Politik und Protestantismus: Eine gefährliche Liebschaft


Lutherjahr

Weil die Berliner Republik den Menschen keine Hoffnung mehr geben kann, leiht sie sich die von der evangelischen Kirche. Warum sich Politik und Protestantismus zu nah sind in Deutschland. Eine Warnung

Von Andreas Öhler | ZEIT ONLINE

Landauf und landab luthert es in diesen Tagen. Für die evangelische Kirche, sonst gebeutelt von steigenden Austrittszahlen, scheint das Reformationsjubiläum mit einem gelungenen medialen Reckaufschwung zu beginnen. Das Zugeständnis des Staates an die evangelische Kirche, den Reformationstag 2017 zu einem bundesweiten Feiertag zu erklären, wurde von beiden Seiten mit einer erstaunlichen Selbstverständlichkeit goutiert. Und das, obwohl die Verfassung eine strikte Trennung von Kirche und Staat festschreibt. Als wären sie „ein Herz und ein Sparkassenbuch“, weckte dieser Schulterschluss beim EKD-Vorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm neue Begehrlichkeiten.

Er wünscht sich zunächst eine Revitalisierung des Buß- und Bettages, der 1995 der Pflegeversicherung geopfert worden war – jeder nicht arbeitsfreie Feiertag schenkt dem Staat nämlich Steuermillionen. Darüber hinaus würde er den Reformationstag als freien Tag bundesweit gern auf Dauer etablieren.

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3 Gedanken zu “Politik und Protestantismus: Eine gefährliche Liebschaft

  1. Buchtipp: Wolfgang Beutin: Der radikale Doktor Martin Luther

    Veröffentlicht am 10. Juni 2016 von dietrichstahlbaum8889

    Ein Streit- und Lesebuch

    Dritte, überarbeitete und erweiterte Auflage
    Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2016. 378 S., 18 s/w Abb.

    Bremer Beiträge zur Literatur- und Ideengeschichte. Bd. 66
    Herausgegeben von Thomas Metscher und Wolfgang Beutin
    Print: ISBN 978-3-631-65787-4 geb. (Hardcover)
    SFR 68.00 / €* 59.95 / €** 61.60 / € 56.00 / £ 45.00 / US$ 72.95

    Über das Buch:
    Ziel des Verfassers ist es, aus Luthers Grundschriften seine Theologie unter dem Gesichtspunkt ihrer Radikalität zu erfassen, wie diese sich in seiner Argumentation gegen die Papstkirche und ihre Machtbastionen sowie in der Entwicklung reformatorischer Grundeinsichten manifestiert.

    Mit seiner Berufung auf den Freiheits- und Gleichheitsgedanken wie mit der Forderung der Wählbarkeit und Absetzbarkeit von Autoritäten steht er am Anfang der demokratischen Bewegung in Deutschland. Zwar wollte er seine Einsichten vorwiegend im kirchlichen und theologischen Bezirk angewendet wissen, doch sie übersprangen dessen Grenzen und bildeten Keime der künftigen Demokratie. Sie inspirierten die Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und fanden sich wieder als Parolen der Französischen Revolution.

    Inhalt:
    Bildnisse Luthers – Herkunftsfamilie und Klostereintritt – Contra Papst und Römische Kirche – Das Reich Gottes – Die Theologie der Armen – Die Bauern – Gegen Juden und Türken – Berufung auf Hus und die Hussiten – Kontroversen: Thomas Müntzer, Erasmus von Rotterdam – Lutherbilder von 1519-1983.

    Autorenangaben:
    Wolfgang Beutin studierte Germanistik und Geschichte in Hamburg und Saarbrücken. Er war Universitätsdozent an der Universität Hamburg und ist Privatdozent an der Universität Bremen. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit veröffentlicht er auch belletristische Werke.

    https://stahlbaumszeitfragenblog.wordpress.com/2016/06/10/buchtipp-wolfgang-beutin-der-radikale-doktor-martin-luther/

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