Stellvertretender bild.de-Chefredakteur: ‚Es ist Zeit für Haltung‘

Bild: fotocommunity.com
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Der stellvertretende Chefredakteur von bild.de, Daniel Böcking (Berlin), hat Christen dazu aufgerufen, auch öffentlich über ihren Glauben zu sprechen: „Es ist Zeit für Haltung. Wenn nicht jetzt, wann dann?“
 

kath.net

Böcking sprach am 12. November bei der Journalisten-Tagung „publicon“ in Kassel. Der dreifache Vater hatte im April 2015 einen Kommentar veröffentlicht mit dem Titel „Warum ich mich heute als Christ outen will“. Darin bezog er Stellung gegen eine verbreitete Sprachlosigkeit unter Christen angesichts der Gräueltaten der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS). Aus der Beobachtung, dass Religion zu Fanatismus führen könne, dürfe man nicht schlussfolgern, Christen müssten still sein. Radikal barmherzig, radikal nächstenliebend oder radikal hilfsbereit seien Attribute, zu denen er sich offen bekenne, schrieb der Journalist, der auf seinen Kommentar mehr als 19.000 Reaktionen bekam.

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Teile der Evangelikalen kritisieren das Nein zur Judenmission

Für Kritik in Teilen der evangelikalen Bewegung sorgt das Nein der EKD-Synode zur Judenmission. Das Kirchenparlament hatte am 9. November einstimmig eine entsprechende Kundgebung verabschiedet.

idea.de

Darin heißt es, Christen seien ungeachtet ihrer Sendung in die Welt nicht berufen, Israel davon zu überzeugen, dass der Weg zu Gottes Heil nur über den Juden Jesus Christus führe: „Alle Bemühungen, Juden zum Religionswechsel zu bewegen, widersprechen dem Bekenntnis zur Treue Gottes und der Erwählung Israels.“ Kritik an dem Beschluss übt unter anderem das Netzwerk „Evangelium 21“. Dessen Vorsitzender, Pastor Matthias Lohmann (München), schreibt in einer Stellungnahme, die Erklärung der EKD stehe „im klaren Widerspruch zum biblischen Auftrag, allen Völkern das Evangelium zu verkündigen“. Man dürfe und solle darüber diskutieren, „wie gerade wir Deutschen, die wir am Volk Israel auf schreckliche Weise unvorstellbar schuldig geworden sind“, die Botschaft Jesu sensibel weitergeben: „Aber davon schweigen, dass Jesus gekommen ist, um Juden und Heiden zu retten, können wir nicht (vergleiche Römer 1,16-17).“

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Thüringen: 75 Millionen Euro flossen seit 1999 für Kirchen

Bild: tilly
Bild: tilly
Land und Bund haben allein seit 1999 insgesamt 45 Millionen Euro in den Erhalt Thüringer Kirchen und Kapellen gesteckt. Matthias Gißke vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie sagte MDR THÜRINGEN, mit der Summe seien tausende Einzelvorhaben im Gesamtumfang von 75 Millionen Euro mitfinanziert worden.

MDR Thüringen

In den zehn Jahren zuvor ist nach Angaben von Gißke sogar noch wesentlich mehr Geld in die Gotteshäuser geflossen, allerdings lasse sich dies nicht statistisch aufschlüsseln.

Insgesamt gibt es aktuellen Angaben zufolge in Thüringen knapp 1.800 evangelische und 225 katholische Kirchengebäude. Als herausragende Beispiele für den Kirchenerhalt nannte Gißke die Bartholomäus-Kirche Altenburg, die Herderkirche Weimar, die Eisenacher Georgenkirche, die Rastenberger Coudraykirche und die Stadtkirche Rudolstadt. Inzwischen gebe es nur noch wenige Dorfkirchen und Dorfkapellen in Thüringen, deren Verlust drohe, so Gißke vor dem Hintergrund des ersten Abrisses einer Kirche in Thüringen nach 1990.

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„Demo für alle“: Moral-Panik gegen Sexualkunde

Auf der Straße. Ende Oktober protestierte die „Demo für Alle“ in Wiesbaden gegen einen neuen Lehrplan in den Schulen.Foto: picture alliance / dpa
Auf der Straße. Ende Oktober protestierte die „Demo für Alle“ in Wiesbaden gegen einen neuen Lehrplan in den Schulen.Foto: picture alliance / dpa
Die „Demo für Alle“ will die Reform der schulischen Sexualerziehung verhindern. Sie kämpft gegen Lehrpläne, die die Akzeptanz von Vielfalt fördern wollen – jetzt auch in Hessen.

Von Jonas Fedders | DER TAGESSPIEGEL

Es klingt apokalyptisch: „Die staatlich-obligatorische Sexualisierung unserer Kinder zerstört für immer die Scham, ruiniert die Menschen und somit unser Volk“, heißt es auf einem selbst gebastelten Plakat, das ein älterer Herr auf seinem Rücken trägt. Ein paar Meter weiter steht Hedwig von Beverfoerde auf der Ladefläche eines Lastwagens, dahinter prangt das Logo ihres Aktionsbündnisses: Die Umrisse sollen offenbar eine Familie darstellen, mit Vater, Mutter, Sohn und Tochter. Das Mädchen und die Frau tragen lange Haare und Röcke, der Junge und der Mann kurze Haare und Hosen. Es ist der Prototyp einer Familie, wie Beverfoerde und ihre Anhänger ihn sich vorstellen. Eine Familienkonzeption, die tausende Menschen offenbar bedroht sehen.

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Netanjahu: Lautstärke muslimischer Gebetsrufe muss begrenzt werden

muezzinrufIsraelische Regierung will Durchsagen über Lautsprecheranlagen verbieten

DIE WELT

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unterstützt ein Gesetz zur Begrenzung der Lautstärke von muslimischen Gebetsrufen. Er habe unzählige Klagen von Bürgern über die „übermäßig lauten“ Durchsagen aus den Moscheen erhalten, sagte Netanjahu am Sonntag zu Beginn einer Kabinettssitzung. Er unterstütze daher den Gesetzesentwurf, der vorsieht, die Lautstärke der Gebetsrufe zu drosseln. In vielen europäischen Städten und in Teilen der muslimischen Welt sei dies bereits üblich, betonte Netanjahu.

Thomas Müller dilettiert über Religion

© Bild: dpa/katholisch.de
© Bild: dpa/katholisch.de
Am Montag empfängt Papst Franziskus das DFB-Team zu einer Audienz. Der frühere Messdiener und heutige Bayern-Star Thomas Müller freut sich auf die Begegnung. Franziskus sei eine wichtige Bezugsperson.
 

katholisch.de

Thomas Müller (27), 82-facher Fußballnationalspieler und früherer Messdiener, freut sich auf den Besuch beim Papst. „Wenn man auf dem Dorf groß wird, spielen die Kirche und der Gottesdienst noch eine größere Rolle“, sagte er am Montag der „Bild“-Zeitung. „Religion und auch Traditionen geben der Gesellschaft eine gewisse Struktur, das finde ich gut.“ Den Papst sieht Müller als „Chef einer großen Bewegung, die in Europa sehr bedeutsam ist“. Für viele Menschen sei er eine wichtige Bezugsperson.

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Konrad-Adenauer-Altstipendiaten gegen erneute Kandidatur Merkels

CDU-Wahlplakat aus den 1950er Jahren. Konrad-Adenauer-Stiftung, Archiv für Christlich-Demokratische Politik (ACDP). Lizenz: CC-BY-SA 3.0 DE
CDU-Wahlplakat aus den 1950er Jahren. Konrad-Adenauer-Stiftung, Archiv für Christlich-Demokratische Politik (ACDP). Lizenz: CC-BY-SA 3.0 DE
Die Bundeskanzlerin riskiert nach Ansicht der parteiangehörigen und parteinahen Akademikerelite einen „Bruch mit den europäischen Partnern“

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Widerstand gegen eine erneute Kanzlerkandidatur Angela Merkels kommt nicht nur aus der CSU: Eine Gruppe von Altstipendiaten der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, die sich den Namen Konrads Erben gegeben hat, sieht das „Erbe“ des ersten deutschen Bundeskanzlers durch die derzeitige Kanzlerin „ernsthaft in Gefahr“.

Der Kreis umfasst nach eigenen Angaben etwa 500 Personen, hat aber insofern größere Bedeutung, als es sich hier nicht nur um Akademiker handelt, sondern um die besten davon, die der Partei angehören oder nahe stehen und einen Auswahlprozess durchliefen.

Geführt wird der Kreis vom Kölner Medienmanager Bernd Samland, der sich nach Berichten im Print-Spiegel und in der Welt über eine „zu 99 Prozent positive überwältigende Resonanz“ freut, obwohl er nach eigenen Angaben vom Nachrichtenmagazin mit dem aktuell oft parodierten Cover „natürlich nicht korrekt zitiert“ wurde. Er arbeitet derzeit an einem Papier mit dem Arbeitstitel „Rhöndorfer Manifest“, in dem die Forderungen seiner Gruppe gesammelt werden.

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Rechtsextreme Tötungsdelikte: Liste mit Lücken

Die Bundesregierung stellt auf Anfrage alle rechtsextrem motivierten Tötungsdelikte seit Januar 2015 zusammen. Das Innenministerium zählt 18 Fälle – doch die Liste ist unvollständig. Warum?

Von Marius Münstermann | SpON

Die Molotow-Cocktails schlagen um kurz nach Mitternacht ein. Schnell steht der Wohnwagen in Flammen, brennt komplett aus. Niemand wird verletzt – aber: „Nur durch einen Zufall hielt sich die Person, die in dem Wohnwagen normalerweise lebt und arbeitet, in dieser Nacht nicht im Wagen auf“, schreiben die Betreiber des Alternativen Kulturwerks in Bitterfeld.

Einige Wochen nach dem Anschlag im April 2015 werden zwei Männer festgenommen, die der rechten Szene zugeordnet werden. Das Landgericht Dessau-Roßlau hat die Angeklagten inzwischen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt – unter anderem wegen versuchten Mordes. Es ist einer der seltenen Fälle, in denen rechtsextreme Täter erfolgreich ermittelt und verurteilt wurden.

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Laokoon-Gruppe: So sah das größte Kunstwerk der Antike wirklich aus

So könnte die Laokoon-Gruppe sich antiken Betrachtern dargeboten haben, schlagen die Archäologen der Humboldt-Universität vor Quelle: Susanne Muth, Dirk Mariaschk, Inga Spreen, HU Berlin
So könnte die Laokoon-Gruppe sich antiken Betrachtern dargeboten haben, schlagen die Archäologen der Humboldt-Universität vor Quelle: Susanne Muth, Dirk Mariaschk, Inga Spreen, HU Berlin
Schon den Römern galt die Skulptur des sterbenden Laokoon als überragendes Kunstwerk. Seit ihrer Entdeckung 1506 wurde sie mehrfach rekonstruiert. Ein neuer Versuch bietet ein deutlich anderes Bild.

Von Berthold Seewald | DIE WELT

Als die Trojaner sich anschickten, das hölzerne Pferd, das die Griechen zurückgelassen hatten, in ihre Stadt zu ziehen, trat Laokoon auf. Der Priester des Apollon warnte sie eindringlich: Im Bauch des vermeintlichen Weihegeschenks würden sich griechische Krieger verbergen. Da schickten die Götter zwei Schlangen aus dem Meer, die zuerst die beiden Söhne Laokoons erwürgten, dann den Vater. „Graunvolles Geschrei hochauf zu den Sternen erhebt er“, berichtet der römische Dichter Vergil in seiner „Äneis“. Sein Tod wurde zum Thema des berühmtesten Kunstwerks, das aus der Antike auf uns gekommen ist: der Laokoon-Gruppe in den Vatikanischen Museen in Rom.

Schon den Zeitgenossen galt die Statuengruppe als ein Werk, „welches über allen Schöpfungen der Malerei und Bildhauerei steht“, schreibt Plinius der Ältere in seiner „Naturgeschichte“, ein Urteil, das von keinem anderen Stück überliefert ist. Nach seiner Wiederentdeckung gab Michelangelo den Takt vor, indem er den Laokoon als „Wunder der Kunst“ pries. Winckelmann erhob ihn zum Vorbild des klassizistischen Ideals von „edler Einfalt und stiller Größe“, und selbst im Asterix-Kosmos hat er seinen festen Platz.

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„Superkeime“: Flughafen-Toilette als Drehkreuz

In der Flughafen-Toilette lauern auch viele resistente
In der Flughafen-Toilette lauern auch viele resistente „Superkeime“ auf neue „Kuriere“ © HG: CDC
Drehscheibe für resistente Keime: Wer auf einem Flughafen zur Toilette geht, riskiert, zum unfreiwilligen Bakterien-Kurier zu werden. Denn dort können häufig resistente „Superkeime“ lauern, wie Tests auf 136 Flughäfen in 59 Ländern ergaben. Vor allem die inneren Türklinken der Toiletten waren kontaminiert, dort fanden die Forscher oft multiresistente Bakterien, darunter den gefürchteten Krankenhauskeim MRSA.

scinexx

Resistente Bakterien breiten sich immer weiter aus – und die moderne, globalisierte Gesellschaft hilft ihnen dabei. Denn längst überbrücken diese „Superkeime“ rasend schnell ganze Kontinente und Meere. Kein Wunder: Sie reisen einfach mit uns mit. Jeder fünfte Fernreisende bringt resistente ESBL-Keime mit, auch Colistin-resistente Bakterien aus Asien wurden bereits nach Deutschland eingeschleppt.

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Trump bestätigt seine klare Prolife-Linie

Screen capture taken from the KKK website on November 11, 2016, celebrating Donald Trump’s election win/The Times of Israel
Screen capture taken from the KKK website on November 11, 2016, celebrating Donald Trump’s election win/The Times of Israel
Das Übergangsteam des künftigen US-Präsidenten bekräftigt nochmals: Trump will „unschuldiges menschliches Leben schützen von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, auch die Allerschutzlosesten und die Amerikaner mit Behinderungen“.

kath.net

Großen Einsatz für den Lebensschutz verspricht das Übergangsteam des zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump auf seiner neuen Website. Darüber berichtete „LifeSiteNews“. Als US-Präsident will Trump „unschuldiges menschliches Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod schützen, auch die Allerschutzlosesten und die Amerikaner mit Behinderungen“, außerdem wird er die individuelle Gewissenentscheidung im Gesundheitswesen“ schützen.

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Kognitive Dissonanzen beim AKP-Ableger zum Grundgesetz

Grünen stimmen ab bei der Bundesdelegiertenkonferenz in Münster 2016 © Twitter
Grünen stimmen ab bei der Bundesdelegiertenkonferenz in Münster 2016 © Twitter
In Deutschland gibt es vier große islamische Organisationen. Die Grünen beschlossen auf ihrer Bundesdelegertenkonferenz: keine einzige ist eine Religionsgemeinschaft. Murat Kayman wirft den Grünen doppelten Verfassungsbruch vor.

Von Murat Kayman | MiGAZIN

Demokratischer Sittenverfall, Hybris, Entrechtung von Bürgern müssen keine existenziell bedrohlichen Ausmaße erreichen, bevor wir uns zum Widerspruch aufgerufen fühlen. Gerade unsere deutsche Geschichte verpflichtet uns und nimmt uns in die Verantwortung, bei solchen gesellschaftlichen Entwicklungen rechtzeitig und deutlich vernehmbar die Stimme zu erheben.

Mit der gleichen Selbstgefälligkeit, mit der unsere etablierten politischen Kräfte auf die Präsidentenwahl in den USA blicken, nehmen sie offenkundig auch ihr eigenes politisches Handeln wahr. Bevor also das Super-Wahljahr 2017 anbricht, hier der Hinweis auf die aktuellen Verirrungen unserer bundesdeutschen Politik:

Die AfD gibt den Takt vor, die etablierten Parteien geben schrittweise und in tänzerischer Leichtigkeit die Errungenschaften unserer freiheitlichen Gesellschaft und Verfassungsordnung auf. Die AfD beschließt auf ihrem Parteitag, dass eine Weltreligion keine mehr ist. So kann das Selbstbild des demokratischen und zivilisierten Europäers aufrechterhalten bleiben. Weil der Islam keine Religion, sondern eine politische Ideologie sei, wolle man auch nicht die grundgesetzlich garantierte Religionsfreiheit abschaffen, sondern bekämpfe nur eine Gefahr für unsere Demokratie.

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Münster-Mumie wird erstmalig ausgestellt

Die Münster-Mumie wird nun ausgestellt. Foto: WWU
Die Münster-Mumie wird nun ausgestellt. Foto: WWU
Die Münster-Mumie wird am 19. November zum ersten Mal öffentlich ausgestellt. Zuvor war sie umfassend restauriert worden.

Von Karin Völker | Westfälische Nachrichten

Viele Jahre lagerte sie hinter verschlossenen Türen, nun kommt sie ans Licht: Mit der Ausstellung „Tod und Ewigkeit“ präsentieren das Archäologische Museum der Universität Münster und der Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni ab dem 19. November erstmals öffentlich die umfassend restaurierte „Münster-Mumie .

Mumie aus dem 7. Jahrhundert vor Christus

„Es handelt sich um einen altägyptischen Holzsarg mit einer Mumie, die das Archäologische Museum 1978 vom Konrad-Ziegler-Gymnasium in Mülheim an der Ruhr als Dauerleihgabe erhielt“, erläutert Ägyptologin Prof. Dr. Angelika Lohwasser.

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Türkei: Eine geschlossene EU ist wirksamer als deutsche Alleingänge

Auch unter den drei Millionen Türkischstämmigen in Deutschland hat Erdogan viele Anhänger - wie hier in Köln.Foto: REUTERS
Auch unter den drei Millionen Türkischstämmigen in Deutschland hat Erdogan viele Anhänger – wie hier in Köln.Foto: REUTERS
Deutschland muss sich jede Intervention in der Türkei sehr gut überlegen. Nur die EU sollte versuchen, Einfluss zu nehmen. Ein Kommentar.

Von Hans Monath | DER TAGESSPIEGEL

Er ist der höchste Repräsentant der deutschen Regierung, der seit dem Militärputsch und dem seither andauernden Gegenputsch die Türkei besucht: Außenminister Frank-Walter Steinmeier will am Dienstag in Ankara Gespräche mit Regierung und Zivilgesellschaft führen. Es wird es ein heikler Besuch.

Seine Gastgebern sind hoch allergisch gegen deutsche Ratschläge und sehr entschieden. Als Reaktion auf den Putsch des Militärs spulen Recep Tayyip Erdogan und seine AKP seit Juli ein furchterregendes Programm ab, das sich frontal gegen Demokratie und Rechtsstaat richtet. Zehntausende von Richtern, Polizisten und Militärs wurden entlassen oder eingesperrt, Tausende Akademiker von Universitäten verwiesen. Mit dem Überfall auf die Zeitung „Cumhuriyet“ und der Verhaftung von Oppositionsabgeordneten beseitigt die Türkei die Meinungsfreiheit, wischt die Rechte frei gewählter Volksvertreter beiseite und provoziert Gewalt von kurdischer Seite. Erdogan kündigt die Wiedereinführung der Todesstrafe an und stellt Grenzen infrage, weil er von der Wiederherstellung des Osmanischen Großreiches träumt.

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Trump-Propheten sagen kurze Episode im Weißen Haus voraus

Bild: DIE WELT
Bild: DIE WELT
Als noch niemand daran glaubte, sagten Michael Moore und Allen Lichtman den Sieg Donald Trumps voraus. Beide halten es für wahrscheinlich, dass er sein Präsidentenamt bald wieder abgeben muss.

Von Anna Kröning | DIE WELT

Donald Trump wird am 20. Januar als Präsident vereidigt – und muss kurz darauf das Weiße Haus wieder verlassen. Man wird ihm das Präsidentenamt entziehen. Das ist ein Szenario. Aber eines, das Experten für realistisch halten.

„Impeachment“, das Amtsenthebungsverfahren, ist für viele Trump-Gegner ein Zauberwort, das Hoffnung verspricht. Es wird schon lange ausgesprochen, schon bevor Trump überhaupt gewählt worden war. Kaum ein amerikanischer Präsident hatte sich schon als Kandidat derart unbeliebt gemacht, dass davon vor der Wahl darüber spekuliert wurde.

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Nato mahnt Trump zur Bündnistreue

Graffiti in Vilnius, Litauen: Die Angst vor einer neuen Männerfreundschaft zwischen Trump und Putin und einher damit einhergehenden Entfremdung von der Nato ist groß. Foto: dpa
Graffiti in Vilnius, Litauen: Die Angst vor einer neuen Männerfreundschaft zwischen Trump und Putin und einher damit einhergehenden Entfremdung von der Nato ist groß. Foto: dpa
Alleingänge seien weder für Europa noch für die USA eine Option, schreibt Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in einem Gastbeitrag – und erinnert an den einzigen Bündnisfall der Geschichte.

Frankfurter Rundschau

Nach dem Sieg von Donald Trump bei der Präsidentenwahl hat Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg die USA zur Bündnistreue ermahnt. Angesichts eines selbstbewusst auftretenden Russlands und Konflikten im Nahen Osten habe sich die Sicherheitslage der Nato-Staaten in den vergangenen Jahren «dramatisch verschlechtert», schrieb Stoltenberg in der britischen Sonntagszeitung «The Observer». «Es ist nicht an der Zeit, den Wert der Partnerschaft zwischen Europa und den Vereinigten Staaten infrage zu stellen», schrieb Stoltenberg. Alleingänge seien weder für Europa noch für Amerika eine Option.

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Wie ein Zirkuswagen die Preußen zur Weißglut trieb

Bild: wikimedia.org/PD
Bild: wikimedia.org/PD
Per Gesetz wollte das Deutsche Kaiserreich 1904 die Ansiedlung von Polen beschränken. Doch ein schlitzohriger Bauer wehrte sich mit seinem Zirkuswagen-Trick – und machte die Regierung zum Gespött.

Von Matthias Kneip | SpON EinesTages

Der hölzerne Zirkuswagen wirkt auf den ersten Blick wie eher zufällig abgestellt. Im Schatten einer Weide ruht er auf vier Rädern mitten auf dem Marktplatz des Ortes Rakoniewice, wenige Kilometer entfernt von Wolsztyn im Westen Polens – als warte er darauf, von seinem Eigentümer demnächst abgeholt zu werden. Doch es kommt keiner. Sein Besitzer Michal Drzymala, an den diese Replik des Originalwagens erinnert, verstarb bereits im Jahr 1937 in hohem Alter. Damals war er ein weit über die Grenzen Polens hinaus bekannter polnischer Bauer.

Bis heute kennt jedes Schulkind in Polen den „Wagen des Drzymala“, mit dem sein gewitzter Eigentümer in den Jahren zwischen 1904 und 1909 die preußische Regierung zur Weißglut trieb. Auch in deutschen Schulbüchern findet sich ab und an ein Bild des berühmten Wagens.

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New Tool Allows Astronomers to Directly Observe Exoplanets

CHARIS detection of the three planets orbiting HR8799. Image: Kasdin, et al./Princeton
CHARIS detection of the three planets orbiting HR8799. Image: Kasdin, et al./Princeton
In the two decades since the discovery of the first exoplanet in 1995, another 3500 exoplanets have been found ranging in size from double Earth’s moon to almost twice the size of Jupiter. While this “exoplanet bonanza” is undoubtedly exciting, astronomers know remarkably little about the exoplanets being discovered.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

However our exoplanet ignorance may soon be over thanks to CHARIS, a new instrument for Hawaii’s Subaru telescope which recently allowed astronomers to directly observe large exoplanets 50-light years away. By isolating light reflecting off of these exoplanets, CHARIS will provide insight into the planets’ size, age, and atmosphere—details that were difficult if not impossible to obtain with previous methods of exoplanet observation.

Prior to the early 2000s, astronomers seeking exoplanets almost exclusively relied on Doppler spectroscopy for their discoveries. This method indirectly detects exoplanets by measuring shifts in a star’s light spectrum, which slightly changes as the star responds to the gravitational pull of an orbiting planet. To date, this method accounts for roughly 30 percent of all exoplanet discoveries, but gives astronomers almost no information about the planet itself beyond its minimum mass.

Over the last decade, the exoplanet detection method à la mode has become transit photometry. This method involves measuring changes in a star’s brightness—when an exoplanet passes in front of its host star, the brightness of that star drops for the observer on Earth. This method reveals the size of the planet, which can be combined with measurements of the planet’s mass via Doppler spectroscopy to determine the density of the planet and thus some aspects of its physical structure.

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Deutschlands Präsidentensuche als Elitenprojekt

Schloss Bellevue in Berlin, Sitz des Bundespräsidenten.Foto: dpa
Schloss Bellevue in Berlin, Sitz des Bundespräsidenten.Foto: dpa
Die Bundespräsidentensuche wird zum Machtspielchen – muss das so sein? Der Umgang mit dem Amt erscheint respektlos. Ein Kommentar.
 

Von Ariane Bemmer | DER TAGESSPIEGEL

Die US-Präsidentenwahl, die gerade war, wird in ihrer Entscheidung allgemein bedauert, aber darüber hinaus als grundsätzlicher Appell verstanden, dass die Kommunikation zwischen dem sogenannten Establishment und dem sogenannten Volk geändert werden müsse. Sie müsse klarer und ehrlicher werden, um die Spaltung der Gesellschaft aufzuhalten, bestenfalls umzukehren. Raus aus den elitären Zirkeln der Politmächtigen, ihrer Beobachter, Deuter und Follower, heißt das Motto, Schluss mit der „Selbstbezogenheit der progressiven Eliten“, wie es Grünen-Chef Cem Özdemir gerade eben bei dem Treffen seiner Partei formulierte. Auf dass man sich im Land mal wieder besser verstehe.

Gute Einsicht, guter Ansatz, möchte man sagen. Dann macht mal!

Wie schwer das aber ist, zeigt sich zeitgleich an einem anderen Präsidentenprojekt: der Suche nach einem Kandidaten als Nachfolger von Bundespräsident Joachim Gauck.

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Regardless of Who The President is, Man-Made Climate Change is Real

Image: getty images/futurism.com
Image: getty images/futurism.com
Donald Trump’s election as the next president of the United States may change a lot of things — international trade regulations, the U.S.’s immigration policy, how well scientists concerned about climate policy sleep at night — but one thing it won’t change is the reality of man-made climate change.

By Kristin Houser | Futurism

A Climate Denier In The White House

Unfortunately, Trump seems determined to cling to an alternate reality in which climate change isn’t an issue — in fact, he doesn’t even think it’s real. He once tweeted that global warming is a concept “created by and for the Chinese in order to make U.S. manufacturing non-competitive” (though he later called the accusation a “joke”), yet he has frequently described climate change as “a hoax.”

He didn’t even list the environment as an issue on his campaign website.

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