Bischof Meister: Luthers Judenhass fordert bis heute heraus


Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
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500 Jahre nach der Reformation durch Martin Luther müssten sich die Kirchen auch mit den dunklen Seiten von Luthers Theologie auseinandersetzen, sagte der evangelische Bischof Ralf Meister im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Meister unterstützt eine Aktion, bei der in Hannover einer Luther-Statue die Augen verbunden werden sollen, um symbolisch an die Judenfeindschaft des Reformators zu erinnern.

Von Karen Miether | evangelisch.de

Luther eine Augenbinde anzulegen – was kann so eine Aktion bringen? 

Ralf Meister: Das ist eine starke symbolische Handlung, eine künstlerische Inszenierung, die Aufmerksamkeit erregen wird. Diese Geste fordert aber auch aktiv, die Beziehungen zu unseren jüdischen Geschwistern zu vertiefen.

Sie rufen zur kritischen Auseinandersetzung mit Luthers massiven Vorurteilen und polemischen Positionen zu den Juden auf. Wirkt sich sein Judenhass bis heute aus?

Meister: Schon Ihre Frage zeigt ja, dass das – in welcher Weise auch immer – der Fall ist. Heute zeigen wir uns lernfähig und kommentieren die Schriften Luthers zu den Juden sehr kritisch. Und die Kundgebung der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland 2015 hatte den bezeichnenden Titel „Martin Luther und die Juden – Notwendige Erinnerung zum Reformationsjubiläum„. Für die Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit nächstes Jahr ist eine weitere Erklärung geplant. Zum Reformationsgedenken gehört eben auch die kritische Auseinandersetzung mit Luthers Schriften und den unsäglichen Wirkungen von Zitaten aus diesen während der Zeit des Nationalsozialismus.

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