Wie Indiens Bauern in den Suizid getrieben werden


foto: kretschmer Mejor Singh fand die Leiche seines 30-jährigen Sohnes.
foto: kretschmer Mejor Singh fand die Leiche seines 30-jährigen Sohnes.

Der Punjab galt einst als Indiens Aushängeschild. Längst sehen vor allem Männer keine Zukunft mehr und nehmen sich das Leben

Von Fabian Kretschmer | derStandard.at

Auf Besucher wirkt Chottian nur wie eine weitere Siedlung im südlichen Punjab, die nach schier endlosen Getreidefeldern wie aus dem Nichts auftaucht: Hunde und Kühe streunen über staubige Lehmpfade, die Häuser werden von unverputzten Ziegelmauern gesäumt. In Chottian jedoch verbirgt sich hinter praktisch jeder Tür ein dunkles Geheimnis. Seit 1990 haben sich 104 Dorfbewohner das Leben genommen, ein weiteres Dutzend gilt als vermisst.

Mejor Singh führt in seinen Hof, wo er mit seiner Frau und zwei Enkelkindern lebt. Der hagere Körper des 63-Jährigen zeichnet sich trotz der weit geschnittenen Kurta deutlich ab, die Sonne hat tiefe Furchen in das dunkle Gesicht gegraben. Der Sikh zeigt auf den verlassenen Nebentrakt seines Hauses. Hier habe er seinen Sohn in den Morgenstunden des 5. November 2013 gefunden, der leblose Körper des 30-Jährigen durch Pestizide vergiftet. „Mein Sohn hat die Last nicht mehr ausgehalten, schon zwei Jahre vor seinem Tod hat er sich immer mehr zurückgezogen“, sagt er.

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