Wehrmachtsausstellung: „Paulskirche war der richtige Ort“


Die Paulskirche im Herzen Frankfurts. Bild: FR
Die Paulskirche im Herzen Frankfurts. Bild: FR
20 Jahre danach: Frankfurt diskutiert den Kampf um die Wehrmachtsausstellung 1997. Es war ein nicht unumstrittener Bruch mit der Legende von der „sauberen“ Wehrmacht.

Von Claus-Jürgen Göpfert | Frankfurter Rundschau

So viele Emotionen, so viel Kontroverse, auch noch nach fast 20 Jahren. Die Menschen sitzen dichtgedrängt im Chagall-Saal des Schauspiels, während auf dem Podium ein spannendes Kapitel der Frankfurter Nachkriegsgeschichte noch einmal aufgeblättert wird: Der Kampf um die Wehrmachtsausstellung in der Paulskirche im Jahre 1997.

„Ein Schlag in die Magengrube“ sei diese Frankfurter Schau damals gewesen, erinnert sich der seinerzeitige Chef des FAZ-Feuilletons, Ulrich Raulff, heute Direktor des Deutschen Literaturarchivs in Marbach. Die Wehrmachtsausstellung dokumentierte die Verbrechen der deutschen Armee zwischen 1941 und 1944, ihre Beteiligung am systematischen Morden jüdischer Bürger, aber auch vieler anderer Menschen in den eroberten Gebieten.

„Diese Ausstellung hat die Tür zum 21. Jahrhundert aufgestoßen“, resümiert Raulff. Vor allem durch „den Gebrauch der Bilder“, der exemplarisch die Macht des Gezeigten demonstrierte. „Leichenberge, Erhängte, von Landsern aufgenommen“: Das hatte es so zuvor noch nicht gegeben in der Bundesrepublik, das war ein Tabubruch. Ein Bruch mit der Legende von der „sauberen“ Wehrmacht, die nicht beteiligt gewesen sei am blutigen Tun der SS und anderer Schergen.

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