Psychiater: „Bei Holocaust-Überlebenden gibt es kein Vergessen“


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foto: hendrich „Speziell das Erstarken von AfD und Pegida erinnert die Betroffenen oft an die 1930er-Jahre“, sagt Klaus Mihacek, ärztlicher Leiter von Esra. Bei vielen gebe es „das Symptom des gepackten Koffers“.
Klaus Mihacek, ärztlicher Leiter des psychosozialen Zentrums Esra, über den Rechtsruck, der große Ängste hervorruft
 

Interview Marie-Theres Egyed, Peter Mayr | derStandard.at

STANDARD: Am 9. November 1938 wurde auch die Synagoge in der Tempelgasse zerstört, jener Ort, der heute Sitz von Esra ist. Wie sehr wirkt diese Nacht bei den Menschen, die Sie betreuen, nach?

Mihacek: Es hat verheerende Auswirkungen für jene Menschen, die damals in Wien gelebt haben und das Novemberpogrom unmittelbar mitbekommen haben. Das ruft Spätfolgen und Traumafolgestörungen hervor – speziell, wenn diese Menschen älter werden.

STANDARD: Inwiefern?

Mihacek: Das Langzeitgedächtnis wird im Alter stärker. Gleichzeitig haben Überlebende nach der Befreiung vor den Nationalsozialisten kaum psychosoziale Unterstützung bekommen. Ganz im Gegenteil: Sie waren im Nachkriegsösterreich unwillkommen.

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