Jan Hus – als Ketzer verbrannt


Jan Hus – ein Holzschnitt, erst später gefärbt. (Bild: akg-images)
Jan Hus – ein Holzschnitt, erst später gefärbt. (Bild: akg-images)
Seine Überzeugungskraft hat Jan Hus selbst auf dem Weg zum Scheiterhaufen nicht verloren. Als er im Jahr 1414 von Böhmen aus nach Konstanz unterwegs war, zu jenem Konzil, das ihm verhängnisvoll werden sollte, schrieb er täglich seine Erlebnisse auf.
 

Von Kilian Kirchgeßner | EKD

Im bayerischen Sulzbach, wo er Station machte, notierte er: „Daselbst im Laubengange sprach ich zu den Ratsherren und älteren Beisitzern: Sehet, ich bin Magister Jan Hus, von dem Ihr, wie ich meine, viel Schändliches gehöret; so fraget mich denn.“ Tag für Tag führte er solche Diskussionen, warb für seine Ideen.

In allen Orten entlang seiner Route wurde er von Menschenmengen erwartet und angestaunt – einen leibhaftigen Ketzer, wie man den böhmischen Reformator bezeichnete, bekamen die Menschen nur selten zu Gesicht. In den Diskussionen, die er auf seiner Reise führte, zeigte sich noch am Schluss seines Lebens die vermutlich prägendste seiner Eigenschaften: die Streitbarkeit. Jan Hus war kein Aufrührer, kein Rebell, sondern ein Gelehrter. Als solcher war er eine der wichtigsten Figuren in der Vorreformation und ein direkter Wegbereiter für Martin Luther, der ein Jahrhundert später viele von Hus‘ Gedanken aufgreifen sollte.

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