Richard Dawkins´ Reaktion auf Trumps Wahlsieg


Richard Dawkins, Screengrab
Richard Dawkins, Screengrab
Verschiedene Wissenschaftler haben sich in kurzen Kommentaren zum Wahlsieg von Donald Trump geäußert. Hier der Beitrag von Richard Dawkins.

Von Richard Dawkins

Liebes Neuseeland,

die zwei weltweit größten englischsprachigen Nationen haben gerade Katastrophen durch die Hand des Wählers erlitten – in beiden Fällen vom ungebildeten, Antiintellektuellen Anteil der Wähler. Die Wissenschaft wird in beiden Ländern sehr stark betroffen sein: In einem Fall durch das mittels der Fremdenfeindlichkeit bewirkte Abtrennen eines gewissenhaft aufgebauten Verhältnisses zu den europäischen Partnern, und im anderen Fall durch die Wahl eines unqualifizierten, narzisstischen, misogynen schlechten Witzes als Präsidenten. In keinem der Fälle wird das Unheil von kurzer Dauer sein: In Amerika aufgrund der „Nicht-Ruhestand“ Regelung des „Supreme Courts“, in Britannien, weil der Brexit unumkehrbar ist.

Es gibt Top-Wissenschaftler in Amerika und Britannien – talentierte, kreative Leute, die verzweifelt versuchen der Bigotterie der Proleten ihrer Heimatländer zu entkommen. Liebes Neuseeland, du bist eine zutiefst zivilisierte kleine Nation, mit einer kleinen Bevölkerung auf ein paar schönen, geräumigen Inseln. Ihr sorgt euch um den Klimawandel, die Zukunft des Planeten und andere wichtige wissenschaftliche Themen. Warum nicht alle Nobelpreis Gewinner in Amerika und Britannien, alle Fields-Medaillisten, Kyoto-, Crafoord- und International Cosmopreis Gewinner, Mitglieder der „Royal Society“, Elite Wissenschaftler der „National Academy of Science“, Mitglieder der „British Academy“ und ähnlicher Vereinigungen in Amerika anschreiben. Bietet ihnen die Staatsbürgerschaft an. Den Anteil, den kreative Intellektuelle zum Wohlstand und kulturellen Leben eines Landes beitragen können, ist überproportional zu ihrer Anzahl. Ihr könntet Neuseeland zum Athen der modernen Welt machen.

Ja, liebes Neuseeland, ich weiß, es ist ein unrealistischer, surrealer Wunschtraum. Aber am Tag nach der US Wahl, im Jahr des Brexit, wo der Unterschied zwischen surrealer und schrecklicher Realität wie in einem Drogenrausch verwischt, scheint ein Wunschtraum die einzige Zuflucht zu sein.

Euer

Richard Dawkins

Übersetzung: Jörg Elbe

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