Trump will bis zu drei Millionen Migranten schnell abschieben

Screen capture taken from the KKK website on November 11, 2016, celebrating Donald Trump’s election win/The Times of Israel
Screen capture taken from the KKK website on November 11, 2016, celebrating Donald Trump’s election win/The Times of Israel
„Wir schaffen sie außer Landes, oder wir sperren sie ein“, sagte Trump. Ein republikanischer Spitzenpolitiker versicherte, dass die künftige Regierung zum Wohl aller Amerikaner arbeiten werde.
 

Von Thomas Seibert | DER TAGESSPIEGEL

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat eine zügige Abschiebung von bis zu drei Millionen illegalen Einwanderern nach seinem Amtsantritt angekündigt. Ausgewiesen werden sollten „Kriminelle, Bandenmitglieder, Drogendealer“, sagte Trump laut vorab veröffentlichten Auszügen eines Interviews mit dem Sender CBS, das am Sonntag ausgestrahlt werden sollte. „Wir schaffen sie außer Landes, oder wir sperren sie ein.“ Schätzungen zufolge leben in den USA elf Millionen Menschen ohne Papiere.
Der republikanische US-Spitzenpolitiker Paul Ryan versicherte am Sonntag, dass die künftige Regierung unter Trump zum Wohl aller Amerikaner arbeiten werde. Niemand müsse nach Trumps Wahlsieg Angst haben, „ich hasse einen solchen Gedanken“, sagte der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses am Sonntag dem Sender CNN. Amerika sei immer ein Land der Integration gewesen, „und es wird es immer sein“. Die Menschen im Land, die sich über Trumps Kurs sorgten, „sollten sich entspannen“. Ryan bekräftigte, dass die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama rückgängig gemacht werde. Eine geplante Neuregelung werde aber auch Maßnahmen einschließen, die in „Obamacare“ enthalten seien. Das sei aber kein neuer Beschluss, sondern von vornherein so vorgesehen gewesen.

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Friedensmesse in Kirche unter Polizeischutz aufgeführt

In der Bremer Friedenskirche ist am Sonntag unter Polizeischutz die Friedensmesse „The Armed Man“ des britischen Komponisten Karl Jenkins aufgeführt worden. Etwa 350 Besucher seien zu dem „musikalischen Gottesdienst“ gekommen, an dem mehr als 40 Sängerinnen und Sänger sowie ein Projektorchester beteiligt waren, sagte der evangelische Pastor Bernd Klingbeil-Jahr dem epd. Weil während des Oratoriums unter anderem ein Muezzin zum Gebet ruft, hatte der Theologe vorher aus dem gesamten Bundesgebiet zahlreiche Hassmails erhalten.

evangelisch.de

Während der Messe war die Polizei mit bis zu 30 Beamten vor Ort, sagte Klingbeil-Jahr. Proteste vor der Kirche seien ausgeblieben. Für Klingbeil-Jahr ist die Kritik an dem Stück von Jenkins nicht nachvollziehbar und weist auf mangelnde Sachkenntnis hin. Das Werk sei ein Appell des Komponisten, gemeinsam für Frieden zwischen Christen, Juden und Muslimen einzutreten, betonte der Pastor.

Gerade am Volkstrauertag und in heutiger Zeit komme dem Stück eine besondere Bedeutung zu. „Der Missbrauch von Religion für kriegerische Aktivitäten muss von uns gemeinsam zurückgedrängt werden“, sagte Klingbeil-Jahr.

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Erdogan bringt Referendum über EU-Beitrittsprozess ins Spiel

erdogan Angesichts angespannter Beziehungen zwischen der EU und der Türkei hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ein Referendum über den EU-Beitrittsprozess ins Spiel gebracht. Der EU warf Erdogan in einem am Sonntag veröffentlichten Gespräch mit der Zeitung „Hürriyet“ erneut vor, den Beitrittsprozess der Türkei zu behindern.

derStandard.at

„Die Europäische Union versucht uns dazu zu bringen, dass wir uns aus dem Prozess zurückziehen. Wenn sie uns nicht wollen, sollen sie das klar sagen und beschließen“, sagte Erdogan. Die Geduld Ankaras sei „nicht unendlich“. Wenn es notwendig sei, könne auch die Türkei ein Referendum abhalten – so wie Großbritannien im Juni über den Ausstieg aus der EU.

Festnahmewelle gegen Journalisten

Das Verhältnis zwischen Brüssel und Ankara ist seit Monaten angespannt. Erdogans islamisch-konservative Regierung wird vorgeworfen, ohne Rücksicht auf rechtsstaatliche Grundsätze mit aller Härte gegen Regierungskritiker vorzugehen. Allein seit dem gescheiterten Putschversuch Mitte Juli wurden zehntausende vermeintliche Regierungsgegner festgenommen oder vom Dienst suspendiert.

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Grüne verabschieden Leitantrag zur Religionspolitik

Die Grünen LogoDie Grünen treten für Reformen beim kirchlichen Arbeitsrecht und für Änderungen bei der Kirchensteuer ein. Das sieht ein Leitantrag des Parteivorstandes vor, der am Sonntag mit großer Mehrheit auf der Bundesdelegiertenkonferenz in Münster verabschiedet wurde. Am Grundsatz des partnerschaftlichen Verhältnisses, wie es sich zwischen Kirchen und Staat etabliert hat, wollen die Grünen aber festhalten.

evangelisch.de

Mit dem Leitantrag „Religions- und Weltanschauungsfreiheit in der offenen Gesellschaft“ legt die Partei ihr Verständnis der Beziehungen zwischen Staat und Religionsgemeinschaften angesichts zunehmender religiöser Pluralität fest. So sollen nach dem Willen der Grünen islamische Religionsgemeinschaften gleiche Rechte wie die Kirchen erhalten, wenn sie bekenntnisförmig organisiert sind. Das sei aber bei den vier großen Islamverbänden in Deutschland derzeit nicht der Fall, sagte der religionspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Volker Beck, dem epd.

Grundlage für die Beratungen auf der Delegiertenkonferenz war der Bericht einer eigens eingerichteten Kommission der Grünen. Vertreter aus verschiedensten Strömungen und Arbeitsgruppen berieten darin, wie die Grünen sich zu den Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften positionieren sollen.

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BKA-Statistik: Mehr als 450 Angriffe auf Politiker und Flüchtlingshelfer

Themenbild. Bild: Twitter @Rene_Wappler
Themenbild. Bild: Twitter @Rene_Wappler
Sie engagieren sich für Flüchtlinge und werden deshalb attackiert: 450 Straftaten gegen Politiker und Flüchtlingshelfer hat das Bundeskriminalamt 2016 bereits gezählt.

SpON

Im Zusammenhang mit dem Asylthema hat die Polizei in diesem Jahr bereits mehr als 450 Angriffe auf Politiker und Flüchtlingshelfer registriert. 317 Straftaten richteten sich gegen Politiker und 144 gegen Helfer oder Organisationen, wie nach Informationen von Zeit Online aus einem internen Lagebild des Bundeskriminalamts (BKA) hervorgeht.

Die Taten waren überwiegend rechtsextrem motiviert. Von den Angriffen auf Politiker gingen dem Bericht zufolge

  • 212 auf das Konto von Rechten,
  • 9 auf das von Linken,
  • 93 waren nicht zuzuordnen.

Das gleiche Muster bei Angriffen auf Helfer: Auf 127 Delikte von Rechten kam eine linksmotivierte Brandstiftung, der Rest war unklar.

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Die Türkei und das PKK-Problem

HPG - der militärische Arm der PKK
HPG – der militärische Arm der PKK
Der Konflikt mit der PKK eskaliert wieder – auch, weil die AKP ihn mit allen Mitteln anheizt. Die Interessenlage einzelner Akteure bleibt undurchsichtig

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

In der weitestgehend gleichgeschalteten türkischen Presselandschaft hat sich im Laufe der letzten zwei Wochen etwas gewandelt. Stand bisher Fethullah Gülen als der große Teufel im Zentrum der Aufmerksamkeit, ist es nun wieder die PKK.

Verwirrung herrscht um einen Autobombenanschlag am vergangenen Freitagmorgen in Diyarbakir. Die Bombe detonierte vor dem Polizeihauptquartier, in dem sich kurz zuvor noch die in der vorangegangenen Nacht festgenommenen HDP-Politiker befunden hatten, darunter auch die Parteichefs Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag. Elf Menschen starben, und die ersten Vermutungen machten die PKK als Täter aus. Ein Racheakt für die Festnahmen, hieß es.

Nur war da noch nicht bekannt, wen die Bombe beinahe erwischt hätte. Wenig später bekannte sich der IS – eine Woche zuvor hatte IS-Anführer Baghdadi seine Anhänger dazu aufgerufen, die Türkei zu bekämpfen. Inzwischen aber, so heißt es, haben sich auch die Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) zu dem Anschlag bekannt – und der HDP-Politiker Ertugrul Kürkcü kritisierte die PKK für ihre „blinde Gewalt“. Zugleich meldete die PKK-nahe Nachrichtenagentur ANF, der PKK-Kämpfer Kemal Hakkari sei für den Anschlag verantwortlich.

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Ecocapsule: Autonome Wohnkapsel

Bild: ecocapsule.sk
Bild: ecocapsule.sk
Die Ecocapsule erzeugt Strom, entsorgt Abwässer und soll sich fast überall aufstellen lassen.

Von Ben Schwan | Technology Review

Diese kleine eiförmige Minibehausung namens Ecocapsule bietet ihren Bewohnern auf 8,2 Quadratmetern Wohnfläche alles, was es in einer normalen Heimstatt auch gibt: ein bequemes Bett, einen Schreibtisch und Stauraum. Außerdem eine Dusche, eine Komposttoilette sowie eine kleine Küchenecke. Doch vor allem ist das Tiny House der slowakischen Firma autonom, denn Strom liefern Windrad und Solarzellen.

Und das benötigte Wasser sammelt eine Regenwassergewinnungsanlage. Ein Filter reinigt anschließend das Wasser, das man dann auch zum Kochen und Duschen verwenden können soll. Alternativ lässt sich der mehrere Hundert Liter fassende Tank auch aus anderen Quellen auffüllen.

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Richard Dawkins´ Reaktion auf Trumps Wahlsieg

Richard Dawkins, Screengrab
Richard Dawkins, Screengrab
Verschiedene Wissenschaftler haben sich in kurzen Kommentaren zum Wahlsieg von Donald Trump geäußert. Hier der Beitrag von Richard Dawkins.

Von Richard Dawkins

Liebes Neuseeland,

die zwei weltweit größten englischsprachigen Nationen haben gerade Katastrophen durch die Hand des Wählers erlitten – in beiden Fällen vom ungebildeten, Antiintellektuellen Anteil der Wähler. Die Wissenschaft wird in beiden Ländern sehr stark betroffen sein: In einem Fall durch das mittels der Fremdenfeindlichkeit bewirkte Abtrennen eines gewissenhaft aufgebauten Verhältnisses zu den europäischen Partnern, und im anderen Fall durch die Wahl eines unqualifizierten, narzisstischen, misogynen schlechten Witzes als Präsidenten. In keinem der Fälle wird das Unheil von kurzer Dauer sein: In Amerika aufgrund der „Nicht-Ruhestand“ Regelung des „Supreme Courts“, in Britannien, weil der Brexit unumkehrbar ist.

Es gibt Top-Wissenschaftler in Amerika und Britannien – talentierte, kreative Leute, die verzweifelt versuchen der Bigotterie der Proleten ihrer Heimatländer zu entkommen. Liebes Neuseeland, du bist eine zutiefst zivilisierte kleine Nation, mit einer kleinen Bevölkerung auf ein paar schönen, geräumigen Inseln. Ihr sorgt euch um den Klimawandel, die Zukunft des Planeten und andere wichtige wissenschaftliche Themen. Warum nicht alle Nobelpreis Gewinner in Amerika und Britannien, alle Fields-Medaillisten, Kyoto-, Crafoord- und International Cosmopreis Gewinner, Mitglieder der „Royal Society“, Elite Wissenschaftler der „National Academy of Science“, Mitglieder der „British Academy“ und ähnlicher Vereinigungen in Amerika anschreiben. Bietet ihnen die Staatsbürgerschaft an. Den Anteil, den kreative Intellektuelle zum Wohlstand und kulturellen Leben eines Landes beitragen können, ist überproportional zu ihrer Anzahl. Ihr könntet Neuseeland zum Athen der modernen Welt machen.

Ja, liebes Neuseeland, ich weiß, es ist ein unrealistischer, surrealer Wunschtraum. Aber am Tag nach der US Wahl, im Jahr des Brexit, wo der Unterschied zwischen surrealer und schrecklicher Realität wie in einem Drogenrausch verwischt, scheint ein Wunschtraum die einzige Zuflucht zu sein.

Euer

Richard Dawkins

Übersetzung: Jörg Elbe

„Eagles of Death Metal“ erhielten im Bataclan Hausverbot

Das Bataclan am Samstagabend / Bild: APA/AFP/PHILIPPE LOPEZ
Das Bataclan am Samstagabend / Bild: APA/AFP/PHILIPPE LOPEZ
Bei den Anschlägen am 13. November 2015 standen sie auf der Bühne. Doch Sänger Hughes insinuierte später, dass die Terroristen Helfer im Gebäudeinneren gehabt hätten.
 

Die Presse.com

Mitgliedern der US-Rockband Eagles of Death Metal ist am Samstag die Teilnahme am Konzert zur Wiedereröffnung des Pariser Konzertsaals „Bataclan“ nach dem verheerenden Terroranschlag vor einem Jahr verwehrt worden. „Bataclan“-Vizechef Jules Frutos nannte Aussagen von Sänger Jesse Hughes, wonach die Terroristen Helfer im Gebäudeinneren hatten, als Grund.

Frutos berichtete, dass Jules und ein weiteres Bandmitglied am Konzert teilnehmen wollten. „Sie sind gekommen, aber ich habe sie abgewiesen, weil es Dinge gibt, die unverzeihlich sind.“ Die beiden US-Musiker und ihr Manager waren nach Paris gekommen, um am Sonntag am Gedenken zum ersten Jahrestag der Pariser Terroranschläge teilzunehmen.

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Anerkennung von Kinder-Ehen vom Tisch

Mädchen mit Zeichnung zu Kinderehen in Syrien. Foto: toyoungtowed.org - Wikimedia/CC BY-SA 3.0
Mädchen mit Zeichnung zu Kinderehen in Syrien. Foto: toyoungtowed.org – Wikimedia/CC BY-SA 3.0
Noch im November will Justizminister Heiko Maas (SPD) einen Entwurf zur Neuregelung des Eherechts vorlegen. Kinder-Ehen sollen demnach generell verboten, das Heiratsalter für alle verbindlich auf 18 Jahre festgelegt, und im Ausland geschlossene Ehen mit Beteiligten unter 16 Jahren gar nicht, und unter Beteiligung Minderjähriger von 16 und 17 Jahren nur dann anerkannt werden, wenn das Paar Kinder hat. Und auch dann nur nach eingehender Prüfung.

Von Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Außerdem will der Minister die 2009 abgeschaffte Standesamts-Pflicht wieder einführen. Das ist einem Interview der Katholischen-Nachrichten-Agentur zu entnehmen. Das bestätigte der Minister auch auf seiner Facebookseite. Da die Unionsparteien ähnliche Vorstellungen bezüglich der Kinder/Frühehe haben, ist davon auszugehen, dass die Vorlage zügig in ein Gesetz gegossen wird.

Laut Merkur äußerte der Minister sich sehr deutlich. Maas sagte demnach: „Heiraten darf grundsätzlich erst, wer 18 Jahre alt ist.“ Ehen von Minderjährigen unter 16 Jahren müssten in Zukunft ausnahmslos verboten sein, wird der Minister zitiert. Solche im Ausland geschlossenen Ehen würden in Deutschland „nicht mehr anerkannt und seien nichtig“.

Damit reagiert Maas auf die harsche Kritik auf seine kürzlich geäußerten ersten Überlegungen, ein Quasi-Zwei-Klassen-Eherecht einzuführen, in dem in Deutschland geborene Mädchen (und Jungen) vor Kinder/Früh-Ehen geschützt werden, zugewanderte hingegen nicht. Im Ausland geschlossene Ehen Minderjähriger sollten demnach grundsätzlich anerkannt werden, es sei denn, die betroffenen Minderjährigen beantragten selbst vor einem Familiengericht Schutz.

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Wo ist das Himmelreich?

Bild: DIE KOLUMNISTEN
Bild: DIE KOLUMNISTEN
In 95 Folgen wird in dieser Kolumne über die 95 Thesen Martin Luthers diskutiert. Wenn man die erste der 95 Luther-Thesen liest, meint man vielleicht, dass uns dieser Text niemals irgendetwas bedeuten könnte.

Von Jörg Friedrich | DIE KOLUMNISTEN

Sie lautet

Als unser Herr und Meister Jesus Christus sagte: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“, wollte er, dass das ganze Leben der Glaubenden Buße sei.

Das Himmelreich

Nichts scheint heute weiter entfernt als „das Himmelreich“. Das Himmelreich sei ein ewiges Leben nach dem Tode, ein Leben im Glück oder jedenfalls in einem ewigen Zustand der Zufriedenheit, so die allgemeine Meinung. Kaum jemand glaubt allerdings an ein Leben nach dem Tode, jedenfalls nicht in dem Sinne, dass das eigene Leben in einer anderen, jenseitigen Welt weitergeht. Was also soll uns ein Text sagen, der meint, uns etwas vorschreiben zu können, mit der Begründung, dass da etwas kommen würde, was es gar nicht gibt?

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„Wir lassen den NSU-Komplex nicht verjähren“

Lügen und Vertuschung – In Sachen NSU-Aufklärung ist von Politik und Justiz wenig bis gar nichts zu erwarten. Andere übernehmen die Arbeit

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

In den letzten Tagen beschäftigte der Nationalsozialistische Untergrund wieder einmal alle Medien (NSU). Schließlich jährte sich die Aufdeckung des NSU zum fünften Mal. Bei den Opferverbänden und den zivilgesellschaftlichen Organisationen aus dem antifaschistischen und antirassistischen Spektrum ist längst Ernüchterung eingetreten. Schließlich hat sich mit Pegida und der AfD erst nach der NSU-Enttarnung in Deutschland der Rechtspopulismus in und außerhalb der Parlamente organisiert.

Selbst das offene Nazispektrum, das seine Solidarität mit einigen der im NSU-Prozess Angeklagten mit Demonstrationen und Solidaritätskonzerten immer wieder unter Beweis stellt, braucht sich nicht zu verstecken, sondern organisiert sich sogar länderübergreifend.

Die Tatsache, dass eine rechte Terrorgruppe über Jahre hinweg Menschen nur deshalb ermordet hat, weil sie nicht Deutschland geboren wurden, hat nicht den oft zitierten Schock ausgelöst, der die Organisierung einer neuen Rechtsbewegung erschwert. Das war allerdings auch jenseits der Sonntagsreden nicht verwunderlich.

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Wie Sting dem „Bataclan“ wieder Leben einhauchte

Sting am Samstagabend im Pariser Bataclan / Bild: APA/AFP/Hans Lucas/BORIS ALLIN
Sting am Samstagabend im Pariser Bataclan / Bild: APA/AFP/Hans Lucas/BORIS ALLIN
Vor genau einem Jahr töteten islamistische Attentäter in dem Pariser Club 90 Menschen. Nun wurde er wiedereröffnet.

Die Presse.com

Im „Bataclan“ wird wieder getanzt. Beim ersten Konzert nach dem Terror erobert das Publikum sich den Konzertsaal singend, klatschend und jubelnd zurück. Dem britischen Musiker Sting gelingt bei seinem symbolträchtigen Auftritt am Samstagabend der Balanceakt zwischen Erinnern und Bekenntnis zum Leben.

„Wir feiern das Leben und gedenken der Menschen, die vor einem Jahr gestorben sind“, sagt Ruben. Der 34-Jährige stammt aus Portugal und wohnt nun in Brüssel, er ist extra für das Konzert nach Paris gekommen. „Damit sorgen wir auch dafür, dass unsere Werte und unsere Überzeugungen sich durchsetzen“, betont er.

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Pressefreiheit ala AKP: Moschee-Vertreter verklagt Offenburger Zeitung

Sitten à la Erdogan in Offenburg? Erst kündigte Moschee-Vertreter Süleyman Sögütlü aufgrund einer Veranstaltung der Grünen zum Thema Türkei die Zusammenarbeit mit den Gruppierungen am Bürgerpark auf. Als die Offenburger Medien darüber berichteten, stellte Sögütlü Gegendarstellungs- und Schmerzensgeldforderungen. OT-Redaktionsleiter Wolfgang Kollmer wertet dies als Einschüchterungsversuch und Angriff auf die Pressefreiheit.

Von Christian Wagner | baden online

Die Türkei nimmt unter Präsident Recep Tayyip­ Erdogan eine Entwicklung, die von vielen mit großer Sorge gesehen wird. Regimekritiker werden mit Strafanzeigen gemaßregelt, aus ihren Ämtern entfernt oder festgenommen, wie Medien berichten. Auch den deutschen Satiriker Jan Böhmermann würde Erdogan für dessen Schmähgedicht wohl gerne hart bestraft sehen.

Vor diesem Hintergrund ging unsere Zeitung im Vorfeld des Tages der offenen Tür in der Offenburger Moschee in einem Gespräch mit Süleyman Sögütlü, Vorstandsmitglied im türkisch-islamischen Verein und Mitglied im Integrationsbeirat, der Frage nach, ob der lange Arm Erdogans bis nach Offenburg reicht. Für Politik sei in der Moschee kein Raum, lautete Sögütlüs Antwort in dem am 1. Oktober im Offenburger Tageblatt erschienenen Artikel.
Diese Aussage passt allerdings gar nicht mit einer E-Mail zusammen, die Sögütlü nahezu zeitgleich an die Gruppierungen der Innenstadt versandte und die der OT-Redaktion vorliegt. Darin kündigte er die Zusammenarbeit mit eben diesen Einrichtungen auf. Als Grund nennt er eine politische Veranstaltung der Grünen im Stadtteil- und Familienzentrum Innenstadt (siehe »Chronologie«).

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Afghanistan: Die Rückkehr des Taliban-Albtraums

Taliban-Zielbild: Das Generalkonsulat in Masar-i-Scharif. Bild: Taliban
Taliban-Zielbild: Das Generalkonsulat in Masar-i-Scharif. Bild: Taliban
Nach den Anschlägen auf das deutsche Generalkonsulat und auf die US-Militärbasis in Bagram: Keine Hoffnung am Hindukusch, auch nicht mit Trump?

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Taliban wurden unterschätzt. Gute Nachrichten aus Afghanistan waren wichtiger für die PR-Kampagne des freien Westens, der den Terrorismus besiegt und Demokratie aufbaut. Nun führen die „afghanischen Rebellen“ mit einer quasi-chirurgischen Kriegsführung vor, dass dies eine grobe Fehleinschätzung war.

Zwei Anschläge innerhalb weniger Tage, ausgeführt an schmerzhaften Stellen, und die alte Erkenntnis klopft wieder an die Tür: In Afghanistan ist kein Sieg für auswärtige Mächte möglich, nur Niederlagen. Ist der Rückzug die bessere Lösung? Manche erhoffen sich vom neuen US-Präsidenten, dass er diese Richtung einschlägt.

Der Angriff am Donnerstagabend auf das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif, bei dem mindestens sechs Menschen ums Leben, unter ihnen afghanische Zivilisten und Sicherheitskräfte, und sehr viele verletzt wurden, war „gefährlicher als bislang bekannt“, wird heute berichtet.

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Star-Architekt Libeskind über Gentrifizierung: „Baut höher, dann bleibt die Stadt bezahlbar“

Daniel Libeskind vor dem durch ihn umgestalteten Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden (2011). Bild: wikimedia.org/CC BY 2.0 / ©Bundeswehr/Mandt
Daniel Libeskind vor dem durch ihn umgestalteten Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden (2011). Bild: wikimedia.org/CC BY 2.0 / ©Bundeswehr/Mandt
New York, Paris, Berlin – Geringverdiener werden aus den Zentren vertrieben. Stararchitekt Daniel Libeskind fordert ein radikales Umdenken.

Ein Interview von Benjamin Bidder | SpON

Wenige Fragen werden in deutschen Großstädten so hitzig diskutiert wie diese: Wie viel darf, wie viel soll Wohnen kosten? Die Bundesregierung hat eine Mietpreisbremse eingeführt, Berlin geht gegen die Vermietung von Ferienwohnungen vor. Die Immobilienpreise steigen dennoch weiter, besonders in Großstädten. In München etwa kostet der Quadratmeter bis zu hundertmal mehr als in der Provinz – auch deshalb, weil internationale Investoren deutsche Immobilien als lohnendes Anlageobjekt ausgemacht haben.

Der US-Architekt Daniel Libeskind hat 14 Jahre in Berlin gelebt und verfolgt die Entwicklung mit Sorge. Der Immobilienboom „vertreibt die Menschen aus der Stadt, die der Stadt dienen, sich die Stadt aber nicht mehr leisten können“.

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KKK to hold rally celebrating Trump victory

Screen capture taken from the KKK website on November 11, 2016, celebrating Donald Trump’s election win/The Times of Israel
Screen capture taken from the KKK website on November 11, 2016, celebrating Donald Trump’s election win/The Times of Israel
White supremacist group website says president-elect’s campaign ‘united my people’; parade to take place Dec. 3 in North Carolina
 

By Times of Israel staff

The Ku Klux Klan is to hold a victory parade in North Carolina to celebrate Donald Trump’s win over Hillary Clinton in Tuesday’s US presidential elections.

The parade is scheduled for December 3, according to the KKK website.

“Trump’s Race United My People,” the website’s homepage reads, featuring an image of the president-elect flanked in the center of the gold ring emblazoned with the words “President of the United States.”

The white supremacist group’s stated goal is to try “to help restore America to a White Christian nation.” It firmly rejects the claim that it is a hate group, saying it tries focus on the love of the white race.

Earlier this month, a prominent KKK paper endorsed Trump, publishing on its front page a lengthy defense of the Trump campaign slogan “Make America Great Again.”

Pastor Thomas Robb, the national director of the Knights of the KKK, wrote in the quarterly paper The Crusader that, “while Trump wants to make America great again, we have to ask ourselves, ‘What made America great in the first place?’ The short answer to that is simple. America was great not because of what our forefathers did — but because of who our forefathers were.”

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Nazi-themed graffiti found in the town of Wellsville, New York, on the same day that Donald Trump won the presidential election on November 9, 2016. (Twitter/JTA)
Nazi-themed graffiti found in the town of Wellsville, New York, on the same day that Donald Trump won the presidential election on November 9, 2016. (Twitter/JTA)

Lilie: Überdurchschnittlich hohe Gehälter bei der Diakonie

Bild: tilly
Bild: tilly
Pflegekräfte bei den kirchlichen Wohlfahrtsverbänden verdienen laut Diakonie-Präsident Ulrich Lilie überdurchschnittlich gut.
 

evangelisch.de

Die kirchlichen Wohlfahrtsverbände Diakonie und Caritas „sind nicht das Problem auf dem hart umkämpften Markt der Pflege“, sagte Lilie laut Redetext am Samstag auf der Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen in Münster: „Es ist unumstritten, dass wir in der Pflege – und zwar landesweit – überdurchschnittlich hohe Gehälter zahlen. Wir brauchen uns nicht zu verstecken.“

Das zeigten unabhängige Untersuchungen und das habe ihm auch Verdi-Chef Frank Bsirske bestätigt, sagte Lilie den Angaben zufolge. Es sei schlicht falsch zu glauben, dass die Diakonie ihre Mitarbeiterinnen in der Pflege schlecht bezahle. Das kirchliche Arbeitsrecht habe zu Unrecht keinen guten Ruf, bedauerte der Präsident des evangelischen Wohlfahrtsverbands.

 

Pakistan: Dutzende Tote bei Anschlag auf muslimischen Schrein

Die pakistanische Polizei sprach nach dem Attentat von vielen Opfern.Foto: REUTERS
Die pakistanische Polizei sprach nach dem Attentat von vielen Opfern.Foto: REUTERS
Wieder wird die pakistanische Provinz Baluchistan von einem Anschlag erschüttert. Das Ziel waren gläubige Sufis. Der IS bekannte sich zu der Tat.

DER TAGESSPIEGEL

Bei einem Bombenanschlag auf einen Schrein in Pakistan sind mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen. Rund 100 Menschen wurden am Samstagabend (Ortszeit) verletzt, wie ein Polizeisprecher der südlichen Provinz Baluchistan der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Die Explosion ereignete sich rund 150 Kilometer von der Stadt Hub entfernt. Der Innenminister der Provinz sagte, Rettungskräfte hätten Schwierigkeiten, den Ort zu erreichen. Die Behörden riefen Anwohner zur Hilfe auf.

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Watch This Robot Solve a Rubik’s Cube in Less Than a Second

The fastest human with the most dexterous hands can solve a Rubik’s cube in 4.9 seconds. There’s a few different tricks and strategies puzzlers use to solve a cube that fast. One strategy even claims people can get through any scrambled cube in under 20 moves.

By Matthew Gault | MOTHERBOARD

But robots don’t need tricks, and new machine from German superconductor company Infineon Technologies can blow through a Rubik’s cube in just 0.637 seconds. That’s right, this machine can solve a cube in under a second.

Humans have long tasked robots with the humiliating task of solving a Rubik’s cube and the previous year has seen an unprecedented increase in quick cube solving tech. Back in January, two guys set a the record for a machine-solved cube at 1.047 seconds. A few months later, another machine blew that record away with 0.89 seconds.

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