Der Störer – aus dem Leben eines Polizei-Hysterikers


Bild: DIe KOLUMNISTEN
Bild: DIe KOLUMNISTEN
Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft DPolG, hat es wieder getan. Im Zusammenhang mit der Straftat in Hameln, bei der eine Frau erst mit dem Messer gestochen und dann an einem Seil hinter dem Auto hergezogen wurde, griff er erneut massiv die deutsche Justiz an. Dieses Mal hat er den Bogen überspannt.

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

In einem Interview mit der Neuen Passauer Presse zog der bekannte Wutpolizist gewaltig vom Leder und fantasierte sich in eine harsche Justizkritik hinein, die jedwede Boden- und Realitätshaftung verloren hat. Angesichts eines gerade erst geschehenen Kapitalverbrechens meint Wendt:

Es wird sich ein Richter finden, der ihm auch jetzt wieder eine positive Sozialprognose geben wird.

Das ist natürlich grober Unfug. Es mag ja vielleicht noch sein, dass der mutmaßliche Täter vielleicht schuldunfähig war und deshalb nicht verurteilt werden kann, aber das ist reine Spekulation. Außerdem würde er dann wohl im Maßregelvollzug enden. Eine noch so positive Sozialprognose kann bei einem Mordversuch in derart menschenverachtender Ausführung außer am AfD-Stammtisch nicht ernsthaft erwartet werden. Selbst wenn es eine solche Prognose theoretisch gäbe, würde sie dem Täter gar nicht nützen. Über die Frage der Sozial- und Legalprognose muss man sich erst Gedanken machen, wenn es um eine bewährungsfähige Freiheitsstrafe geht, also eine Strafe unter zwei Jahren. Diese Straferwartung ist hier aber völlig absurd. Weder Wendt noch Höcke oder ähnlich inkompetente Justizkritiker werden einen Fall finden, bei dem eine solche Strafe ausgesprochen wurde.

Lange Gewaltkarriere?

Aber das war nur eine der unsinnigen Äußerungen von Wendt. Er kann es noch wilder geradezu wilders. Wendt kritisierte, dass der Täter überhaupt noch in Freiheit gewesen sei. Der habe eine lange Gewaltkarriere hinter sich und sei stets aufs Neue durch Straftaten aufgefallen.

Das ist zwar völlig frei erfunden, aber es passt halt so schön, um die angebliche Unfähigkeit der Justiz zu dokumentieren. Der mutmaßliche Täter hat bisher vor keinem einzigen deutschen  Gericht gestanden, sodass diese böse Justiz an ihm auch nichts falsch machen konnten. Keine Vorstrafe. Nix. Gar nix. Die Behauptung einer Gewaltkarriere ist objektiv falsch. Ob Herr Wendt die nun selbst erfunden und damit bewusst gelogen hat oder ob ihm dies aus Kreisen der Polizei oder aus anderen obskuren Quellen zugetragen wurde und er es ungeprüft übernommen hat, weiß ich nicht. Sie ist und bleibt aber falsch. Aber falsche Behauptungen überleben heute für ewig im Netz und dienen wenig später weiter als Beleg. Das weiß auch Herr Wendt.

weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s