„Finanziell gute Zeiten“ für die evangelische Kirche – 360.000 weniger Mitglieder

Bild: tilly
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Der EKD geht es finanziell noch gut. Der Rat der EKD wird aber auch darüber sprechen, wie die Kirche mit den zu erwartenden Mindereinnahmen durch die sinkende Zahl der Kirchenmitglieder umgehen kann.

evangelisch.de

Trotz sinkender Mitgliederzahlen lässt die gute Konjunktur die Steuereinnahmen der evangelischen Kirche steigen. Ratsmitglied Andreas Barner sprach am Montag auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Magdeburg von „finanziell guten Zeiten“ für die evangelische Kirche.

Im Vergleich zu den steigenden Steuereinnahmen ist die Zahl der Mitglieder in der evangelischen Kirche auch im vergangenen Jahr weiter gesunken, um rund 360.000 auf etwa 23,3 Millionen, was einem Minus von rund 1,6 Prozent entspricht. Dennoch sei bei den Erträgen aus der Kirchensteuer auch für das nächste Jahr von einer „stetigen positiven Situation“ auszugehen, sagte Barner bei der Einbringung des Haushaltsgesetzes für 2017. Langfristig werde das das jedoch nicht so bleiben. Der Rat der EKD habe sich bereits vorgenommen, darüber zu sprechen, wie zukünftig mit sinkenden Kirchensteuereinnahmen umgegangen werden kann.

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Alexander Gauland: „Trump löst in der AfD Sympathien aus“

AfD-Vize-Bundesvorsitzender Alexander Gauland. Foto: dpa
AfD-Vize-Bundesvorsitzender Alexander Gauland. Foto: dpa
Wie blickt die AfD auf Donald Trump? Der Vize-Bundesvorsitzende Alexander Gauland über Parallelen und den Bundestagswahlkampf seiner Partei.

Von Tobias Peter | Frankfurter Rundschau

Herr Gauland, wenn Sie Amerikaner wären, wen würden Sie wählen: Hillary Clinton oder Donald Trump?

Als Politiker mische ich mich nicht in die Wahlentscheidung der Amerikaner ein. Als Privatmann würde ich keinen von beiden wählen. Ich glaube, dass Trump – so wie er bis jetzt auftritt – zu unberechenbar ist. Hillary Clinton wiederum hat Probleme mit ihrer Vergangenheit, ihren Geschäften und ihrer Wahrheitsfähigkeit.

Viele in der AfD sympathisieren mit Trump. Warum?

Es mag den einen oder anderen in der Partei gegeben haben, der sich in dieser Frage etwas leichtfüßig geäußert hat. Diejenigen, die das tun, verkennen, dass wir als Deutsche vor allem darauf schauen müssen, was die Wahl eines Kandidaten außenpolitisch für unser eigenes Land bedeutet. Darüber wissen wir bei Trump aber noch nicht viel. Was stimmt, ist: Trump hat einige Forderungen aufgestellt – die Grenze nach Mexiko schließen, Einwanderung von Muslimen stoppen, das Verhältnis zu Russland verbessern –, die in der AfD Sympathien auslösen. Clintons Positionen sind dagegen der Mainstream, der in der AfD nicht goutiert wird.

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Strafverfahren gegen Sven Lau wegen „Scharia-Polizei“ eingestellt

Bild: SAT1.NRW
Bild: SAT1.NRW
Weil er wegen des Vorwurfs der Gründung einer terroristischen Vereinigung vor Gericht steht, ist das Verfahren wegen der „Scharia-Polizei“ gegen Sven Lau vorerst eingestellt worden.

evangelisch.de

Das Strafverfahren gegen den Salafistenprediger Sven Lau vor dem Wuppertaler Landgericht wegen der von ihm mitgegründeten „Scharia-Polizei“ ist vorläufig eingestellt worden. Grund ist das vor dem Staatsschutzsenat des Düsseldorfer Oberlandesgerichts laufende Verfahren gegen Lau wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung, wie ein Gerichtssprecher am Montag mitteilte.

Laut Strafprozessordnung kann auf Antrag der Staatsanwaltschaft ein Verfahren vorläufig eingestellt werden, wenn die zu erwartende Strafe gegenüber einer Strafe wegen einer anderen Tat nicht beträchtlich ins Gewicht fallen würde. Dies sei hier der Fall, hieß es. Sollte Lau im Düsseldorfer Terror-Prozess nicht oder nur geringfügig verurteilt werden, kann das Landgericht Wuppertal das vorläufig eingestellte Verfahren gegen den Extremisten wieder aufnehmen.

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Hausgemachte Tuberkuloseepidemie in Indien

foto: apa / epa / farooq khan Bis zu 6,8 Millionen Tuberkulosepatienten gibt es in Indien, wie eine neue Studie zeigt. In staatliche Spitäler, wie hier in Kaschmir, kommen nur 41 Prozent – auch weil Ärzte sie nicht informieren.
foto: apa / epa / farooq khan Bis zu 6,8 Millionen Tuberkulosepatienten gibt es in Indien, wie eine neue Studie zeigt. In staatliche Spitäler, wie hier in Kaschmir, kommen nur 41 Prozent – auch weil Ärzte sie nicht informieren.
Doppelt so viele Menschen sind im Land an Tuberkulose erkrankt, als bisher angenommen wurde. Apotheker verkaufen illegal Medikamente. Auch Ärzte verdienen

Von Agnes Tandler | derStandard.at

„Ich wurde immer wieder krank“, erzählt Rekha Shinde. Die 35-Jährige bekam erst Typhus, dann Malaria, danach eine Lungenentzündung. Sie wog nur noch 30 Kilo, ihr quälender Husten wollte nicht aufhören. Ein Arzt verschrieb ihr Antibiotika. Doch die Medikamente halfen nicht und verdeckten nur das wahre Problem: Tuberkulose (TB). Rekha ist ein typischer Fall für Indien. Trotz eines staatlichen Bekämpfungsprogramms wird die Infektionskrankheit oft erst spät entdeckt. Das Ausmaß des Problems ist weit größer als bisher bekannt.

Rund 2,2 Millionen Patienten – fast ein Drittel aller TB-Kranken in Indien – werden ausschließlich in privaten Kliniken betreut. Doch jahrelang wurden solche Fälle nicht in der offiziellen Statistik erfasst, die offenbar nur diejenigen registrierte, die im Zuge der staatlichen TB-Programme behandelt wurden. Tuberkulose erschien so unter Kontrolle.

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US-Wahl: Roboter als Meinungsmacher auf Twitter

Wichtiger als Reden schwingen und Buttons verteilen? Soziale Medien sind für die Politiker im aktuellen US-Wahlkampf von enormer Bedeutung. © Nicomenijes/ thinkstock
Wichtiger als Reden schwingen und Buttons verteilen? Soziale Medien sind für die Politiker im aktuellen US-Wahlkampf von enormer Bedeutung. © Nicomenijes/ thinkstock
Gezielt manipuliert: Vermeintlich menschliche Nutzer äußern sich auf Twitter zuhauf über den aktuellen US-Wahlkampf. Doch hinter den politischen Tweets stecken oft gar keine realen Personen – sondern automatische Softwareprogramme. Immerhin knapp zwanzig Prozent der Tweets konnten Forscher in einer Studie auf solche Bots zurückführen. Sie sehen durch den Einfluss dieser Stimmungsmacher die Integrität der bevorstehenden Wahl gefährdet.

scinexx

Nirgendwo sonst verbreiten sich Aussagen und Meinungen so schnell wie über die Sozialen Medien. Facebook, Twitter und Co sind längst zum Sprachrohr und Stimmungsbarometer der modernen Gesellschaft geworden – und deshalb für Politiker im Wahlkampf ein wichtiges Werkzeug. Auch im aktuellen Rennen um das Amt des US-Präsidenten nutzen die Kandidaten und ihre Anhänger diese Kanäle, um potenzielle Wähler von sich zu überzeugen.

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Brasilien: Priester verurteilt, weil er Abtreibung verhinderte

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Der Priester habe den Eltern immateriellen Schaden zugefügt, weil er sie gezwungen habe, die Geburt durchzustehen. Er hätte damit deren Rechte verletzt und ihnen sinnloses Leiden zugefügt, lautet die Urteilsbegründung.

kath.net

Ein brasilianischer Priester ist vom höchsten Berufungsgericht des Landes zu einer Schadenersatzzahlung in Höhe von 60.000 Brasilianischen Real (circa 16.600 Euro) verurteilt worden. Luiz Carlos Lodi da Cruz hatte im Jahr 2005 eine gerichtliche Verfügung erwirkt, welche die Abtreibung eines Kindes mit einer Fehlbildung verhinderte. Dieses Vorgehen wurde vom Höchstgericht nun als „rücksichtslos“ gegenüber den Eltern klassifiziert.

Der Priester habe den Eltern des Kindes immateriellen Schaden zugefügt habe, weil er sie gezwungen habe, die anstrengende Geburt durchzustehen. Er habe die Möglichkeiten des Gesetzes missbraucht, um staatliche Unterstützung für seine Sonderinteressen hinsichtlich der Abtreibung zu gewinnen. Damit habe er die Rechte der schwangeren Frau und ihres Ehemannes verletzt und ihnen sinnloses Leiden zugefügt, heißt es in der Urteilsbegründung.

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Asselborn sieht in Türkei „Methoden der Nazi-Herrschaft“

Erwägt EU-Sanktionen gegen Türkei: Luxemburgs Außenminister Jean AsselbornFoto: AFP/John Thys
Erwägt EU-Sanktionen gegen Türkei: Luxemburgs Außenminister Jean AsselbornFoto: AFP/John Thys
Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hält EU-Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei für denkbar. Präsident Erdogan wähnt er auf dem Weg zum Diktator.

DER TAGESSPIEGEL

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn schließt angesichts der politischen Entwicklung in der Türkei Wirtschaftssanktionen der EU gegen das das Land nicht aus. 50 Prozent der Exporte der Türkei gingen in die Europäische Union und 60 Prozent der Investitionen in der Türkei kämen aus der EU, sagte Asselborn am Montag im Deutschlandfunk. „Das ist ein absolutes Druckmittel, und in einem gewissen Moment kommen wir auch nicht daran vorbei, dieses Druckmittel einzusetzen“, sagte er.

Asselborn kritisierte das Vorgehen des türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan gegen Oppositionelle scharf. „Er schaltet seine Person gleich mit der Allmächtigkeit im Staat und die Rechtsstaatlichkeit setzt er außer Kraft. Das ist eine Gebrauchsanweisung zu einer Diktatur“, sagte Asselborn.

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Judenmission stürzt evangelische Kirche in Sinnkrise

Gläubige sitzen in einem Gottesdienst zur Eröffnung der 3. Tagung der EKD-Synode: Die Kirche berät über Reformen Quelle: dpa/dpa-ZB
Gläubige sitzen in einem Gottesdienst zur Eröffnung der 3. Tagung der EKD-Synode: Die Kirche berät über Reformen Quelle: dpa/dpa-ZB
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) debattiert über den völligen Verzicht auf eine Missionierung von Juden. Laut einem Entwurfstext der EKD dürfen Christen nicht versuchen, Juden zum Glauben an Christus zu bekehren. Kritiker werfen der Kirche vor, keine klare Vorstellung vom Begriff Mission zu haben. Auch das Bild Jesu sei unscharf.

Von Matthias Kamann | DIE WELT

Die Forderung des obersten jüdischen Repräsentanten war klar: „Jeder Form von Judenmission soll eine klare Absage erteilt werden“, verlangte Josef Schuster 2015 von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Christen also, so der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, sollten Juden nicht davon zu überzeugen versuchen, dass Jesus der Messias sei.

Doch so einfach diese Forderung ist, so kompliziert wird es jetzt, da die EKD-Synode in Magdeburg die Absage an die Judenmission beschließen will. Denn dabei geraten die Protestanten in Konflikt mit ihrem eigenen Glauben, in eine echte Sinnkrise. Und das größte Problem dabei ist: Die EKD will diese Probleme nicht im offenen Streit zutage treten lassen. Also verwickelt sich die Kirche in Widersprüche und Undeutlichkeiten.

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Rakka: Das angekündigte Ende des IS im Finale des US-Wahlkampfs

Bild. heise.de/TP
Bild. heise.de/TP
Operation Euphrates Rage: Kurden und arabische Milizen starten Offensive auf die Hauptstadt des IS

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Zur rechten Zeit, zwei Tage vor Wahl des US-Präsidenten, kommt die Nachricht von der Offensive auf das Machtzentrum des „Islamischen Staates“. Die Operation „Euphrates Rage“ ist angelaufen, verkünden die syrischen demokratischen Streitkräfte (SDF).

Das Ziel der Offensive ist die Wiedereroberung von Rakka. Gut zwei Jahre nach Verkündigung des Kalifats in Mosul geht es seinem Ende zu. Auf amerikanische Wähler haben die good news vom Kampf gegen den IS Wirkung. Die Nachrichten von den Fortschritten der irakischen Offensive auf Mosul – „Die IS-Ära im Irak verschwindet“ – und der neu anlaufenden Offensive gegen die Hauptstadt des Kalifats begünstigen Hillary Clinton.

Der Chef des US-Generalstabs, Joseph Francis Dunford Jr., war am Sonntag, den 6. November, in vermutlich dringenden Angelegenheiten in Ankara. Ein Überraschungsbesuch, berichtet Hurriyet Daily News. Mit seinem türkischen Pendant, Generalstabschef Hulusi Akar, war eine wichtige Frage zu besprechen: Wie ist die Regierung Erdogan angesichts der Tatsache zu beruhigen, dass türkische Truppen von den prestigeträchtigen und machtpolitisch bedeutenden Offensiven gegen den IS in Mosul und Rakka ausgeschlossen ist, aber die Kurden dabei eine bedeutende Rolle einnehmen?

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Dieses Imperium ist Erdogans großes Vorbild

In seinen besten Zeiten erstreckte sich das Osmanische Reich vom Iran bis fast an die Straße von Gibraltar Quelle: Infografik Die Welt
In seinen besten Zeiten erstreckte sich das Osmanische Reich vom Iran bis fast an die Straße von Gibraltar Quelle: Infografik Die Welt
Gern begründet der türkische Präsident seine Politik mit Verweisen auf das Weltreich der Osmanen. Die Gründe für dessen Niedergang werden dabei ebenso ausgeblendet wie die Konsequenzen.

Von Berthold Seewald | DIE WELT

Wir müssen uns im Schlafzimmer des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wohl eine riesige Landkarte vorstellen. Darauf prangen die Umrisse eines Staates, der zu den größten der Geschichte gehört: des Osmanischen Reiches.

Der stete Blick auf diese kartografische Botschaft könnte denn auch die zahlreichen historischen Auslassungen erklären, mit denen Erdogan mit schöner Regelmäßigkeit sein Publikum erfreut oder irritiert: über die türkischen Belagerungen Wiens, Hof und Harem osmanischer Sultane oder muslimische Entdecker Amerikas. Das Reich der Osmanen, so scheint es, soll der Türkei der Maßstab sein, um sich in der Welt der Gegenwart zurechtzufinden.

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TV-Kritik „Anne Will“ und „Tatort“: Die Reinheit von Radikalistan

Talkgastgeberin Anne Will Foto: dpa
Talkgastgeberin Anne Will Foto: dpa
Der „Tatort“ und der Talk bei Anne Will widmeten sich den Mädchen und Frauen im Dschihad. Klar wurde: Das Thema braucht mehr Ruhe und Vertiefung.

Von Caroline Fetscher | DER TAGESSPIEGEL

Salafismus, Islamismus, das scheint Männersache. Bilder und Texte evozieren junge Heißsporne, die mit Waffe und Jeep im Dschihad unterwegs sind, oder fromme, ältere Bärtige, die zum Kampf gegen die „Ungläubigen“ aufrufen. Allemal männlich ist die Ikonographie des islamischen Fundamentalismus. Doch von dieser ideologischen Droge affiziert sind auch Mädchen und Frauen, zumal, wenn es um einen „Staat“ geht, den „Islamischen Staat“, den „IS“. So ein Staatsphantasma braucht Frauen.

Frauen sollen die Söhne für den Dschihad gebären, Helden den Haushalt führen, Mädchen und Jungen die „reine Lehre“ vermitteln. Und westliche Ehefrauen werden westlichen Kämpfern versprochen. Daher rekrutiert der „IS“ gezielt auch weibliche Belegschaft.

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Gibt es das „unmögliche“ Tetraneutron doch?

Ein Teilchen aus vier Neutronen - gibt es das Tetraneutron vielleicht doch? © scinexx
Ein Teilchen aus vier Neutronen – gibt es das Tetraneutron vielleicht doch? © scinexx
Doch nicht unmöglich? Nach den Regeln der Physik kann es ein Teilchen aus vier Neutronen nicht geben – es widerspricht dem Pauli-Prinzip. Jetzt jedoch haben zwei Forschergruppen neue Indizien für ein solches Tetraneutron geliefert. Ein Experiment in Japan könnte Tetraneutronen zumindest indirekt nachgewiesen haben und eine Simulation zeigt, dass ein Resonanz-Effekt solche Neutronenkumpen ermöglichen könnte.

scinexx

Die Atomkerne der Elemente sind normalerweise aus zwei Bausteinen aufgebaut: ungeladenen Neutronen und positiv geladenen Protonen. Sie werden durch die starke Kernkraft zusammengehalten und sind relativ stabil – wenn man von den radioaktiven Elementen absieht. Anders sieht dies jedoch aus, wenn Neutronen allein vorkommen: Innerhalb von knapp 15 Minuten zerfallen sie in ein Proton, ein Elektron und ein Antineutrino.

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„Judenmission“: Eine theologische Sternstunde der Synode

„Christen sind nicht berufen, Israel den Weg zu Gott zu weisen.“ So steht es unmissverständlich in der Erklärung, die die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland auf ihrer Tagung in Magdeburg verabschieden will. Am Sonntagabend wurde darüber diskutiert.

Von Anne Kampf | evangelisch.de

„Wenn ich das Wort ‚Judenmission‘ gebrauche, dann denken Sie bitte immer gleich Anführungszeichen mit“, sagte Vizepräses Klaus Eberl, als er der Synode die Erklärung vorstellte. Er ist nicht der Einzige, dem es absurd vorkommt, wenn Christen Juden davon zu überzeugen versuchen, dass sie sich zu Jesus Christus bekehren müssten. Dass die Absage an die Judenmission überhaupt noch einmal in Form einer Erklärung auf den Tisch kam, hängt mit dem Reformationsjubiläum zusammen: „Im Jubiläumsjahr der Reformation kann und soll unsere Schuldgeschichte nicht ausgeklammert werden“, sagte Klaus Eberl. Die EKD wolle ein „vertrauensbildendes Signal für den christlich-jüdischen Dialog“ setzen – auch weil Josef Schuster, der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, im vergangenen Jahr auf die EKD-Kundgebung zu Luthers Hetze gegen Juden zwar zustimmend reagiert, sich aber zugleich mehr gewünscht hatte: „Jeder Form von Judenmission soll eine klare Absage erteilt werden.“

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„Der Klebstoff im Gehäuse enthält keine tierischen Bestandteile“

Bild: DIE WELT
Bild: DIE WELT
Chips aus Wirsing und Kuchen mit Algen waren gestern, heute gibt es auch Mixer und Strom vegan. Millionen ernähren sich tierisch korrekt – und die Industrie kämpft, um von dem Hype etwas abzubekommen.

Von Carsten Dierig | DIE WELT

Thomas Lis muss kurz überlegen. „Was an unseren Geräten vegan ist?“, wiederholt der Geschäftsführer des Mixer-Herstellers Bianco di Puro aus Köln. „Der Klebstoff im Gehäuse enthält keine tierischen Bestandteile“, erklärt er schließlich – und muss selbst ein wenig lachen.

„Nein, entscheidend ist etwas völlig anderes: Die Geräte haben deutlich mehr Power und schärfere Messer als andere Mixer. Damit können Veganer zum Beispiel grüne Smoothies zubereiten.“ Nüsse, Wurzeln, Körner und auch etliche Gemüse seien schließlich nicht ganz so einfach zu zerkleinern. „Unser Mixer schafft sogar ein Nuss- oder Mandelmus“, schwärmt Lis. Als eins von lediglich zwei Geräten am Markt, wie Stiftung Warentest kürzlich erst bestätigt hat.

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Warum hat Bedford-Strohm sein Kreuz in Jerusalem abgelegt?

islam_christentum

Warum haben EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm und Kardinal Marx in Jerusalem zum Teil ihr Kreuz nicht getragen? Weil sie darum gebeten wurden und ihre Aufgabe vor allem sei, Frieden zu stiften, erklärte Bedford-Strohm in Magdeburg.

Von Hanno Terbuyken | evangelisch.de

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat noch einmal erläutert, warum er beim Besuch am Tempelberg und an der Klagemauer in Jersusalem sein Amtskreuz teilweise nicht getragen hat. Er sei am 20. Oktober den Bitten der muslimischen und jüdischen Zuständigen für die heiligen Stätten der jeweiligen Religionen gefolgt, sagte Bedford-Strohm am Sonntag auf der Pressekonferenz bei der EKD-Synode in Magdeburg. Sowohl er als auch Reinhard Kardinal Marx hatten ihre Amtskreuze getragen, als sie den Tempelberg betraten. Beim Besuch der Al-Aksa-Moschee und der Klagemauer waren die Bischöfe aber von den jeweiligen Zuständigen gebeten worden, ihre Amtskreuze dort nicht zu tragen. Im Lutherrock und Kardinalsgewand waren beide aber klar als christliche Geistliche zu erkennen.

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Die Mauer von München – und warum sie für so große Diskussionen sorgt

Sie ist rund vier Meter hoch: Im Münchner Stadtteil Neuperlach entsteht eine Mauer an einer Flüchtlingsunterkunft. Sie soll Anwohner vor Lärm schützen – sendet aber ein fatales Zeichen.

stern.de

Vier Meter hoch ist die Mauer, die aktuell an einer Flüchtlingsunterkunft im Münchner Stadtteil Neuperlach gebaut wird. Die Konstruktion aus Stein trennt Anwohner von einer geplanten Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge. Offiziellen Angaben zufolge, um die Anlieger vor Lärm zu schützen.

Dem Bau der Lärmschutzabgrenzung ist ein jahrelanger Rechtsstreit der Anwohner mit der Stadt München vorausgegangen: Sieben Anwohner haben nach Angabe des „Münchner Merkur“ die Mauer gerichtlich erstritten, weil sie eine Lärmbelastigung durch die geplante Unterkunft für 160 minderjährige Flüchtlinge fürchteten.

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Wie die Ratten in unsere Großstädte kamen

Bild: DIE WELT
Bild: DIE WELT
Viele deutsche Großstädte klagen über Ratten. Ein neuer Stammbaum der Wanderratte zeigt nun, von wo und wie sie nach Europa kam. Und einen weiteren Aspekt, der bei ihrer Vertreibung helfen könnte.

Von Pia Heinemann | DIE WELT

Es könnten zwei Millionen sein, vielleicht auch vier oder sechs – genau weiß das niemand. Aber klar ist: In Berlin leben ziemlich viele Ratten. In einigen Stadtteilen werden sie gerade wieder zum Problem. Wegen der vielen Baustellen werden die Nager aus ihren Löchern vertrieben und rennen frech über Spielplätze und Hinterhöfe, wühlen die Mülltonnen durch – und regen die Bürger auf.

So allgegenwärtig Ratten im Stadtbild sind, so unklar war Wissenschaftlern bisher, über welche Wege sie eigentlich nach Europa und Deutschland gelangt sind. Nun haben Rattenexperten um Emily Puckett und Jason Munshi-South von der Fordham University im amerikanischen Armonk die Gene der Nagetiere auf den verschiedenen Kontinenten untersucht. In den „Proceedings B“ der Royal Society stellen die Forscher ihre Studie vor, die zeigt, wie die Nager die Welt erobert haben.

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Seehofer muss die CSU-Anhänger schnell zurückholen

Horst Seehofer auf dem Parteitag der CSU im München.Foto: dpa
Horst Seehofer auf dem Parteitag der CSU im München.Foto: dpa
Die Anhänger der CSU sind vielfältiger, als manche meinen. Das bereitet einem Parteichef, der vor allem nach rechts schielte, Probleme. Ein Kommentar.

Von Robert Birnbaum | DER TAGESSPIEGEL

Horst Seehofer hat sich entschuldigt. Ein bisschen, mit Lausbubengrinsen, aber mit zwei deutlichen Worten: Dass er vor einem Jahr den Flüchtlingskonflikt mit der Kanzlerin auf offener Parteitagsbühne ausgetragen hat, erscheine ihm heute als „grober Fehler“. Die späte Einsicht galt der berüchtigten Schulmädchen-Szene. Doch im Grunde reicht sie über die peinliche Viertelstunde hinaus. Seehofer hat seinen Dissens mit Angela Merkel danach noch ein geschlagenes Jahr weiter auf öffentlicher Bühne zelebriert. Wenn das eine ein grober Fehler war, kann das andere ja wohl nicht ganz und gar richtig gewesen sein.

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Gauck und Käßmann hoffen auf Clinton-Wahl

Bundespräsident Joachim Gauck sieht der US-Präsidentenwahl angespannt entgegen. Margot Käßmann appelliert an US-Bürger, Hillary Clinton zu wählen.

evangelisch.de

„Beim Blick nach Washington bin ich besorgt“, sagte Bundespräsident Gauck im „Spiegel“-Interview im Hinblick auf einen möglichen Wahlsieg des Republikaners Donald Trump. „Wir können nicht sagen, was von einem Präsidenten Donald Trump zu erwarten wäre“, zitierte ihn das Nachrichtenmagazin am Sonntag online.

„Das halte ich – zusammen mit vielen Menschen in den USA und bei uns – für ein Problem“, sagte Gauck. Die Unberechenbarkeit sei Anlass zur Sorge. Er setze aber darauf, dass die amerikanische Demokratie auch künftig tragen werde. Jüngste Umfragen sagen bei der Wahl am 8. November ein knappes Rennen zwischen Trump und der Demokratin Hillary Clinton voraus.

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Watching Humans Take Over the Earth in 200,000 Years Is Pretty Relaxing

On Friday, the American Museum of Natural History released the above video, which maps the growth and migration of the human population from our origin as a species up to the present day.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

Modern humans emerged around the horn of Africa around 200,000 years ago. The earliest example of Homo sapiens is Omo-1, a hunter whose 195,000 year old remains were found in Ethiopia’s Omo Valley in 1967. Modern humans began migrating out of Africa about 100,000 years ago, using land bridges to spread across the Middle East, Europe and Asia.

It took Homo sapiens  200,000 years to reach the first billion people, but for the majority of this time the human population was pretty small—likely less than one million people. There were a few near extinction events, such as the massive volcanic eruption in Sumatra about 70,000 years ago which may have left as few as 2000 humans alive.

With the advent of agriculture roughly 12,000 years ago, the human population began to balloon from an estimated five million in 8,000 BC to roughly 170 million people by AD 1. Over the next 2,000 years, things start to get pretty wild. The 1 billionth Homo sapiens  was estimated to have been born around 1804 and person number 2,000,000,000 wouldn’t be born until 1927. That means within the last 90 years, we’ve managed to add an additional 5 billion people to the globe.

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