„Die Sekte der Folterer“, ARD: Gefangen im Spinnennetz


Alpenidylle am Fuße der Anden. Foto: SWR
Alpenidylle am Fuße der Anden. Foto: SWR
Ein Dokumentarfilm belegt das jahrzehntelange Versagen deutscher Diplomaten im Falle des Folterlagers Colonia Dignidad.
 

Von Daland Segler | Frankfurter Rundschau

Der Skandal war früh bekannt. Schon 1981 drehte die DEFA den Film „Die Kolonie“, 1986 folgte Orlando Lübberts gleichnamiger Film mit Michael Degen in der Hauptrolle. Aber es sollte noch 20 Jahre dauern, bis dem Treiben des Kinderschänders und Mörders Paul Schäfer ein Ende gesetzt wurde. Denn er war Gründer und Kopf der „Kolonie“, die in der realen Welt „Colonia Dignidad“ hieß, eine Siedlung von deutschen Evangelikalen in Chile, die bald zu einem Alptraum für die Bewohner wurde, denn Schäfer unterjochte sie und misshandelte und vergewaltigte die Kinder.

Jetzt rollen Ulli Neuhof und Klaus Weidmann den Skandal noch einmal mit ihrem Dokumentarfilm „Colonia Dignidad – Die Sekte der Folterer“ auf. Erstaunlich dabei, das sie die Vorgängerfilme nicht erwähnen, denn deren Existenz unterstreicht noch einmal die Diskrepanz zwischen den ungeheuerlichen Vorgängen und der Ignoranz der bundesdeutschen Diplomatie. Die Botschaft in Chiles Hauptstadt Santiago wusste Bescheid über die Vorgänge im Lager, sie half Schäfer, sie ließ die aus der Colonia Geflohenen dorthin zurückbringen und sie finanzierte die mörderische Sekte jahrzehntelang über Rentenzahlungen, die niemals überprüft wurden.

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