Bedford-Strohm prangert Hetze im Internet an

Luther_Zitat

Wenn es gegen die sogenannten „Eliten“, gegen „die da oben“ gehe, dann entlade sich alles, was sich an Frust und Unzufriedenheit aufgestaut habe.

evangelisch.de

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat die zunehmende Hetze und Bedrohung in gesellschaftspolitischen Debatte angeprangert. „Wut und Vernichtungsdrohungen haben im Internet einen Raum gesucht und gefunden, in dem sie sich hemmungslos austoben können“, sagte Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, am Sonntag in seiner Predigt zum ersten Advent in der Nürnberger Lorenzkirche.

Wenn es gegen die sogenannten „Eliten“, gegen „die da oben“ gehe, dann entlade sich alles, was sich an Frust und Unzufriedenheit aufgestaut habe. „Da kann es sein, dass ein Bundespräsident und eine Bundeskanzlerin und andere im Staat Verantwortliche am Tag der Deutschen Einheit mit ‚Haut ab‘- und ‚Volksverräter‘-Rufen empfangen werden“, kritisierte der evangelische Theologe.

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Papst Pius XI. und Mussolini: Pakt mit dem Teufel

Pius XI. und Mussolini. AP; AFP/picturedesk.com (Montage)
Pius XI. und Mussolini. AP; AFP/picturedesk.com (Montage)
Papst Pius XI. hat mit dem Faschismus paktiert und Benito Mussolinis Aufstieg erst möglich gemacht. Eine Studie des US-Historikers David Kertzer lässt den Papst eher als Dunkelmann denn als Lichtgestalt erscheinen.

Von Klaus Kühlwein | SpON EINESTAGES

Im Vatikan gehen die Uhren anders, sagt man, und Jahrhunderte gelten nichts im Strom der Zeiten. Imperien und ihre Weltanschauungen kommen und gehen, doch der Felsen Petri ist unverrückbar, seine Grundsätze bleiben unwandelbar. So weit, so heilig.

Dass der Felsen Petri dem faschistischen Regime gegenüber jedoch weder standfest blieb noch treu den eigenen Überzeugungen, hat der Historiker David Kertzer in seinem Buch „Der erste Stellvertreter“ nachgewiesen, ausgezeichnet mit dem bedeutenden Pulitzerpreis. Darin verfolgt der US-amerikanische Professor den Aufstieg Benito Mussolinis und des italienischen Faschismus an der Seite des amtierenden Papstes Pius XI.

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Ägypten: Kopftuch verboten

Bekleidungsladen für muslimische Frauen: In Ägypten werden viele Frauen mit Kopftuch diskriminiert. Foto: imago/Westend61
Bekleidungsladen für muslimische Frauen: In Ägypten werden viele Frauen mit Kopftuch diskriminiert. Foto: imago/Westend61
Wer in Kairo in bestimmten Restaurants essen oder in Clubs feiern will, sollte kein Kopftuch tragen. Das Kopftuch entwickelt sich in Teilen der muslimisch geprägten Gesellschaft zur Bürde.

Frankfurter Rundschau

Als Nermine Hassan Sajed vor einigen Tagen mit einer Freundin in Kairos teurem Stadtteil Samelek essen gehen wollte, wurde sie abgewiesen. „Der Mann an der Tür sagte, das Restaurant sei voll“, erzählt die Lehrerin. Es war offensichtlich, dass das nicht stimmte. Der Grund war ein anderer. Einer, der selbst im konservativen Ägypten in einigen sozialen Schichten ein zunehmendes Problem für Muslima wird: Sayed trägt ein Kopftuch.

Es sei ihr natürlich unangenehm gewesen, sagt die 29-Jährige. Aber so richtig verstehen kann sie nicht, warum ihr – einer Muslimin in einem islamisch geprägten Land – der Eintritt verboten ist. Das Restaurant ist beliebt in der Film- und Werbeszene. Auch viele Ausländer treffen sich hier zum Pasta essen und Bier trinken. „Vielleicht befürchten sie, ich würde in der Mitte des Restaurants anfangen zu beten“, sagt Sajed und lacht.

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Dakota Access Pipeline: Gefährlich und ohne Respekt

Bau der Dakota Access Pipeline in Iowa. Foto: Carl Wycoff/CC BY 2.0
Bau der Dakota Access Pipeline in Iowa. Foto: Carl Wycoff/CC BY 2.0
Seit Monaten protestieren amerikanischen Ureinwohner gegen die geplante Öl-Pipeline, die vier US-Bundesstaaten durchqueren soll

Von Susanne Aigner | TELEPOLIS

Die Dakota Access Pipeline (kurz: DAPL), die inzwischen zur Hälfte fertig ist, kostet 3,7 Milliarden Dollar und transportiert täglich etwa eine halbe Millionen Tonnen Erdöl aus den Ölfeldern in Stanley, North Dakota, nahe der kanadischen Grenze, nach Patoka und Illinois, von hier aus in die Raffinerien der Golf- und Ostküste. So lautet jedenfalls der Plan.

Glaubt man dem Betreiber Energy Transfer Partners, bringt das Bauprojekt Millionen von Dollar ein und schafft tausende Arbeitsplätze. Das Unternehmen werde die Interessen der Landeigentümer wahren und dem lokalen Umweltschutz Gewicht verleihen. Das sehen die Indianer freilich anders.

„Wenn die schwarze Schlange über das Land kommt, wird unsere Welt enden“, lautet die Prophezeiung der Lakota- Stammesältesten. Die schwarze Schlange – das ist in den Augen ihrer Nachfahren die geplante Pipeline, welche Mutter Erde zerstören wird und die es zu bekämpfen gilt. Die Pipeline gehe durch das Land seiner Urahnen, beklagt Dean DePountis, Anwalt und Anführer der seit Monaten andauernden Proteste (vgl. dazu Mit Trump gegen Indianerrechte?).

Heilige indianische Begräbnisstätten und kulturelle wichtige Orte würden entweiht. Tatsächlich fanden Forscher in der Nähe von Standing Rock Felsengräber, die für die Nachfahren der Indianer von historischer Bedeutung sind.

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Papst ruft Orden zu nüchternem Umgang mit Geld auf

Bild: tilly
Bild: tilly
Nicht Rendite, sondern geistlicher Auftrag entscheidend – Ordensleute „bedienen sich des Geldes und dienen nicht dem Geld, und sei es zu noch so heiligen Zwecken“.

kath.net

Papst Franziskus hat die Orden zu einer „verantwortungsvollen Nüchternheit“ im Umgang mit Geld und Besitz aufgerufen. Sie sollten „eine bestimmte Haltung anzunehmen, einen Stil im Sinn der Gerechtigkeit und des Teilens“ annehmen, heißt es in einer päpstlichen Botschaft an Ordensleute, die der Vatikan am Samstag veröffentlichte. Der Papst ging dabei auf der schwierigen Frage vieler Gemeinschaften ein, was etwa mit zu groß gewordenen Ordenshäusern oder mit Werken der Nächstenliebe geschehen soll, für die angesichts des Mangels an Berufungen nicht mehr genug Personal vorhanden ist.

Von einem vorschnellen Trennen von Besitz oder wirtschaftlichen und sozialen Unternehmungen riet der Papst ab. Treue zu ihrem geistlichen Auftrag bedeute nicht automatisch, dass die Orden alles verkaufen oder stilllegen sollten, schrieb er. Nötig sei eine sorgfältige Einzelfallprüfung, die „den Blick fest auf Christus richtet, mit offenen Ohren für seine Worte und die Stimme der Armen“, so Franziskus. Ausschlaggebend dafür, ob sich ein Orden aus Unternehmungen und Projekten zurückziehe oder nicht, dürfe allein sein geistlicher Auftrag sein, nicht die Rendite.

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Gilles Kepel: Millionen „Likes“ für den Terror

foto: picturedesk / tim birven
foto: picturedesk / tim birven „Salafismus breitet sich unter europäischen Muslimen aus“: Gilles Kepel.
Die Geheimdienste in Frankreich hätten ein Jahrzehnt im Kampf gegen den Dschihadismus verloren, weil sie dessen Wesen verkannt hätten, meint der in Paris lehrende Sozialwissenschafter

Interview derStandard.at

Wann immer die Rede auf islamistischen Terror in Frankreich kommt, ist Gilles Kepel ein gefragter Mann. Der 1955 geborene Sozialwissenschafter – er unterrichtet an der renommierten Science Po in Paris – gilt als einer der besten Spezialisten für den politischen Islam und dessen Artikulationsformen. Kepel spricht Arabisch und hat lange Feldforschung in französischen Banlieues und Gefängnissen, in denen der Islamismus floriert, betrieben; seit sehr ernst zu nehmenden Morddrohungen von islamistischer Seite ist er ständig in Gegenwart eines Leibwächters unterwegs. Anders als sein Kollege Olivier Roy, dem er in lustvoller Gegnerschaft verbunden ist, lehnt Kepel die These ab, bei den Terroristen von Charlie Hebdo, Bataclan etc. handle sich um jugendliche Nihilisten, die der RAF vergleichbar seien. Vielmehr hätten in all diesen Fällen mehr oder minder professionell agierende Dschihadisten, die dem Westen den Kampf angesagt haben, die Hände mit im Spiel.

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Geheimpapier – Die neue Härte der CDU: „Wer kein Bleiberecht hat, muss gehen“

 Abgelehnte Asylbewerber am Airport: Die CDU in Baden-Württemberg will härter und strenger durchgreifen. © picture alliance / dpa
Abgelehnte Asylbewerber am Airport: Die CDU in Baden-Württemberg will härter und strenger durchgreifen. © picture alliance / dpa
Die CDU in Baden-Württemberg will den Kurs gegen Ausländer ohne Bleiberecht deutlich verschärfen. Setzt sich der Vorschlag durch, ist die bisherige Flüchtlingspolitik von Angela Merkel vom Tisch.

stern.de

Angela Merkel macht’s noch mal: Im kommenden Jahr will die Bundeskanzlerin für eine vierte Amtszeit antreten. Mit ihr rückte die CDU deutlich stärker in die politische Mitte. Das schmeckt nicht jedem in der Union. Die CDU in Baden-Württemberg will den Kurs deutlich korrigieren. „Wer kein Bleiberecht hat, muss gehen“, heißt es in einem Geheimpapier, dass der „Bild am Sonntag“ vorliegt. Urheber des Vorstoßes ist Innenminister Thomas Strobl. Bei der Innenministerkonferenz am Dienstag will er den Inhalt des Papiers vorstellen. Eine Woche später ist CDU-Parteitag. Dort will Strobl seinen harten Kurs als Initiativantrag einbringen. Stimmen die Delegierten zu, ist die bisherige Flüchtlingspolitik der Union vom Tisch.

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Deutsche Beamte werden zunehmend korrupter

Eu_Euro1Die Bundesregierung hat einen neuen Bericht zur „Korruptionsprävention in der Bundesverwaltung” verfasst. Demnach wurden im vergangenen Jahr wegen Korruptionsstraftaten doppelt so viele Verfahren eingeleitet wie 2014. Die Liste der Vorwürfe ist lang: Sie reicht von Bestechlichkeit und Vorteilsannahme über Betrug bis zur Untreue.

Von Andreas Maisch | DIE WELT

Deutsche Beamte genießen weltweit den Ruf, perfekte Staatsdiener zu sein. Sie gelten als kompetent, zuverlässig, pünktlich – und vor allem unbestechlich. Aber dieses Image bekommt Kratzer. Denn die Zahl der Ermittlungsverfahren gegen korrupte Bundesbeamte ist 2015 weiter stark angestiegen. Das geht aus dem neuesten Bericht der Bundesregierung zu „Korruptionsprävention in der Bundesverwaltung” hervor, der dieser Zeitung vorliegt.

Danach haben die Strafverfolgungsbehörden im vergangenen Jahr wegen Korruptionsstraftaten 28 Ermittlungsverfahren gegen zum Teil mehrere Bundesbedienstete eingeleitet. 2014 und 2013 waren es nur jeweils 19 Ermittlungsverfahren gewesen, 2012 nur zwölf. Die Untersuchungsergebnisse wurden im Innenministerium zusammengetragen, das Anfragen an alle Bundesbehörden und Ministerien gestellt hatte. Von dem Verdacht auf Korruptionsstraftaten sind 33 Beamte, Angestellte und andere Beschäftigte im öffentlichen Dienst betroffen. Die Liste der Vorwürfe ist lang: Sie reicht von Bestechlichkeit und Vorteilsannahme über Betrug bis zur Untreue.

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Die Erfindung des Terrorismus

Bild: heise.de/tp
Bild: heise.de/tp
In ihrem Buch Die Erfindung des Terrorismus in Europa, Russland und den USA 1858-1866 schildert die Historikerin Carola Dietze wie sich dieses Phänomen im 19. Jahrhundert binnen weniger Jahre etablierte. Aus welchen Gründen kam es dazu? Telepolis fragte dazu die Autorin.

Von Reinhard Jellen | TELEPOLIS

Frau Dietze, inwiefern handelt es sich beim Terrorismus um eine Erfindung?
Carola Dietze: Es gibt nicht nur technische, sondern auch kulturelle, soziale und psychologische Erfindungen. Dieser Gedanke findet sich vor allem bei Soziologen, deren Konzepte auf der philosophischen Anthropologie aufbauen, oder auch bei dem amerikanischen Soziologen Talcott Parsons. Die Überlegung geht dahin, dass nicht nur technische Erfindungen das Leben der Menschheit und ihre Geschichte verändert haben, sondern auch kulturelle Erfindungen wie etwa Mythos, Kunst und Religion, soziale Erfindungen wie etwa Eigentum und Erbschaft oder psychologische Erfindungen wie die Askese, der Rausch und die Traumdeutung. All diese Konzepte oder Praktiken hat es nicht von Anbeginn der Geschichte an gegeben, sondern sie sind irgendwann einmal erfunden worden.
Wie passt hier der Terrorismus in das Konzept?
Carola Dietze: Der Terrorismus ist eine soziale Erfindung, das heißt, es gab Personen, die als erste erkannt und begriffen haben, wie man die Wirkung von spektakulären Gewalttaten mit Hilfe der Massenmedien verstärken kann, um einen psychologischen Effekt bei einem Publikum zu erreichen, der dann wiederum politische Folgen zeitigen soll.

 

Kamerun: Stammesreligions-Integralisten zerstören Bergkreuz

Eine interreligiöse Begegnung in Kamerun - REUTERS
Eine interreligiöse Begegnung in Kamerun – REUTERS
Integralisten, die für eine Rückkehr zu den Stammesreligionen eintreten, haben das Holzkreuz auf dem Berg Ngock Lituba zerstört. Wie die in Kamerun erscheinende Tageszeitung „Le Messager“ berichtet, führen Mitglieder des Bassa-Stammes seit mehreren Monaten Angriffe durch, da er keine andere Religion neben der Stammesreligion tolerieren will.

Radio Vatikan

Die Zerstörung des Kreuzes auf dem Berg Ngock Lituba ist von symbolischer Bedeutung, weil der Berg als heilige Stätte der Stammesreligion betrachtet wird und viele die Aufstellung eines Kreuzes an diesem Ort abgelehnt hatten. Die neue Bewegung will nach Angeben der einheimischen Presse aber auch Kultstätten wie Kirchen und Moscheen zerstören, die in den vom Bassa-Volk bewohnten Gebieten gebaut wurden. Außerdem sollen alle Symbole entfernt werden, die für die westliche Kultur stehen, und durch Symbole der Stammestradition ersetzen werden.

„Le Messager“ befürchtet, dass auch das westlich geprägte Bildungssystem in Kamerun und die Werte der Philosophie, Wissenschaft, Religionsfreiheit sowie die säkulare Staatsform in Frage gestellt werden.

 

Kernfusion: Unterirdisches Sonnenfeuer

Die Idee hinter dem Projekt ist Kernfusion: Energiegewinnung durch die Verschmelzung zweier Atomkerne. Foto: ITER Organization / EJF Riche
Die Idee hinter dem Projekt ist Kernfusion: Energiegewinnung durch die Verschmelzung zweier Atomkerne. Foto: ITER Organization / EJF Riche
In Südfrankreich entsteht derzeit der umstrittene Versuchsreaktor Iter. Umweltschützer halten die Kernfusion-Technik für ein Milliardengrab.

Von Stefan Brändle | Frankfurter Rundschau

Hier in der schönen Provence, zwischen Olivenhainen und Cézanne-Landschaften, wärmt die Sonne auch im November. Nur die gigantische Baustelle will nicht so recht in das malerische Dekor passen. Erdreich vom Volumen der Cheops-Pyramide wird derzeit von tausend Arbeitern in einer Talmulde planiert. An einer quaderförmigen, 60 Meter hohen Montagehalle erklärt eine Inschrift, was das Ganze soll: „Die Sonnenkraft auf die Erde bringen.“ Daneben, oder genauer gesagt ein paar hundert Treppenstufen darunter, auf dem Grund eines riesigen Kraters, wo die Sonne nicht ankommt, zeigt Baustellenführerin Julie Marcillat um sich: „Wir befinden uns im Herzen eines Projektes, das die Zukunft der Energie sichern kann. Es ist sehr aufregend, dafür tätig zu sein.“

Das Projekt heißt „Internationaler thermonuklearer Versuchsreaktor“ (Iter) und die Idee dahinter Kernfusion. Also nicht Kernspaltung, die in den heutigen Atomkraftwerken viel radioaktiven Abfall und Unfälle produziert, sondern das physikalische Gegenteil: Energiegewinnung durch die Verschmelzung zweier Atomkerne, genauer gesagt von Deuterium und Tritium zu Helium. „Und Helium können Sie in die Luft ablassen, das ist ungefährlich und auch kein Treibhausgas“, sagt Marcillat.

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„Nikab-Nora“: Ermittlungen gegen Ehemann der „Anne Will“-Verschleierten

 Der Auftritt der vollverschleierten Muslima Nora Illi bei
Der Auftritt der vollverschleierten Muslima Nora Illi bei „Anne Will“ sorgte für Empörung Quelle: NDR/Wolfgang Borrs/NDR Presse und Information
Nach dem Auftritt der vollverschleierten Fauenbeauftragten Nora Illi bei „Anne Will“ hat der Islamische Zentralrat der Schweiz notorische Bekanntheit erlangt. Nun wird gegen Illis Mann ermittelt.

DIE WELT

Gegen den Vorsitzenden des Islamischen Zentralrats der Schweiz (IZRS), Nicolas Blancho, und den Sprecher des Verbandes sind Ermittlungen wegen dschihadistischer Propaganda eingeleitet worden.

Wie die Schweizer Staatsanwaltschaft am Samstag mitteilte, wird in der Sache bereits seit Dezember 2015 gegen den Deutschen Naim Cherni ermittelt, der dem IZRS-Vorstand angehört. Nun werde das Verfahren auf den Chef des Zentralrats sowie ein weiteres IZRS-Mitglied ausgeweitet. Nach Angaben des Zentralrates handelt es sich dabei um seinen Sprecher Qaasim Illi.

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«Teile der Mehrheitsgesellschaft wollen, dass ich still bin»

Layma Kaddor kämpft sowohl gegen den Islamismus als auch gegen Islamophobie. Bild: Franziska Rothenbühler
Layma Kaddor kämpft sowohl gegen den Islamismus als auch gegen Islamophobie. Bild: Franziska Rothenbühler
Völkisches Denken werde in Deutschland wieder salonfähig, sagt die islamische Religionslehrerin Lamya Kaddor.

Von Bernhard Ott | DER BUND

Der Mann im blauen Anzug blieb während des Gesprächs mit Lamya Kaddor im Raum anwesend. Erst mit der Zeit wurde klar, dass es sich um einen Personenschützer handelte. Auch beim Podium zum Thema «Fundamentalismus» im Anschluss an das Interview stand er hinter Kaddor auf der Bühne.

Frau Kaddor, Sie gelten als Kämpferin gegen den Islamismus. Nun widmen Sie sich in Ihrem neuen Buch dem Rassismus in Deutschland. Warum dieser Fokuswechsel?
Zwischen beiden Phänomenen gibt es strukturelle Zusammenhänge. Sie beruhen auf einer Radikalisierung bestimmter Gesellschaftsgruppen, die sich gegenseitig befördern. Das ist mir bei meinen Forschungen zum Islamismus bewusst geworden. Je mehr islamistische Anschläge es gibt, desto sichtbarer wird die Fremdenfeindlichkeit. Es bringt daher wenig, nur gegen ein Phänomen anzukämpfen. Ich bekämpfe seit fünfzehn Jahren den Islamismus und tue es weiter. Nun ist es an der Zeit, auch die Islamfeindlichkeit zu thematisieren.

Sie drehen den Spiess einfach um.
Ja. Integration ist keine Einbahnstrasse. Daher muss ich auch die Defizite der Mehrheitsgesellschaft ansprechen. Es braucht ein neues deutsches Wir. Ich will das Alte nicht loswerden. Aber wir müssen dem Neuen eine Chance geben. Wir müssen dem deutschen Wir Werte hinzufügen – zum Beispiel die Pluralität.

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Dunkle Energie gibt es nicht? Nicht so hastig!

© ESO / Asymmetric Ashes (artist's impression) / CC BY 4.0 CC BY (Ausschnitt)
© ESO / Asymmetric Ashes (artist’s impression) / CC BY 4.0 CC BY
(Ausschnitt)
Von Zweifeln an der beschleunigten Expansion des Kosmos und damit auch an der Dunklen Energie berichteten unlängst die Medien – doch das war irreführend.

Von Dan Scolnic, Adam G. Riess | Spektrum.de

„Kosmologie: Beschleunigte Expansion im Zwielicht“ und „Die Dunkle Energie ist tot“. So oder ähnlich lauteten Ende Oktober Schlagzeilen in den Medien. Auslöser des Hypes war der Artikel „Marginal evidence for cosmic acceleration from Typ Ia supernovae“ von J. T. Nielsen, A. Guffanti und S. Sarkar im Fachblatt „Scientific Reports“. Auf Deutsch lautet der Titel der Arbeit etwa: Supernovae des Typs Ia liefern nur geringe Hinweise auf eine kosmische Beschleunigung.

Liest man sich diesen Artikel allerdings durch, so kommt man zu dem Schluss, dass wir unser gegenwärtiges Bild vom Universum keineswegs revidieren müssen. Denn die drei Forscher verringern lediglich ein klein wenig die Sicherheit, mit der wir unsere Aussagen über den Kosmos treffen – und das auch nur, indem sie einen großen Teil der Daten verwerfen, auf denen unsere Kenntnisse basieren. Außerdem ignorieren sie wichtige Details in den Daten, die sie verwenden. Doch selbst, wenn man all das beiseitelässt, sind die Schlagzeilen falsch: Die drei Wissenschaftler kommen nämlich zu dem Schluss, dass wir jetzt nur noch zu 99,7 Prozent sicher sind, dass sich die kosmische Expansion beschleunigt. Und das ist weit davon entfernt, die beschleunigte Expansion und damit die Existenz der Dunklen Energie zu widerlegen.

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Man kann deutsches Judentum nicht verhipstern

Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb
Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb
Junge Juden wollen sich nicht mehr nur über den Holocaust definieren. Das sei „trostlos“. Dabei geht doch beides: An Schoah und Antisemitismus erinnern – und selbstbewusster, lebensfroher Bürger sein.

Von Filipp Piatov | DIE WELT

Wer in Deutschland über Juden schreibt, der sollte zu provozieren wissen. Schließlich möchte man nichts sagen, was nicht schon hundertfach gesagt wurde. Mit diesem Ziel möchte sich nun auch die junge Generation deutscher Juden Gehör verschaffen. In der „Zeit“ beschloss eine junge Autorin, dass es mit dem Holocaust „auch mal gut sein“ sollte.

Zur vorbeugenden Klärung: Natürlich forderte sie kein Vergessen des Holocausts und seiner Opfer. Vielmehr wünscht sie sich den Blick auf ein anderes deutsches Judentum und eine andere jüdische Kultur – also ein Rundumschlag an alle Beteiligten, die Deutschen, die Juden, die Medien und die Politik. Aber der Reihe nach.

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Mysteriöse Atemnot nach Gewitter fordert fünftes Todesopfer

 Nach einem schweren Gewitter in Melbourne mussten über 8500 Menschen in Krankenhäusern behandelt werden (Symbolfoto) © Silas Stein/DPA
Nach einem schweren Gewitter in Melbourne mussten über 8500 Menschen in Krankenhäusern behandelt werden (Symbolfoto) © Silas Stein/DPA
In Australien mussten mehr als 8500 Menschen nach einem Gewitter wegen Atemnot und Asthma behandelt werden. Nun hat das Phänomen namens „Thunderstorm Asthma“ den fünften Menschen das Leben gekostet. Weitere liegen auf Intensivstationen.

stern.de

Die rätselhaften Atemnotanfälle nach einem Gewitter in Australien haben ein fünftes Todesopfer gefordert. Das berichten die „Deutsche Welle“ und ABC. In Melbourne mussten Anfang der Woche über 8500 Menschen in Krankenhäusern behandelt werden. Die Patienten hatten über Atemnot geklagt, viele erlitten Asthmaanfälle. Vier Menschen waren bereits verstorben. Sechs weitere befinden sich laut ABC auf Intensivstationen, vier davon in kritischen Zuständen.

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Hauptfeinde christlichen Glaubens sind Aberglaube und Götzendienst

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Religionsphilosoph: Atheismus bedeutet nicht immer eine Ablehnung Gottes

kath.net

Hauptfeinde des christlichen Glaubens sind Aberglaube und Götzendienst, nicht der Atheismus. Diese Ansicht vertrat der Soziologe, Religionsphilosoph und römisch-katholische Priester, Prof. Tomáš Halík (Prag), auf der Jahrestagung des EKD-Zentrums für Mission in der Region, die vom 22. bis 24. November in Erfurt stattfindet. Halík zufolge bedeutet Atheismus oft nicht, Gott abzulehnen, sondern bestimmte Gottesvorstellungen. Es gebe eine Vielzahl von atheistischen Vorstellungen, etwa den „radikalen Atheismus“ der Französischen Revolution, den „arroganten wissenschaftlichen Atheismus der kommunistischen Ideologie“, den „naiven Atheismus“ des Evolutionsbiologen Richard Dawkins sowie einen kämpferischen, der den christlichen Glauben verachte. Daneben existiere aber auch ein „Atheismus des Schmerzes“ – jemand würde gerne glauben, kann es aber nicht. Diesen Menschen dürfe man nicht mit Argumenten begegnen. Sie brauchten Zuwendung und Hoffnung. An Gottsucher könne man nur als selber Suchender und nicht als Besitzer der Wahrheit herantreten.

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Berlins Türken sind tief gespalten

Harte Worte. Friseur Murat K. ärgert sich über „Vaterlandsverräter“.Foto: Hasan Gökkaya
Harte Worte. Friseur Murat K. ärgert sich über „Vaterlandsverräter“.Foto: Hasan Gökkaya
Der türkische Staatschef hat in Deutschland ein miserables Image. Unter Berlins Türken ist er dagegen heftig umstritten – viele verehren ihn, andere hassen ihn. Ein Ortstermin am Kottbusser Tor

Von Hasan Gökkaya | DER TAGESSPIEGEL

Fruchtig, saftig, vollgetankt mit Sonnenstrahlen – wenn Murat Ç. über seine Granatäpfel redet, kommt er beinahe ins Schwärmen: „Die Deutschen stehen total auf diese Frucht, aber auch die Quitten werden gerne gekauft“, sagt er. Der zweifache Familienvater verkauft Obst am U-Bahnhof Kottbusser Tor. Ein höflicher Mann, der anders als viele Berliner dieser Tage noch einen ruhigen Puls bewahrt, wenn es wieder mal um den Mann in Ankara geht – um Recep Tayyip Erdogan, den türkischen Staatspräsidenten.

„Wir sind endlich keine Menschen zweiter Klasse mehr“

„Erdogan hat mir sogar eine Identität gegeben. Mein Blick auf die Türkei hat sich durch ihn völlig verändert“, sagt er mit ruhiger Stimme. Verändert? Wie denn? „Wir Türken haben uns so lange als Menschen zweiter Klasse gesehen, bis wir uns am Ende wirklich so fühlten, aber das ist endlich weg.“ Der 43-Jährige lebt seit mehr als 20 Jahren in Deutschland, an die alte Türkei erinnert er sich, aber ungerne: „Früher war für uns gut genug, was den Europäern zu schlecht war. Die Türken sind Autos gefahren, die die Deutschen nicht wollten. Gucken sie sich heute mal auf den Straßen in der Türkei um – überall stehen Luxus-Autos!“

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Russland wirft syrischen Rebellen Einsatz von Senfgas vor

Das russische Militär will Belege gefunden haben, dass Oppositionsgruppen im Syrienkrieg Senfgas einsetzen. Bodenproben und Analyseergebnisse aus der Provinz Aleppo seien den Vertretern Syriens bei der Anti-Chemiewaffen-Organisation (OPCW) übergeben worden. Das teilte das russische Verteidigungsministerium am Samstag in Moskau mit.

Die Presse.com

Wahrscheinlich hätten die Rebellen den Kampfstoff selbst hergestellt. „Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass giftiges Senfgas und andere toxische Stoffe aus Drittländern geliefert werden“, sagte ein Militärsprecher.

In dem fünf Jahre alten Bürgerkrieg in Syrien sind mehrfach Chemiewaffen eingesetzt worden, nachweislich auch vom syrischen Regime selbst. Russland hat in den vergangenen Wochen der Opposition vorgeworfen, Granaten mit Giftgas zu verschießen. Darauf forderte die OPCW Moskau am Dienstag auf, Beweise vorzulegen

Watch the Robot That Patrols the Large Hadron Collider

Hundreds of feet below the French-Swiss border lays the Large Hadron Collider. The 17 miles of strange tunnels accelerate particles at close to the speed of light before smashing them together to see what happens.

By Matthew Gault | MOTHERBOARD

That’s an oversimplification of a complicated process, one where a lot can go wrong. Someone has to monitor the miles of concrete, plastic, steel, and glass below the earth to avoid disaster and keep science moving. Someone does, someone called … TIM.

TIM is a robot, a Train Inspector Monorail. He glides along the miles of the LHC at up to 3.7 miles per hour—roughly human walking speed, and inspects the tunnels to alert workers and scientists of any problems.

The sleek metal droid has a radiation probe to look for leaks and bursts. It can also check oxygen levels, room temperature, monitor the tunnel structure, and communication bandwidth. An onboard camera can give CERN’s scientists either a straight visual or an infrared scan of the of the LHC.

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