Thüringen: Rechnungshof hält Islam-Buch der AfD-Fraktion für zulässig

Thüringens Rechnungshof hält das mit Fraktionsgeldern finanzierte Islam-Buch der AfD grundsätzlich für zulässig. Es gebe einen Bezug zur Parlamentsarbeit der Fraktion, sagte ein Sprecher am Dienstag auf Anfrage.

Von Klaus-Dietmar Gabbert | Ostthüringer Zeitung

In einem Schreiben von Rechnungshofchef Sebastian Dette an Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke heißt es: «Danach sehe ich keine durchgreifenden Hinweise dafür, dass die aufgewendeten Mittel nicht zweckentsprechend verwendet worden seien.» Es habe etliche parlamentarische Initiativen zu diesem Themenkomplex gegeben.

Die Fraktion hat das Buch «Der Islam. Fakten und Argumente» in Eigenregie verfasst und bezahlt. Bis 2019 will sie rund 100 000 Exemplare verteilen. Fachleute halten allerdings Teile des Buches für verzerrend und mit islamfeindlicher Tendenz geschrieben.

weiterlesen

Advertisements

Katholische Kirche am Amazonas“Erdölförderung muss eingestellt werden“

Erdölförderung in Selva Alegre, einem Ort im ecuadorianischen Amazonasgebiet. Bild. Deutschlandfunk
Erdölförderung in Selva Alegre, einem Ort im ecuadorianischen Amazonasgebiet. Bild. Deutschlandfunk
Die Bodenschätze im Amazonasgebiet, insbesondere das Erdöl – sind sie Fluch oder Segen für die dort ansässigen indigenen Völker? Einerseits sollen sie in Ecuador laut Verfassung von den Gewinnen profitieren. Andererseits leiden sie darunter, dass ihr Lebensraum verschmutzt wird. Die katholische Kirche reagiert auf diesen Konflikt mit eindeutigen Positionen.

Von Burkhard Birke | Deutschlandfunk

Gesang hallt durch die Kirche in Selva Alegre. Mehrere Dutzend Gläubige haben sich im Multifunktionssaal von Huataracu in der Kommune von Selva Alegre im ecuadorianischen Amazonasgebiet versammelt: Die Männer sitzen links, die Frauen und Kinder rechts in dem Holzgebäude. Die Hitze staut sich, dem ein oder der anderen rollen die Schweißperlen von der Stirn und dennoch lauschen sie andächtig José Andi.

„Als Katechist bereite ich die Jugendlichen vor und verbreite das Wort des Evangeliums, das uns Pacha Yaya überliefert hat.“

Pacha Yaya: Das ist Kitchwa und bedeutet ‚Vater der Erde‘, der Schöpfer. Einmal im Monat zelebrieren die Kitchwa aus Selva Alegre hier einen Gottesdienst: gemeinsam mit einer Ordensschwester, und wenn er gerade verfügbar ist, einem spanischen Priester.

weiterlesen

„Donald Trump ist typisch deutsch-amerikanisch“

Der frühere amerikanische Botschafter John Kornblum.Foto: Kai-Uwe Heinrich
Der frühere amerikanische Botschafter John Kornblum.Foto: Kai-Uwe Heinrich
Der überzeugte Transatlantiker John Kornblum war US-Botschafter in Deutschland. Im Interview spricht er über Trumps Charakter, dessen politische Pläne und Europas neue Herausforderungen.

Von Malte Lehming, Juliane Schäuble | DER TAGESSPIEGEL

Herr Kornblum, was ist in der Wahlnacht passiert? Hillary Clinton hatte doppelt so viel Geld für ihre Kampagne zur Verfügung wie Donald Trump, sie hatte die bestgeölte Wahlkampfmaschine aller Zeiten – und hat dennoch verloren.

Das ist richtig. Und es zeigt einmal mehr, wie wechselhaft und nachtragend Politik ist. Man sieht, dass Clintons Schwächen wie die E-Mail-Affäre den Menschen besonders im Gedächtnis geblieben sind. Sie hat fünf oder sechs Millionen Wählerstimmen weniger bekommen als Barack Obama beim letzten Mal. Es gab also nicht nur sehr viele Trump-Wähler, sondern auch eine große Gruppe, die sie schlicht nicht wählen wollte. Dennoch hatten viele, ich auch, bis zuletzt die Hoffnung, dass diese Vorbehalte nicht stark genug sein würden, um sich gegen eine erfahrene, liberale Kandidatin wie Hillary Clinton auszusprechen. Doch das ist nicht aufgegangen. Die Ängste der Menschen vor den Folgen der Globalisierung, vor Jobverlust, vor dem industriellen Wandel waren ein riesiges Thema, das schon in Europa seine Wucht entfaltet hat, wie der Brexit gezeigt hat. In der westlichen Welt findet eine Revolution der Wähler statt.

Was war die Wahl: eine Revolution, ein Schock, ein Weckruf für den Westen?

Das Wort „Revolution“ hat sich ein bisschen abgenutzt. Ich erinnere mich an die Zeit, als Ronald Reagan gewählt wurde. Viele Menschen, auch in Europa, waren damals ähnlich geschockt, hatten ähnliche Ängste, wie wir sie heute haben. Reagan war allerdings von Beginn an deutlich ausgeglichener als Trump. Es gibt Zeiten großer Veränderungen, die meist unerwartet anbrechen und die Menschen sehr verunsichern. Da sind wir jetzt.

weiterlesen

Ameisen-Apotheker

Apterostigma-Ameisen. Foto: Carlos de la Rosa / Organization for Tropical Studies
Apterostigma-Ameisen. Foto: Carlos de la Rosa / Organization for Tropical Studies
Wissenschaftler hoffen, dass eine Substanz, die pilzzüchtende Ameisen zur Schädlingsbekämpfung nutzen, als neues Antibiotikum eingesetzt werden kann

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Ein Team aus Wissenschaftlern Universidad de Costa Rica (UCR), der Harvard University und der University of Wisconsin-Madison haben ein Patent auf ein neues Antibiotikum namens Selvamicin angemeldet, das eigentlich schon seit 50 Millionen Jahren zur Bekämpfung parasitärer Pilze eingesetzt wird – aber nicht von Menschen, sondern von Apterostigma-Ameisen die in Costa Rica leben.

Selvamicin, das nach seinem Entdeckungsort La Selva benannt wurde, hat den Erkenntnissen der Forscher nach nicht nur die Fähigkeit, das Wachstum des auch für Menschen schädlichen Pathoges Candida albicans (das Windelpilz und andere Erkrankungen im Genitalbereich und an den Schleimhäuten verursacht) zu hemmen, sondern diesen Pilz auch zu töten, wenn man es richtig einsetzt. Darüber hinaus könnte es gegen die Pilzerkrankung Aspergillose helfen, die die Lunge und andere Organe befällt und allergische Reaktionen hervorruft.

weiterlesen

Jugendliche: Dümmer durch Junkfood?

Führt eine sehr fettreiche Kost in der jugend später zu geistigen Defiziten? © Monkey Business/ thinkstrock
Führt eine sehr fettreiche Kost in der jugend später zu geistigen Defiziten? © Monkey Business/ thinkstrock
Fett als Hirngift: Wenn Jugendliche zu viel Junkfood essen, könnte dies ihre spätere Lernfähigkeit stören. Denn die fettreiche Kost stört die Reifung wichtiger Hirnbereiche, wie Versuche mit Mäusen nahelegen. Als Folge drohen im Erwachsenenalter Defizite bei Lernprozessen, der Persönlichkeit, und der Impulskontrolle, wie Froscher im Fachmagazin „Molecular Psychiatry“ berichten.

scinexx

Dass eine fetthaltige Ernährung nicht gerade gesund ist, ist nicht wirklich neu. Vor allem ungesättigte Fette gelten als Dickmacher, als potenziell gefäßschädigend und sollen Asthma und Ekzeme fördern. Pizza, Hamburger und Co enthalten zudem oft mehr ungesunde Weichmacher als frisch gekochtes Essen, wie eine Studie vor kurzem ergab.

weiterlesen

Salafisten-Verbot: Der Staat geht keineswegs nur gegen Muslime vor

Könnte das Verbot der Salafistengruppe „Wahre Religion“ antimuslimisch interpretiert werden? Nein, die Politik unterbindet im Namen des Gesamtwohls auch bei christlichen Gruppen extreme Aktivitäten.

Von Torsten Krauel | DIE WELT

Das Verbot des Salafisten-Vereins „Die wahre Religion“ und seiner Stiftung „Lies!“ kann man als Notwehr des Staates sehen. Man kann es aber auch mitsamt den Razzien am Dienstag in fast 190 deutschen Liegenschaften als Eingriff in die Religionsausübung betrachten. Die große Koalition vertritt beide Sichtweisen.

Thomas de Maizière (CDU) sagt, mit der Koranübersetzung in der Hand würden verfassungsfeindliche Ideologien verbreitet und Jugendliche radikalisiert. „Deutschland ist eine wehrhafte Demokratie: Eine systematische Beeinträchtigung unserer Grundwerte ist mit angeblicher Religionsfreiheit nicht zu vereinbaren. Hier setzt der Rechtsstaat ein klares Zeichen.“

weiterlesen

Schweinebauern boykottieren Wursthersteller

foto: istockphoto.com/srdjanpav Auch wenn die hier abgebildete keine ist – die fleischlose Wurst boomt. Schweinezüchter sehen sich unter Druck.
foto: istockphoto.com/srdjanpav Auch wenn die hier abgebildete keine ist – die fleischlose Wurst boomt. Schweinezüchter sehen sich unter Druck.
Der Chef von Rügenwalder kann sich vorstellen, in 20 Jahren komplett fleischlos zu produzieren. Für Schweinemäster ein Affront

derStandard.at

Spätestens wenn ein Wursthersteller vom häufigen Fleischverzehr abrät, ist der Trend zur vegetarischen Lebensweise wohl Gewissheit. „Ernährungsphysiologisch ist die Wurst nicht so der Brüller“, sagte Christian Rauffus, Geschäftsführer und Inhaber des deutschen Wurstproduzenten Rügenwalder der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Und damit nicht genug: „Abgesehen davon, dass eine Wurst unzweifelhaft eine leckere Sache ist, gibt es ja nicht viel Positives, was daran auszuloben ist.“

Daher wolle Rügenwalder in den kommenden Jahren konsequent Fleisch durch vegetarische Zutaten ersetzen – bis hin zur komplett fleischlosen Herstellung. „Ich kann mir vorstellen, dass wir in 20 Jahren ohne Fleisch arbeiten. Es kann aber auch sein, dass wir dann bei einem Anteil von 50:50 stehen“, so Rauffus.

weiterlesen

Kreationist Ben Carson lässt Trump sitzen

Bild: DIE WELT
Bild: DIE WELT
Der designierte US-Präsident Trump muss den ersten Rückschlag bei der Kabinettsbildung hinnehmen. Der als Gesundheitsminister gehandelte ehemalige Starchirurg Ben Carson lehnt einen Regierungsposten ab. Auch soll es interne Machtspiele und unklare Zuständigkeiten geben.

DIE WELT

Der designierte US-Präsident Donald Trump muss die ersten Rückschläge bei der Bildung seines Kabinetts hinnehmen. Ben Carson, der einzige Schwarze in Trumps Wunschkabinett, verzichtet auf einen Regierungsposten. Carson, ein früherer Neurochirurg, war als Gesundheitsminister gehandelt worden. Er sei aber überzeugt, dass das nicht der beste Weg für ihn sei, dem gewählten Präsidenten Trump zu dienen, sagte Carsons Sprecher Armstrong Williams am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Als Argument habe der Ex-Präsidentschaftsbewerber fehlende Regierungserfahrung genannt.

weiterlesen

EU-Kommission überlegt Einreisegenehmigung nach US-Vorbild

foto: ulrich baumgarten / vario images / picturedesk.com Die EU-Kommission schlägt vor, bei der Einreise in die EU noch genauer hinzusehen.
foto: ulrich baumgarten / vario images / picturedesk.com Die EU-Kommission schlägt vor, bei der Einreise in die EU noch genauer hinzusehen.
Angehörige von Drittstaaten sollen auch nach Gesunheitszustand, Vorstrafen und Aufenthalten in Kriegsgebieten befragt werden

derStandard.at

Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus will die EU-Kommission einem Medienbericht zufolge elektronische Reisegenehmigungen nach dem Vorbild der USA einführen, die vor der Abreise eingeholt werden müssen. Die Genehmigung solle für Menschen ab 18 Jahren fünf Euro kosten und unter anderem per Kreditkarte bezahlt werden können, wie die „Welt“ berichtete.

Die Gültigkeitsdauer betrage fünf Jahre. Die Entscheidung über eine Reisegenehmigung fällen demnach die Behörden in den jeweiligen Mitgliedstaaten. Dazu heißt es laut der Zeitung in dem endgültigen Verordnungsentwurf, den die EU-Kommission am Mittwoch vorstellt: „Das vorgeschlagene Reiseinformations und -autorisierungssystem (Etias) wird eine Maßnahme der EU beim Grenzübertritt für Angehörige aus Drittstaaten sein, die ohne Visum einreisen können. Das System würde es ermöglichen zu bestimmen, ob die Anwesenheit solcher Personen auf dem Gebiet der Mitgliedstaaten ein Risiko für illegale Migration, die Sicherheit oder für die öffentliche Gesundheit darstellen“.

weiterlesen

Salafisten-Razzia : Scharfe Kritik an Aydan Özoguz

Polizisten bei der der Großrazzia in NRW: Leichtfertige Durchsuchungen? Foto: dpa
Polizisten bei der der Großrazzia in NRW: Leichtfertige Durchsuchungen? Foto: dpa
Die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz fordert angesichts der jüngsten Salafisten-Razzia „Augenmaß“ – und erntet damit heftige Reaktionen aus der Union.

Von Markus Decker | Frankfurter Rundschau

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), hat mit ihren jüngsten Äußerungen zum Kampf gegen Islamisten scharfe Kritik ausgelöst. Sie hatte im Sender Phoenix angesichts der jüngsten Razzien gegen die Salafisten-Vereinigung „Die wahre Religion“ „Augenmaß“ angemahnt und erklärt, in der Vergangenheit sei bei vielen Razzien nichts herausgekommen. Und wenn nichts herauskomme, hinterlasse das Spuren, auch bei jungen Menschen. „Da hat man den Eindruck von Willkür, da werden natürlich schnell auch Verschwörungstheorien wach, was man eigentlich als Staat mit diesen Menschen macht.“

Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach warf Özoguz vor, Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und den Sicherheitsbehörden in den Rücken zu fallen. Er halte die Äußerungen für „absolut unverantwortlich“ und sei „geradezu fassungslos“, sagte er der Frankfurter Rundschau.

weiterlesen

Das Geheimnis des Kupfer-Amuletts

Das Amulett von Merhgarh wurde vor rund 6.00 Jahren gefertigt - wie genau und woraus blieb aber lange unklar. © D. Bagault, B. Mille / C2RMF
Das Amulett von Merhgarh wurde vor rund 6.00 Jahren gefertigt – wie genau und woraus blieb aber lange unklar. © D. Bagault, B. Mille / C2RMF
Mysteriöses Artefakt: Das 6.000 Jahre alte Amulett von Merhgarh ist auf gleich zweifache Weise einzigartig, wie Analysen enthüllen. Denn das in Pakistan entdeckte Kupfer-Artefakt ist das älteste Beispiel für den Metallguss mit Hilfe eines Wachsmodells. Ungewöhnlich auch: Das Amulett bestand aus außergewöhnlich reinem Kupfer, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten. Für das Gießen war das eher ungünstig – offenbar übten die Metallgießer von Merhgarh noch.

scinexx

Die Siedlungen von Merhgarh im heutigen Pakistan gehören zu den wichtigsten Zeugnissen der Jungsteinzeit in Asien. „Merhgarh ist ein Schmelztiegel für technologische Innovationen während des Neolithikums und der Kupferzeit im alten Südasien“, erklären Mathieu Thoury vom Synchrotron SOLEIL in Gif-sur-Yvette und seine Kollegen. Zu den bedeutendsten Funden gehört ein 6.000 Jahre altes Amulett aus Kupfer. Es besteht aus einem zwei Zentimeter großen Ring, durch den sechs kupferne Speichen laufen.

weiterlesen

Freiheitsstrafen nach Krawallen in Heidenau

Ausschreitungen zwischen Flüchtlingsgegnern und der Polizei
Ausschreitungen zwischen Flüchtlingsgegnern und der Polizei
Die rechtsextremen Ausschreitungen in Heidenau hat für zwei Männer handfeste Konsequenzen. Das Amtsgericht in Pirna verurteilte sie zu Freiheitsstrafen ohne Bewährung. Sie sollen Böller, Steine und Flaschen auf Polizisten geworfen haben.

MiGAZIN

Wegen ihrer Beteiligung an den rechten Ausschreitungen im sächsischen Heidenau im August 2015 sind zwei Männer zu Haftstrafen verurteilt worden. Die Richter am Amtsgericht in Pirna sahen es als erwiesen an, dass die damals 26 und 32 Jahren Männer Böller, Steine und Flaschen auf Polizeibeamte geworfen haben, wie das Amtsgericht am Montag in Pirna mitteilte. Ein weiterer Angeklagter, der zum Tatzeitpunkt 20 Jahre alt war, wurde zu einer Jugendstrafe verurteilt.

Bei gewalttätigen Protesten gegen die Einrichtung eines Flüchtlingsheims in einem leerstehenden Baumarkt waren am 20. und 21. August vergangenen Jahres 33 Polizisten zum Teil schwer verletzt worden. Die massiven Ausschreitungen hatten bundesweit für Entsetzen gesorgt. Als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wenige Tage später die Einrichtung besuchte, wurde sie von Einheimischen übel beschimpft.

weiterlesen

EU-Parlament soll Pause in Beitrittsverhandlungen fordern

So eng wie die Flaggen der Türkei und der EU in Istanbul nebeneinander stehen, sind die Beziehungen derzeit nicht.Foto: Tolga Bozoglu/dpa
So eng wie die Flaggen der Türkei und der EU in Istanbul nebeneinander stehen, sind die Beziehungen derzeit nicht.Foto: Tolga Bozoglu/dpa
Die Spannungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union könnten bald das Parlament in Straßburg beschäftigen. Liberale Abgeordnete wollen ein Aussetzen der Beitrittsgespräche erreichen.

DER TAGESSPIEGEL

Im Europäischen Parlament wird ein Antrag auf Aussetzen der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei vorbereitet. Nach Angaben des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Sozialdemokraten, Knut Fleckenstein, soll bereits in der kommenden Woche über einen entsprechenden Text abgestimmt werden. Er halte es für sehr wahrscheinlich, dass der von liberalen Abgeordneten initiierte Antrag angenommen werde, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

weiterlesen

Temperaturrekord 2016 und Trump ernennt Klimawandelleugner zum Chef der EPA

Bild: heise.de/TP
Bild: heise.de/TP
Die Energie- und Klimawochenschau: Vom Klimaschutzplan ohne Kohleausstieg, weltweit veränderten Ökosystemen und zunehmenden Gesundheitsrisiken durch den Klimawandel

Von Jutta Blume | TELEPOLIS

Die Bundesregierung hat sich nun in letzter Minute doch noch auf einen Klimaschutzplan verständigt, den Umweltministerin Barbara Hendricks zur Klimakonferenz nach Marrakesch mitnehmen kann. Seinen Namen verdiente der Plan schon in den vorangegangenen Versionen nicht mehr. Nach wie vor fehlt es an konkreten Maßnahmen, um die anvisierten Klimaziele der Bundesregierung auch zu erreichen.

Bei den Emissionsminderungen wurde etwas zwischen den einzelnen Sektoren geschoben, im nun vorliegenden Dokument sind die Einsparziele bis 2030 genau nach Sektoren aufgelistet. Die Energiewirtschaft muss 61 – 62% einsparen, der Gebäudesektor 66 – 67%, Verkehr 40 – 42%, Industrie 49 – 51 % und Landwirtschaft 31 – 34%.

Damit hat es endlich ein Ende, dass jeder Sektor auf den anderen zeigt – alle müssen liefern. Die Ziele für den Verkehr beispielsweise begrüßen wir, 40 Prozent sind ein gutes Einsparziel. Dass die Wirtschaft hingegen auf dem letzten Meter noch Rabatte erhalten hat, verlagert das Problem nur – und zwar ausgerechnet auf den Gebäudesektor. Hier fehlen bislang geeignete Konzepte, wie die Sanierungsquote tatsächlich steigen soll.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke

40 Prozent weniger CO2-Ausstoß im Verkehrssektor mögen ein begrüßenswertes Ziel sein, doch die letzten Jahre lassen Zweifel daran aufkommen, dass es auch erreichbar ist. Es sei daran erinnert, dass die Emissionen in diesem Bereich seit Jahrzehnten nahezu stagnieren – 1990 waren es 163 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, 2014 160 Millionen Tonnen.

weiterlesen

Kreuz-Verleugnung am Tempelberg: Jüdischer Historiker verstärkt Kritik

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
„Bild“: Michael Wolffsohn kritisiert nochmals Kardinal Marx, Bedford-Strohm – Das Portal „evangelisch.de“ habe sich wegen sogenannter „rechtsgerichteter Kritik“ „mir gegenüber vergaloppiert“

kath.net

Der jüdische Historiker Michael Wolffsohn hat in der jüngsten Ausgabe der BILD-Zeitung seine Kritik am Auftreten der höchsten Vertreter des Christentums in Deutschland geübt, weil diese beim jüngsten Besuch in Jerusalem am Tempelberg das Kreuz abgelegt hatten. In einem Offenen Brief mit dem Titel „Wo bleibt der Bekennermut der deutschen Kirchenvertreter?“ schreibt Wolffsohn: „Als Jude habe ich Ihre Haltung kritisiert, denn ebenso wie Sie Muslimen und Juden gegenüber Toleranz leben, dürfen Sie umgekehrt Toleranz von Muslimen und Juden Ihnen gegenüber erwarten. Jemanden tolerieren, bedeutet nicht Selbstaufgabe, sondern das Anders-Sein des Anderen zu akzeptieren.“ Der Historiker wirft Kardinal Marx und Bedford-Strohm von der EKD (Evangelische Kirche Deutschlands) dann vor, dass sie damit einer Forderung ihres islamischen Gastgebers unterworfen haben. Den offiziellen Erklärungsversuch der beiden, dass dies auch jüdische Verantwortliche gefordert hätten, weist Wolffsohn zurück und dies gar nicht der Wahrheit entspreche. Seine eigenen Recherchen in Israel haben bestätigt, dass kein „politischer, militärischer oder religiöser Vertreter“ Israels beide dazu aufgefordert habe.

weiterlesen

Hausdurchsuchung bei umstrittenem Stadtratskandidaten der AfD

„Die AfD muss Kandidaten aufstellen, die tauglich sind. Das ist bei Hebold nicht der Fall“Foto: dpa
„Die AfD muss Kandidaten aufstellen, die tauglich sind. Das ist bei Hebold nicht der Fall“Foto: dpa
Keine Fraktion, außer der AfD selbst, will Wolfgang Hebold ins Bezirksamt Lichtenberg wählen. Gegen ihn wird wegen des Verdachts auf Volksverhetzung ermittelt. Auch sein Haus wurde kürzlich durchsucht.

Von Lisa McMinn | DER TAGESSPIEGEL

Die AfD wird sich in Lichtenberg einen Ersatzkandidaten suchen müssen. Keine Fraktion, außer der AfD selbst, will Wolfgang Hebold ins Bezirksamt wählen. „Wir halten Wolfgang Hebold für unwählbar“, sagt Michael Grunst (Linke). Am Donnerstag soll die Wahl stattfinden, doch die Fraktionen sind sich einig: Hebold wollen sie nicht. Gegen den Dozenten wird nach wie vor wegen des Verdachts auf Volksverhetzung ermittelt. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist kürzlich sein Haus durchsucht worden, dabei sei Beweismaterial sichergestellt worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Martin Steltner am Dienstag. Hebold hatte in diesem Sommer zwei Lehraufträge und eine Anstellung an einer Berliner Hochschule verloren. Hintergrund waren fremdenfeindliche Kommentare im Netz, die Hebold bestreitet. Auf seinem Blog „Die Verheerung Europas“ pflegt Hebold eine höchst kritische Haltung gegenüber Migranten und Muslimen.

weiterlesen

Wenn die Religion zum Vorwand für den Jihad wird

Ibrahim Abou-Nagie gilt als Anführer des Vereins "Die wahre Religion". / Bild: APA/dpa/Henning Kaiser
Ibrahim Abou-Nagie gilt als Anführer des Vereins „Die wahre Religion“. / Bild: APA/dpa/Henning Kaiser
Die deutschen Behörden lösen einen islamistischen Verein auf, der „Gotteskrieger“ angeworben hat – und auch Koran-Verteilaktionen durchgeführt hat.

Von Thomas Prior | Die Presse.com

Oberflächlich betrachtet haben die Mitglieder des Vereins „Die wahre Religion“ nur Ausgaben des Koran in deutschen Städten verteilt – kostenlos. „Lies“ nennt sich diese Kampagne. In Wahrheit wurden bei diesen Aktionen junge Menschen für den „heiligen Krieg“ rekrutiert. Mindestens 140 sind – nach Angaben des Innenministeriums – den Verführungen erlegen und wenig später nach Syrien oder in den Irak gereist, um sich dort extremistischen Organisationen wie dem Islamischen Staat (IS) anzuschließen. Viele haben ihr Leben verloren.

Am Dienstag wurde der Verein aufgelöst und verboten. In den frühen Morgenstunden rückten Polizisten in zehn Bundesländern, schwerpunktmäßig in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern, zu einer Großrazzia aus, die seit einem Jahr vorbereitet worden war. Fast 200 Gebäude wurden durchsucht, unter anderem Moscheen, Wohnungen, Büros und Lagerhallen. Verhaftungen gab es allerdings keine. Es ging den Ermittlern darum, Beweise zu sammeln und Vereinsvermögen zu beschlagnahmen.

weiterlesen

Kanadische Ureinwohner: Die genetischen Narben der Kolonialisierung

Maske aus der Sammlung Claude Lévi-Strauss, „Tsimshian-Maske“ aus dem Nisga'a-Gebiet am unteren Nass River
Maske aus der Sammlung Claude Lévi-Strauss, „Tsimshian-Maske“ aus dem Nisga’a-Gebiet am unteren Nass River. Bild: wikimedia.org/PD
Die DNA der kanadischen Ureinwohner erzählt von der Leidensgeschichte der Stämme: Erbgut und Immunsystem verloren viel von der Anpassung an das einstige Leben vor Ort.

Spektrum.de

Von Europäern eingeschleppte Krankheiten haben im 18. und 19. Jahrhundert die kanadische Urbevölkerung drastisch dezimiert. Das Ergebnis lässt sich heute deutlich in ihren Genen ablesen, berichtet ein Team um Ripan Malhi von der University of Illinois in Urbana: Sie betrachteten wichtige Immunsystemgene und verglichen die Varianten, die sie bei 25 heute lebenden Angehörigen der Küsten-Tsimshian fanden, mit denen, die sie aus ebenso vielen 1000 bis 6000 Jahre alten Skeletten extrahierten.

Es zeigte sich, dass Varianten, die vor der Einwanderung positiv selektiert – und demnach besonders günstig für die Menschen waren – erheblich an Verbreitung eingebüßt haben. Sie waren nach dem Kontakt offenbar nicht mehr so günstig wie zuvor. Malhi und Kollegen haben insbesondere die Pocken im Verdacht, aber auch andere Krankheiten wie Masern oder Tuberkulose wirkten sich verheerend auf die Einheimischen aus und könnten darum Auslöser der genetischen Veränderung gewesen sein. Die Epidemien überlebten vor allem jene Menschen, deren Immunsystem besser mit den Erregern umgehen konnte. Sie prägten den Genpool der heutigen Generation.

weiterlesen

Wir glauben alle an den gleichen Gott – beim Wahrheitsanspruch ist Schluss

Bild: erf.de
Bild: erf.de
Es ist eine Stammtischparole: „Wir glauben doch alle an den gleichen Gott. Da sind die kleinen Unterschiede nebensächlich.“ Das Problem: Der erste Satz stimmt. Der zweite nicht.

Von Susanne Haverkamp | katholisch.de

Die erste Antwort auf die Frage: „Glauben wir alle an den gleichen Gott?“ ist ebenso banal wie einsichtig. Ja, wir glauben alle an den gleichen Gott – weil es nur einen gibt. „Wenn Gott lediglich ‚unser Gott‘ wäre“, schreibt der bekannte tschechische Soziologe und Priester Tomas Halik, „wäre er ein Stammesgott mit einer begrenzten Kompetenz und nicht der Schöpfer des Himmels und der Erde, der Herr der ganzen Welt, der sichtbaren und der unsichtbaren.“ Dass er das aber ist, bekennen alle drei Religionen, um die es hier geht: Judentum, Christentum und Islam.

Ein Stammesgott, der in Konkurrenz zu den Göttern der Nachbarländer stand, so wurde der Gott Israels zunächst gesehen – viele Stellen im Alten Testament machen das deutlich. Das erste Gebot „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ (Exodus 20,2-3) zeigt das beispielhaft. Vor allem in der Zeit des babylonischen Exils (ab 587 v. Chr.) setzte sich dann die Auffassung durch, dass diese Alleinstellung für alle Völker, nicht nur für Israel gilt. „So spricht der Herr: Ich bin der Erste, ich bin der Letzte, außer mir gibt es keinen Gott“ (Jesaja 44,6). Gott wird zum universalen Gott für alle Völker, zum Schöpfer und Herrn der ganzen Welt. Dieser Gott war der Gott Jesu. Barmherzigkeit, Nächstenliebe, selbst die Anrede „Vater“ sind im jüdischen Gottesbild fest verankert.

weiterlesen

The Strange History of Steve Bannon and the Biosphere 2 Experiment

If you know anything about Steve Bannon, you might recall that he was the executive chairman of conservative media outlet Breitbart.com. Or that he was appointed chief advisor for the Trump campaign in early August.

By Samantha Cole | MOTHERBOARD

If his appointment to White House chief strategist last weekend is the first time you’re hearing his name at all, however, you’re in for a treat.

Before he became a poster boy for white nationalism and the far-right, and long before he rose to this level of political power, he ran an investment banking firm, Bannon & Co., and was hired to help a company called Space Biosphere Ventures out of its financial troubles.

Since Kellyanne Conway, a key Trump adviser, suggested that “people should look at the full résumé” before criticising Bannon, here’s how that résumé line reads.

Biosphere 2 began in fear of the apocalypse

Biosphere 2 was meant to lay groundwork for future space colonization missions, as well as act as an environmental and social experiment: Eight scientists were to be locked into a three-acre dome containing five different earthly biomes for two years, from September 1991 to September 1993. The goal was to see if humans could survive and become self-sufficient in a „closed system“—that is, one that was not supposed to have any supplies coming in or out. Texas philanthropist Ed Bass, who’d inherited his family’s oil fortune but took on ecological causes, poured the $200 million project, but hired Bannon in 1993 to stop the huge runaway costs of the experiment gone awry. Read more about the Biosphere 2 experiment, here.

read more