ihre Heimat zurückkehren. Präsident Ashraf Ghani will die heute etwa 45 Jahre alte, alleinstehende Mutter von vier Kinder persönlich empfangen, nachdem sie in Pakistan inhaftiert worden war und nachdem Kabuls Botschafter in Islamabad eine Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro für sie beglich und Gula schließlich aus Pakistan abgeschoben wurde.

In Kabul nennt man die Frau, die vor drei Jahrzehnten mit ihren unergründlichen grünen Augen und dem unbeweglichen Gesicht zum Symbol für den grausamen Krieg am Hindukusch wurde, eine „Nationale Ikone“. 5000 Rückkehrer kommen derzeit trotz des bevorstehenden Winters aus dem benachbarten Pakistan in Afghanistan an. Es werden bis zum Jahresende 1,5 Millionen Afghanen erwartet, die mehr oder weniger unfreiwillig zurückkehren. Die meisten kommen aus dem Iran oder Pakistan – diese Länder beherbergen seit den 80er Jahren sehr viel mehr Flüchtlinge, als im vergangenen Jahr Europa erreichten.

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Die seltsame Wiederauferstehung des Trofim Lyssenko

Trofim Lyssenko surft posthum auf der Epigenetik-Welle mit, doch Loren Graham holt ihn in seinem neuen Buch vom ideologisch zurecht gezimmerten Surfbrett. Loren Graham,
Trofim Lyssenko surft posthum auf der Epigenetik-Welle mit, doch Loren Graham holt ihn in seinem neuen Buch vom ideologisch zurecht gezimmerten Surfbrett. Loren Graham, „Lysenko’s Ghost. Epigenetics and Russia“. € 22,50 / 209 Seiten. Harvard Univ. Press, Cambridge 2016
Der US-Wissenschaftshistoriker Loren Graham zeigt am Beispiel des sowjetischen Genetik-Gegners Lyssenko den Missbrauch von schlechter Biologie durch Ideologie

Von Klaus Taschwer | derStandard.at

Es gab wohl keinen Forscher, der in der kurzen Geschichte der Sowjetunion mehr Schaden anrichtete als Trofim Denissowitsch Lyssenko. Der 1898 geborene Agrarwissenschafter wurde unter Stalin ab 1935 zur Schlüsselfigur in der Biologie und sorgte sowohl in der Landwirtschaft wie auch in der Genetik für Katastrophen.

Lyssenko, der aus bäuerlichen Verhältnissen stammte, war von den neuen genetischen Erkenntnissen, die aus dem Westen kamen, ganz und gar nicht angetan, egal, ob sie von Gregor Mendel, August Weismann oder Thomas Hunt Morgan kamen. Er vertraute stattdessen auf eine krude Theorie der Vererbung erworbener Eigenschaften. Lyssenko behauptete vor allem, Winterweizen könne schon im Frühjahr reif werden, wenn die Samen längere Zeit bei niedrigen Temperaturen gelagert werden.

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MP Haseloff: Tagträume im Gotteswahn

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat Staat und Kirche dazu aufgerufen, zusammen die Gesellschaft zu gestalten.

evangelisch.de

Kirche und Staat sollten „intensiv in gemeinsamer Verantwortung für die Menschen zusammenwirken“, sagte der Regierungschef am Sonntag in seinem Grußwort zur Eröffnung der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Magdeburg.

Er setze zudem darauf, dass Kirche ihre Botschaft und Werte so formuliere, dass auch die Menschen sie verstehen und zur Grundlage nehmen, die nicht gläubig seien, sagte Haseloff auch unter Verweis darauf, dass die beiden Kirchen im Osten Deutschlands nur wenige Mitglieder haben. Zudem müsse Religionsfreiheit auch für die gelten, die „zu uns kommen“, sagte Haseloff vor dem Kirchenparlament der EKD.

Der katholische CDU-Politiker zitierte den Linken-Politiker Gregor Gysi: Der habe gesagt, er könne sich eine Gesellschaft ohne Kirche und die von ihr vertretenen Werte nicht vorstellen.

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HDP warnt vor „Diktatur in der Türkei“

Bild: REUTERS
Bild: REUTERS
Die Lage in der Türkei spitzt sich zu. Die pro-kurdische Partei HDP beklagt „schwärzesten Angriff in der Geschichte unserer demokratischen Politik“.

Die Presse.com

Aus Protest gegen die Verhaftung ihrer Vorsitzenden und zahlreicher weiterer Abgeordneter in der Türkei hat die pro-kurdische HDP einen weitgehenden Boykott des Parlaments beschlossen. Die zweitgrößte Oppositionspartei im Parlament in Ankara teilte am Sonntag mit, sie ziehe sich zunächst aus allen Gesetzgebungsverfahren zurück. Über das weitere Vorgehen werde sie mit ihren Anhängern beraten.

Der HDP-Abgeordnete Ziya Pir sagte der Deutschen Presse-Agentur, eine denkbare Option sei die Aufgabe der 59 Mandate der Partei im Parlament. Vorerst werde die Fraktion sich aber weiter treffen.

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Alarmstufe Rot: Börsianer zittern vor Wahlsieg Trumps

foto: apa/afp/stan honda Nicht nur an der Wall Street herrscht Nervosität.
foto: apa/afp/stan honda Nicht nur an der Wall Street herrscht Nervosität.
Die US-Wahlen werfen ihre Schatten voraus, Experten fürchten eine böse Überraschung wie beim Brexit-Votum

Von Anika Ross, Patricia Uhlig | derStandard.at

Vor der Präsidentenwahl in den USA herrscht an den Börsen höchste Alarmbereitschaft. Ein Sieg des republikanischen Kandidaten Donald Tump könnte die Aktienmärkte ordentlich durchschütteln. Trump gilt als unberechenbar, seine politischen und wirtschaftlichen Pläne sind undurchsichtig. Jüngsten Umfragen zufolge könnte es am Dienstag auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Immobilienmilliardär und seiner für die Demokraten antretenden Rivalin Hillary Clinton hinauslaufen. Die Angst, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, ist groß bei Anlegern. Viele haben noch den Schock nach dem überraschenden Votum der Briten für den EU-Austritt vor Augen.

Sollte Trump das Rennen machen, wäre beim deutschen Leitindex Dax die Marke von 10.000 Punkten nicht zu halten, ist sich Aktienstratege Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets sicher. In der alten Woche verlor der Leitindex bereits gut vier Prozent. Auch an der Wall Street ging es bergab: Der Dow-Jones-Index verlor auf Wochensicht 1,5 Prozent, der S&P 1,9 und die Technologiebörse Nasdaq 2,8 Prozent.

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Bundespräsident: Wird es ein Konsenskandidat oder eine Kampfkandidatur?

Bei einem weiteren Treffen wollen die Chefs der Koalitionsparteien abermals über einen Nachfolger von Bundespräsident Joachim Gauck beraten. Steinmeiers Chancen als Konsenskandidat sind offenbar gesunken.

Frankfurter Allgemeine

Kurz vor dem möglicherweise entscheidenden Spitzentreffen der Parteichefs der großen Koalition bei der Suche nach einem Kandidaten für das Bundespräsidentenamt stehen die Zeichen eher auf Konfrontation. Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und CSU-Chef Horst Seehofer eine mögliche Kandidatur von Außenminister Frank-Walter Steinmeier für das Präsidentenamt nicht unterstützen.

Die SPD-Spitze um Parteichef Sigmar Gabriel und Fraktionschef Thomas Oppermann setzt hingegen weiter auf den Außenminister. Oppermann sagte der Zeitung: „Unsere Haltung bleibt klar: Als Bundespräsident kommt nur eine exzellente Persönlichkeit infrage. Frank-Walter Steinmeier ist dafür ein guter Maßstab.“

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RDF Talk – Volker Dittmar: Gibt es Argumente für Gott?

Wenn man den Glauben in den Rang einer Tugend erhebt, würde ein Beweis ihn nutzlos machen. Kann man einen Sachverhalt wissenschaftlich belegen, muss man nicht daran glauben, der Glauben wäre entbehrlich. In jedem Fall sollte man sich fragen – wie sollte ein Ungläubiger zum Glauben kommen? Das Problem wäre nicht lösbar, man braucht Argumente, Gründe, die überzeugend wirken.

Richard-Dawkins-Foundation

Homo rapiens

Harald Lesch, Klaus Kamphausen Die Menschheit schafft sich ab Verlag: Komplett-Media, Grünwald 2016 ISBN: 9783831204243
Harald Lesch, Klaus Kamphausen
Die Menschheit schafft sich ab
Verlag: Komplett-Media, Grünwald 2016
ISBN: 9783831204243

Der Mensch als Selbstzerstörer? Als Vernichter der gesamten Biosphäre? Steht es wirklich so schlimm; sind wir nichts weiter als eine Plage für die Erde?

Von Julia Schulz | Spektrum.de

Astrophysiker Harald Lesch, Moderator der ZDF-Reihe „Leschs Kosmos“, Autor und Mitbetreiber des Youtube-Channels „Urknall, Weltall und das Leben“, hat ein neues Buch geschrieben und versucht sich an einer ökologische Bestandsaufnahme. Er wagt einen Blick in die Zukunft des Planeten und damit auch in die der Menschheit.

Der Buchtitel ist zwar provokant angelehnt an Thilo Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“ (2012), der Inhalt kommt jedoch weniger populistisch daher. Lesch möchte, dass seine Leser nachvollziehen können, wie es zu den heutigen ökologischen Problemen gekommen ist – und dabei auch komplexe Zusammenhänge verstehen. Hierfür setzt er sehr früh an, genau genommen beim Urschlamm; beim Übergang also von unbelebter zu belebter Materie. Von dort an arbeitet er sich langsam vor über Cyanobakterien (jene Mikroben, die die Photosynthese entwickelten), frühe Sumpfpflanzen und so weiter bis hin zum Auftauchen des Homo sapiens vor etwa 160.000 Jahren.

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Hessen: Kritik am Sexualkundelehrplan nimmt zu

Die Kritik am neuen Lehrplan zur Sexualerziehung an Hessens Schulen nimmt zu. Er sieht vor, dass Schüler unterschiedliche sexuelle Orientierungen und Familiensituationen kennenlernen und akzeptieren.

kath.net

Der Lehrplan war von Kultusminister Ralph Alexander Lorz (CDU) in Kraft gesetzt worden, obwohl der Landeselternbeirat und die katholischen Bischöfe in Hessen sich dagegen geäußert hatten. Inzwischen haben sich über 22.000 Bürger in einer Online-Petition im Kultusministerium über den Lehrplan beschwert. Bei einer „Demo für alle“ am 30. Oktober in Wiesbaden forderten 1.900 Teilnehmer die Rücknahme des Lehrplans.

Lehrplan belastet Pädagogen unzumutbar

Der Hessische Philologenverband (Wiesbaden) kritisiert nun vor allem das Ziel des Lehrplans, Schüler „zur Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen“ zu erziehen. Damit lasse er „weder Eltern und Schülern noch Lehrkräften die Freiheit, zumindest in Teilen zu anderen Bewertungen der verschiedenen Aspekte von Sexualität zu kommen“.

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De Maizière möchte Flüchtlinge zurück nach Afrika schicken

Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa
Gedankenspiele aus dem Innenministerium: Im Mittelmeer aufgegriffene Flüchtlinge könnten nach Afrika zurück gebracht werden und ihre Asylanträge dort stellen. Mit der EU abgestimmt ist das noch nicht.

Frankfurter Allgemeine

Das Bundesinnenministerium plädiert dafür, im Mittelmeer gerettete Migranten möglichst direkt nach Afrika zurückzuschicken. „Die fehlende Aussicht auf das Erreichen der europäischen Küste könnte ein Grund sein, warum die Migranten davon absehen, unter Einsatz ihres Lebens und hoher eigener finanzieller Mittel, die gefährliche Reise anzutreten“, sagte eine Sprecherin von Ressortchef Thomas de Maizière (CDU) der „Welt am Sonntag“.

Hinter dem Vorschlag steckt die Hoffnung, dass Migranten erkennen, dass die Überfahrt nach Italien aussichtslos ist. Ziel müsse es sein, den Schleuserorganisationen die Grundlage für ihre Geschäfte zu entziehen.

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Der Kampf um die spanischen Kirchen

© Arcaid/Masterfile Alt, mächtig, umstritten: Die Kathedrale von Burgos
© Arcaid/Masterfile Alt, mächtig, umstritten: Die Kathedrale von Burgos
Wem gehören die sakralen Bauten in Spanien? Das ist nur scheinbar eindeutig geregelt. So mancher fordert, die Kirchen an den Staat zurückzugeben.

Von Peter Odrich | Frankfurter Allgemeine

Wer Spaniens Städte zu Fuß durchstreift, ist häufig von der Vielzahl sakraler Bauten beeindruckt. Neben den großen, berühmten Kathedralen gibt es schier unzählige kleinere Kirchen und Kapellen, viele von hohem künstlerisch-architektonischen Wert. Über die Eigentumsverhältnisse all dieser Bauten denkt kaum ein ausländischer Besucher nach – wohl inzwischen aber mehr und mehr Spanier.

Auf der Iberischen Halbinsel gab es genauso wie in weiten Teilen des übrigen Europas ursprünglich keinerlei Grundbucheintragungen dieser Sakralbauten. Das erklärt sich daraus, dass Kathedralen, Klöster, Kirchen und andere kirchliche Bauten meist deutlich früher entstanden sind als die vergleichsweise moderne Einrichtung der Grundbücher. Als sich das Franco-Regime in Spanien etablierte, erhielt 1940 die katholische Kirche das Recht auf Eintragung ihrer Bauten in das weltliche Register. Voraussetzung war lediglich die Unterschrift des regional zuständigen Bischofs. Andere Dokumente waren überflüssig. Dieses Recht hat die katholische Kirche umfassend genutzt, ehe es im Jahre 2015 auf vielfältigen Druck der politischen Opposition im Parlament außer Kraft gesetzt wurde. In so mancher spanischen Stadt zählt das Grundbuch mehr als tausend kirchliche Immobilien.

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Türkei: Staatsumbau mit Bürgerkriegsrisiko

Erdo_Kurden

Setzt der türkische Präsident Erdoğan sein Ziel eines islamistisch geprägten Präsidialstaates um, drohen Folgen.

Von Susanne Güsten | Die Presse.com

Die Inhaftierung kurdischer Abgeordneter und oppositioneller Journalisten in der Türkei diese Woche entspricht einem Eskalationsmuster, das seit dem Putschversuch vom Juli die politische Linie von Präsident Recep Tayyip Erdoğan bestimmt. Der 62-Jährige nutzt das Entsetzen der Öffentlichkeit über den Umsturzversuch sowie den Ausnahmezustand zur Vorbereitung eines Präsidialsystems mit ihm an der Spitze. Kritiker fürchten, dass er das Land in einen Bürgerkrieg treibt.

Offiziell werden die Haftbefehle gegen die Chefs der legalen Kurdenpartei HDP, Selahattin Demirtaş und Figen Yüksekdag, sowie sieben weitere HDP-Parlamentarier mit deren Aussageverweigerung in Terrorverfahren begründet; am Samstag wurden weitere neun Politiker der HDP festgenommen, darunter die Provinz- und Bezirksvorsitzenden der Provinz Adana. Dennoch weiß jeder Türke, dass es sich in Wirklichkeit um eine offene Kampfansage an die Kurden handelt. Die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) rief bereits zum Aufstand auf.

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Britischer Streit über Brexit-Richter läuft aus dem Ruder

Die Richter des High Court Sir Terence Etherton, Lord Justice Sales und Baron Thomas of Cwmgiedd Quelle: pa/Photoshot, Courts and Tribunals Judiciary
Die Richter des High Court Sir Terence Etherton, Lord Justice Sales und Baron Thomas of Cwmgiedd Quelle: pa/Photoshot, Courts and Tribunals Judiciary
Nach dem Urteil des High Courts über das Brexit-Votum steht Großbritannien Kopf. Mehrere Medien haben die drei Richter plump angegriffen. Nun ist eine Debatte über Verrohung entflammt.

Von Marie von der Tann | DIE WELT

Der britische High Court in London hat eindeutig entschieden: Die Regierung darf den Ausstieg aus der EU nur mit Zustimmung des Parlaments beantragen. Die Regierung sprach von einem „enttäuschenden“ Urteil und kündigte Berufung vor dem Obersten Gerichtshof an. Eine Anhörung dazu wird für Dezember erwartet. Doch schon jetzt ist das Land in Aufruhr.

Mittendrin: Die drei Richter des High Courts in London, Baron Thomas of Cwmgiedd, Sir Terence Etherton und Lord Justice Sales. Das „ungewählte Trio“, wie die „Daily Mail“ schreibt, wird beschuldigt „den Willen der Menschen niederzuschlagen, die die EU verlassen wollen“. „Feinde des Volkes“, titelte die Zeitung am Tag nach dem Urteil.

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Das Rätsel um Amerikas lange verschollene Atombombe scheint gelöst

 Ein B-36 Peacemaker © Picture Islands/Department of Defence
Ein B-36 Peacemaker © Picture Islands/Department of Defence
Die Inselgruppe, in deren Gewässern sich die Geschichte zugetragen hat, trägt den indianischen Namen Haida Gwaii. Sie liegt 80 Kilometer vor der Westküste Kanadas im Pazifischen Ozean und hieß bis 2009 Queen Charlotte Islands.

stern.de

In der Nähe von Banks Island war kürzlich Sean Smyrichinsky mit seinem kleinen Boot unterwegs. „Ich war auf der Suche nach etwas Fisch für den nächsten Tag“, berichtet der passionierte Taucher in einem Interview der Canadian Broadcast Corporation. „Ich dachte, ich unternehme einen kurzen Aufklärungs-Tauchgang. Aber beim Tauchen habe ich mich ziemlich weit vom Boot entfernt. Dann fand ich etwas, was ich noch nie zuvor gesehen habe.“

Smyrichinsky beschreibt den ungefähr vier Meter großen Gegenstand wie einen „halb aufgeschnitten Bagel“. Was sollte das sein? „Ich habe ein Ufo gefunden“, berichtete er zunächst seinen Tauch-Freunden. Ob sie wüssten, was dieses mysteriöse Objekt sein könnte?

Doch keiner seiner Kumpels hatte bisher in der Region getaucht. Nur einer seiner älteren Vereinskollegen meinte, dass es sich vielleicht um „die  Bombe“ handeln könnte.

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Kern: „Kein Flüchtlingsabkommen, kein Geld“

Bild: APA/HELMUT FOHRINGER
Bild: APA/HELMUT FOHRINGER
Die türkische Regierung in suche „bewusst die Zuspitzung“ in ihrem Vorgehen, sagt Bundeskanzler Christian Kern.

Die Presse.com

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) spricht sich im Fall des Scheiterns des Flüchtlingspaktes der EU mit der Türkei dafür aus, dem Land „den Geldhahn zuzudrehen“. Die Regierung in Ankara suche „bewusst die Zuspitzung“ in ihrem Vorgehen, sagte Kern in einem Interview mit der „Kronen Zeitung“. Es müsse die Formel gelten: „Kein Flüchtlingsabkommen, kein Geld“.

Gegenüber der APA sagte eine Sprecherin des Bundeskanzlers am Samstag, Kerns Forderung beziehe sich auf die im Zuge des Abkommens zugesagten drei Milliarden der EU für die Unterstützung von Flüchtlingen in der Türkei.

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Evangelisches Schule entlässt rechtsgerichteten Lehrer

Das Gymnasium zum Grauen Kloster in Schmargendorf gilt als Berlins älteste Schule.Foto: Vincent Schlenner
Das Gymnasium zum Grauen Kloster in Schmargendorf gilt als Berlins älteste Schule.Foto: Vincent Schlenner
Das Gymnasium zum Grauen Kloster hat einen Chemielehrer in der Probezeit entlassen. Der angegebene Grund: Rechtsgerichtete politische Gesinnung.

DER TAGESSPIEGEL

Am Evangelischen Gymnasium zum Grauen Kloster in Schmargendorf ist laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung einem Lehrer wegen rechter Umtriebe gekündigt worden. Nach nur drei Wochen im Schuldienst sei ein Chemielehrer noch in der Probezeit entlassen worden, berichtete das Blatt. Grund sei offenbar die rechte politische Haltung des 38-Jährigen. Er soll an rechtsgerichteten Demonstrationen teilgenommen haben und Schatzmeister der AfD im Stadtteil Neukölln sein.
Der Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Schulstiftung in der Landeskirche, Frank Olie, sagte der Zeitung: „Wenn jemand offen Sympathie für die rechts-extremistische, vom Verfassungsschutz beobachtete sogenannte Identitäre Bewegung zeigt und sich öffentlich für die ,Bärgida‘-Bewegung engagiert, dann haben wir ein Problem.“ Lehrer seien stets auch Vorbilder.

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NASA and FEMA Practiced Emergency Operations for an Asteroid Impact

Image: MOTHERBOARD
Image: MOTHERBOARD
The year is 2020 and Los Angeles is about to be wiped off the face of the planet. You’ve known this day was coming since the fall of 2016, when the asteroid that is on a collision course with Earth was first discovered.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

At the time, the global consortium of scientists who’ve tasked themselves with saving Earth from giant asteroids estimated that there was a 2 percent chance that the 800 foot-wide space rock would collide with Earth in late September of 2020. Nobody was particularly worried about it—Earth has had much closer brushes with annihilation before.

Yet as astronomers continued to track the asteroid after it was initially discovered, the probability of impact climbed to 65 percent by January of 2017. After a four month hiatus on observation while the asteroid was obscured by the sun, the astronomers resumed tracking the asteroid in May 2017 only to find that the probability of impact had jumped to 100 percent. It was now a question of where the asteroid would hit, not when or if it would hit. By November 2017, astronomers were able to conclude with some certainty that the asteroid’s trajectory would place the impact site near the coast of southern California.

This was the scenario laid out during a joint NASA-FEMA emergency planning meeting in late October. For now it remains a hypothetical, but one day it will be a reality.

“It’s not a matter of if—but when—we will deal with such a situation,” said Thomas Zurbuchen, Associate Administrator for NASA’s Science Mission Directorate in Washington. “But unlike any other time in our history, we now have the ability to respond to an impact threat through continued observations, predictions, response planning and mitigation.”

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