„Judenmission“: Eine theologische Sternstunde der Synode


„Christen sind nicht berufen, Israel den Weg zu Gott zu weisen.“ So steht es unmissverständlich in der Erklärung, die die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland auf ihrer Tagung in Magdeburg verabschieden will. Am Sonntagabend wurde darüber diskutiert.

Von Anne Kampf | evangelisch.de

„Wenn ich das Wort ‚Judenmission‘ gebrauche, dann denken Sie bitte immer gleich Anführungszeichen mit“, sagte Vizepräses Klaus Eberl, als er der Synode die Erklärung vorstellte. Er ist nicht der Einzige, dem es absurd vorkommt, wenn Christen Juden davon zu überzeugen versuchen, dass sie sich zu Jesus Christus bekehren müssten. Dass die Absage an die Judenmission überhaupt noch einmal in Form einer Erklärung auf den Tisch kam, hängt mit dem Reformationsjubiläum zusammen: „Im Jubiläumsjahr der Reformation kann und soll unsere Schuldgeschichte nicht ausgeklammert werden“, sagte Klaus Eberl. Die EKD wolle ein „vertrauensbildendes Signal für den christlich-jüdischen Dialog“ setzen – auch weil Josef Schuster, der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, im vergangenen Jahr auf die EKD-Kundgebung zu Luthers Hetze gegen Juden zwar zustimmend reagiert, sich aber zugleich mehr gewünscht hatte: „Jeder Form von Judenmission soll eine klare Absage erteilt werden.“

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