Heimkinder in Deutschland für Medikamententests missbraucht


 Ralf Aust als etwa zwölfjähriges Kind vor einem Gebäude des Franz Saales Hauses in Essen. Gut möglich, dass auch der heute 63-Jährige Versuchsobjekt von Medikamententests war. © Aust/DPA
Ralf Aust als etwa zwölfjähriges Kind vor einem Gebäude des Franz Saales Hauses in Essen. Gut möglich, dass auch der heute 63-Jährige Versuchsobjekt von Medikamententests war. © Aust/DPA
Schläge, sexueller Missbrauch, seelische Gewalt. In den vergangenen Jahren kam das tausendfache Leiden von Heimkindern in der Nachkriegszeit ans Licht. Nun zeigt sich: Es gab auch massenhaft Medikamentenversuche.

stern.de

Ralf Aust erinnert sich noch daran, dass es Probleme in der Schule gab. Mit elf Jahren kam er dann nach Essen ins Heim. Die Eltern durften ihn zwei Stunden im Monat sehen. Über 50 Jahre später schwingen bei dem 63-Jährigen Wut und Verbitterung mit. Er hat viel geweint damals – geweint und gebrüllt, wie viele andere Kinder auch.

„Nach dem Mittagessen mussten wir uns hintereinander aufstellen, die Hand aufhalten und bekamen eine Tablette. Die mussten wir schlucken und hinterher den Mund aufmachen und zeigen, dass sie weg ist.“ Bei Kindern, die sich weigerten, habe die Schwester mit ihrem Finger nachgeholfen, bis in den Rachen. Anschließend war Ruhe. Mit dem Kopf auf verschränkten Armen auf dem Tisch seien sie eingeschlafen. Ob er im Essener Franz Sales Haus Versuchsobjekt von Medikamententests war – er weiß es nicht.

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