Mein Blut für eine Green Card


Bild: © Neue Visionen
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Von Green Card Soldiers und verrückten weißen Männern: Rafi Pitts’ „Soy Nero“ zeichnet ein tristes Bild der Migration

Von Karsten Munt | TELEPOLIS

Ein paar Männer spielen am Strand Volleyball. Statt eines Netzes trennt die Spieler ein gewaltiger Zaun. Es ist der Grenzzaun, der sich zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten durch den Sand bis in das Wasser des Pazifik schiebt. Der Strand, der wenige Kilometer weiter ein schönes Panorama für Postkarten bildet, wird hier von einer rostigen Eisenpalisade geteilt.

Der junge Nero (Johnny Ortiz) steht auf der mexikanischen Seite dieser Palisade. Sie trennt ihn von seinem Bruder und einer Zukunft in den USA. Er muss die Grenze überqueren. Im Schutze des Feuerwerks der Silvesternacht schafft er es.

Per Anhalter durchquert Nero die toten Landstriche des amerikanischen Grenzgebiets. Nur die Windparks täuschen hier noch eine Form von Leben vor. Regisseur Rafi Pitts stellt dem mythischen Versprechen eines neuen Lebens bereits kurz hinter der Grenze desolate Landschafen und damit die amerikanische Realität entgegen. Auch Beverly Hills, das Nero am Ende seines Los-Angeles-Trips erreichen wird, wirkt wie eine groteske Karikatur dieses Versprechens.

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