«Teile der Mehrheitsgesellschaft wollen, dass ich still bin»


Layma Kaddor kämpft sowohl gegen den Islamismus als auch gegen Islamophobie. Bild: Franziska Rothenbühler
Layma Kaddor kämpft sowohl gegen den Islamismus als auch gegen Islamophobie. Bild: Franziska Rothenbühler
Völkisches Denken werde in Deutschland wieder salonfähig, sagt die islamische Religionslehrerin Lamya Kaddor.

Von Bernhard Ott | DER BUND

Der Mann im blauen Anzug blieb während des Gesprächs mit Lamya Kaddor im Raum anwesend. Erst mit der Zeit wurde klar, dass es sich um einen Personenschützer handelte. Auch beim Podium zum Thema «Fundamentalismus» im Anschluss an das Interview stand er hinter Kaddor auf der Bühne.

Frau Kaddor, Sie gelten als Kämpferin gegen den Islamismus. Nun widmen Sie sich in Ihrem neuen Buch dem Rassismus in Deutschland. Warum dieser Fokuswechsel?
Zwischen beiden Phänomenen gibt es strukturelle Zusammenhänge. Sie beruhen auf einer Radikalisierung bestimmter Gesellschaftsgruppen, die sich gegenseitig befördern. Das ist mir bei meinen Forschungen zum Islamismus bewusst geworden. Je mehr islamistische Anschläge es gibt, desto sichtbarer wird die Fremdenfeindlichkeit. Es bringt daher wenig, nur gegen ein Phänomen anzukämpfen. Ich bekämpfe seit fünfzehn Jahren den Islamismus und tue es weiter. Nun ist es an der Zeit, auch die Islamfeindlichkeit zu thematisieren.

Sie drehen den Spiess einfach um.
Ja. Integration ist keine Einbahnstrasse. Daher muss ich auch die Defizite der Mehrheitsgesellschaft ansprechen. Es braucht ein neues deutsches Wir. Ich will das Alte nicht loswerden. Aber wir müssen dem Neuen eine Chance geben. Wir müssen dem deutschen Wir Werte hinzufügen – zum Beispiel die Pluralität.

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