Abdel Samad: „Der Koran ist wie ein großer Supermarkt“


Hamed Abdel-Samad, Bild: bb
Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Der Koran enthält Aufrufe zum Frieden – und zur Gewalt. Wie passt das zusammen? Ein Gespräch mit dem Islamkritiker Abdel Samad über Suren-Pingpong, Mohammeds Charakter und die Unsitte, heilige Schriften wie ein Kochbuch zu lesen.

Von Annette Langer | SpON

Hamed Abdel-Samad, geboren 1972 nahe Kairo, ist Politikwissenschaftler und Bestsellerautor. Sein Buch „Der islamische Faschismus“ brachte ihm eine Todes-Fatwa ein. „Mohammed. Eine Abrechnung“ zog eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung nach sich. Seit 2015 betreibt Abdel-Samad den YouTube-Kanal Box of Islam, der knapp 33.000 Abonnenten hat. Wegen Auftritten bei der AfD wurde ihm vorgeworfen, er munitioniere mit seinen antiislamischen Thesen die Rechten. Er sei kein AfD-Wähler, man müsse aber mit allen reden, sagte Abdel Samad.


SPIEGEL ONLINE: Ihr Vater war Imam in Ägypten, schon mit drei Jahren haben Sie die erste Sure auswendig gelernt. Was mögen Sie am Koran?

Abdel-Samad: Ich liebe die spirituellen Passagen, in denen beschrieben wird, dass Gott das Licht der Erde ist. Auch die frühen, kurzen Suren aus Mohammeds Zeit in Mekka sind lyrisch und von großer Sprachgewalt. Apokalyptisch, aber auch meditativ. Mein Vater hatte eine melodiöse, sehr eingängige Stimme. Wenn er rezitierte, haben die Menschen angefangen zu weinen, weil die Schrift plötzlich mehr war als nur ein Gedanke. Sie wurde zu einem mentalen Zustand.

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