AfD droht evangelischer Schule nach Entlassung von Lehrer

Nach der Entlassung eines mutmaßlich rechtsextremen AfD-Funktionärs als Lehrer am evangelischen Gymnasium Graues Kloster in Berlin droht die rechtspopulistische Partei der Schulleitung.

evangelisch.de

Wenn der Neuköllner AfD-Schatzmeister Hendrik Pauli nicht wieder eingestellt werde, wolle die Partei die Entlassung der Schulleiterin und ihre disziplinäre Bestrafung fordern, berichtet die „Berliner Morgenpost“ (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf ein Schreiben aus AfD-Kreisen. In dem Brief werde die Schulleiterin auch als „Verfassungsbrecherin“ bezeichnet.

Die Schule hatte Pauli den Angaben zufolge in der Probezeit im September entlassen und dies damit begründet, dass er Anhänger der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ sei und an Demonstrationen der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften „Bärgida“-Gruppierung teilgenommen habe. Seine AfD-Mitgliedschaft sei nicht Grund der Kündigung gewesen.

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Erdogan: „Wir werden nicht Gefangene auf 780.000 Quadratkilometern sein“

Bild: Magazin "The Economist"
Bild: Magazin „The Economist“
Erdogan hat das Osmanische Reich erneut als Vorbild genannt. „Wir werden nicht Gefangene auf 780.000 Quadratkilometern sein“, sagte er. Der Einfluss der Türkei müsse über ihre Grenzen hinausgehen.

DIE WELT

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will an die Größe des Osmanischen Reiches anknüpfen. „Wir werden nicht Gefangene auf 780.000 Quadratkilometern sein“, sagte er beim Gedenken zum 78. Todestag von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk mit Blick auf die aktuelle Größe der Türkei.

„Unsere Brüder auf der Krim, im Kaukasus, in Aleppo und Mossul mögen jenseits der physischen Grenzen sein, aber sie sind innerhalb der Grenzen unserer Herzen“, sagte der Staatschef.

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Innsbruck beschließt Nächtigungsverbot für Obdachlose

foto: robert newald In der Innsbrucker Innenstadt will man Obdachlose mit Geldstrafen vertreiben.
foto: robert newald In der Innsbrucker Innenstadt will man Obdachlose mit Geldstrafen vertreiben.
In weiten Teilen der Innenstadt dürfen Wohnungslose nicht mehr im Freien schlafen. Nur die Grünen stimmten dagegen, bis zu 2.000 Euro Strafe drohen bei Zuwiderhandeln

Von Steffen Arora | derStandard.at

Am Mittwoch haben die Bürgermeisterinnen-Liste Für Innsbruck und die ÖVP im Stadtsenat eine ortspolizeiliche Verordnung verabschiedet, die es Obdachlosen bei Strafe verbietet, in der Innenstadt im Freien zu nächtigen. Die SPÖ enthielt sich der Stimme, nur die Grünen waren dagegen. Die Verordnung diene dem Schutz der Obdachlosen vor Übergriffen und dem Erfrieren.

Idee der Bürgermeisterin Die Idee zum Schlafverbot kommt von Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer. In den vergangenen Monaten hat die Zahl der Obdachlosen, die in Geschäfts- oder Hauseingängen in der Altstadt nächtigen, merklich zugenommen – sehr zum Ärger einiger Anrainer und vor allem Geschäftstreibender, sagt Oppitz-Plörer. Die Stadt versuchte die unliebsamen Gäste zu vertreiben, indem abends die Schlafplätze mit Wasser bespritzt wurden, um sie so unbrauchbar zu machen.

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Moskauer Metropolit Hilarion: Trumps Wahl macht Hoffnung

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Außenamtschef des Moskauer Patriarchats: Bildung einer geschlossenen weltweiten Koalition gegen den Terrorismus jetzt leichter
 

kath.net

Die russisch-orthodoxe Kirche hat den Sieg von Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl in den USA begrüßt. Trumps Erfolg gebe „Hoffnung für eine Verbesserung des ganzen Systems der internationalen Beziehungen und der Bildung einer geschlossenen weltweiten Koalition gegen den Terrorismus“, sagte der Außenamtschef des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, am Mittwoch der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Er verwies darauf, dass Trump die Nahostpolitik der USA und eine mangelnde Zusammenarbeit Washingtons mit Russland kritisiert habe.

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US-Wahl: Weiße Evangelikale zu 81 Prozent für Trump

Mehr als vier Fünftel der weißen Evangelikalen in den USA haben ihre Stimme Donald Trump gegeben. Trump hatte sich intensiver um die Stimmen von Evangelikalen gekümmert als seine Konkurrentin Hillary Clinton. Bei einer TV-Debatte versprach er unter anderem ein Anti-Abtreibungs-Gesetzes.

evangelisch.de

Wie Nachwahl-Befragungen der US-Fernsehsender am Mittwoch ergaben, stimmten 81 Prozent  der weißen Evangelikalen für den dreimal verheirateten Republikaner. Damit schnitt Trump bei dieser Wählergruppe besser ab als die republikanischen Anwärter Mitt Romney (2012) und John McCain (2008).

Anti-Abtreibungs-Aktivisten feierten Trumps Wahlsieg. Er ernenne nur „pro life“-Richter zum Obersten Gerichtshof, hatte er angekündigt. Und dieses Gericht werde letztendlich sein eigenes Urteil von 1973 zur Legalisierung der Abtreibung aufheben, versprach Trump im Wahlkampf bei einer TV-Debatte mit seiner Konkurrentin Hillary Clinton. Katholiken stimmten zu 52 Prozent für Trump.

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Warum die Alpen in die Höhe wachsen

Die Alpen wachsen um ein bis zwei Millimeter pro Jahr – aber warum eigentlich? © Chianti/CC-by-sa 3.0
Die Alpen wachsen um ein bis zwei Millimeter pro Jahr – aber warum eigentlich? © Chianti/CC-by-sa 3.0
Überraschender Effekt: Die Alpen wachsen jedes Jahr um ein bis zwei Millimeter. Doch der Grund dafür ist ein ganz anderer als bislang vermutet. Nicht die anhaltende Kollision Europas und Afrikas hebt das Gebirge in die Höhe und auch nicht eine Entlastung durch Erosion. Stattdessen ist das Abtauen des eiszeitlichen Eispanzers der Grund für das andauernde Wachstum der Alpen, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten.

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Geologisch gesehen sind die Alpen ein sehr junges Gebirge. Erst vor rund 30 Millionen Jahren schob sich die nordwärts wandernde Afrikanische Platte so weit unter Europa, dass sich die Erdkruste auffaltete und ein Gebirge entstand – die Alpen. Teile des Gebirges schnellten sogar fast ruckartig in die Höhe. Noch heute wachsen die Alpen jedes Jahr um ein bis zwei Millimeter in die Höhe.

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Strafanzeige gegen Anne Will wegen Auftritt radikaler Niqab-Trägerin

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Rechtsanwältin stellt Strafanzeige nach Auftritt einer mutmaßlichen Islamistin – Die ARD-Talkshow hat heftige Kritik nach sich gezogen

kath.net

Gegen TV-Moderatorin Anne Will und „gegen die weiteren verantwortlichen Entscheidungsträger“, die der Muslimin Nora Illi einen Auftritt in der ARD-Talkshow ermöglichten, wurde Strafanzeige gestellt. Das berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Die Anzeige von einer Rechtsanwältin aus Neuruppin bei der zuständigen Hamburger Staatsanwaltschaft erstattet, da der „Norddeutsche Rundfunk“ (Hamburg) für die Sendung zuständig ist. Es geht in der Anzeige vor allem um den Tatbestand der Volksverhetzung nach Paragraph 130 Strafgesetzbuch, so die FAZ, der die Anzeige vorliegt. Die Muslimin Nora Illi war zu der Sendung im Niqab erschienen und hatte sich positiv zu Ausreisen junger Mädchen in den Herrschaftsbereich des IS geäußert. Schon während der Sendung gab es dazu heftige Kritik durch Wolfgang Bosbach (CDU) und dem Islamismusexperten Ahmad Mansour, die beide ebenfalls Diskussionsteilnehmer in dieser Talkshow waren.

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Bei Anne Will „wird versucht, Neo-Salafismus in Deutschland salonfähig zu machen“

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Bei der Talkshow „Anne Will“ am Sonntagabend war auch eine vollverschleierte Muslimin zu Gast. Für den Chef des Zentralrates der Muslime ein Skandal.

stern.de

Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, Aiman Mazyek, kritisiert die ARD-Talkshow „Anne Will„, bei der am Sonntag die vollverschleierte Muslimin Nora Illi zu Gast war. „Das war Agitprop statt Bildungsfernsehen“, sagte er im Interview der in Dortmund erscheinenden „Ruhr Nachrichten“. „Auf dem Rücken von Millionen von Muslimen und noch mehr Ahnungslosen wird so versucht, Neo-Salafismus in Deutschland salonfähig zu machen.“

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Obama: Neue Atomwaffen, neue Kriege, mehr Waffenverkäufe als unter Bush

Gerne gekauft, Kampfflugzeuge des Typs F-15E Strike Eagle. Bil
Gerne gekauft, Kampfflugzeuge des Typs F-15E Strike Eagle. Bild: USAF
Auch unter Barack Obama profitierten die USA als weltweit größter Waffenhändler von den Krisen und Kriegen am stärksten, was sich unter Trump nicht ändern dürfte

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Wenig verwunderlich ist, dass die USA als größter Waffenhändler von den Kriegen und Krisen profitieren, zumindest die Rüstungskonzerne. Präsident Barack Obama ist wie jetzt übrigens Donald Trump angetreten, den militärischen Neocon-Internationalismus und Interventionismus der Bush-Präsidentschaft zurückzufahren. Das wäre auch ein gutes Beispiel wie es unter Trump weitergehen könnte, der militärische Interventionen ablehnt, aber das Militär weiter stärken will, weswegen denn auch die Börsenwerte der großen US-Rüstungskoinzerne gestern um mehrere Prozent angestiegen sind.

Obama wollte die USA aus den von Bush begonnenen Kriege mitsamt den Intentionen des Regime Change zugunsten des US-dominierten Westens herausziehen – und er kündigte an, für nukleare Abrüstung mit dem Ziel einer atomwaffenfreien Welt sorgen zu wollen. Zu Letzterem muss man sagen, dass Obama zwar als ersten US-Präsident in diesem Jahr nach Hiroshima gefahren ist – mit dem berühmten „Koffer“, um den Befehl zum Feuern von Atomwaffen zu geben. Aber er hat alles andere gemacht, als eine Abrüstung auch nur einzuleiten.

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Trumps Sieg: „Nichts aus der Geschichte gelernt“

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat in seinem Wahlkampf keinen Zweifel daran gelassen, dass er von Klimaschutz nichts hält und angekündigt, aus dem gerade in Kraft getretenen Pariser Abkommen wieder aussteigen zu wollen. Die USA hatten den Vertrag bereits im September, noch vor der EU, ratifiziert. Entsprechend sind die Reaktionen von Wissenschaftlern und Umweltschützern auf das Wahlergebnis.

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung,verweist darauf, dass von Trump in Sachen Klimaschutz nichts Positives zu erwarten sei und die Welt sich nun eben ohne die USA „auf dem Weg zur Begrenzung von Klimarisiken und zu sauberen Technologie-Innovationen“ fortbewegen müsse.

Geoffrey Kamese von der afrikanischen Regionalgruppe der Freunde der Erde meint, dass Trump ein Unglück für seinen Kontinent sei. Afrika brenne bereits. Wenn sich die USA zurückziehe müsse der Rest der Welt seine Anstrengungen verdoppeln. Freunde der Erde sind ein internationaler Verband vom Umweltschutzorganisationen, dem auch der deutsche BUND angehört.

Nach einer Übersicht der Entwicklungshilfeorganisation German Watch war Afrika im vergangenen Jahr der am härtesten von Extremwetter betroffene Kontinent. Unter den zehn am stärksten betroffenen Ländern waren mit Mosambik (Rang 1), Malawi (Rang 3), Ghana und Madagaskar (beide auf Rang 8) vier afrikanische Länder. Meist handelte es sich um besonders starke Niederschläge, die zu schweren Überschwemmungen führten.

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Kirchen schweigen über Rechtspopulismus in ihren Gemeinden

Ein Kirchenturm © H. Füller @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Ein Kirchenturm © H. Füller @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die Synode der evangelischen Kirche verfasst eine lange Erklärung zur Situation in Europa – doch über die Probleme mit Rechtspopulismus in ihren Gemeinden reden die Kirchenparlamentarier kaum. Deutlich hingegen ist die Absage an die Judenmission.

Von Wiebke Rannenberg | MiGAZIN

Drei zentrale Ergebnisse stehen am Schluss der Synodentagung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Magdeburg: eine klare Absage an die Judenmission, der Wille, kirchliche Werte in die Diskussion über Europa einzubringen, und die Erkenntnis, dass auch Christen rechtsextreme Ansichten haben und diese mit ihrem Glauben begründen können.

Synodenpräses Irmgard Schwaetzer äußerte sich zuversichtlich, dass die Erklärung zur Judenmission in Landeskirchen und Gemeinden Wirkung haben wird. Die einstimmig verabschiedete Kundgebung sende eine klare Botschaft. Worüber sich der Rat der EKD noch im Jahr 2000 nicht einigen konnte, haben die 120 Mitglieder des Kirchenparlaments nun – klar theologisch begründet und nach langer intensiver Diskussion – festgelegt: „Alle Bemühungen, Juden zum Religionswechsel zu bewegen, widersprechen dem Bekenntnis zur Treue Gottes und der Erwählung Israels.“

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95 Thesen

Bild: mdr.de
Bild: mdr.de

Fast jeder weiß, dass Luther im Herbst 1517 angeblich ein Blatt mit 95 Thesen an die Kirchentür zu Wittenberg genagelt haben soll. Aber was stand drin? Und was hat das mit uns zu tun?

Von Jörg Friedrich | DIE KOLUMNISTEN

Seit ein paar Tagen befinden wir uns im Feiermodus. Wir begehen den Beginn der Reformation, die vor einem halben Jahrtausend mit 95 Thesen begonnen hat. Martin Luther hat sie geschrieben, das wissen wir – aber was steht eigentlich drin? Wer hat sie je gelesen?

Es hat sich herumgesprochen, dass es irgendwie um den Ablasshandel ging, und dass Luther dagegen war, und dass er Kritik am Papst geäußert hat, das ist auch weitgehend Konsens. Aber was steht genau drin? Und hat das überhaupt noch irgendwas mit uns im Hier und Heute zu tun?

Mit der Kolumne „95 Thesen“ will ich diesen Fragen nachgehen. In 95 Folgen werde ich Luthers Thesen eine nach der anderen diskutieren. Genau das wollte ihr Autor, denn die Thesen waren kein Manifest, kein Parteiprogramm, sondern ein Diskussionsangebot, verbunden mit einem Aufruf zur Debatte. Luther wollte seine Thesen in Wittenberg „disputieren“ und er bittet „jene, die nicht anwesend sein können, um mit uns mündlich zu debattieren, dies in Abwesenheit schriftlich zu tun.“

Diesem Wunsch wollen wir folgen, und die Einladung zum schriftlichen Disput geht an alle, die ernsthaftes Interesse an der Frage haben, welche Lebenseinstellung in diesem alten Text zur Geltung gebracht wird und was wir heute damit anfangen können.

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Chip im Hirn: Gelähmter Affe kann wieder laufen

Ohne Reha, ohne Training: Ein Primat mit einem gelähmten Bein kann plötzlich wieder gehen. Ein Chip in seinem Gehirn überbrückt die unterbrochenen Nervenbahnen. Was bedeutet das für den Menschen?

SpON

Laufen beginnt bereits im Kopf. Das Startsignal für eine Bewegung kommt aus einer kleinen Hirnregion, dem Motorkortex. Die dortigen Hirnzellen schicken elektrische Signale über das Rückenmark bis in die Beine, wo sie in eine bestimmte Bewegung übersetzt werden. Ist diese Verbindung unterbrochen, erreichen die Signale das Bein nicht mehr, es ist gelähmt.

Wissenschaftlern ist es nun gelungen, zerstörte Leitungsbahnen im Rückenmark eines Affen mithilfe eines Computerchips zu überbrücken.

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Ex-„Cumhuriyet“-Chef will neues Medium gründen

Can Dündar / Bild: (c) REUTERS (AXEL SCHMIDT)
Can Dündar / Bild: (c) REUTERS (AXEL SCHMIDT)
Can Dündar will von Deutschland aus weiter über die Lage in der Türkei informieren: „Gemeinsam können wir etwas tun, um zu zeigen, dass die Regierung Journalisten nicht daran hindern kann, Informationen zu verbreiten“.

Die Presse.com

Der frühere Chefredakteur der regierungskritischen türkischen Zeitung „Cumhuriyet“, Can Dündar, will in Deutschland ein neues Medium gründen, um über die Lage in der Türkei zu informieren. „Es gibt Hunderte türkische Journalisten, die aufgrund der jüngsten Repressionen ohne Arbeit sind“, sagte Dündar am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP in Straßburg.

„Gemeinsam können wir etwas tun, um der Regierung zu zeigen, dass sie die Journalisten nicht daran hindern kann, Informationen zu verbreiten“, fügte er hinzu.

Dündar war im Mai nach der Veröffentlichung eines Artikels über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien zu fünf Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden. Im Februar wurde er bis zum Berufungsverfahren auf freien Fuß gesetzt.

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EKD-Synode beschließt, Juden nicht mehr zu missionieren

Am heutigen 9. November hat sich die EKD-Synode einstimmig gegen die Missionierung von Juden ausgesprochen. Damit knüpft sie an die Erklärung zu Luthers Antijudaismus aus dem vergangenen Jahr an, in der sie sich von Luthers Schmähungen gegenüber den Juden distanziert hatte.

EKD

„Wir bekräftigen: Die Erwählung der Kirche ist nicht an die Stelle der Erwählung des Volkes Israel getreten. Gott steht in Treue zu seinem Volk“, heißt es in der heute verabschiedeten Erklärung. „Christen sind – ungeachtet ihrer Sendung in die Welt – nicht berufen, Israel den Weg zu Gott und seinem Heil zu weisen. Alle Bemühungen, Juden zum Religionswechsel zu bewegen, widersprechen dem Bekenntnis zur Treue Gottes und der Erwählung Israels.“

„Mit der heutigen Kundgebung gehen wir einen weiteren Schritt auf dem Weg der Einkehr und Umkehr in unserem Verhältnis zu den Juden“, erläuterte die Präses der Synode der EKD, Irmgard Schwaetzer. „Sie ist ein wichtiger Beitrag dafür, dass die Geste der Schuldanerkennung und Verantwortungsübernahme gegenüber unseren jüdischen Geschwistern Substanz hat, die für die Eröffnungsveranstaltung der Woche der Brüderlichkeit 2017 in Frankfurt geplant ist.“

Die heutige „Erklärung zu Christen und Juden als Zeugen der Treue Gottes zeichnet einen Weg nach, der mit der Synode 1950 in Berlin-Weißensee begann. Diese hatte die theologische Einsicht in die bleibende Erwählung Israels festgehalten.

Magdeburg, 9. November 2016

Pressestelle der EKD
Carsten Splitt

NSU-Komplex: Verfassungsschützer wegen Aktenschredderns angezeigt

Beamten dürfen Akten nicht einfach so schreddern lassen Quelle: Getty Images/Digital Vision
Beamten dürfen Akten nicht einfach so schreddern lassen Quelle: Getty Images/Digital Vision
Nach einem „Welt“-Bericht hat die Chefin des Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses Anzeige gegen einen Ex-Mitarbeiter des Verfassungsschutzes gestellt. Er hatte Akten rechter V-Männer vernichtet.

Von Dirk Laabs | DIE WELT

Am Dienstag hatte die „Welt“ berichtet, dass sich die Kölner Staatsanwaltschaft weigert, Ermittlungen gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) aufzunehmen. Der Verfassungsschützer hatte zugegeben, vorsätzlich Akten rechter V-Männer vernichtet zu haben. Die Entscheidung, den Mann zu schonen, schlägt nun hohe Wellen.

Die Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses des Thüringer Landtags, Dorothea Marx (SPD), hat sich aufgrund der Berichterstattung in der „Welt“ am Mittwochnachmittag an die Kölner Staatsanwaltschaft in Köln gewandt und abermals Strafanzeige gegen den Beamten mit dem Tarnnamen Lothar Lingen gestellt.

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Das Genom ist nicht genug

Bild: merakname.com
Bild: merakname.com

Erbgutentschlüsseler Craig Venter hat sein nächstes Giga-Projekt: Er will DNA-Informationen mit den Gesundheitsdaten von einer Million Patienten verknüpfen, um Krankheiten vorauszusagen.

Von Arlene Weintraub, Inge Wünnenberg | Technology Review

Wer ihm Böses will, kann sagen: Craig Venter betreut künftig Hypochonder. Im Jahr 2000 hatten er und ein konkurrierendes Forscherteam die Entschlüsselung des kompletten menschlichen Genoms bekannt gegeben. Nun will er endlich das große Versprechen von damals einlösen: eine bessere Medizin. Sie soll Krankheiten gezielter behandeln – und vor allem erkennen, bevor sie ausbrechen. Zu dem Zweck gründete Venter die Firma Human Longevity Inc (HLI) und im Vorjahr das Angebot Health Nucleus. Man könnte es durchaus als Hypochonder-Paket bezeichnen: Die Teilnehmer verbringen einen Tag in der Zentrale im kalifornischen La Jolla. Dort berichten sie zunächst einem Arzt in einer 90-Minuten-Sitzung ihre Krankengeschichte. Danach kommen sie in den Genuss von medizinischen Hightech-Verfahren wie einem Ganzkörper-MRT, 4D-Herzultraschall und natürlich der Analyse ihres kompletten Erbguts. Anschließend gehen sie mit einem Brustband-Pulsmesser nach Hause und erfassen 14 Tage lang ihren Herzrhythmus. Eine Handy-App verrät ihnen am Ende, welche ihrer Gene mit möglichen Erkrankungen wichtiger Organe korrelieren. 25000 US-Dollar kostet das Angebot. Bisher haben sich schon 220 Teilnehmer gefunden. „Unser Ziel ist es, künftig Erkrankungen aufgrund des genetischen Codes bereits vor ihrem Ausbruch vorhersagen zu können“, sagt Venter.

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Erdogan fordert EU zu Entscheidung auf

foto: reuters / umit bektas Demonstration für verhaftete prokurdische Politiker in Ankara. Auch Vertreter von EU-Botschaften waren dabei.
foto: reuters / umit bektas Demonstration für verhaftete prokurdische Politiker in Ankara. Auch Vertreter von EU-Botschaften waren dabei.
Angesichts großer EU-Kritik an der Türkei im neuen Fortschrittsbericht rief Erdogan die Union auf, gleich eine „endgültige Entscheidung“ über den Beitritt zu treffen

Von Markus Bernath | derStandard.at

Der Gesandte Georg Oberreiter fand sich Mittwochmorgen bereits auf der Titelseite einer türkischen Zeitung an den Pranger gestellt. Und der Rest des Tages wurde für das Verhältnis zwischen der Türkei und der EU, das die Züge einer Scheidungskrise annimmt, dann rasch nur noch schlimmer. „Gebt eure endgültige Entscheidung ab“, forderte Staatschef Tayyip Erdogan die Europäer in einer Rede in Istanbul auf, in der er die EU-Staaten wegen der Kritik an den Repressionen in der Türkei erneut scharf angriff.

„Die Nazis seid ihr“

Es konnte als Aufforderung des Präsidenten verstanden werden, den Beitrittsprozess zu beenden. „Die Nazis seid ihr“, sagte Erdogan unter anderem. Wenige Stunden später stellte EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn in Brüssel den jährlichen Bericht zum Beitrittsprozess mit der Türkei vor. Es war der negativste Befund seit Beginn der Verhandlungen vor nun elf Jahren.

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What a Trump Presidency Means For Science

trump

It’s hard to predict what President Donald Trump (yeah, I said it) will do when he takes office. The newly elected GOP candidate has not spent much time outlining specific policies or plans for the future.

By Ankita Rao | MOTHERBOARD

But Trump has hinted at some concrete actions he will take regarding science and technology—and with a Republican-controlled Congress, it’s very likely he will be able to push at least some of these executive decisions forward.

Here are areas to watch carefully starting next year.

Obamacare

Trump has repeatedly vowed to repeal the Affordable Care Act, which was created to extend both government-subsidized and private health insurance to all Americans. He wants to replace it with free-market health care, in which Americans buy from private insurance companies.

It will be important to track health insurance premiums—i.e. how much you pay for health insurance, if you have it—over the next four years, as well as government health programs like Medicaid. Decisions on Obamacare will also influence the price of drugs, the practice of medicine, and reproductive health.

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