Dämmstoff ist jetzt Sondermüll


Kombi-Dämmung mit Styropor und Steinwolle. Foto: Marcel. S. Lizenz: CC BY-SA 3.0
Kombi-Dämmung mit Styropor und Steinwolle. Foto: Marcel. S. Lizenz: CC BY-SA 3.0
Handwerker müssen Aufträge ablehnen, weil sie den mit HBCD versetzen Bauschutt nicht mehr loswerden

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Der billigste und beliebteste Gebäudedämmstoff war in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten Styropor, von dem man Millionen Kubikmeter verbaute. Der Polystyrolschaum brennt zwar sehr leicht, wurde aber trotzdem zugelassen, weil man ihm das Flammschutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD) zusetzte (vgl. Feuerfalle Styropor).

Diese Praxis hat jedoch nicht nur einen, sondern zwei Haken: Zum einen verflüchtigt sich HBCD mit der Zeit, weshalb unklar ist, wie lange es mit Polystyrol gedämmte Häuser vor Feuer schützt. Zum anderen steht der Stoff im Verdacht, negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit zu haben. Deshalb gilt mit HBCD versetztes Styropor seit dem 1. Oktober als Sondermüll und darf nicht mehr von Müllverbrennungsanlagen ohne spezielle Zulassung angenommen werden.

Das hat zur Folge, dass Dachdecker und Baufirmen alte Dämmabfälle nicht mehr loswerden. Weil sie keinen Lagerplatz mehr haben, müssen manche sogar Aufträge ablehnen. Ulrich Marx, der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH), spricht von mehreren Hundert deshalb stillgelegten Baustellen, ersten Meldungen über Kurzarbeit und bald drohenden Entlassungen. Hans Peter Wollseifer, der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), warnt sogar vor einem “Notstand”.

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