Hephata-Heim in Treysa: Medikament an Heimkindern getestet


Das Heim aus der Vogelperspektive. Foto: Hephata Diakonie
Das Heim aus der Vogelperspektive. Foto: Hephata Diakonie
Im Hephata-Heim in Treysa sind offenbar Medikamente an Heimkindern getestet worden. Eine Forscherin berichtet über Versuche in den 50er Jahren. Das Heim sucht nun Betroffene.

Von Pitt von Bebenburg | Frankfurter Rundschau

Pharmafirmen haben in den 50er, 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts Medikamente an Heimkindern ausprobiert, ohne nach deren Einverständnis zu fragen. Auch in Hessen gab es anscheinend ein Heim, in dem Versuche stattfanden.

Im nordhessischen Treysa soll das Medikament Decentan 1957 an Kindern des Hephata-Heims erprobt worden sein. Das geht aus einer Forschungsarbeit der Krefelder Doktorandin Sylvia Wagner hervor. Zwischenergebnisse hat sie in einem Aufsatz über Arzneimittelstudien an Heimkindern unter dem Titel „Ein unterdrücktes und verdrängtes Kapitel der Heimgeschichte“ veröffentlicht.

Die evangelische Einrichtung Hephata bemüht sich seit Jahren um die Aufarbeitung der Misshandlung in ihren Heimen in den Nachkriegs-Jahrzehnten, hatte aber nach eigenen Angaben bisher keine Hinweise auf Medikamententests. Nachdem die Frankfurter Rundschau sie auf Wagners Studie aufmerksam gemacht hatte, sucht Hephata nun nach Zeitzeugen und Betroffenen.

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