Der Kampf um die spanischen Kirchen


© Arcaid/Masterfile Alt, mächtig, umstritten: Die Kathedrale von Burgos
© Arcaid/Masterfile Alt, mächtig, umstritten: Die Kathedrale von Burgos
Wem gehören die sakralen Bauten in Spanien? Das ist nur scheinbar eindeutig geregelt. So mancher fordert, die Kirchen an den Staat zurückzugeben.

Von Peter Odrich | Frankfurter Allgemeine

Wer Spaniens Städte zu Fuß durchstreift, ist häufig von der Vielzahl sakraler Bauten beeindruckt. Neben den großen, berühmten Kathedralen gibt es schier unzählige kleinere Kirchen und Kapellen, viele von hohem künstlerisch-architektonischen Wert. Über die Eigentumsverhältnisse all dieser Bauten denkt kaum ein ausländischer Besucher nach – wohl inzwischen aber mehr und mehr Spanier.

Auf der Iberischen Halbinsel gab es genauso wie in weiten Teilen des übrigen Europas ursprünglich keinerlei Grundbucheintragungen dieser Sakralbauten. Das erklärt sich daraus, dass Kathedralen, Klöster, Kirchen und andere kirchliche Bauten meist deutlich früher entstanden sind als die vergleichsweise moderne Einrichtung der Grundbücher. Als sich das Franco-Regime in Spanien etablierte, erhielt 1940 die katholische Kirche das Recht auf Eintragung ihrer Bauten in das weltliche Register. Voraussetzung war lediglich die Unterschrift des regional zuständigen Bischofs. Andere Dokumente waren überflüssig. Dieses Recht hat die katholische Kirche umfassend genutzt, ehe es im Jahre 2015 auf vielfältigen Druck der politischen Opposition im Parlament außer Kraft gesetzt wurde. In so mancher spanischen Stadt zählt das Grundbuch mehr als tausend kirchliche Immobilien.

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