Talk mit dem Menschheitsfeind


Bild: heise.de/TP
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Propaganda in der ARD: Wie die Feinde der Demokratie hoffähig gemacht werden – ein Meilenstein in der Selbstzerstörung der demokratischen Verhältnisse

Von Rüdiger Suchsland | TELEPOLIS

Das Fernsehen der ARD, ob mit Plasbergs „Hart aber fair“, „Günther Jauch“ oder „Anne Will“, ist ganz vorne dabei, wenn es gilt, den Feinden der Demokratie ein Forum zu bieten, Positionen hoffähig zu machen, die antidemokratisch und den freiheitlichen Werten des Westens entgegengesetzt sind. Jüngstes Beispiel: Der Auftritt einer vollverschleierten Islamistin bei „Anne Will“. Aber schon vorher wandeln sich die ARD-Talk-Shows zunehmend zum Krawall-Fernsehen und zum Populismus, als dessen einziges Erfolgskriterium die Fragen zählen: Wie ist die Quote? Reden alle darüber?

In der Überflußgesellschaft herrscht Diskussion im Überfluß, und im etablierten Rahmen ist sie weitgehend tolerant. Alle Standpunkte lassen sich vernehmen: der Kommunist und der Faschist, der Linke und der Rechte, der Weiße und der Neger, die Kreuzzügler für Aufrüstung und die für Abrüstung. Ferner wird bei Debatten in den Massenmedien die dumme Meinung mit demselben Respekt behandelt wie die intelligente, der Ununterrichtete darf ebenso lange reden wie der Unterrichtete, und Propaganda geht einher mit Erziehung, Wahrheit mit Falschheit. Diese reine Toleranz von Sinn und Unsinn wird durch das demokratische Argument gerechtfertigt, daß niemand, ob Gruppe oder Individuum, im Besitz der Wahrheit und imstande wäre zu bestimmen, was Recht und Unrecht, Gut und Schlecht ist

Herbert Marcuse, „Kritik der reinen Toleranz“

Es gibt Dinge, da kennen Deutsche kein Pardon. Mülltüten zum Beispiel. In Supermärkten werden Kunden zwangsverpflichtet, auf Papiertüten und Jutetaschen umzurüsten, Plastik soll verboten werden. Oder erinnern wir uns an Rainer Brüderle: Dem FDP-Politiker wurde zum Verhängnis, dass er sich vermeintlich „sexistisch“ einer Journalistin gegenüber geäußert hatte.

Wenn man dagegen in einer Talk-Show für Islamo-Faschismus und den Dschihad wirbt, wenn man die Frauenunterdrückung des radikalen Islam als „Respekt“ und „Selbstentfaltung“ ummünzt, und die „vielen Möglichkeiten, sich auszuleben“ preist wie jetzt die schweizer „Nikab-Nora“ bei „Anne Will“, da gibt es keinen „#Aufschrei“.

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Ein Gedanke zu “Talk mit dem Menschheitsfeind

  1. Rolo

    (O tempora, o mores !)
    Den „Aufschrei“ gibt es wohl, die Schallwellen sind scheinbar nur noch nicht so richtig bei den Empfängern angekommen. Man kann nur hoffen, dass sich das ändert und, dass es dadurch lediglich beim „Aufschrei“ bleibt.

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