»Im Zentrum der Moralpanik«


Elisabeth Tuider (Foto: Stephan Roehl / flickr / CC BY-SA 2.0)
Elisabeth Tuider (Foto: Stephan Roehl / flickr / CC BY-SA 2.0)
Die Soziologin und Erziehungswissenschaftlerin Elisabeth Tuider ist Autorin eines sozialpädagogischen Buchs für die Arbeit mit Jugendlichen. Sie schlägt darin Methoden zur Diskussion von sexueller Vielfalt vor. Die Kasseler Professorin erhielt deshalb Mord- und Vergewaltigungsdrohungen. Mit der »Jungle World« sprach sie über Rassismus, Homophobie und Analverkehr.

Interview: Ann-Kathrin Jeske | Jungle World

Wie sieht der Sexualkundeunterricht in deutschen Schulen aus?

Das Verhältnis von Schule und Sexualpädagogik ist in Deutschland seit fast 40 Jahren klar geregelt, seit die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder 1968 die schulische Sexualerziehung als fachübergreifendes Unterrichtsprinzip pädagogisch verankert hat. Schule ist der zentrale Ort für Sexualerziehung. Über 90 Prozent der Jugendlichen geben an, Sexualerziehung in der Schule gehabt zu haben. Lehrerinnen und Lehrer sind ebenso wie Eltern, insbesondere Mütter, zentrale Personen für Fragen von Jugendlichen. Zugleich wissen wir aus derselben Untersuchung, dass Sexualerziehung in der Schule oftmals nur auf den biologischen Aspekt von Sexualität fokussiert. Viele Lehrpersonen laden sexualpädagogisches Fachpersonal von Pro Familia, der Aids-Hilfe oder von Aufklärungsprojekten ein. Diesen externen Fachpersonen fällt es wegen ihrer strukturellen Fremdheit oft leichter, mit ­Jugendlichen ins Gespräch über Sexualität, Beziehung und Liebe zu kommen. Sexualpädagogik eröffnet Gesprächsräume und begleitet Jugendliche in ihrer Auseinandersetzung.

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