Afghanistan: Heimkehr in eine Katastrophe


Sharbat Gula am Freitag vor dem Gericht in Peschawar. Foto: AFP
Sharbat Gula am Freitag vor dem Gericht in Peschawar. Foto: AFP
Am Montag wird Sharbat Gula nach einem vier Jahrzehnte umspannenden Leben als Flüchtling in ihre Heimat Pakistan zurückkehren. Sie stellt ein Beispiel für das ungewisse und unsichere Leben der Millionen von Vertriebenen in aller Welt dar.

Von Willi Germund | Frankfurter Rundschau

Die Welt lernte Sharbat Gula Mitte der 80er Jahre dank eines Titelfotos des Magazins „National Geographic“ schlicht als „afghanisches Mädchen“ kennen. Am Montag wird der damals etwa 14-jährige Teenager nach einem vier Jahrzehnte umspannenden ziellosen Leben als Flüchtling ein weiteres Mal in ihre Heimat zurückkehren. Präsident Ashraf Ghani will die heute etwa 45 Jahre alte, alleinstehende Mutter von vier Kinder persönlich empfangen, nachdem sie in Pakistan inhaftiert worden war und nachdem Kabuls Botschafter in Islamabad eine Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro für sie beglich und Gula schließlich aus Pakistan abgeschoben wurde.

In Kabul nennt man die Frau, die vor drei Jahrzehnten mit ihren unergründlichen grünen Augen und dem unbeweglichen Gesicht zum Symbol für den grausamen Krieg am Hindukusch wurde, eine „Nationale Ikone“. 5000 Rückkehrer kommen derzeit trotz des bevorstehenden Winters aus dem benachbarten Pakistan in Afghanistan an. Es werden bis zum Jahresende 1,5 Millionen Afghanen erwartet, die mehr oder weniger unfreiwillig zurückkehren. Die meisten kommen aus dem Iran oder Pakistan – diese Länder beherbergen seit den 80er Jahren sehr viel mehr Flüchtlinge, als im vergangenen Jahr Europa erreichten.

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