Verbot des Salafisten-Vereins „Die wahre Religion“: Was tun mit 20.000 Koranen?


Koran

Was soll mit den 20.000 Koran-Ausgaben passieren, die beim Verbot des Salafisten-Vereins „Die wahre Religion“ beschlagnahmt wurden? Der Islamwissenschaftler Mathias Rohe rät, gemeinsam mit islamischen Organisationen eine Lösung zu finden. Auf keinen Fall dürften die Bücher vernichtet werden.

Mathias Rohe im Gespräch mit Anke Schaefer | Deutschlandradio Kultur

Das Innenministerium rätselt, was mit den 20.000 Koranen passieren soll, die beim Verbot des islamistisch-salafistischen Vereins „Die wahre Religion“ beschlagnahmt wurden. Schreddern, pulverisieren oder sonstwie vernichten?

Der Islamwissenschaftler Mathias Rohe von der Universität Erlangen rät dringend davon ab, die Bücher zu vernichten. Besser sei es, sie „irgendwo zu lagern und ihrem Schicksal zu überlassen“. Alles andere werde zum einen für Irritation bei den muslimischen Gemeinden sorgen, zum anderen liefere man damit unnötige Munition.

Den Islamisten keinen Vorwand liefern

Wenn man die Bücher vernichte, „würde man damit das Geschäft derer betreiben, deren Tätigkeit man da jetzt verboten hat – weil die natürlich daraus Honig saugen“.

Selbst wenn es keine theologischen Gründe gäbe, die Vernichtung zu verbieten – bei den beschlagnahmten Exemplaren handelt es sich um Koran-Übersetzungen, die, streng theologisch betrachtet, nicht als Verbreitungsmedium für das Wort Gottes akzeptiert würden -, sei es doch unter dem gesellschaftspolitischen Aspekt „sehr unklug“.

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