Der Schwindel um Nitrat im Grundwasser


Die Landwirtschaft wird vor allem für die steigende Nitratbelastung des Grundwassers verantwortlich gemacht. (dpa / picture alliance / Patrick Pleul)
Die Landwirtschaft wird vor allem für die steigende Nitratbelastung des Grundwassers verantwortlich gemacht. (dpa / picture alliance / Patrick Pleul)
Verseuchen Gülle und Kunstdünger deutsches Grundwasser? Eine Klage der EU-Kommission legt das nahe. Lebensmittelchemiker Udo Pollmer kann darüber aber nur den Kopf schütteln.
 

Deutschlandradio Kultur

Folgt man den Berichten im Fernsehen, dann droht uns allen Ungemach durch die Gülle, die in den Ställen anfällt. Denn diese „verseucht“ angeblich unser Trinkwasser mit Nitrat. Nitrat ist laut ZDF noch dazu „krebserregend“. Zu dumm nur, dass auch im Gemüse reichlich Nitrat steckt, oft 10mal, ja manchmal 100mal so viel wie im Trinkwasser. Demnach wären Kopfsalat, Rucola und Grünkohl eine Krebsgefahr ersten Ranges. Unter uns: Das Krebsrisiko basierte auf einer ursprünglich vernünftigen Theorie um das Jahr 1980, aber die hat sich mittlerweile als gegenstandslos erwiesen. Deshalb können Sie Ihr Gemüse trotz Nitrat mit Wohlbehagen vertilgen.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Das Rohwasser, das die Wasserwerke fördern, ist kein kristallklares Nass, das aus Grotten sprudelt, in denen Ökozwerge über die Reinhaltung der Quellen wachen, sondern oft eine trübe, schwermetallhaltige, stinkende Rostbrühe. Bei der Aufbereitung wird der nach Stinkbomben riechende Schwefelwasserstoff entfernt, dann Mangan und Eisen. Wasser kann prinzipiell all das enthalten, was auch die Bergleute aus der Tiefe fördern, wie Erze, Schwefel oder Cadmium.

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