‚Merkwürdig: Vor allem linke Parteien setzen sich für den Islam ein‘

Kurienkardinal Kurt Koch in „Rheinischer Post“: „Als merkwürdig empfinde ich es, dass sich vor allem Parteien auf dem linken Spektrum für den Islam einsetzen, obwohl viele Überzeugungen im Islam nicht ihren parteipolitischen Leitlinien entsprechen.“

kath.net

„Als merkwürdig empfinde ich es, dass sich vor allem Parteien auf dem linken Spektrum für den Islam einsetzen, obwohl viele Überzeugungen im Islam nicht ihren parteipolitischen Leitlinien entsprechen.“ Dies sagte Kurienkardinal Kurt Koch im Interview mit der „Rheinischen Post“. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass „in Europa nicht die Stärke des Islams, sondern die Schwäche des Christentums das eigentliche Problem“ sei, „die Stimme des Christentums“ sei „besonders in Europa schwach“. Doch Christen müssten „unseren Glauben bezeugen und gerade auch im Dialog mit anderen Religionen Farbe bekennen, was der Inhalt unseres christlichen Glaubens ist“. Weiterhin gebe es aber „auch in Europa lebendiges Christentum“.

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Beton als CO2-Schlucker

Beton, Mörtel und andere Zementprodukte nehmen im Laufe ihres Lebens CO2 aus der Luft auf - und das mehr als bisher gedacht. © Abroochizafer/ pixabay
Beton, Mörtel und andere Zementprodukte nehmen im Laufe ihres Lebens CO2 aus der Luft auf – und das mehr als bisher gedacht. © Abroochizafer/ pixabay
Überraschender Fund: In unseren Städten gibt es einen verborgenen Klimapuffer. Denn Beton, Mörtel und andere Zementprodukte nehmen bei ihrer chemischen Alterung mehr CO2 aus der Luft auf als bisher gedacht. Immerhin rund eine Milliarde Tonne CO2 pro Jahr schlucken Beton- und Zementbauten weltweit, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Geoscience“ berichten. Damit nimmt Zement fast die Hälfte des bei seiner Herstellung freigesetzten CO2 im Laufe der Zeit wieder auf.

scinexx

Ob im Beton, als Mörtel oder Putz – Zement ist einer der wichtigsten Baustoffe der modernen Welt. Schon die Römer verdankten die Haltbarkeit und Stabilität ihrer Hafenanlagen und Bauwerke einem zementartigen Mörtel, dessen genaues Rezept erst vor kurzem entschlüsselt wurde. Heute ist vor allem Beton das Rohmaterial für Gebäude und Bauwerke aller Art.

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Kreationismus auf dem Vormarsch in Europa

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB
Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Kreationisten lehnen die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Evolution ab. Bisher gab es ihre Bewegung primär in den USA, doch langsam breitet sich ihr Gedankengut auch auf unserer Seite des Atlantiks aus.

Von Stefaan Blancke, Peter C. Kjærgaard | Spektrum.de

„Einfach unglaublich!“ Mit hochrotem Kopf und sichtlich erregt schritt der knapp über 60-Jährige auf eine Person zu – eine aus Silikon geformte, hyperrealistische Rekonstruktion von Lucy, dem weltweit bekanntesten und 3,2 Millionen Jahre alten Australopithecus afarensis. Nach ein paar Minuten völligen Durcheinanders war klar, dass der Mann in einer anderen, biblischen Zeitrechnung lebte – für ihn dauerte die Erdgeschichte erst 6000 Jahre lang. Aber er störte sich in erster Linie nicht an Lucys evolutionärem Alter – er entrüstete sich mehr über ihren nackten Körper. „Sie müssen sie unbedingt bedecken! Das ist ja schon fast so schlimm wie am Strand!“

Lucy steht auf der Evolutionstreppe in der zentralen Halle des Prähistorischen Museums Moesgaard in Dänemark und ist wahrlich einer der Stars hier: Die neue Attraktion ließ die Besucherzahlen des Museums schon im ersten Jahr von 10 000 auf 500 000 in die Höhe schnellen. Bei der wissenschaftlichen Rekonstruktion wurde besonders darauf geachtet, eine individuelle Person darzustellen und nicht nur einen in der Evolution weit entfernten Vorfahren des heutigen Menschen. Und da steht sie nun – dunkelhäutig und wild, einen Meter groß und mit selbstsicherer Ausstrahlung. Der aufgebrachte Besucher war Anhänger der Kreationisten und erkannte noch nicht einmal den Affen in ihr – er sah nur ihren nackten Körper. Die Vorgeschichte bedeutete ihm viel weniger als die Moral, und die Ausstellung tat das ihr Übriges.

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Prozesse gegen kurdische Oppositionelle in Deutschland

PKK-Flagge in Brüssel. Foto: Eoghan OLionnain/CC BY-SA 2.0
PKK-Flagge in Brüssel. Foto: Eoghan OLionnain/CC BY-SA 2.0
Dilettantisch geführte Ermittlungen – die Aufhebung des PKK-Verbotes ist erneut Thema

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Seit Oktober 2016 findet vor dem Berliner Kammergericht der Prozess gegen den kurdischen Aktivisten Ali Hidir Dogan (52) statt. Ihm wird vorgeworfen, im Zeitraum der Jahre 2014 und 2015 in der BRD als sogenannter Gebietsleiter für die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) tätig gewesen zu sein. In Deutschland laufen derzeit mehrere Prozesse gegen türkische Kommunisten und kurdische Aktivisten.

Nachdem Außenminister Steinmeier bei seinem Türkeibesuch die PKK mit dem IS auf die gleiche Stufe stellte, macht es ganz den Anschein, als ob die Bundesregierung beim Generalverdacht gegen die Kurden in Deutschland Erdogan entgegenkommen will. Dieser Eindruck entsteht, wenn man sich näher mit den Prozessen beschäftigt.

Im Fall Ali Hidir Dogan, wie auch bei den anderen §129b-Verfahren (Unterstützung einer terroristischen Vereinigung), weisen die Ermittlungsergebnisse keine kriminellen Handlungen auf. Dogan organisierte Ende 2014 Demonstrationen anlässlich des Kampfes um die nordsyrische Stadt Kobani, bereitete Busreisen zu kurdischen Kulturfestivals mit vor, nahm an Trauerfeiern teil und warb vor den türkischen Parlamentswahlen 2015 für die in der Türkei (noch) legale Oppositionspartei HDP.

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Abdel Samad: „Der Koran ist wie ein großer Supermarkt“

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb
Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Der Koran enthält Aufrufe zum Frieden – und zur Gewalt. Wie passt das zusammen? Ein Gespräch mit dem Islamkritiker Abdel Samad über Suren-Pingpong, Mohammeds Charakter und die Unsitte, heilige Schriften wie ein Kochbuch zu lesen.

Von Annette Langer | SpON

Hamed Abdel-Samad, geboren 1972 nahe Kairo, ist Politikwissenschaftler und Bestsellerautor. Sein Buch „Der islamische Faschismus“ brachte ihm eine Todes-Fatwa ein. „Mohammed. Eine Abrechnung“ zog eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung nach sich. Seit 2015 betreibt Abdel-Samad den YouTube-Kanal Box of Islam, der knapp 33.000 Abonnenten hat. Wegen Auftritten bei der AfD wurde ihm vorgeworfen, er munitioniere mit seinen antiislamischen Thesen die Rechten. Er sei kein AfD-Wähler, man müsse aber mit allen reden, sagte Abdel Samad.


SPIEGEL ONLINE: Ihr Vater war Imam in Ägypten, schon mit drei Jahren haben Sie die erste Sure auswendig gelernt. Was mögen Sie am Koran?

Abdel-Samad: Ich liebe die spirituellen Passagen, in denen beschrieben wird, dass Gott das Licht der Erde ist. Auch die frühen, kurzen Suren aus Mohammeds Zeit in Mekka sind lyrisch und von großer Sprachgewalt. Apokalyptisch, aber auch meditativ. Mein Vater hatte eine melodiöse, sehr eingängige Stimme. Wenn er rezitierte, haben die Menschen angefangen zu weinen, weil die Schrift plötzlich mehr war als nur ein Gedanke. Sie wurde zu einem mentalen Zustand.

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Neues „fowid“ freigeschaltet

Bild: RDF
Bild: RDF
Die Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid) wurde im Jahr 2005 von der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) gegründet.

Richard-Dawkins-Foundation

Fowid ist ein Projekt der gbs und wird von einem offenen Mitgliederkreis getragen. Auf empirischer Grundlage und mit robusten wissenschaftlichen Methoden will fowid Daten und Fakten zu relevanten Aspekten von Weltanschauungen in Deutschland (und der Welt) erheben, auswerten und der Allgemeinheit zugänglich machen.

Die Ziele der fowid ergeben sich unter anderem aus folgenden Fragen und Themen:

– Wie hoch ist der Anteil der konfessionsfreien Menschen in Deutschland?
– Wie viel Prozent der Bundesbürger sind für das Recht auf aktive und passive Sterbehilfe?
– Welche statistischen Aussagen gibt es in den Statistiken der Schweiz zu Suiziden und Sterbehilfe seit 1999?
– Wie viele deutsche Kirchenfunktionäre erhalten ihre Gehälter in welcher Höhe aus den allgemeinen Steuereinnahmen?
– Wie viel Prozent der Deutschen sind von der Evolutionstheorie überzeugt? Und wie viele Evolutionsanhänger gibt es unter den Kirchenmitgliedern (oder – noch zu erforschen – den Mitgliedern der Islamverbände)?

Die neugestaltete Webseite wurde heute freigeschaltet. Derzeit wird zwar noch im Hintergrund gearbeitet, Besucher sind jedoch ausdrücklich eingeladen sich umzuschauen. Kritik, Hinweise und Anregungen sind erwünscht.

www.fowid.de

Verbot des Salafisten-Vereins „Die wahre Religion“: Was tun mit 20.000 Koranen?

Koran

Was soll mit den 20.000 Koran-Ausgaben passieren, die beim Verbot des Salafisten-Vereins „Die wahre Religion“ beschlagnahmt wurden? Der Islamwissenschaftler Mathias Rohe rät, gemeinsam mit islamischen Organisationen eine Lösung zu finden. Auf keinen Fall dürften die Bücher vernichtet werden.

Mathias Rohe im Gespräch mit Anke Schaefer | Deutschlandradio Kultur

Das Innenministerium rätselt, was mit den 20.000 Koranen passieren soll, die beim Verbot des islamistisch-salafistischen Vereins „Die wahre Religion“ beschlagnahmt wurden. Schreddern, pulverisieren oder sonstwie vernichten?

Der Islamwissenschaftler Mathias Rohe von der Universität Erlangen rät dringend davon ab, die Bücher zu vernichten. Besser sei es, sie „irgendwo zu lagern und ihrem Schicksal zu überlassen“. Alles andere werde zum einen für Irritation bei den muslimischen Gemeinden sorgen, zum anderen liefere man damit unnötige Munition.

Den Islamisten keinen Vorwand liefern

Wenn man die Bücher vernichte, „würde man damit das Geschäft derer betreiben, deren Tätigkeit man da jetzt verboten hat – weil die natürlich daraus Honig saugen“.

Selbst wenn es keine theologischen Gründe gäbe, die Vernichtung zu verbieten – bei den beschlagnahmten Exemplaren handelt es sich um Koran-Übersetzungen, die, streng theologisch betrachtet, nicht als Verbreitungsmedium für das Wort Gottes akzeptiert würden -, sei es doch unter dem gesellschaftspolitischen Aspekt „sehr unklug“.

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Die jüdischen Freunde des Muezzins

Israel ist voll von Moscheen. Rund 400 Gebetshäuser gibt es (Aufnahme: Jerusalem). (Bild: Imago)
Israel ist voll von Moscheen. Rund 400 Gebetshäuser gibt es (Aufnahme: Jerusalem). (Bild: Imago)

Israelische Rechtsnationale wollen dem Muezzin den Lautsprecher verbieten. Die Muslime wehren sich. Sie erhalten Hilfe von unerwarteter Seite.

Von Ulrich Schmid | Neue Zürcher Zeitung

In Europa sind es die Glocken der Kirchen oder der Kühe, in Israel ist es der Muezzin. Akustische Nachtruhestörung ist auch hier seit ehedem ein Thema, das die Gemüter erhitzt. Was den einen heilig ist, nervt die andern, die einen sind in diesem Fall sehr oft Muslime, die anderen meist Juden. Nun haben rechtsnationale Abgeordnete in der Knesset ein Gesetz aufgegleist, das den Einsatz von Lautsprechern in «Gotteshäusern» generell verböte.

Israel ist voll von Moscheen. Rund 400 Gebetshäuser gibt es, die meisten finden sich in den arabisch besiedelten Gegenden von Nazareth, Umm al-Fahem, Haifa und Akko. Aber auch in Westjerusalem gehört der Gebetsruf des Muezzins zur allnächtlichen Erfahrung.

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Polen: Miliz zur Territorialverteidigung – Militarisierung der Gesellschaft

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Polen baut eine Miliz zur Territorialverteidigung auf. Rund 10.000 Freiwillige, die leicht an Waffen kommen sollen, gibt es bereits. Kritik an den Plänen gibt es höchstens auf organisatorischer Ebene.
 

Von Lars Leschewitz | POLEN HEUTE

Es wird ernst in Polen und aufgerüstet. Eines der großen Vorhaben von Recht und Gerechtigkeit (PiS) ist die Einrichtung einer Miliz zur Landesverteidigung (Wojska Obrony Terytorialnej, dt. Armee zur Territorialverteidigung, WOT). Am 16. November hat der Sejm den entsprechenden Gesetzesentwurf angenommen, jetzt liegt er beim Senat und kann nach dessen Billigung vom Präsidenten unterschrieben werden.

Insgesamt hätten sich schon rund 10.000 Freiwillige für die Territorialverteidigung gemeldet, so Verteidigungsminister Antoni Macierewicz. Bis 2019 sollen in der Miliz rund 50.000 Menschen sein. Macierewicz machte deutlich, dass diese Miliz eine gute Gegenstrategie gegen den „hybriden Krieg, der von Russland ausgehe“, sei. Die Soldaten sollten eine so gute Ausbildung erhalten, um selbst den erfahrenen Speznas-Elitesoldaten der russischen Armee die Stirn zu bieten.

Die Freiwilligen sollen ein bis sechs Jahre in der Miliz dienen und können dann auf Wunsch in die reguläre Armee wechseln. Zuhause sollen die Milizionäre zwar Ausrüstung, aber keine Waffen haben. Jedoch sollen sie wissen, wo sie sich welche im Krisenfall beschaffen können. Für die physische Fitness sollen die Soldaten selbst zuhause sorgen.

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Warum Schnittsalat ein Keimparadies ist

Fertig geputzter und geschnittener Salat ist beliebt und bequem - aber ein wahres Paradies für Keime. © University of Leicester
Fertig geputzter und geschnittener Salat ist beliebt und bequem – aber ein wahres Paradies für Keime. © University of Leicester
Nicht lecker: Abgepackter, geschnittener Salat ist noch keimträchtiger als gedacht. Denn der aus den Schnittkanten austretende Pflanzensaft wirkt wie ein Turbo für das Bakterienwachstum, wie ein Experiment enthüllt. Sogar im Kühlschrank vermehren sich Salmonellen dadurch tausendfach schneller als auf intakten Blättern ohne Pflanzensaft. Hinzu kommt: Der Saft fördert die Bildung von Biofilmen – selbst gründliches Waschen hilft dann nicht mehr.

scinexx

Sie sind in jedem Supermarkt zu kaufen und bequem in der Zubereitung: fertig geschnittene und geputzte Blattsalate. Auch Fastfood-Ketten und Fluggesellschaften nutzten solche Schnittsalate für ihre Mahlzeiten. Zwar gilt Salat allgemein als gesund, aber schon früher haben Studien belegt, dass solche abgepackten Schnippelsalate weniger haltbar sind und oft höher mit Keimen belastet sind.

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Studie über politische Einstellung: Rechtes Denken ist salonfähig

Die antimuslimische Stimmungsmache nimmt zu. Foto: rtr
Die antimuslimische Stimmungsmache nimmt zu. Foto: rtr
Rechtspopulistische Ansichten sind in Deutschland weiter verbreitet als noch vor zwei Jahren: Mehr als ein Viertel der Deutschen vertritt inzwischen „neurechte“ Einstellungen. Das ergab die neue Ausgabe der repräsentativen „Mitte“-Studie, die das Institut für Konflikt- und Gewaltforschung der Uni Bielefeld seit 2002 für die Friedrich-Ebert-Stiftung erstellt.

Von Jacqueline Rother | Frankfurter Rundschau

Die Neue Rechte forme mit Begriffen wie „Identität“ und „Widerstand“ eine neue national-völkische Ideologie, sagten die Autoren zur Vorstellung der Untersuchung am Montag in Berlin. Der offene Rechtsextremismus werde abgelöst von einer salonfähigeren, modernen Variante rechten Gedankengutes, die auch aufbaut auf Verschwörungsmythen wie der gezielten Unterwanderung durch den Islam, auf der Verunglimpfung des Establishments und der Beschwörung eines Meinungsdiktats durch Staat und Medien. Beflügelt durch den Unmut über aktuelle Zustände sei diese in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

So sind rund 40 Prozent der Teilnehmer der Ansicht, Deutschland werde vom Islam unterwandert. Jeder Fünfte äußerte muslimfeindliche Einstellungen. Während die Mehrheit entgegen eigener Bekundungen nach wie vor und explizit demokratische Grundwerte vertrete, „teilt eine nicht ganz kleine und umso lautere Minderheit Positionen gegen Modernisierung, Liberalität und Weltoffenheit, zu denen im Kern die Anerkennung von Vielfältigkeit und Gleichwertigkeit gehört“, schreiben die Autoren.

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Regierung zieht umstrittenes Sexualstraftäter-Gesetz zurück

Binali Yildirim, türkischer Ministerpräsident.Foto: AFP
Binali Yildirim, türkischer Ministerpräsident.Foto: AFP
Der Entwurf sah in Einzelfällen Straffreiheit bei Heirat von Täter und Opfer vor. Nach heftigen Protesten wird das geplante Gesetz nun zunächst zurückgestellt.

DER TAGESSPIEGEL

Die türkische Regierung hat nach heftiger öffentlicher Kritik ihren umstrittenen Gesetzentwurf zum Sexualstrafrecht zurückgezogen. Die Vorlage werde überarbeitet, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim am Dienstag. Die Opposition können nun ihre Änderungsvorschläge einbringen. Das Parlament hatte den Entwurf in der vergangenen Woche in erster Lesung gebilligt, für Dienstag war eigentlich die entscheidende Abstimmung geplant. Der Entwurf sah bislang vor, dass der Täter bei sexueller Gewalt gegen Minderjährige unter Umständen ohne Strafe davonkommt, wenn er das Opfer später heiratet.

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Theologieprofessoren: Evangelische Kirche ist eine Behördenkirche

Lutherjahr

Gemeinden werden entmündigt und Pastoren zu Dienstleistern degradiert – Vorwurf: Wer nicht mit der EKD kooperiert, muss mit Konsequenzen rechnen

kath.net

Grundlegende Kritik am Zustand der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) üben die Theologieprofessoren Gisela Kittel (Bielefeld) und Eberhard Mechels (Westoverledingen/Landkreis Leer) in dem von ihnen herausgegebenen Buch „Kirche der Reformation? Erfahrungen mit dem Reformprozess und die Notwendigkeit der Umkehr“ (Vandenhoeck & Ruprecht/Göttingen). Entgegen den Grundanliegen der Reformation habe sich die evangelische Kirche heute weithin zu einer zentralistisch organisierten Behördenkirche entwickelt, in der die Gemeinden und ihre Vorstände entmündigt, haupt- und ehrenamtlich arbeitende Gemeindemitglieder verdrängt und Pastoren zu Dienstleistern degradiert werden. Ferner werde die Arbeit an der Basis durch rigorose Sparmaßnahmen immer mehr eingeschränkt. Die in dem Buch gesammelten Berichte und Dokumente sollen laut Kittel und Mechels den Umbauprozess der Kirche verdeutlichen.

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Komplizierter chinesischer Friede mit dem Papst

Eine Beigabengrube, in der Grabanlage des ersten Kaisers von China, Qin Shihuangdi. Die Halle ist riesig. Bild: BB
Eine Beigabengrube, in der Grabanlage des ersten Kaisers von China, Qin Shihuangdi. Die Halle ist riesig.
Bild: BB
Peking und der Vatikan suchen nach 65 Jahren Feindschaft einen Neuanfang für ihre Beziehungen. Doch beide setzten sich damit in die Nesseln

Von Johnny Erling | derStandard.at

Papst Franziskus verriet vor kurzem auf einer Rückfahrt von einer seiner Reisen nach Rom Reportern, wohin er gerne als Nächstes fahren möchte: nach Peking. Sein Verhältnis zu China sei „gut“. Die Gespräche zur Normalisierung ihrer seit 1951 abgebrochenen Beziehungen machten „langsam“ Fortschritte. Gerade habe er auch ein „Geschenk“ von Staatspräsident Xi Jinping erhalten.

Ende August hatte eine chinesische Delegation dem Papst eine auf Seide gezogene Steinabreibung mitgebracht. Sie stammte aus Xian von einer uralten Stele aus dem Jahr 781. Die Inschrift auf dem Gedenkstein gilt als frühestes Zeugnis des Christentums in China. Sie dokumentiert die Mission der Nestorianer, die über die Seidenstraße aus Persien nach China gelangten.

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Bedford-Strohm: Kreuz eignet sich nicht zur Machtdemonstration

Jeder ein Kreuz.
Jeder ein Kreuz.
Den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, haben heftige Reaktionen auf seine Besuche des Tempelberges und der Klagemauer in Jerusalem, bei denen er sein Amtskreuz abgenommen hatte, überrascht und enttäuscht.

evangelisch.de

Die Polarisierung nehme zu, Fakten würden einfach ignoriert, sagte der bayerische Landesbischof am Montag in seinem Bericht vor der in Bad Reichenhall tagenden Landessynode: „Manche können nur noch in Kategorien von Kampf und Kapitulation denken.“ Bei der ökumenischen Pilgerreise nach Jerusalem habe er eine „nervöse Stimmung “ erlebt, die er sich vorher nicht habe vorstellen können, sagte Bedford-Strohm. „Es ist traurig, wenn die Situation zwischen den Religionen so angespannt ist, dass schon das Tragen eines christlichen Kreuzes als pure Machtdemonstration verstanden wird und Zwietracht sät.“

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„Ohne Hilfe der USA hätte es keinen Staatsstreich gegeben“

Nikolai Asarow in der Zeit als ukrainischer Premierminister. Bild heise.de/tp
Nikolai Asarow in der Zeit als ukrainischer Premierminister. Bild heise.de/tp
Ein Gespräch mit dem früheren ukrainischen Premierminister Nikolai Janowitsch Asarow

Von Stefan Korinth | TELEPOLIS

Vor drei Jahren begannen in Kiew die ersten Proteste, aus denen sich der sogenannte „Euromaidan“ und letztlich eine große geopolitische Ost-West-Krise entwickelte. Premierminister der damaligen Ukraine war Nikolai Asarow. Vier Jahre lang war er Regierungschef – und damit der am längsten regierende Premierminister der unabhängigen Ukraine – bis zu seinem Rücktritt Ende Januar 2014. Asarow lebt heute in Moskau und erarbeitet politische Vorschläge für die Zukunft des Landes in einem „Kommitee zur Rettung der Ukraine“, das in Opposition zur derzeitigen Regierung in Kiew steht. Das Interview wurde über den Online-Telefondienst „Skype“ geführt. Über die Gründe für die Ablehnung des EU-Assoziierungsabkommens, über westlichen Druck hinter den Kulissen des Maidan und über die Zukunft der Ukraine sprach Stefan Korinth mit ihm für Telepolis.

Nikolai Janowitsch, wir sprechen heute, zum dritten Jahrestag des Maidanbeginns. Auslöser dieser Proteste damals war ja die Ablehnung des Assoziierungsabkommens durch Sie und Viktor Janukowitsch. In deutschen Medien hieß es damals immer, Sie hätten das Abkommen überraschend abgelehnt. In den Medien wurden auch selten Gründe genannt. Könnten Sie für das deutsche Publikum die Ablehnungsgründe nochmal genau erläutern?
Nikolai Asarow: In den westlichen Medien ist diese Frage sehr wenig objektiv betrachtet worden. Bitte beachten Sie, dass das Assoziierungsabkommen bereits 2012 paraphiert worden war. Das heißt, die Vereinbarung war im Prinzip fertig, zwei Jahre, bevor der Maidan passierte. Daraus folgt die einfache Frage: Warum wurde das Abkommen 2012 oder 2013 nicht unterschrieben, wenn es denn fertig war? Der Grund dafür ist, dass die Europäische Kommission die Unterzeichnung des Abkommens von der Freilassung Julia Timoschenkos abhängig gemacht hat. Und die ukrainische Seite war unzufrieden mit den im Abkommen festgehaltenen Ergebnissen zum Freihandel.
Darüber hinaus ist in dieser Zeit ein Konflikt entstanden zwischen der Europäischen Union, der Ukraine und Russland. Im Prinzip zeitgleich mit dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens zwischen der Ukraine und Russland 2012 sollte 2014 dann das Freihandelsabkommen zwischen der Ukraine und der EU in Kraft treten. Das hätte bedeutet, dass die ukrainischen Grenzen auf beiden Seiten offen gewesen wären für Waren, Dienstleistungen und Kapital. Das verlangte von uns, dass wir uns mit der Lösung dieses Konfliktes zwischen Russland, der Ukraine und der EU beschäftigen mussten.

„Der Hass auf uns Jäger ist fürchterlich“

© Stefanie Silber Jäger Bernd Moos-Achenbach mit seinen beiden Rauhaardackeldamen Emmi, sieben, und Tochter Cilly, eineinhalb Jahre alt
© Stefanie Silber. Jäger Bernd Moos-Achenbach mit seinen beiden Rauhaardackeldamen Emmi, sieben, und Tochter Cilly, eineinhalb Jahre alt
Bernd Moos-Achenbach geht seit 33 Jahren in seinem Revier auf die Pirsch. Jetzt gibt der Jäger auf. Vorher rechnet er ab mit naiven Tierfreunden, Nacht-Joggern und sonstigen Störenfrieden im Wald.

Von Bettina Weiguny | Frankfurter Allgemeine

Wir treffen Bernd Moos-Achenbach in seinem Revier bei Frankfurt. Es ist Mitte November, kalt und regnet in Strömen. Den Jäger stört das nicht, seine beiden Dackel auch nicht. Er möchte uns das Revier zeigen, in dem er seit 33 Jahren zur Jagd geht. Jetzt aber gibt er es auf – vor allem wegen der vielen Anfeindungen.

Herr Moos-Achenbach, Sie sind passionierter Jäger – und damit für viele Menschen ein Unmensch.

Das müssen Sie mir nicht sagen! Was meinen Sie, wie oft mir jemand nachruft „Sie Mörder!“, wenn ich mit dem Gewehr im Wald unterwegs bin.

Sie werden offen angefeindet?

Hier schon. Ich jage auch in Österreich, da ist das anders. Aber in Deutschland halten sie dich für gemeingefährlich, wenn du Tiere jagst. Im Zweifel beschimpfen sie dich und rufen dann die Polizei.

Was macht die?

Die kommt und kontrolliert, ob ich eine Jagderlaubnis habe, wir plauschen ein bisschen und sie fahren weiter. Ich jage seit 33 Jahren, aber die Aggressivität gegen Jäger wird immer schlimmer.

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Neuer Sarg verschluckt Tschernobyl-Ruine

 Tschernobyl: Unter dem neuen Sarkophag hätte die Pariser Kathedrale Notre Dame Platz © Ebrd Photostream/Handout/DPA
Tschernobyl: Unter dem neuen Sarkophag hätte die Pariser Kathedrale Notre Dame Platz © Ebrd Photostream/Handout/DPA
In wenigen Tagen wird ein neuer Sarkophag die Atomruine von Tschernobyl bedecken. Er gilt als Meisterwerk der Ingenieurskunst und soll 100 Jahre vor Strahlung schützen. Der gefährlichere Teil der Sanierung steht allerdings erst bevor.

stern.de

Wie ein gigantischer Käfer aus Stahl kriecht die neue Schutzhülle auf die düstere Atomruine Tschernobyl in der Ukraine zu. Ein robustes System aus Spezialschienen und Hydraulik schiebt das größte bewegliche Bauwerk der Welt beständig auf den 1986 havarierten Reaktor zu. In wenigen Tagen wird die mehr als 36.000 Tonnen schwere Konstruktion die markante Silhouette der Anlage verschluckt haben. Am 29. November soll die neue Hülle feierlich übergeben werden.

„Das ist der Anfang vom Ende des 30-jährigen Kampfes gegen die Folgen der Katastrophe“, sagt der ukrainische Umweltminister Ostap Semerak. 100 Jahre lang soll die neue Hülle den Austritt radioaktiver Strahlen verhindern sowie vor Umwelteinflüssen wie Nässe schützen. Das Stahlgerüst darf nicht zu früh rosten. Die Hülle ergänzt einen Betonsarkophag, der von der Sowjetunion nach der fatalen Kernschmelze am 26. April 1986 eilig errichtet worden war und mittlerweile brüchig ist. Doch der gefährlichere Teil der Sanierung steht erst bevor.

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Kirchliche Gesprächsräume gegen Spaltung der Gesellschaft – Schwachsinn

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit und Antworten auf eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft in den Mittelpunkt eines Berichts vor der Landessynode gestellt.

evangelisch.de

Die Angst vor einem sozialen Abstieg mache den Menschen immer mehr zu schaffen, sagte der Bischof am Montag vor den 108 Synodalen in Bad Reichenhall. „Manche Menschen arbeiten bis zur Erschöpfung und können ihren Kindern nicht mal einen Kinobesuch ermöglichen“, nannte Bedford-Strohm als Beispiel. Auch sei immer häufiger trotz harter Arbeit und einer großen Lebensleistung keine auskömmliche Rente im Alter zu erwarten.

Als Antwort auf diese Situation müssten die politischen Weichen so gestellt werden, dass diese „Fehlentwicklungen“ überwunden würden und die soziale Gerechtigkeit wieder einen zentralen Stellenwert in der Politik bekomme, forderte der Bischof, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist.

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Watch These Sleepy Endangered Monks Seal Napping Underwater

Look at these sleepy seals. Maybe they ate too much, or maybe they’re just exhausted from being around their family members. Regardless, these zonked-out pinnipeds are you, and me, and probably everyone else this holiday season.

By Sarah Emerson | MOTHERBOARD

What’s cool about this footage, though, is that it’s the first time Mediterranean monk seals, or Monachus monachus, have ever been recorded sleeping underwater. Scientists know the seal can hold its breath for up to 10 minutes at a time, but so little is known about the endangered species—a mere 600 individuals are believed to exist—that speculating about their snoozing habits has been prohibitively difficult.

Their closest relative, the Hawaiian monk seal (Neomonachus schauinslandi), has occasionally been known to doze off in small caves beneath the waves, but as marine biologist Alexandros Karamanlidis told New Scientist, this behavior was previously unheard of in the Mediterranean species.

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