Endlich eine echte christlich-jüdische Partnerschaft?


 Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beriet im November über die Haltung der evangelischen Kirche zur Mission von Juden (imago stock&people/epd-bildx/xJoernxNeumann)
Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beriet im November über die Haltung der evangelischen Kirche zur Mission von Juden (imago stock&people/epd-bildx/xJoernxNeumann)
Sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche in Deutschland haben sich inzwischen offiziell von der Judenmission verabschiedet. Was das für das jüdisch-christliche Verhältnis bedeutet, hat Brigitte Jünger Rabbiner und Theologen gefragt.

Von Brigitte Jünger | Deutschlandradio Kultur

„Nach fast zwei Jahrtausenden der Feindseligkeit und Entfremdung, erkennen wir, orthodoxe Rabbiner, Leiter von Gemeinden, Institutionen und Seminaren in Israel, den Vereinigten Staaten und Europa, die sich uns darbietende historische Gelegenheit: Wir möchten den Willen unseres Vaters im Himmel tun, indem wir die Hand unserer christlichen Brüder und Schwestern ergreifen. Juden und Christen müssen zusammenarbeiten, um den moralischen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.“

So lautet der Anfang einer Erklärung, die mittlerweile 60 orthodoxe Rabbiner aus Israel, Europa und Nordamerika unterzeichnet haben. Jehoschua Ahrens, Rabbiner in Nürnberg, ist Mitinitiator und einer von zwei deutschen Rabbinern, die das Dokument mittragen. Wie die anderen Unterzeichner engagiert auch er sich schon seit langem im jüdisch-christlichen Dialog.

„Jetzt, glaube ich, sind wir an einem Punkt angekommen, indem wir zumindest mit den Mainstream-Kirchen – also natürlich gibt’s immer noch andere Meinungen auch innerhalb der christlichen Kirchen – aber grundsätzlich mit den Mainstream-Kirchen auf einem Dialog sind auf Augenhöhe, indem eben eine gegenseitige Anerkennung da ist, indem eben auch zum Beispiel die Judenmission, was für uns natürlich ein ganz wichtiges Kapitel ist, auch abgelehnt wird, ganz kategorisch. Und entsprechend jetzt bietet sich eigentlich eine Möglichkeit, wie wir sie noch nie hatten, nämlich eine echte Partnerschaft zwischen Judentum und Christentum.“

„Der Bund Gottes mit seinem Volk gilt uneingeschränkt weiter“

Dass diese Partnerschaft trotz aller gemeinsamen Projekte erst jetzt „echt“ genannt werden kann, liegt aus Sicht der orthodoxen Rabbiner an zwei neuen Dokumenten von christlicher Seite. Beide erteilen der Lehre, dass mit Jesus Christus der Alte Bund Gottes mit dem Volk Israels hinfällig geworden und die Erwählung auf die Kirche übergangen sei, endgültig eine Absage.

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