Martin Luther, der Vater des Arbeitsfetischs


luther_1Bloß kein Müßiggang – das ist auch heute noch das gültige Mantra der Arbeitswelt. Wie 500 Jahre Reformation die Lohnarbeit und den Kapitalismus beflügelt haben.

Von Patrick Spät | ZEIT ONLINE

„Der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen“, predigte Martin Luther. Der Reformator wird als Freiheitskämpfer und Humanist gefeiert, doch abgesehen von seinem glühenden Antisemitismus war er auch ein glühender Arbeitsfanatiker. Ja, die Reformation befeuerte geradezu die moderne Lohnarbeit und den Kapitalismus. Denn „Müßiggang ist Sünde wider Gottes Gebot, der hier Arbeit befohlen hat“, so Luther.

Wem gehören eigentlich die Wälder, Weideflächen und Wasserquellen? Eigentlich niemandem. Bis zur Reformation jedenfalls versorgten sich die Menschen auf der Allmende. So garantierte beispielsweise die längst in Vergessenheit geratene Charter of the Forest (1217) der Bevölkerung die Nutzung des gemeinschaftlichen Eigentums: „Jeder freie Mensch darf deshalb, ohne verfolgt zu werden, im Wald oder auf dem Land eine Mühle, eine Domäne, einen Teich, eine Mergelgrube, einen Wassergraben oder kultivierbares Land im Dickicht errichten, unter der Bedingung, dass dies nicht irgendeinen Nachbarn schädigt.“

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